+++Börsen-Ticker+++ - Trump prügelt die Wall Street runter

Eine weitere Eskalation im Handelsstreit zwischen China und den USA hat den New Yorker Börsen am Freitag schwer zugesetzt. Die Anleger nahmen kurz vor dem Wochenende Reissaus.
23.08.2019 22:45
Schlägt im Handelsstreit auf Twitter mit dem Zweihänder zurück: US-Präsident Donald Trump.
Schlägt im Handelsstreit auf Twitter mit dem Zweihänder zurück: US-Präsident Donald Trump.
Bild: Bloomberg

22:45

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schliesst 2,4 Prozent tiefer auf 25'628 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 verliert 2,6 Prozent auf 2847 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq bricht um 3,0 Prozent auf 7751 Punkte ein. Im Wochenvergleich gibt der Dow 1 Prozent nach, der S&P um 1,4 Prozent und die Nasdaq um 1,8 Prozent.

Zuvor hatte China US-Güter im Wert von rund 75 Milliarden Dollar mit neuen Strafzöllen belegt. US-Präsident Donald Trump kündigte per Twitter Gegenmassnahmen an. So sollten US-Firmen nach Alternativen zu China suchen und ihre Produkte in den USA herstellen. "Die Äusserungen von Trump haben Schockwellen durch den Markt geschickt und alle Hoffnungen auf eine Deeskalation an der Handelsfront jederzeit und bald zunichtegemacht", sagt Marktanalyst David Cheetham vom Online-Handelshaus xtb. Trumps verbaler Angriff auf China über die sozialen Medien sei "unglaublich" und in Ton und Inhalt selbst für Trumps Verhältnisse extrem hart.

Bei den Einzelwerten verlieren die Aktien von HP fast 6 Prozent. Der Chef des US-Computerherstellers Dion Weisler tritt nach fast vier Jahren ab.

Hasbro-Aktionären schlug eine milliardenschwere Übernahme auf den Magen. Die Titel verlieren fast 9 Prozent. Der Spielzeughersteller will Entertainment One, den Produzenten der Kindershow "Peppa Pig" und der Zombie-Serie "Walking Dead", für insgesamt vier Milliarden Dollar übernehmen.

Ein Quartalsumsatz unter Markterwartungen schickte Gap auf Talfahrt. Die Aktien der Modefirma brechen um 4,7 Prozent ein. Wegen eines schwächelnden Absatzes der Marke "Old Navy" gingen die Erlöse auf vergleichbarer Basis den Angaben zufolge um 4 Prozent auf 4,01 Milliarden Dollar zurück. Der Gewinn fiel auf 168 von 297 Millionen Dollar

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17:40

Die neue Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China hat die Schweizer Börse am Freitag gebremst. Der SMI sinkt um 0,6 Prozent auf 9745 Punkte. China kündigte neue Zölle auf US-Güter im Volumen von rund 75 Milliarden Dollar an. Darauf reagierte US-Präsident Trump, indem er US-Firmen anwies, nach Alternativen zu China zu suchen.

Stützend wirkten dagegen die Äusserungen von US-Notenbankchef Jerome Powell, die von Anlegern als Hinweis verstanden wurden, dass die Fed bereit sei, bei Bedarf die Zinsen weiter zu senken.

Auf den Verkaufszetteln standen vor allem Aktien von Firmen, die unter einer Eintrübung der Weltkonjunktur leiden würden. Der Zementhersteller LafargeHolcim büsst 2,2 Prozent ein, der Personalvermittler Adecco 1,1 Prozent. Praktisch gehalten notieren die Titel des Pharmakonzerns Roche. Die Tochter Chugai hat in Japan grünes Licht für die Krebs-Immuntherapie Tecentriq gegen eine bestimmte Form von Lungenkrebs erhalten.

Bei den Nebenwerten klettern Bachem um 7,1 Prozent. Der Pharmazulieferer hat seinen Umsatz im ersten Halbjahr dank der hohen Nachfrage nach Peptid-basierten Wirkstoffen um gut ein Fünftel auf 134,5 Millionen Franken gesteigert. U-Blox sacken dagegen um 8,5 Prozent ab. Der GPS-Chip-Hersteller hat seine Prognose gesenkt.

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16:20

Kein Paukenschlag von US-Notenbankchef Jerome Powell: Börsianer vermissen in der Rede klarere Hinweise zum künftigen geldpolitischen Kurs. Powell sagte, die US-Wirtschaft sei in einer günstigen Lage. Die Notenbank werde angemessen handeln.

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16:00

Eine neue Runde im Handelsstreit zwischen China und den USA verdirbt den Aktienanleger auch an der Wall Street die Laune. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte und der breiter gefasste S&P 500 geben je 0,4 Prozent auf 26'150 Punkte und 2909 Punkte nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verliert 0,5 Prozent auf 7922 Punkte.

China kündigte neue Zölle auf US-Güter im Volumen von rund 75 Milliarden Dollar an. "Natürlich wird China Vergeltung üben. Das ist Teil des Handelskrieges", sagt Scott Brown, Chefökonom beim Vermögensverwalter Raymond James. Aussagen von US-Notenbankchef Jerome Powell würden vor diesem Hintergrund noch intensiver beachtet. "Handelsfragen werden eine wichtige Rolle in der Rede von Powell spielen und er muss einige Hinweise geben, wie das globale Umfeld die Fed beeinflusst", sagt Brown. Anleger rechnen mit Signalen für weitere Zinssenkungen der Fed.

Unter die Räder geraten vor allem Technologietitel: Apple geben 1,4 Prozent nach, Chiphersteller wie Qualcomm, Advanced Micro Devices und Intel fallen um bis zu 1,8 Prozent.

Aktien von HP verlieren knapp 8 Prozent. Der Chef des US-Computerherstellers Dion Weisler tritt nach fast vier Jahren ab.

Hasbro-Aktionären schlägt eine milliardenschwere Übernahme auf den Magen. Die Titel verlieren mehr als 6 Prozent. Der Spielzeughersteller will Entertainment One, den Produzenten der Kindershow "Peppa Pig" und der Zombie-Serie "Walking Dead", für insgesamt vier Milliarden Dollar übernehmen.

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14:30

Eine neue Eskalation im Handelsstreit zwischen USA und China schreckt Aktienanleger auf. SMI, DAX und EuroStoxx50 rutschen alle ins Minus. Der SMI gibt 0,1 Prozent nach auf 9800 Punkte, Der DAX 0,5 Prozent auf 11'690 Zäler und der EuroStoxx50 0,4 Prozent auf 3361 Punkte. Besonders exportabhängige Branchen geraten unter die Räder.

Im Handelsstreit mit den USA kündigte China neue Zölle auf US-Güter im Volumen von rund 75 Milliarden Dollar an. Diese sollten zwischen 5 und 10 Prozent liegen und ab dem 1. September beziehungsweise 15. Dezember gelten.

Anleger scheuten angesichts dessen Risiken, was dem Goldpreis zugutekommt. Das Edelmetall verteuert sich um 0,4 Prozent auf 1504 Dollar je Feinunze.

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11:50

Der Schweizer Aktienmarkt baut die Morgensitzung im Verlauf weiter aus. Nach dem schwächeren Vortag kommt es damit zum Wochenschluss zu einer klaren Erholung. Der SMI gewinnt um 11 Uhr 0,5 Prozent auf 9878 Punkte. Auf Wochensicht zeichnet sich damit ebenfalls ein klares Plus ab - beim aktuellen Kurs wären es 1,5 Prozent. Der 30 Aktien umfassende SLI gewinnt derweil nach zwei Handelsstunden 0,7 Prozent auf 1499 und der breite SPI 0,8 Prozent auf 12'025 Zähler.

Aktuell sind bei den Top-30-Titeln vor allem Technologie- und konjunktursensitive Titel gefragt. An der Spitze der Tabelle liegen entsprechend - und ohne fundamentale News dazu - Temenos (+2,1%), Schindler PS (+2,0%), Logitech (+2,0%) sowie SGS (+1,3%) und Geberit (+1,1%).

Für einen guten Teil der Avancen sind auch die Index-Schwergewichte verantwortlich, die am Vortag unter Gewinnmitnahmen gelitten hatten. Novartis (+1,0%), Roche (+0,9%) und Nestlé (+0,8%) sind alle im vorderen Mittelfeld zu finden.

Klar am Schluss der Tabelle stehen erneut Alcon (-1,6%). Der vor ein paar Monaten von Novartis abgespaltene Augenheilkonzern hatte am Dienstagabend seine Quartalszahlen präsentiert und dabei die Erwartungen nicht zu erfüllen vermocht.

Im breiten Markt stehen vor allem die Titel von U-blox (-10,4%) im Fokus. Der Thalwiler Halbleiterhersteller hat vorbörslich einen Gewinneinbruch vermeldet und dabei die Schätzungen von Analysten deutlich verfehlt. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht am Mittag.)

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09:10

Der Swiss Market Index (SMI) legt unmittelbar nach Börseneröffnung um 0,4 Prozent zu. Am Vortag war der hiesige Leitindex um gut 0,4 Prozent gefallen.

Marktteilnehmer blicken am Freitag in die amerikanische Kleinstadt Jackson Hole. Auf der dortigen Notenbankkonferenz tritt am Nachmittag der Vorsitzende der US-Zentralbank Fed, Jerome Powell, ans Mikrofon. Es wird erwartet, dass er die Märkte mit Hinweisen zur künftigen Geldpolitik versehen wird. 

Wichtige Unternehmensnews bei Blue Chips Firmen sind zum Wochenschluss Mangelware. Deutlich im Plus sind jedoch Swatch (+1,4 Prozent), Sika (+1,3 Prozent) und Adecco (+1,2 Prozent). Mit leichten Abgaben gehandelt werden Lonza (-0,3 Prozent) und Alcon (-0,2 Prozent).

Im breiten Markt werden die Titel von U-blox um 1,1 Prozent tiefer gestellt. Der Thalwiler Halbleiter-Hersteller hat seine Halbjahreszahlen veröffentlicht und dabei die Schätzungen von Analysten deutlich verfehlt, beim Umsatz etwa waren es rund 10 Prozent.

Ebenfalls Zahlen geliefert haben Mobilezone (+4,2 Prozent), Bachem (noch kein Kurs) und Nebag (+1,5 Prozent).

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08:50

In Tokio stieg der japanische Nikkei-Index am Freitag um 0,4 Prozent auf 20.711 Punkte, die chinesische Börse Shanghai gewann ebenfalls 0,4 Prozent auf 2893 Zähler. Zur positiven Stimmung trugen Börsianern zufolge Aussagen des Wirtschaftsberaters von US-Präsident Donald Trump bei: Larry Kudlow plant weiter direkte Gespräche zur Beilegung des Zollstreits mit China. Insgesamt hielten sich Investoren vor der Rede von Fed-Chefs Powell auf dem Notenbanker-Treffen in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming mit Engagements zurück, sagte Hirokazu Kabeya, Chef-Anlagestratege vom Brokerhaus Daiwa.

An der Börse in Tokio gehörten angesichts wachsender diplomatischer Spannungen zwischen Japan und Südkorea Rüstungswerte zu den Favoriten. Die Aktien von Ishikawa Seisakusho, Howa und Tokyo Keiki legten bis zu 3,8 Prozent zu. Die Titel des auf Südkorea-Reisen spezialisierten japanischen Touristik-Konzerns Hanatour fielen dagegen um bis zu sieben Prozent auf ein Rekordtief von 775 Yen. Zuvor hatten die Geheimdienste Japans und Südkoreas ihre Zusammenarbeit aufgekündigt.

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08:15

Der Swiss Market Index (SMI) legt in der von Julius Bär berechneten Vorbörse um 0,3 Prozent zu. Anleger fiebern der Rede des US-Notenbankchefs Jerome Powell am Nachmittag (MESZ) entgegen. Sie erhoffen sich Rückschlüsse auf Zeitpunkt und Tempo der erwarteten Zinssenkungen. "Es besteht aber ganz klar das Risiko, dass Powell enttäuscht", warnte Analyst Jeffrey Halley vom Online-Broker Oanda.

Sämtliche SMI-Werte sind leicht im Plus. Am deutlichsten legen ABB, Adecco, Credit Suisse und UBS (alle je plus 0,4 Prozent) zu.

Im breiteren Markt wird nach enttäuschenden Halbjahreszahlen die Aktie von U-blox um ganze 9,7 Prozent tiefer gestellt. Der Halbleiterhersteller hat im ersten Halbjahr 2019 die wirtschaftliche Verlangsamung zu spüren bekommen. Umsatz und Gewinn gingen im Vergleich zum Vorjahr zurück. Die Prognose für das Gesamtjahr wird nach unten angepasst.

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07:45

In Erwartung vorerst stabiler Zinsen steigen Anleger wieder in den Neuseeland-Dollar ein. Die Währung verteuert sich am Freitag um 0,5 Prozent auf 0,6395 US-Dollar. Auslöser der Käufe sind Börsianern zufolge Äusserungen des neuseeländischen Notenbankchefs, wonach er nach der überraschend starken Zinssenkung von Anfang August mit dem aktuellen Niveau des Schlüsselsatzes "zufrieden" sei.

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06:35

Der Tokioter Nikkei-Index notierte am Vormittag 0,3 Prozent höher bei 20.683 Zählern, der chinesische CSI300 legte 0,25 Prozent zu. "Es wird ein weiterer Tag des Wartens für die Händler vor der Rede", sagte Hirokazu Kabeya, Chefstratege bei Daiwa Securities. "Investoren hoffen auf beruhigende Worte von ihm." Dabei geht es vor allem um die Frage zu weiteren Zinssenkungen in den USA.

Ende Juli hatte die Fed erstmals seit einem Jahrzehnt den Zins gesenkt. Experten erwarten einen weiteren Schritt nach unten im September. US-Präsident Donald Trump setzt die politisch unabhängige Notenbank seit längerem unter Druck, die Zügel weiter zu lockern. Doch führende Notenbanker haben sich zuletzt dagegen ausgesprochen.

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06:30

Der Schweizer Franken wurde mit 0,9845 Franken je Dollar und 1,0903 Franken je Euro gehandelt.

Der Yen gab etwas nach, ein Dollar kostete 106,53 Yen. Anzeichen, dass die Fed ihre Zügel nicht so stark lockert wie erwartet, dürften den Dollar stützen. Der Euro wurde kaum verändert zum späten New Yorker Handel mit 1,1073 Dollar gehandelt.

(cash/AWP/Reuters)