+++Börsen-Ticker+++ - US-Anleger halten vor G20-Gipfel still

Kurz vor dem G20-Gipfel in Argentinien haben sich die Anleger an der Wall Street zurückgehalten.
29.11.2018 22:40
Die Aufmerksamkeit der Händler an den US-Börsen gilt am Donnerstag vor allem dem bevorstehenden G20-Gipfel in Buenos Aires.
Die Aufmerksamkeit der Händler an den US-Börsen gilt am Donnerstag vor allem dem bevorstehenden G20-Gipfel in Buenos Aires.
Bild: Bloomberg

22:40

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gibt 0,1 Prozent auf 25'338 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P 500 sinkt 0,2 Prozent auf 2737 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringert sich um 0,3 Prozent auf 7273 Punkte.

Für kurzzeitigen Auftrieb sorgte das Zinsprotokoll der US-Notenbank. Die Federal Reserve steuert auf eine weitere Zinserhöhung zu, will einen strafferen Kurs aber nicht auf Autopilot stellen. Dies geht aus den Protokollen der jüngsten Sitzung vom November hervor.

Bei den Einzelwerten fanden die Anleger die Aktien von Abercrombie & Fitch hipp, die rund 21 Prozent zulegen. Die US-Modefirma mit der Filialkette Hollister überraschte die Anleger mit einer Umsatzprognose für das Weihnachtsquartal, die über den Erwartungen von Analysten lag.

Micron notieren dagegen 2,1 Prozent schwächer. Die Aktien des Chipherstellers hatten am Mittwochabend 4,6 Prozent zugelegt, nachdem auf einer Investorenkonferenz Micron-Chef Sanjay Mehrotra die Geschäftsprognose präzisiert hatte.

McDonald's-Anteilsscheine verteuern sich um 0,8 Prozent, nachdem Morgan Stanley die Aktie in der Annahme besserer Geschäfte bei der Fast-Food-Kette auf "übergewichten" hochgestuft hatte.

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18:15

Die Schweizer Börse hat am Donnerstag deutlich zugelegt. Beflügelt wurde das Geschäft vor allem von Spekulationen auf einen langsameren Zinsanstieg in den USA. Der SMI geht mit 1,4 Prozent im Plus bei 9016 Punkten aus dem Handel. Am Mittwoch schloss der Leitindex praktisch unverändert.

Die SMI-Werte ziehen bis auf wenige Ausnahmen an. Gefragt waren konjunkturzyklische Werte. Die Aktien der Bauchemiefirma Sika, des Sanitärtechnikunternehmens Geberit und des Prüfkonzerns SGS schliessen rund 2 Prozent im Plus. Die Adecco-Anteile ziehen ebenfalls 2 Prozent an.

In der Gunst der Anleger stand auch Swiss Life, die 2,4 Prozent höher schliessen. Der Lebensversicherer will seine Aktionäre stärker am Gewinn beteiligen.

Am breiten Markt brechen die Cosmo-Aktien 16 Prozent ein, nachdem die Pharmafirma eine Wandelanleihe mit einem Volumen von 175 Millionen Franken platzierte. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenkommentar zum Donnerstag.)

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15:55

Nach der Rally zur Wochenmitte legt die Wall Street am Donnerstag eine Verschnaufpause ein. Der Dow Jones fällt im frühen Handel um 0,2 Prozent auf 25'306 Punkte. Am Mittwoch hatte er 2,5 Prozent gewonnen, nachdem Äusserungen von Fed-Chef Jerome Powell Spekulationen auf eine behutsamere Gangart der Notenbank bei den Zinserhöhungen ausgelöst hatten. Der S&P 500 und der Nasdaq Composite geben je etwa 0,4 Prozent nach. Der Handelsstreit der USA mit China rücke wieder in den Vordergrund, sagen Händler.

Micron notieren 1,0 Prozent schwächer. Die Aktien des Chipherstellers hatten am Mittwochabend 4,6 Prozent zugelegt, nachdem auf einer Investorenkonferenz Micron-Chef Sanjay Mehrotra die Geschäftsprognose präzisiert hatte.

Gesucht sind die Aktien von Abercrombie & Fitch, die um 24 Prozent in die Höhe schnellen. Die US-Modefirma mit der Filialkette Hollister überraschte die Anleger mit einer Umsatzprognose für das Weihnachtsquartal, die über den Erwartungen von Analysten lag.

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12:10

Der Schweizer Aktienmarkt fährt am Donnerstagvormittag deutliche Kursgewinne ein. Besonders Techwerte gehen auf Erholungsjagd. Sie profitieren von Spekulationen um langsamere Zinsanhebungen in den USA. Diese wurden am Vorabend von einer Rede des US-Notenbankchefs Jerome Powell genährt. Der aktuelle Leitzins liegt laut Powell nur etwas unter dem Niveau, das als neutral gelten kann, bei dem also das Wirtschaftswachstum weder gestützt noch belastet wird.

Der SMI zieht bis Mittag um 0,7 Prozent auf 8958 Punkte an. Der 30 Aktien umfassende SLI gewinnt 0,9 Prozent auf 1389 Zähler und der breite SPI 0,7 Prozent auf 10'488 Stellen. 27 der 30 Bluechips liegen im Plus.

Am steilsten nach oben zeigen die Kurse der Tech-Werte. Die volatilen Titel des Chipunternehmens AMS ziehen mit einem Plus von 6,2 Prozent allen davon. Die Bankensoftwarefirma Temenos gewinnt 3,2 Prozent und der Computerzubehörhersteller Logitech 2,1 Prozent. Zuvor waren bereits die Tech-Werte in den USA auf Erholungskurs eingeschwenkt.

Swiss Life (+1,8%) punkten derweil anlässlich eines Investorentages mit neuen Zielen, einer höheren Ausschüttungsquote und einem Aktienrückkauf.

Im breiten Markt sorgen Kapitalbeschaffungen für rote Kurse. So reagieren die Cosmo-Aktien (-15,3%) mit einem deutlichen Kurseinbruch auf die erfolgreich platzierte Wandelanleihe von 175 Millionen Euro. Das Biochemieunternehmen Kuros (-17,1%) lässt seine Aktionäre am heutigen Donnerstag über die geplante Kapitalerhöhung abstimmen. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht am Mittag.)

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11:00

Die Schweizer Börse ist am Donnerstag mit kräftigen Kursgewinnen in den Handel gestartet. Der SMI steigt um 0,8 Prozent auf 8968 Punkte. Am Mittwoch hatte der Leitindex praktisch unverändert geschlossen. Für Schub sorgen vor allem Spekulationen auf einen langsameren Zinsanstieg in den USA. "Die Worte von US-Notenbankchef Jerome Powell sorgen sowohl in der Schweiz als auch in Europa für Euphorie unter den Anlegern", erklären die Analysten der Basler Kantonalbank.

Die SMI-Werte ziehen mit Ausnahme der Swisscom-Aktie (knapp gehalten) und der leicht tieferen Roche-Scheine an. In den USA ist erstmals eine Nachahmerversion des Roche-Blutkrebsmedikaments MabThera zugelassen worden.

Gefragt sind in erster Linie konjunkturzyklische Werte. Die Aktien der Bauchemiefirma Sika, des Sanitärtechnik-Unternehmens Geberit, des Prüfkonzerns SGS, des Elektrotechnikkonzerns ABB und des Zementproduzenten LafargeHolcim wurden um bis zu 2 Prozent fester gehandelt.

Die Adecco-Anteile ziehen 1,7 Prozent an. Goldman Sachs hat die Empfehlung für den Personaldienstleister auf "Buy" von "Neutral" angehoben.

In der Gunst der Anleger stehen auch Swiss Life mit 1,8 Prozent Kursplus. Der Lebensversicherer will seine Aktionäre stärker am Gewinn beteiligen. In den kommenden drei Jahren werden 50 bis 60 Prozent Ausschüttungsquote angepeilt statt bislang 30 bis 50 Prozent. Ferner will Swiss Life bis Dezember 2019 eigene Aktien zurückkaufen und damit eine Milliarde Franken an seine Eigentümer ausschütten.

Die beiden an sich als defensive Anlage geltenden Indexschwergewichte Novartis und Nestlé ziehen 1,3 beziehungsweise 1,1 Prozent an.

Am breiten Markt brechen die Cosmo-Aktien 15 Prozent ein, nachdem die Pharmafirma eine Wandelanleihe mit einem Volumen von 175 Millionen Franken platzierte.

Die Anteile der Versandapotheke Zur Rose fallen um 7,5 Prozent auf 96,50 Franken. Das Unternehmen gab neue Aktien zum Preis von 93 Franken aus. Mit den rund 200 Millionen Franken, die die Kapitalerhöhung in die Kasse spülte, soll die Übernahme der Firma Medpex finanziert werden. 

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09:10

Der Swiss Market Index (SMI) legt unmittelbar nach Börsereröffnung um 0,8 Prozent auf 8967 Punkte zu. Er profitiert wie schon die Wall Street von den Aussagen des US-Notenbankchefs Jerome Powell. Dieser hatte den US-Märkten ein Hoch verschafft, als er während einer Rede in New York ein vorsichtigeres Vorgehen bei künftigen Leitzinserhöhungen signalisierte. Er lenkte damit den Fokus der Anleger weg vom G20-Vorgeplänkel.

Im Vorfeld des Ende der Woche stattfindenden G20-Gipfels hatten sich die Marktteilnehmer bis jetzt eher zurückgehalten. Die Hoffnungen seien zurzeit sehr gross, dass US-Präsident Donald Trump und der chinesische Staatschef Xi Jinping den andauernden Handelsstreit beilegten, hiess es in einem Marktkommentar. Dafür sei aber das Enttäuschungspotenzial nicht unerheblich. Am Donnerstag dürften zudem auch die Konjunkturdaten dem Markt Impulse geben. Einen unglücklichen Auftakt lieferte das Schweizer Bruttoinlandprodukt. Die Schweizer Wirtschaft ist im dritten Quartal überraschend um 0,2 Prozent geschrumpft.

Grösster Gewinner im SMI sind derzeit Sika (+1,9 Prozent) und  Adecco (+1,7 Prozent). Die Adecco-Aktien profitieren von einer Hochstufung durch Goldman Sachs auf "Buy" von "Neutral".

Swiss Life (+1,4 Prozent) punkten derweil anlässlich eines Investorentages mit neuen Zielen, einer höheren Ausschüttungsquote und einem Aktienrückkauf.

Roche (Kurs unverändert) entwickelt schlechter als der Markt. Roches Blockbuster Rituxan bekommt nun auch in den USA neue Konkurrenz. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat das erste Biosimilar für das Krebsmittel zugelassen.

Novartis hingegen legt 0,8  Prozent zu. Der Pharmakonzern hat die EU-Zulassung für sein MS-Mittel Gilenya für die Behandlung von Jugendlichen erhalten.

Am breiten Markt fäll der Apple-Zulieferer AMS mit einem deutlichen Plus von 5 Prozent auf.

08:50

Trotz der Aussicht auf ein vorsichtigeres Vorgehen der US-Notenbank Fed bei künftigen Leitzinserhöhungen haben Chinas Aktienmärkte am Donnerstag letztlich deutlich nachgegeben. Dagegen hielt der moderate Aufwärtstrend in Japan an.

"Wir wissen, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen unserer Zinserhöhungen unsicher sind", sagte Fed-Präsident Jerome Powell am Mittwoch in New York. Es könne bis zu einem Jahr oder mehr dauern, bis die Wirkungen sichtbar würden. Beobachter halten deshalb eine Zinspause im kommenden Jahr für möglich.

Der anfangs freundliche CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Werten an den Börsen des chinesischen Festlands büsste 1,30 Prozent auf 3137,65 Punkte ein. Ähnlich erging es dem Hongkonger Hang-Seng-Index , der zuletzt um 0,96 Prozent auf 26 425,64 Punkte nachgab.

Der Markt der chinesischen Sonderverwaltungszone hatte ein geringeres Tempo bei Zinsanhebungen durch die Fed schon weitgehend eingepreist, erklärte ein Aktienstratege. Das entscheidende Ereignis bleibe der am Freitag beginnende G20-Gipfel. Angesichts der Unsicherheiten mit Blick auf das geplante Gespräch von US-Präsident Donald Trump mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping über den Handelsstreit beider Länder hätten die Anleger die jüngsten Kursgewinne erst einmal versilbert.

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08:10

Der Swiss Market Index (SMI) legt in der von Julius Bär berechneten Vorbörse um 0,7 Prozent zu. Im gestrigen Handel schloss der Leitindex praktisch unverändert zum Vortag bei 8895 Punkten. 

Sämtliche Werte aus dem Leitindex können vorbörslich zulegen. Am stärksten ist das Plus bei Adecco (+2,3 Prozent) sowie bei Swiss Life (+1,5 Prozent). Der Lebensversicherungskonzern Swiss Life will neu 50 bis 60 (bisher 30 bis 50) Prozent des Jahresgewinns als Dividende ausschütten und kündigt ein Aktienrückkaufprogramm an.

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07:55

Die Ölpreise haben sich am Donnerstag nur wenig bewegt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 58,70 Dollar. Das waren sechs Cent weniger als am Vortag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg hingegen geringfügig um elf Cent auf 50,40 Dollar.

Die Ölpreise haben sich damit nach starken Verlusten in den vergangenen Wochen auf niedrigem Niveau vorerst stabilisiert. Marktbeobachter sehen den Ölmarkt aber weiter unter Verkaufsdruck. Als Gründe wurden unter anderem die Förderpolitik Russlands genannt. Der wichtige Ölstaat signalisierte zuletzt wenig Bereitschaft zu einer Kürzung der Fördermenge.

Ausserdem wurde am Markt auf die jüngste Entwicklung der Ölreserven in den USA verwiesen. Am Vortag hatte die US-Regierung gemeldet, dass die Lagerbestände an Rohöl in der vergangenen Woche gestiegen sind. Es war der zehnte wöchentliche Anstieg in Folge. Hohe Lagerbestände können ein Hinweis auf eine zu geringe Nachfrage oder zu hohes Angebot sein und belasten in der Regel die Ölpreise.

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06:35

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index legte am Donnerstag um 0,8 Prozent auf 22.356 Punkte zu. Der breiter gefasste Topix-Index gewann ebenfalls 0,8 Prozent auf 1666 Punkte.

Powell hatte die Furcht vor Zinserhöhungen als Konjunkturkiller gedämpft. Die aktuelle Leitzinsspanne liege knapp unter dem geschätzten neutralen Niveau, mit dem die Wirtschaft weder gefördert noch gebremst werde, sagte er am Mittwoch. Dies wurde von vielen dahingehend aufgefasst, dass sich die Straffung der Geldpolitik dem Ende nähere.

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06:30

Am Devisenmarkt gab der Dollar in Fernost nach. Zum Yen war die US-Devise für 113,38 Yen zu haben. Im Gegenzug legte der Euro leicht auf 1,1377 Dollar zu. Der Schweizer Franken notierte bei 0,9923 Franken je Dollar und bei 1,1294 Franken je Euro.

(cash/AWP/Reuters)