+++Börsen-Ticker+++ - US-Anleger scheuen Risiken vor dem Wochenende

Die Anleger am US-Aktienmarkt haben sich auch am Freitag kaum aus der Deckung gewagt. Sie scheuten das Risiko.
08.09.2017 23:26
Das Logo von Apple an einem Store in New York. Die Aktien hinken am Freitag dem Markt hinterher.
Das Logo von Apple an einem Store in New York. Die Aktien hinken am Freitag dem Markt hinterher.
Bild: Bloomberg

22:30

Der weiter schwelende Konflikt mit Nordkorea, der inzwischen die Südküste Floridas bedrohende Hurrikan "Irma" sowie ein Rekord-Erdbeben in Mexiko drückten auf die Stimmung. Verkauft wurden insgesondere Aktien aus dem Technologie-Sektor. Geld sei hingegen vor allem in "sichere Häfen" wie Gold, einige als krisenfest geltende Währungen oder auch Staatsanleihen geflossen, hiess es am Markt.

Der Dow Jones Industrial beendete den Handel mit plus 0,06 Prozent auf 21 797,79 Punkte und kam damit kaum vom Fleck. Im Wochenverlauf bedeutet das für den US-Leitindex einen Verlust von rund einem Prozent. Für den 500 Werte umfassenden S&P 500 ging es am Freitag um 0,15 Prozent auf 2461,43 Punkte abwärts. Der technologielastige Nasdaq 100 gab hingegen um deutliche 0,85 Prozent auf 5913,37 Punkte nach.

Die Aktien von Apple büssten als Schlusslicht im Dow 1,63 Prozent ein. Händler verwiesen auf Spekulationen in den Medien, dass der iPhone-Hersteller versuche, den Festplatten-Spezialisten Western Digital davon abzuhalten, die Kontrolle über das Chip-Geschäft des kriselnden japanischen Konzerns Toshiba zu erlangen. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, dass Apple sich wohl unter anderem mit Foxconn und Softbank zusammen tun wolle, um für Toshibas Chip-Geschäft zu bieten. Apple wolle 20 Prozent übernehmen, hiess es. Die Chiptochter des japanischen Konzerns stellt Flash-Speicher für iPhone und iPad her.

In den Fokus rückten zudem die Aktien von Equifax , die an der New Yorker Börse um rund 14 Prozent einbrachen. Bei einem Cyber-Angriff auf den US-Finanzdienstleister erbeuteten Hacker Kundendaten von etwa 143 Millionen US-Verbrauchern.

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17:30

Die Schweizer Börse hat sich am Freitag bei geringen Kursausschlägen seitwärts bewegt. Die Anleger hielten sich aufgrund zahlreicher Unsicherheitsfaktoren zurück, sagten Händler.

Das Geschäft sei daher etwas lustlos gewesen und die Umsätze moderat. Der SMI steigt um 0,1 Prozent auf 8912 Punkte. Der Leitindex bewegte sich zwischen 8878 und 8922 Punkten. Damit steuert der SMI nach zwei Wochen mit leichten Gewinnen auf eine um 0,5 Prozent schwächere Woche zu.

Firmenimpulse waren rar und wichtige Konjunkturzahlen wurden nicht veröffentlicht. Die stärksten Impulse kamen daher vom Devisenmarkt: Der Dollar fiel zum Franken vorübergehend auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren.

Die Kursausschläge beliefen sich auf weniger als ein Prozent. Einen Gewinn verzeichneten die Aktien der Grossbank Credit Suisse mit plus 0,5 Prozent. Ebenso die Anteile des Zementriesen LafargeHolcim mit plus 0,7 Prozent. CS-Rivale UBS gaben leicht nach.

Am breiten Markt beendeten Gewinnmitnahmen den Höhenflug der Aktien von Myriad. Sie fielen um 5,6 Prozent.

Den ausführlichen Schlussbericht lesen Sie hier.

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17:08

Spekulationen über eine Schließung der Bitcoin-Handelsplätze in China drücken den Kurs der Krypotwährung an der Börse Bitstamp um mehr als acht Prozent auf 4227 Dollar

16:38

Nach dem Hackerangriff auf Millionen sensible Kundendaten der US-Wirtschaftsauskunftei Equifax wird es für den Konzern auch an der Börse ungemütlich. Die Aktien brachen am Freitag um über 17 Prozent auf ein Sechseinhalb-Monats-Tief von 117,29 Dollar ein.

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15:35

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte eröffnete mit einem Minus von 0,2 Prozent bei 21.741 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor ebenfalls 0,2 Prozent auf 2459 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 0,1 Prozent auf 6390 Stellen nach.

Bei den Einzelwerten stand unter anderem Kroger im Fokus. Die Aktien verbilligten sich um mehr als fünf Prozent. Die Supermarktkette hat wegen starker Preissenkungen weniger verdient.

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13:16

Die Ölpreise haben am Freitag uneinheitlich tendiert. Am Mittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November 54,80 US-Dollar. Das waren 31 Cent mehr als am Donnerstag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Oktober fiel hingegen um 15 Cent auf 48,93 Dollar.

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12:58

Der Kurs des Euro ist weiter gestiegen. Die europäische Gemeinschaftswährung lag am Mittag bei 1,2066 US-Dollar. Zuvor hatte sie bei 1,2092 Dollar den höchsten Stand seit Januar 2015 erreicht. EZB-Präsident Mario Draghi äusserte sich am Donnerstag zwar kritisch zur Euro-Stärke. Gleichzeitig sorgte er aber mit Signalen für einen baldigen Ausstiegsplan zum Wertpapierkaufprogramm für Auftrieb beim Euro.

Zum Franken legte der Euro ebenfalls zu und kletterte wieder über die Marke von 1,14 CHF. Am Freitag-Mittag kostet die Gemeinschaftswährung 1,1412 CHF. Auch der US-Dollar verbuchte gegenüber dem Franken leichte Gewinne im Vergleich zum Morgenhandel. Er geht am Mittag bei 0,9458 CHF um.

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12:45

Die Schweizer Börse hat sich am Freitag bis am Mittag von einer schwächeren Eröffnung erholt. Parallel zum Dollar, der sich von den Tiefstwerten lösen konnte, zogen auch die Aktienkurse wieder etwas an. Der SMI notierte mit 9812 Zählern um 0,1 Prozent höher. Zunächst war der Leitindex bis 8878 Zähler gesunken.

"Vor einem Wochenende, an dem man nicht weiss, ob Nordkorea zur Feier des Unabhängigkeitstages nicht wieder einen Bombentest durchführt und wie stark sich der Wirbelsturm Irma im Süden der USA noch austobt, will man die Risiken tief halten", sagte ein Händler.

Firmenimpulse seien rar und es würden auch keine wichtigen Konjunkturzahlen veröffentlicht, sagten Händler. Die stärksten Impulse kämen daher vom Devisenmarkt: Der Dollar fiel zum Franken vorübergehend auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren. Ein starker Franken beeinträchtigt die Wettbewerbsfähigkeit Schweizer Firmen auf dem Weltmarkt, da sich ihre Waren im Verhältnis zu den ausländischen Konkurrenten verteuern.

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11:46

Wegen der Aussicht auf eine nahende Drosselung der EZB-Anleihekäufe trennen sich Anleger von europäischen Papieren. Dies treibt die Rendite der zehnjährigen Titel aus Deutschland, Italien, Spanien und Portugal auf 0,324 Prozent, 1,954 Prozent, 1,549 Prozent und 2,794 Prozent. Insidern zufolge diskutierte der EZB-Rat mehrere Szenarien des sogenannten "Taperings".

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10:30

Weiterhin leichtes Minus im SMI. Das sind die Top- und Flop-Aktien:

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09:58

Ein negativer Analystenkommentar lastet auf Peugeot. Die Titel fallen in Paris um bis zu drei Prozent auf 18,05 Euro, nachdem Exane BNP sie auf "underperform" von "neutral" herunterstufte. Das Umfeld für den Autobauer werde härter, VW greife in dem für die Franzosen mit am profitträchtigsten Markt für kleinere Geländewagen (B-SUVs) an, begründete die Bank ihr Urteil.

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09:55

Starke Exportzahlen aus China haben die Landeswährung Yuan am Freitag auf den höchsten Stand seit 21 Monaten getrieben. Die People's Bank of China (PBoC) senkte den Dollar-Referenzkurs, den die chinesische Währung nur in einer bestimmten Spanne über- oder unterschreiten darf, um 0,4 Prozent auf 6,5032 Yuan. Daraufhin verbilligte sich die US-Valuta an der Börse um 0,4 Prozent auf 6,46 Yuan.

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09:15

Nachdem es der SMI am Vortag über 8'900 Punkte geschafft hatte, fällt er am Freitag wieder unter diese Marke auf 8'888 Punkte. Das Minus beträgt 0,2 Prozent. Es zeichnet sich ein eher ruhiger letzter Handelstag der Woche ab. Von der Wall Street gibt es keine klaren Impulse. Etwas belastend wirkt, dass Chinas Exportmotor im August stärker als erwartet geschwächelt hat. Vorsicht herrscht zudem wegen der schwelenden Nordkorea-Krise und des Hurrikans "Irma". Dieser wütet inzwischen in der Karibik, macht Inseln unbewohnbar und riss mehrere Menschen in den Tod.

Ausnahme im ziemlich "flachen" Handel der SMI-Aktien bilden LafargeHolcim. Der Titel steigt im SMI am deutlichsten (0,8 Prozent).  Leichte Avancen verzeichnen auch Swiss Life, Swatch und Credit Suisse.

Citigroup hat das Rating von Zurich (Aktie minus 0,1 Prozent) auf "Buy" von zuvor "Neutral" erhöht und das Kursziel deutlich auf 321,20 von 274,00 Franken gesteigert. Der Versicherer profitiere von einer starken Cash-Generierung bei einer geringen Volatilität, heisst es. Zudem sei Zurich genügend diversifiziert, um gegen individuelle Versicherungszyklen immun zu sein. Die jüngsten Fortschritte seien ermutigend. 

Unsicherheitsfaktor bleibt für die Versicherungsbranche jedoch der Wirbelsturm "Irma", besonders für Swiss Re (-0,9 Prozent, zugleich die schwächste SMI-Aktie am Freitag). Wegen Befürchtungen, der heranbrausende Sturm werde in Florida massive Schäden anrichten und die Wirtschaft beeinträchtigen, waren einige US-Versicherer am Vortag massiv unter Druck.

Keine Unterstützung liefern dem SMI die schwergewichtigen Pharma-Werte Roche (-0,2 Prozent) und Novartis (-0,3 Prozent). Im Vorfeld des am (heutigen) Freitag beginnenden Esmo-Kongress hat Roche positive Daten zu einem auf Blutproben basierenden Test zur Bestimmung der sogenannten Tumor-Mutationsbelastung vorgelegt. Und Novartis präsentierte positive Phase-II-Daten zum Migränemittel AMG 334, die an einem Branchenkongress in Kanada präsentiert wurden.

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08:15

Der SMI steht vorbörslichen Indikatoren zufolge am Freitag minim 0,07 Prozent höher. Nur drei Aktien stehen im Plus: Novartis und Roche (je 0,4 Prozent) und Zurich (0,5 Prozent).

Es fehlten richtungsweisende Impulse, sagten Händler. In den USA hatten sich die Kurse am Vorabend nach Börsenschluss in Europa kaum mehr bewegt. "Firmenimpulse fehlen, also werden wir uns wohl wieder als Währungshändler betätigen", sagte ein Händler. Die Aktienkurse dürften dadurch gebremst werden, dass der für die schweizerische Wirtschaft wichtige Dollar zum Franken mit 0,9441 Franken auf den tiefsten Stand seit rund zwei Jahren fiel.

Roche hat beim Krebsmediziner-Kongress ESMO in Madrid Daten zu einem neuen Biomarker-Bluttests für Krebs-Immuntherapien vorgelegt. Danach konnte mit der Methode die sogenannte Tumor Mutational Burden (TMB) mit hoher Genauigkeit bestimmt werden. TMB, die Zahl von Mutationen im Genom von Krebszellen, gilt als Indikator für die Wirksamkeit einer Immuntherapie und konnte bislang nur durch eine Entnahme von Tumorgewebe (Biopsie) ermittelt werden.

Nach Angaben von Rivale Novartis führt eine präventive Behandlung mit dem Wirkstoff AMG 334 (Erenumab) zu einer Reduktion von Tagen pro Monat, an denen die Patienten unter Migräne leiden. Dies zeigt eine neue Analyse von Phase II-Studiendaten, die der Pharmakonzern auf einem Kongress in Vancouver präsentiert. 

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07:30

Die Ölpreise haben am Freitag weiter zugelegt. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November 54,75 US-Dollar. Das waren 0,46 Prozent mehr als am Donnerstag. 

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06:45

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index in Tokio notierte vor Handelsschluss 0,4 Prozent tiefer bei 19'323 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index blieb unverändert bei 1598 Punkten.

Das international weitgehend isolierte Norkorea kündigte "machtvolle Gegenmaßnahmen" an wegen der Bemühungen der USA, neue Sanktionen durchzusetzen. "Es ist schwer, jetzt Aktien zu kaufen", sagte der Anlageexperte eines japanisches Versicherungskonzerns. Samstag ist ein wichtiger Feiertag in Nordkorea, der Experten zufolge zu einem neuen Raketentest genutzt werden könnte.

Die Börse in Shanghai lag 0,4 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 0,3 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans stieg um 0,5 Prozent.

(cash/Reuters/AWP)