+++Börsen-Ticker+++ - US-Anleger sind optimistisch für Zollstreit-Ende

Spekulationen von Anlegern auf ein baldiges Ende des Zollstreits zwischen den USA und China haben der Wall Street am Freitag Auftrieb gegeben.
15.03.2019 21:45
Tesla-Chef Elon Musk präsentiert das neue Model Y: Die Anleger bleiben  skeptisch und verkauf ihre Aktien.
Tesla-Chef Elon Musk präsentiert das neue Model Y: Die Anleger bleiben skeptisch und verkauf ihre Aktien.
Bild: Bloomberg

21:45

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schliesst 0,5 Prozent höher auf 25'848 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 rückt ebenfalls um 0,5 Prozent auf 2822 Zähler vor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verbessert sich um 0,8 Prozent auf 7688 Punkte. Im Wochenvergleich erhöht sich der Dow um 1,6 Prozent, der S&P um 2,9 Prozent und die Nasdaq um 3,8 Prozent.

Zu den grössten Gewinnern gehören Chiphersteller, nachdem Broadcom mit seinem Überschuss im ersten Quartal und dem Ausblick die Erwartungen der Analysten übertroffen hatte. Die Aktien des US-Konzerns ziehen um mehr als 8 Prozent an.

Anleger gingen auf Abstand zu Facebook, die Titel geben 2,5 Prozent nach. Der überraschende Rücktritt des Produktchefs und Vertrauten von Firmenboss Mark Zuckerberg, Chris Cox, sorgte für Verunsicherung.

Aus den Depots flogen auch Aktien von Tesla, sie rutschen um mehr als 5 Prozent ab. Die Analysten von Loup Ventures rechnen damit, dass Tesla wegen des neuen Model Y in diesem Jahr eine Kapitalerhöhung braucht.

Die Anteilsscheine von Boeing verteuern sich dagegen um 1,5 Prozent. Das Software-Update für den Unglücksflieger 737 MAX soll in den kommenden Wochen ausgeliefert werden. Boeing überarbeitet seit dem Absturz einer Maschine in Indonesien im Oktober die Software für Piloten-Anzeigen und andere Systeme.

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17:45

Die Schweizer Börse hat am Freitag nicht mit den übrigen europäischen Handelsplätzen Schritt halten können. Von einem zwischenzeitlichen Jahreshoch viel der SMI wieder zurück. Er notiert zum Börsenschluss bei 9483 Punkten praktisch unverändert zum Vortag. Im Wochenvergleich bleibt dennoch ein Plus von 2,3 Prozent.

Zunächst hatten Spekulationen auf ein baldiges Ende des Zollstreits zwischen den USA und China sowie eine mögliche Verschiebung des Brexits Käufer angelockt und den Standartwerte-Index auf den höchsten Stand (9510 Punkte) seit Ende Januar 2018 gehoben.

Doch Abgaben in den schwer gewichteten Titeln, die eher in Krisenzeiten begehrt sind, liessen den SMI darauf abbröckeln. Die Titel des Pharmakonzerns Roche verlieren 1,2 Prozent, die des Nahrungsmittelriesen Nestlé 0,9 Prozent.

UBS sacken 1,1 Prozent ab. Die Grossbank wappnet sich nach der in erster Instanz verhängten Rekordbusse im Steuerverfahren in Frankreich für eine mögliche Strafzahlung. Das Institut stellte für den Fall insgesamt 450 Millionen Euro zurück.

Die U-Blox-Aktien legen nach der Veröffentlichung des Jahresabschlusses 2,1 Prozent zu. Mit dem schwächlichen zweiten Halbjahr 2018 dürfte der GPS-Chip-Hersteller den Tiefpunkt im Zyklus erreicht haben und 2019 wieder kräftig wachsen, sagen die Analysten der Zürcher Kantonalbank.

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15:05

Spekulationen von Anlegern auf ein baldiges Ende des Zollstreits zwischen den USA und China geben der Wall Street Auftrieb. "An den US-Märkten könnte es neue Rekordstände geben, wenn das Zollproblem mit China gelöst ist", sagt Analyst Randy Frederick vom Brokerhaus Charles Schwab. "Jedes Mal, wenn es diesbezüglich positive Nachrichten gibt, dürften die Börsen davon profitieren." Auch die mögliche Verschiebung des Brexits sorge für Optimismus bei Investoren.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legt um 0,1 Prozent auf 25'733 Punkte zu. Der breiter gefasste S&P 500 steigt um 0,3 Prozent auf 2815 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewinnt 0,6 Prozent auf 7675 Stellen.

Zu den grössten Gewinnern gehören Chiphersteller, nachdem Broadcom mit seinem Gewinn im ersten Quartal und dem Ausblick die Erwartungen der Analysten übertraf. Die Aktien des US-Konzerns ziehen um 6,3 Prozent an. Die Titel von AMD, Lam Research und Nvidia gewinnen zwischen 1,0 und 2,5 Prozent.

Auf Abstand gehen Anleger zu Facebook, nachdem der Produktchef und Vertraute von Firmenboss Mark Zuckerberg, Chris Cox, überraschend zurückgetreten ist. Die Titel des Online-Netzwerks geben 2,0 Prozent nach.

Aus den Depots fliegen auch Aktien von Tesla, sie rutschen um 4,0 Prozent ab. Die Analysten von Loup Ventures rechnen damit, dass Tesla wegen des neuen Elektroautos Model Y in diesem Jahr eine Kapitalerhöhung braucht. Seit Jahresbeginn haben die Aktien des E-Auto-Bauers mehr als 13 Prozent verloren.

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15:00

Die Swiss-Re-Aktie ist erstmals seit 2007 wieder über 100 Franken wert. Sie steigt um 1 Prozent auf 100,30 Franken.

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11:40

Die Schweizer Börse tritt zum Wochenschluss auf der Stelle. Es sind die Grossbankenaktien und defensive Papiere, die die Indizes zurückbinden. Der SMI notiert gegen 11.10 Uhr 0,1 Prozent tiefer bei 9472 Punkten. Während der 30 Aktien umfassende SLI um 0,1 Prozent auf 1463 Punkte steigt, gibt der breite SPI um 0,1 Prozent auf 11'213 nach.

Die Grossbankenaktien UBS (-0,7%) und Credit Suisse (-0,5%) notieren tiefer und sind mit für die verhaltene Entwicklung des SMI verantwortlich.

Wenig gefragt sind auch die defensiven Schwergewichte Roche (-0,7%), Novartis (-0,1%) und Nestlé (-0,7%).

Die Gewinnerliste wird von zyklischeren Valoren besetzt. Allen voran die volatilen Papiere des Chipherstellers AMS ziehen um 2,7 Prozent an. Dahinter folgen die Aktien des Reisedetailhändlers Dufry (+2,6%).

Am breiten Markt fallen die Aktien von U-Blox mit einem Kursplus von 1,5 Prozent auf. Der Spezialchiphersteller hat im vergangenen Jahr zwar einen Gewinnrückgang verzeichnet. Nach Ansicht von Analysten könnte die Firma im Vorjahr den Tiefpunkt durchschritten haben. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht am Mittag.)

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11:30

"Tesla ist für Anleger eine Glaubensfrage und kein vernünftiges Investment", sagt Jacques E. Stauffer, Gründungspartner und CEO beim Vermögensverwalter Parsumo Capital. Im Interview mit handelszeitung.ch äussert er sich auch zum Verlauf des SMI in diesem Jahr. 

Nach der Vorstellung des Model Y herrscht bei Tesla-Aktionären übrigens Skepsis. Die Aktien verlieren im vorbörslichen US-Handel 3,4 Prozent auf 280 Dollar. Die Analysten von Loup Ventures rechnen damit, dass Tesla wegen des neuen Elektroautos 2019 eine Kapitalerhöhung braucht. Seit Jahresbeginn haben Tesla-Aktien 13 Prozent verloren.

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09:15

Der SMI steigt nach Börsenstart leicht um 0,1 Prozent auf 9489 Punkte. Novartis mit einem Plus von 0,2 Prozent stützt den Index, wobei die SMI-Titel generell in einer geringen Bandbreite schwanken. Nach Ansicht von Händlern dürfte der grosse Eurex-Verfall die Kurse zunächst stützen. "Wie es dann in der kommenden Woche weitergeht, bleibt abzuwarten", sagte ein Händler. Am grossen Eurex-Verfall, dem Hexensabbat, laufen Options- und Futures-Kontrakte auf Indizes und Aktien aus. Dabei kommt es bei grossen Umsätzen zu heftigen Kursausschlägen.

Die Vorgaben aus den Ausland sind uneinheitlich. Während die Wall Street am Donnerstag wegen enttäuschender Konjunkturdaten am Vortag anfängliche Gewinne wieder abgegeben hat, ziehen die Notierungen in Asien mehrheitlich an. Nach wie vor ein Thema ist der Brexit. Nach dem Votum des britischen Parlaments für eine Verschiebung des EU-Austritts hofft Premierministerin Theresa May nun auf einen Erfolg für ihr Brexit-Abkommen im dritten Anlauf. Schon kommende Woche sollen die Abgeordneten in London erneut über den Deal abstimmen.

"Das ist nach der gestrigen Abstimmung im britischen Unterhaus erneut eine gute Nachricht", kommentiert Thomas Gitzel von der VP Bank. "Das Spektakel findet seine Fortsetzung." Ein Austritt aus der EU sei äusserst schwierig, selbst für ein Land, das eigentlich aussteigen möchte. Ein weicher Brexit sei am Ende der einzig gangbare Weg, so Gitzel.

UBS-Aktie sinkt nach Gewinnkorrektur und Ausblick

Die Aktie der UBS (-0,9 Prozent) gibt nach. Die Grossbank hat wegen nochmals erhöhter Rückstellungen für Rechtsfälle und regulatorische Angelegenheiten die Gewinnzahlen nach unten revidiert. Wie die Bank am Freitag mitteilte, sanken der Rein- bzw. der Vorsteuergewinn für das Gesamtjahr 2018 deshalb um 382 Millionen Dollar. Der Gewinn pro Aktie reduzierte sich derweil um 0,10 bzw. 0,09 Dollar. Zudem äusserte sich die Grossbank in ihrem Geschäftsbericht 2018 für die Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr vorsichtig. Trotz der Erholung der Aktienmärkte seien die Kunden im bisherigen Verlauf des ersten Quartals vorsichtig, hiess es.

Am breiten Markt steigen die Aktien von U-blox (+2,5 Prozent) deutlich an. Dies, obwohl der Spezialchip-Hersteller hat im vergangenen Jahr einen Gewinnrückgang um ein Viertel auf 38,5 Millionen Franken verzeichnet hat. Ein Grund dafür seien die geringeren Bestellungen durch Kunden in Asien. U-Blox hat die Erwartungen der Finanzgemeinde leicht verfehlt.

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08:10

Der SMI wird im vorbörslichen Handel um 0,02 Prozent höher geschätzt. Die Aktien von Adecco steigen mit 0,13 Prozent am höchsten. Einzige Verliererin ist die UBS-Aktie. Sie fällt 0,89 Prozent. Grund ist die Erhöhung der Rückstellungen.

Am breiten Markt fällt die Aktie von U-Blox um 1,4 Prozent. Der Halbleiterhersteller hat im vergangenen Jahr einen markanten Gewinnrückgang erlitten.

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07:50

Die Ölpreise sind am Freitag im frühen Handel leicht gestiegen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 67,37 Dollar. Das waren 14 Cent mehr als am Donnerstag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 11 Cent auf 58,72 Dollar.

Damit bewegen sich die Rohölpreise in der Nähe ihrer viermonatigen Höchststände. Erdöl profitiert derzeit von der Möglichkeit, dass das Ölkartell Opec und mit ihm verbündete Grossproduzenten ihre Förderkürzungen über die Jahresmitte hinaus verlängern könnten. Zu einem solchen Schritt scheint vor allem das mächtige Opec-Land Saudi-Arabien bereit. Die Position des Nicht-Opec-Staats Russland, das im Opec-Plus-Verbund mit dem Ölkartell verbunden ist, ist zu dieser Frage offen.

An diesem Wochenende treffen sich die Opec-Plus-Staaten in Aserbaidschan, um die Umsetzung ihrer Kürzungsstrategie zu überprüfen. Diese Treffen finden regelmässig statt. Beobachter halten es für denkbar, dass dabei auch für das Vorgehen im weiteren Jahresverlauf gesprochen wird.

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07:30

Die Möglichkeit eines geordneten Brexits hat die Staatsanleihen aus den Kernländern des Euroraums am Donnerstag etwas an Sicherheitsprämie einbüssen lassen. Wobei ein Anstieg der Rendite 10-jähriger Bunds um zwei Basispunkte auf eine Rendite von rund 0,08 Prozent Beleg für die anhaltende Vorsicht ist. Letztlich liegt die Inflationsrate damit weiterhin nur knapp über der Nulllinie und verharrt in Reichweite ihrer Jahrestiefstände. Positiv auf die jüngsten Brexit-Entwicklungen haben die irischen Staatsanleihen reagiert, deren Renditen gerade ab den mittleren Laufzeiten besonders deutlich angezogen sind.

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06:15

Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans notierte 0,5 Prozent fester. In Tokio legte der Leitindex Nikkei der 225 führenden japanischen Werte ein Prozent zu.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor Neuigkeiten zum Handelsstreit mit China angekündigt. Die Verhandlungen liefen gut: "Wir bekommen, was wir bekommen müssen, und ich denke wir bekommen es relativ schnell." Auch aus China kamen positive Signale: der stellvertretende Ministerpräsident Liu He habe mit US-Finanzminister Steven Mnuchin und dem Handelsbeauftragten Robert Lighthizer telefoniert, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua. Beide Seiten hätten weitere substanzielle Fortschritte gemacht.

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06:10

Der Franken notiert stabil zum Euro bei 1,1348. Zum Dollar steht der Franken leicht stärker da, bei 1,0028.

(cash/AWP/Reuters)