+++Börsen-Ticker+++ - US-Börse: Caterpillar und Nvidia verhageln Wochenstart

Der Start in die neue Börsenwoche an der Wall Street ist misslungen.
28.01.2019 22:35
Eine Baumaschine von Caterpillar.
Eine Baumaschine von Caterpillar.
Bild: Bloomberg

22:30

Der US-Leitindex Dow Jones Industrial fiel um 0,84 Prozent auf 24 528,22 Punkte.

"Die enttäuschenden Zahlen von Caterpillar und Nvidia untermauern die Ansicht, dass Chinas Wirtschaft sich abschwächt", sagte Analyst David Madden vom Broker CMC Markets. Angesichts dieser Hiobsbotschaften und auch mit Blick auf den US-chinesischen Handelszwist seien Aktienhändler "wieder etwas nervös geworden". Im weiteren Verlauf der Woche wollen beide Länder die Handelsgespräche fortsetzen.

Der marktbreite S&P 500 gab am Montag um 0,78 Prozent auf 2643,85 Punkte nach. Der technologielastige Nasdaq 100 büsste 1,33 Prozent auf 6697,09 Zähler ein.

Caterpillar enttäuschte mit den jüngsten Quartalszahlen und dem Geschäftsausblick für das laufende Jahr. Der Aktienkurs sackte um mehr als 9 Prozent ab und lag abgeschlagen am Ende des Dow. Vor allem im Geschäft mit Fahrzeugen und Anlagen für den Bergbau habe die Dynamik beim Umsatz zuletzt deutlich nachgelassen, sagte Analystin Ann Duignan von JPMorgan.

Die Papiere des Chip-Experten Nvidia brachen sogar um fast 14 Prozent ein. Auch hier hatte eine schwächere Nachfrage in China auf den Umsatz im Weihnachtsquartal gedrückt. Das Ausmass der Enttäuschung deute auf eine bemerkenswerte Verlangsamung im Geschäft mit Datencentern hin, sagte Analyst Mitch Steves von der Bank RBC.

Der vorläufige Kompromiss im US-Haushaltsstreit zwischen Präsident Donald Trump und den Demokraten im Repräsentantenhaus schafft derweil nach Aussage von Thomas Altmann, Analyst bei QC Partners, für die Anleger keine neue Gewissheit, sondern verlängert nur die Unsicherheit. Derzeit sehe das Ganze eher nach einer Vertagung als nach einer Einigung aus. Ein erneuter "Shutddown" in knapp drei Wochen sollte daher niemanden überraschen.

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17:30

Die Schweizer Börse hat ihre Talfahrt am Montag fortgesetzt. Händler erklärten, die Furcht vor einer Abkühlung der Weltwirtschaft habe auf die Stimmung der Anleger gedrückt.  Der SMI sinkt um 0,7 Prozent auf 8858 Punkte. Der Leitindex verzeichnet damit den sechsten Verlusttag in Folge.

Neue Nahrung erhielten die Konjunktursorgen der Anleger von den US-Konzernen Caterpillar und Nvidia, die ihre enttäuschenden Ergebnisse mit der nachlassenden Nachfrage aus der bisherigen Wirtschafts-Wachstumslokomotive China begründeten. Auch in der Schweiz standen deshalb die Aktien von zyklischen Unternehmen weit oben auf den Verkaufszetteln. Der Luxusgüterhersteller Richemont und der Bauchemiekonzern Sika gaben 0,9 und 0,4 Prozent nach. Grösster Verlierer unter den Standardwerten war Lonza mit einem Minus von 2 Prozent. Zusätzlich zu den Konjunktursorgen lastete auch eine Verkaufsempfehlung von Berenberg auf den Titeln des Elektrotechnikkonzerns.

Zu den wenigen Gewinnern zählte Swisscom mit einem Kursplus von 0,6 Prozent.

Am breiten Markt stiegen die Titel von Ceva Logistics um 0,5 Prozent auf 30 Franken. Der französische Schifffahrtskonzern CMA CGM hat sein Übernahmeangebot für den Logistikkonzern veröffentlicht. Die Franzosen bieten 30 Franken je Aktie.

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17:14

Die Ölpreise haben am Montag anfängliche Verluste ausgeweitet. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 60,09 US-Dollar. Das waren 1,57 Dollar weniger als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 1,84 Dollar auf 51,85 Dollar.

Händler verwiesen auf die zunehmenden Sorgen um die Weltwirtschaft. Schwache Unternehmensdaten aus den USA verstärkten die Unsicherheit. Auch die Aktienmärkte gerieten unter Druck. Eine schwächere Weltwirtschaft würde auch die Nachfrage nach Rohöl dämpfen.

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16:47

Die grundsätzlich optimistische Einschätzung der europäischen Konjunktur durch EZB-Chef Mario Draghi hilft dem Euro. Die Währung verteuert sich auf 1,1438 von zuvor 1,1404 Dollar. Draghi habe im Rahmen seiner Anhörung vor dem EU-Parlament keine Signale gegeben, dass Risiken wie der Zollstreit oder der Brexit bislang Konsequenzen für die EZB-Geldpolitik hätten, sagt Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen.

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16:00

Aus Enttäuschung über die Bilanzen von Grosskonzernen wie Caterpillar ziehen sich Anleger aus US-Aktien zurück.  Die Indizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 verloren zur Eröffnung am Montag bis zu 1,5 Prozent.

Da Caterpillar das schwächelnde China-Geschäft für das unerwartet niedrige Quartalsergebnis verantwortlich mache, dürften andere Firmen dem Beispiel folgen, sagte Peter Cardillo, Chefökonom des Vermögensberaters Spartan. Insgesamt sei die Bilanzsaison bislang nicht allzu schlecht verlaufen. Vor dem Hintergrund des anhaltenden Zollstreits schenkten Investoren Aussagen von Firmen mit einem grossen China-Geschäft besondere Aufmerksamkeit. Die Aktien von Caterpillar rutschten um 7,8 Prozent ab.

Die Papiere von Nvidia brachen sogar um gut 14 Prozent ein. Der Spezialist für Grafikkarten-Chips machte ersten Berechnungen zufolge im abgelaufenen Quartal einen Umsatz von 2,2 statt der zuvor in Aussicht gestellten 2,7 Milliarden Dollar. Auch Nvidia begründete das schwache Abschneiden mit einer geringeren Nachfrage aus China.

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15:24

Bitcoin geht wieder auf Talfahrt. Der Kurs der Cyber-Devise fällt um knapp sechs Prozent auf ein Sechs-Wochen-Tief von 3349,60 Dollar. Schwindende Hoffnungen auf die baldige Zulassung eines Bitcoin-ETFs lasteten auf der Stimmung, sagt Analyst Timo Emden von Emden Research. "Ein Rutsch unter die psychologische Marke von 3000 Dollar dürfte weiteren Verkaufsdruck auslösen."

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14:21

Enttäuschende Quartalszahlen und eine Prognose unterhalb der Erwartungen von Analysten drücken Caterpillar-Aktien im vorbörslichen US-Handel um fünf Prozent nach unten.

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13:15

Nach dem verheerenden Dammbruch in einer brasilianischen Eisenerz-Mine stürzen die Aktien der Betreiberfirma ab. Die in den USA notierten Papiere der Bergbaufirma Vale verlieren vorbörslich knapp 17 Prozent.

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12:14

Nach der Beilegung des Namensstreits um Mazedonien decken sich Anleger mit griechischen und mazedonischen Anleihen ein. Dies drückte die Rendite der zehnjährigen griechischen am Montag auf ein Vier-Monats-Tief von 4,068 Prozent. Die fünfjährigen Bonds rentierten mit 3,016 Prozent so niedrig wie zuletzt vor fünf Monaten. Die Rendite der bis 2021 laufenden mazedonischen Papiere hielt sich mit 1,557 Prozent in Reichweite ihres Vier-Monats-Tiefs vom Freitag.

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11:40

Der Swiss Market Index (SMI) steht gegen 11:40 Uhr 0,3 Prozent tiefer bei 8'898 Punkten.

Wie ein Händler kommentiert, sind es in dem aktuellen Marktumfeld eher die zahlreichen Analystenkommentare, die für Kursbewegung sorgen, als die eigentlichen Unternehmensnachrichten. Damit liegt er im Fall von ABB und Temenos richtig. Bei ABB (-2,0%) sorgte eine Verkaufsempfehlung von Berenberg für überdurchschnittliche Abgaben. Die Experten rechnen mit deutlich höheren Kosten und schwächeren Industriemärkten.

Die insgesamt recht volatilen AMS-Aktien fallen um 0,7 Prozent zurück - sie waren am Freitag mit einem Plus von annähernd 6 Prozent noch der grösste Gewinner unter den Blue Chips gewesen.

Es sind aber vor allem die Kursverluste der Schwergewichte Novartis (-0,7%) und Nestlé (-0,2%), die den Gesamtmarkt erneut belasten. Sie alleine kosten den Leitindex SMI 15 der insgesamt 22 Punkte, die er aktuell verliert.

Novartis und Roche (+0,2%) werden im Laufe der nächsten Tage über den Geschäftsverlauf 2018 berichten. Sie befinden sich mit den Kursverlusten in guter Gesellschaft, immerhin gehören Aktien aus der Gesundheitsbranche zusammen mit denen aus der Nahrungsmittelbranche zu den schwächsten Branchen.

Dies gilt auch für Bankaktien, die europaweit eher im hinteren Bereich notieren. Hierzulande fallen die Credit Suisse (-0,7%) und UBS (-0,5%) in etwa mit dem Markt.

Im breiten Markt präsentieren sich die Aktien von Ceva mit +0,7 Prozent kaum beeindruckt vom Angebotsprospekt, der der Grossaktionär CMA CGM für das öffentliche Übernahmeangebot zu 30 Franken pro Aktie publiziert hat.

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10:28

Vor der mit Spannung erwarteten Abstimmung über den neuen Brexit-Plan im britischen Unterhaus sind Pfund-Anleger in Deckung gegangen. Die britische Währung verbilligte sich am Montag um 0,3 Prozent auf 1,3130 Dollar. "Wer einfach nur darauf setzt, dass mit einer Verschiebung des Datums für Grossbritanniens Austritt aus der EU bis Ende 2019 alle Probleme gelöst sind, kann sich bös die Finger verbrennen", schrieb Analystin Antje Praefcke von der Commerzbank in einem Marktkommentar. Die jüngsten Gewinne beim Pfund sehe sie als gewagt an. Denn selbst wenn die Abgeordneten den "Plan B" von Premierministerin Theresa May abnickten, müsse schlussendlich alles noch von der EU genehmigt werden. Allein in der vergangenen Woche legte die britische Währung im Vergleich zum Dollar um 2,5 Prozent zu. Es war der grösste Wochengewinn seit Mitte September.

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10:12

Die Aktien von ABB gehören am Montag im frühen Geschäft zu den schwächsten unter den hiesigen Bluechips. Belastet wird der Titel insbesondere von einer Abstufung durch die Bank Berenberg auf "Sell", verbunden mit einer Kurszielsenkung.

Bis um 09.55 Uhr fallen ABB um 1,7 Prozent auf 19,03 Franken zurück. Gehandelt sind bereits gut 1,4 Millionen Aktien und damit etwa ein Fünftel eines durchschnittlichen Handelstages. Der Gesamtmarkt (SMI) steht 0,55 Prozent tiefer.

Die Bank verweist in einer Neueinschätzung der Aktie auf substantiell höhere Kosten und sich abschwächende Industriemärkte. Ausserdem geht sie davon aus, dass ABB in den Bereichen Nieder- und Mittelspannung sowie Prozessautomation Marktanteile verliert, wie sie in einer Ende vergangener Woche publizierten Studie schreibt. Sie reduziert deshalb die Erwartungen für den Gewinn je Aktie in den kommenden Jahren um 26 bis 31 Prozent.

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09:10

Der Swiss Market Index notiert zu Handelsbeginn 0,5 Prozent tiefer bei 8877 Punkten. Alle 20 SMI-Werte ausser Swisscom und UBS (je plus 0,2 Prozent) geben nach. Dies dürfte nicht zuletzt an den eher gemischten Vorgaben aus Übersee liegen. Denn während das vorläufige Ende des Regierungs-Shutdowns in den USA die Börsen dort am Freitag noch gestützt hatte, sind die Märkte Asien dieser Vorgabe nicht gefolgt.

Im Handel wird dies vor allem mit der Unsicherheit vor den diese Woche stattfindenden weiteren Gesprächen mit China über die Handelsbeziehungen zwischen den beiden Wirtschaftsmächten begründet. Immerhin kamen aus den USA zuletzt unterschiedliche Einschätzungen über die Fortschritte, die bislang zwischen den beiden Parteien erzielt wurden. Darüber hinaus ist derzeit noch unklar, wann die zahlreichen US-Wirtschaftszahlen nachgereicht werden, die wegen der teilweisen Verwaltungsschliessung auf Bundesebene verschoben wurden.

Deutliche Spuren hinterlassen Analystenkommentare bei ABB (-2 Prozent). Hier lautet die neue Einschätzung der Berenberg-Experten "Sell" bei einem auf 17,50 Franken gekappten Kursziel. Die Experten begründen dies mit deutlich höheren Kosten und schwächeren Industriemärkten, die sie in ihre Berechnungen nun einfliessen lassen.

Im Wochenverlauf nimmt die Berichtssaison Fahrt auf. Dabei stehen dann mit Novartis (-0,7 Prozent), Roche (-0,1 Prozent) und Lonza (-0,5 Prozent) vor allem die Pharma- und Gesundheitsbranche im Fokus. Roche-Genussscheine wurden am Morgen zudem von der Credit Suisse auf Neutral hochgestuft. Die Experten sehen vor allem im Markt der frühen Krebsbehandlung gute Chancen.

Bei Logitech (+2 Prozent) dagegen sorgt eine Hochstufung für Kursgewinne. So empfehlen die Experten von Goldman Sachs Logitech neu zum Kauf und verweisen auf die anhaltend positiven Trends in den Bereichen Gaming und Video-Kollaboration.

Bei Schindler (Aktie unverändert) zeigen sich die Experten der HSBC mit einem um zwei Stufen erhöhten Buy-Rating ebenfalls sehr zuversichtlich. Sie sehen die jüngsten Kursverluste als eine attraktive Einstiegsgelegenheit.

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08:05

Der Swiss Market Index wird im vorbörslichen Handel 0,4 Prozent tiefer geschätzt. Der SMI-Future gab 0,7 Prozent nach auf 8790 Punkte. Am Freitag hatte der Leitindex 0,2 Prozent nachgegeben.

Viele Investoren würden sich angesichts diverser Unsicherheitsfaktoren wie dem Brexit und dem Handelskonflikt zurückhalten, sagten Händler. In Asien hatte der Nikkei-Index zuvor nachgegeben.

Die grössten Abschläge im SMI verzeichnet nach einer Herunterstufung die Aktie von ABB mit minus 1,3 Prozent. Die Logitech-Scheine legten hingegen nach einer Kaufempfehlung von Goldman Sachs 1,4 Prozent zu.

Die Titel von Ceva Logistics gaben vorbörslich 0,5 Prozent nach. Das Übernahmeangebot des französischen Schifffahrtskonzerns CMA CGM für den Schweizer Logistikkonzern läuft bis 12. März. Der Ceva-Verwaltungsrat empfiehlt den Aktionären, das Übernahmeangebot nicht anzunehmen. 

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Die Ölpreise sind am Montag mit moderaten Verlusten in die neue Handelswoche gestartet. Händler nannten Zahlen zu den aktiven Bohrlöchern in den USA als Belastungsgrund. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 60,91 US-Dollar. Das waren 73 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 67 Cent auf 53,02 Dollar.

Für Belastung sorgten Daten des amerikanischen Öldienstleisters Baker Hughes. Demnach ist die Zahl der aktiven Ölfelder in den USA zuletzt gestiegen. Die Angaben werden am Rohölmarkt genau verfolgt, weil die Vereinigten Staaten neben dem Ölkartell Opec und Russland zur dritten Erdöl-Grossmacht aufgestiegen sind. In absehbarer Zeit wird erwartet, dass sich die USA autark mit Rohöl versorgen können und sogar Netto-Exporteur werden könnten.

Gestützt werden die Rohölpreise dagegen durch die politische Krise in Venezuela. Dort tobt ein Machtkampf zwischen Präsident Nicolas Maduro und Parlamentspräsident Juan Guaido, der sich vergangene Woche zum Interimspräsidenten ernannt hatte. Zwar ist die Förderung des ölreichen Landes in den vergangenen Jahren infolge der Wirtschaftskrise massiv gefallen. Eine Eskalation des Machtkampfs könnte die Produktion aber zusätzlich reduzieren und damit auch das weltweite Angebot verknappen.

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05:33

Der Leitindex Nikkei der 225 führenden Werte gibt um 0,3 Prozent auf 20'708 Punkte nach. Der breiter aufgestellte Topix-Index verliert ebenfalls 0,3 Prozent auf 1561 Zähler. "Die Märkte mögen die starke Landeswährung nicht, besonders zu einem Zeitpunkt, zu dem sie auf die Quartalszahlen währungssensibler Unternehmen warten", sagte Investmentstratege Hiroyuki Fukunaga.

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05:30

Der Euro notiert im fernöstlichen Handel zum Franken geringfügig tiefer bei 1,1331. Der Dollar steht bei 99,19 Rappen.

(cash/AWP/Reuters)