+++Börsen-Ticker+++ - US-Börsen: Anleger schöpfen vor dem Wochenende Zuversicht

An der Wall Street sind die Anleger mit einer positiven Grundstimmung ins Wochenende gegangen. Gefragt waren am Freitag insbesondere die konjunktursensiblen Technologiewerte.
25.01.2019 22:37
Trader an der Börse in New York.
Trader an der Börse in New York.
Bild: Bloomberg

22:30

Der US-Leitindex Dow Jones Industrial stieg um 0,75 Prozent auf 24 737,20 Punkte. Am Donnerstag und vor allem an Dienstag war die jüngste Erholung noch ins Stocken geraten. Auf Wochensicht ergibt sich damit ein Plus von 0,12 Prozent. Der marktbreite S&P 500 zog am Freitag um 0,85 Prozent auf 2664,76 Punkte an. Der technologielastige Nasdaq 100 gewann 1,27 Prozent auf 6787,37 Zähler.

Die Experten der Bank JPMorgan rückten auch Aktienrückkäufe als kurs- und marktstützend in den Fokus. In dem von Unsicherheiten geprägten Klima seien Aktienrückkäufe zunehmend wichtiger geworden und auch im vierten Quartal 2018 sehr stark gewesen. Dieser robuste Trend dürfte sich ihrer Ansicht nach auch 2019 fortsetzen.

Wenig Beachtung fand derweil, dass US-Präsident Donald Trump fünf Wochen nach Beginn des "Shutdowns" einen Durchbruch in dem erbitterten Haushaltsstreit mit den Demokraten verkündet hatte. Beide Seiten einigten sich auf eine Übergangsfinanzierung für die stillgelegten Teile der Regierung bis zum 15. Februar. In dieser Zeit soll über Massnahmen zur Grenzsicherung beraten werden. Trump drohte mit einem erneuten "Shutdown", sollte dabei die Mauer nicht finanziert werden.

Bei den Einzelwerten sackten die Aktien von Intel um 5,47 Prozent ab und waren damit das klare Schlusslicht im Dow. Mehrere Analysten hatten nach den schwachen Quartalszahlen am Vorabend ihre Kursziele gesenkt.

Die Aktien des iPhone-Herstellers Apple waren mit einem Plus von gut 3 Prozent der Favorit im US-Leitindex. Den zweiten Platz sicherten sich die Anteilscheine des Baumaschinenherstellers Caterpillar mit einem Gewinn in ähnlicher Grössenordnung.

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18:00

Nach vier Tagen mit Kursverlusten hat die Schweizer Börse am Freitag erneut tiefer geschlossen.  Die Einbussen hielten sich jedoch wie bereits in den Vortagen in Grenzen und waren vor allem Abschlägen bei den Indexschwergewichten geschuldet. Der Leitindex SMI schloss knapp 0,2 Prozent im Minus bei 8922 Zählern. Auf Wochensicht hat der Index damit gut ein Prozent an Wert verloren.

Die grössten Verluste gab es bei Givaudan mit Minus 3,7 Prozent. Der Gewinn des Aromen-Herstellers sank 2018 unter anderem wegen Wechselkursverlusten und höheren Steuern auf 663 Millionen Franken und verfehlte damit die Erwartungen der Anleger. Der Uhrenriese Swatch und der Lebensversicherer Swiss Life litten unter Analysten-Rückstufungen und schlossen ebenfalls schwächer.

Bei den Pharmawerten gaben Novartis knapp ein Prozent nach. Der Konzern stockt angesichts des steigenden Risikos eines ungeordneten Brexits seine Lagerbestände in Großbritannien auf und warnt vor Medikamenten-Engpässen. Die Konkurrentin Roche verlor ebenfalls an Wert.

Gesucht waren baunahe Werte. Die Aktien des Zementriesen LafargeHolcim gewannen 2,4 Prozent. Die Papiere des Sanitärtechnikkonzerns Geberit und des Bauchemieunternehmens Sika verteuerten sich um knapp ein Prozent.

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16:00

Ermutigende Firmenbilanzen haben Anleger an der Wall Street zum Wochenschluss angelockt.  Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte im frühen Handel 0,8 Prozent auf 24.742 Zähler zu. Der breiter gefasste S&P 500 und der Index der Technologiebörse Nasdaq gewannen jeweils 0,7 Prozent auf 2660 und 7124 Punkte.

Zur positiven Stimmung trugen auch Spekulationen auf ein nahendes Ende des Regierungsstillstandes bei. Offenbar suche der Senat nun nach Lösungen, sagten Börsianer. Seit 34 Tagen sind grosse Teile der US-Bundesbehörden lahmgelegt, weil kein Geld mehr an sie fliesst.

Bei den Unternehmen überzeugten vor allem Geschäftszahlen der Kaffeehaus-Kette Starbucks. Der Umsatz stieg im abgelaufenen Geschäftsquartal um neun Prozent auf 6,63 Milliarden Dollar. Die Aktien gewannen 3,5 Prozent.

Aktien von Intel drückte hingegen ein mauer Ausblick des weltgrössten Chipherstellers für das laufende Quartal. Die Papiere verloren mehr als sechs Prozent.

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14:15

Die für den Verlauf des Nachmittags an diesem Freitag angekündigten US-Konjunkturdaten wurden wegen der teilweisen Schliessung von Regierungsbehörden in den USA kurzfristig verschoben. Betroffen sind die angkündigten Kennzahlen für den Auftragseingang langfristiger Güter im Dezember und für den Verkauf von neuen Häusern im Dezember.

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11:45

Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Freitagvormittag unentschlossen und bleibt auf Richtungssuche, aktuell wieder mit einer leicht positiven Tendenz.  Der Swiss Market Index (SMI) steht um 11.05 Uhr 0,15 Prozent höher bei 8'950,67 Punkten.

Dominant bleibt zum Wochenschluss das Thema Brexit. Nach einem Bericht in der britischen Presse über eine mögliche Kompromissbereitschaft der nordirischen Partei DUP sind die Hoffnungen auf einen wenigstens geordneten Brexit-Deal wieder gestiegen. Auf der anderen Seite meinte ein Marktteilnehmer aber auch, dass die Wahrscheinlichkeit eines Brexits "stündlich sinke". So könne der Brexit nach hinten verschoben und danach gar ganz fallen gelassen werden. Keine Impulse kamen vom deutschen Ifo-Index, der sich zu Jahresbeginn weiter verschlechtert hat und auf ein neues Dreijahrestief gefallen ist.

Grösste Verlierer sind weiterhin Givaudan (-3,7%). Die Genfer sind 2018 zwar weiter gewachsen, mussten aber einen deutlichen Gewinnrückgang hinnehmen. Dahinter büssen Adecco (-2,0%) am meisten ein, dies nach einer Abstufung durch Oddo BHF auf "Reduce".

Gebremst wird der Gesamtmarkt von den lethargischen Schwergewichten. Novartis (-0,2%) stehen knapp im Minus, Nestlé verändern sich kaum und Roche (+0,4%) verzeichnen ein leichtes Plus.

Die Mehrheit der wichtigsten Schweizer Aktien legt aber zu, allen voran LafargeHolcim (+2,5%).

Die Techwerte Logitech (+1,9%), AMS (+1,3%) und etwas moderater auch Temenos (+0,7%) erhalten von der guten Entwicklung der Peer-Aktien in New York am Vorabend etwas Unterstützung.

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10:00

Enttäuschende Geschäftszahlen lösen einen Ausverkauf von IQE-Aktien aus. Die Papiere des britischen Chip-Herstellers und Apple-Zulieferers fielen am Freitag in London um 13 Prozent.

Ersten Berechnungen zufolge machte die Firma 2018 einen Umsatz von umgerechnet mindestens 138 Millionen Euro und einen Gewinn von 24,3 Millionen Euro. Die Zahlen wurden mit Enttäuschung aufgenommen. Die Analysten des Brokerhauses Peel Hunt erklärten, sie seien schlechter als erwarte. An den Zielen für 2019 hält IQE allerdings fest.

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09:50

Ein Umsatzrückgang schickt Vodafone auf Talfahrt. Die Aktien fallen um 2,7 Prozent und sind mit 140 Pence so billig wie zuletzt vor achteinhalb Jahren. Vor allem in den Schwellenländern, aber auch in Deutschland schwächele das Geschäft, schreibt Analyst Jerry Dells von der Investmentbank Jefferies.

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09:30

Die implizite Volatilität des Pfund Sterling fällt auf den tiefsten Stand seit zwei Monaten. Hintergrund ist Experten zufolge ein Zeitungsbericht, wonach die nordirische Partei DUP nun doch bereit ist, unter bestimmten Bedingungen die Brexit-Pläne von Theresa May zu unterstützen.

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09:10

Ein geringer als befürchtet ausgefallener Verlust beflügelt Ericsson. Die Aktien steigen zur Eröffnung in Stockholm um 4,6 Prozent.

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09:08

Zum Wochenabschluss startet der SMI höher in den Handel. Nach vier Tagen stetiger aber insgesamt geringer Verluste sucht der Leitindex also wieder den Weg nach oben.  Der Swiss Market Index (SMI) legt unmittelbar nach Börseneröffnung um 0,4 Prozent auf 8972 Prozent zu.

Givaudan geben gegen den freundlichen Gesamttrend 4,0 Prozent nach. Der Riechstoff- und Aromenhersteller hat am Morgen die Zahlen zum Geschäftsjahr 2018 vorgelegt. Mit dem Umsatz wurden die Erwartungen zwar in etwa erfüllt, steigende Rohstoffkosten und Wechselkursverluste drückten aber auf die Profitabilität und bescherten den Genfern einen Gewinnrückgang. So ging der Reingewinn um beinahe 8 Prozent auf 663 Millionen Franken zurück. Das ist deutlich weniger als Analysten erwartet hatten.

Jeweils nach Abstufungen büssen auch Adecco (-1,4 Prozent), SGS (-0,5 Prozent), Swiss Life (-0,6 Prozent) und Swatch (-0,1 Prozent) mehr oder weniger an Terrain ein.

Relativ deutlich zulegen können hingegen Richemont, Geberit und Lonza (alle je +1,2 Prozent).

Im breiten Markt stehen nach Zahlen CFT (+1,9 Prozent), HBM Healthcare (+0,5 Prozent), SFS (+0,4 Prozent) und Starrag (-1,2 Prozent) etwas im Fokus.

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08:35

Kursgewinne der US-Chipbranche haben auch der japanischen Konkurrenz Auftrieb verliehen und die Tokioter Börse am Freitag angeschoben. Der Leitindex Nikkei kletterte um ein Prozent auf 20.773 Punkte und damit auf den höchsten Schlusskurs seit kurz vor Weihnachten.

Am Donnerstag hatten die Aktien von US-Chipherstellern wie Texas Instruments deutlich zugelegt. Der Rivale Intel enttäuschte seine Anleger jedoch später mit einer mauen Prognose, die Aktien gaben im nachbörslichen Handel an der Wall Street fast acht Prozent ab. Im Blick behielten Anleger weiterhin auch den Handelsstreit zwischen den USA und China. Spekulationen auf eine noch länger dauernde Hängepartie in dem bereits seit Monaten schwelenden Konflikt um höhere Importzölle drückten auf die Stimmung.

In China legten die Aktienmärkte dennoch zu, der Index in Shanghai rückte 0,4 Prozent vor. Der Blue-Chips-Index CSI300 gewann knapp ein Prozent. In Tokio standen die Aktien von Nissan im Blickpunkt. Sie stiegen um 2,5 Prozent, nachdem der bisherige Michelin-Chef Jean-Dominique Senard zum neuen Chef beim Nissan-Partner Renault ernannt worden war. Er folgt auf Carlos Ghosn, der in Japan in Haft sitzt wegen des Vorwurfs des finanziellen Fehlverhaltens bei Nissan. Der japanische Autobauer hatte sich bereits von dem Manager getrennt. 

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08:10

Der Swiss Market Index (SMI) legt in der von Julius Bär berechneten Vorbörse um 0,2 Prozent zu. Im gestrigen Handel gab er 0,22 Prozent auf 8937 Punkte nach.

Nach eher enttäuschenden Zahlen gibt Givaudan 0,7 Prozent nach. Ebenfalls im Minus sind vorbörslich die Titel von SGS (-1,3 Prozent), Swatch (-1,2 Prozent), Geberit (-0,7 Prozent), Swiss Life (-0,6 Prozent) und Adecco (-0,2 Prozent). 

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06:35

Der Leitindex kletterte um ein Prozent auf rund 20.800 Punkte. Bereits am Donnerstag hatten Chipwerte zugelegt ermutigt von den Ergebnissen unter anderem von Texas Instruments und Xilinx. Inmitten der Ängste vor einem weltweiten Konjunkturabschwung sei die Erholung des Chipsektors ein Silberstreif am Horizont, sagte Marktstratege Shogo Maekawa von JPMorgan Asset Management. Die Anleger behielten aber weiterhin den Handelsstreit zwischen den USA und China im Blick.

Abgesehen vom Chipsektor legten die Papiere von Nissan Motor um 2,6 Prozent zu, nachdem der bisherige Michelin-Chef Jean-Dominique Senard zum neuen Renault-Chef ernannt worden war. Er folgt auf Carlos Ghosn, der in Japan in Haft sitzt wegen des Vorwurfs des finanziellen Fehlverhaltens bei dem Renault-Partner Nissan.

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06:30

Die angespannte Lage in Venezuela hat am Freitag für einen Anstieg der Ölpreise gesorgt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent verteuerte sich um 61 Cent auf 61,70 Dollar. Der Preis für US-Leichtöl WTI kletterte um 63 Cent auf 53,76 Dollar je Barrel.

In Venezuela hatte sich Oppositionsführer Juan Guaido zum Präsidenten erklärt und damit Staatschef Nicolas Maduro offen herausgefordert. Die USA erkannten Guaido umgehend als legitimen Präsidenten an. Die angespannte politische Lage in Venezuela schürte am Markt Sorgen, dass die Ölexporte des Landes bald unterbrochen werden könnten.

(cash/AWP/Reuters)