+++Börsen-Ticker+++ - US-Börsen geben zwischenzeitliche Gewinne wieder ab

Die Wall Street hat auf die Aussage des geschassten FBI-Chefs James Comey erleichtert reagiert. Der Dow Jones drehte bei der Aussage Comeys vor einem Senatsausschuss ins Plus, gab später die Gewinne allerdings wieder ab.
08.06.2017 22:30
Grosse Aufregung, wenig Neues: An der Wall Street wurden die Aussagen des ehemaligen FBI-Chefs erleichtert zu Kenntnis genommen.
Grosse Aufregung, wenig Neues: An der Wall Street wurden die Aussagen des ehemaligen FBI-Chefs erleichtert zu Kenntnis genommen.
Bild: Pixabay

22:30

Die meisten Investoren gehen offenbar davon aus, dass die Regierungsarbeit von Präsident Donald Trump durch die Vernehmung nicht beeinträchtigt wird. Comey bezichtigte Trump zwar der Lüge, machte öffentlich aber keine Angaben dazu, ob der Republikaner in der Russland-Affäre die Justiz behindert haben könnte. Dies wäre ein schwerwiegender Vorwurf.

Der Dow Jones gab seine Gewinne wieder ab und schloss fast unverändert mit 21'182 Punkten. Der breiter aufgestellte S&P 500 verharrte bei 2433 Stellen. Dagegen rückte der Nasdaq-Index um 0,4 Prozent auf 6321 Zähler vor.

Wall-Street-Investoren blicken auch nach Grossbritannien, wo am Donnerstag das Parlament gewählt wurde. Eine erste Prognose wurde für 23.00 Uhr MESZ erwartet - zu spät für die US-Aktienmärkte, die um 22.00 Uhr den Handel beendeten.

Bei den Einzelwerten standen am Donnerstag Papiere des Onlinehändlers Alibaba im Mittelpunkt. Der Konzern begeisterte Aktionäre mit einer Umsatzprognose. Der Kurs stieg um mehr als 13 Prozent. Auch die Anteilscheine von Alibaba-Grossaktionär Yahoo legten zu: Das Plus betrug mehr als 10 Prozent.

Ebenfalls um mehr als 10 Prozent ging es für die Edelkaufhauskette Nordstrom nach oben. Hintergrund sind Erwägungen der Gründerfamilie, das Unternehmen wieder ganz in die eigenen Hände zu bringen und von der Börse zu nehmen.

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17:40

Die Schweizer Börse hat am Donnerstag gegen Börsenschluss deutlich  nachgegeben. Belastet wurde der Markt vor allem von Gewinnmitnahmen in den Aktien des Marktschwergewichts Nestlé. Der Zinsbeschluss der Europäischen Zentralbanken (EZB) sorgte kurzzeitig für einen volatilen Kursverlauf. Der SMI fällt um 0,7 Prozent auf 8812 Punkte. Die ist der tiefste Stand seit Ende April. Am Mittwoch war der Leitindex um 0,4 Prozent gefallen.

Starker Druck lastet auf den Aktien von Nestlé. Gewinnmitnahmen lassen den Lebensmittlerwert, der mit gut einem Fünftel im SMI gewichtet ist und der kürzlich noch auf ein Rekordhoch gestiegen war, um 2,2 Prozent absacken. "Die Gewinnmitnahmen erfassen nun auch noch den letzten Pfeiler, der bisher den Abgaben getrotzt hat", sagt ein Händler.

Die Aktien des Uhrenherstellers Swatch büssen ebenfalls 2,2 Prozent ein. Die Papiere von Mitbewerber Richemont verlieren 0,4 Prozent. Die drei Titel haben sich im laufenden Jahr überdurchschnittlich gut entwickelt.

Gefragt waren die Aktien zyklischer Firmen, die nach Ansicht von Händlern von den verbesserten Konjunkturaussichten profitierten. Gewinne verzeichnen die Aktien des Personalvermittlers Adecco, des Zementproduzenten Lafarge-Holcim und des Elektrotechnikkonzerns ABB mit Kurszuwächsen von 0,4 bis 1,2 Prozent Prozent.

Die Aktien der Banken Credit Suisse und UBS schwächen sich 0,3 und 0,8 Prozent ab. Die Credit Suisse hat die zweite milliardenschwere Kapitalerhöhung in nur eineinhalb Jahren unter Dach und Fach gebracht. Die zweitgrösste Schweizer Bank sammelte bei bestehenden und neuen Aktionären netto 4,1 Milliarden Franken ein.

Am breiten Markt schnellen die Aktien von Leclanché 7,6 Prozent hoch. Das Management des Batterieherstellers prüft mehrere Optionen zur Kapitalbeschaffung, darunter eine Aktienemission, eine Privatplatzierung und einen zusätzlichen Börsengang in den USA. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenkommentar zum Donnerstag.)

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15:45

Die US-Börsen sind nach dem Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) mit leichten Gewinnen in den Handel gestartet. Die Hüter des Euro beliessen den Leitzins für die Euro-Zone auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent, gaben am Donnerstag aber die Option auf noch niedrigere Zinsen auf. EZB-Chef Mario Draghi bezeichnete die Risiken für das Wachstum erstmals seit langem zudem als ausgeglichen. "Weltweit deutet vieles langfristig auf steigende Zinsen hin", sagte Mike Mattioli von Manulife Asset Management.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte eröffnete unverändert bei 21'174 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 stieg 0,1 Prozent auf 2435 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,2 Prozent auf 6312 Stellen.

Mit Spannung warteten die Investoren auf die Anhörung des geschassten FBI-Chefs James Comey vor dem US-Senat. In einer schon am Mittwochabend veröffentlichten schriftlichen Erklärung teilte Comey mit, US-Präsident Donald Trump habe von ihm verlangt, die Ermittlungen in der Russland-Affäre teilweise einzustellen. Die Hoffnung auf ein massives Konjunkturpaket hat seit dem Wahlsieg Trumps die Börsen beflügelt. Sollte Trump nun ernsthaft unter Druck geraten, könnte das die Börsen belasten.

Das dritte grosses Thema an der Börse ist die Wahl in Grossbritannien, wo Premierministerin Theresa May darauf hofft, ihre Mehrheit im Parlament ausbauen zu können. Die Wahllokale schliessen um 23.00 Uhr MESZ.

Yahoo-Aktien zogen um fast 9 Prozent an, nachdem die chinesische Alibaba-Gruppe für 2018 ein Umsatzplus von 45 bis 49 Prozent vorhergesagt hat. Zudem berichtete die Branchen-Website Recode über einen Abbau von 1000 Stellen bei dem fusionierten Geschäft von Yahoo und AOL.

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14:30

Die EZB belässt die Leitzinsen im Euro-Raum bei 0,0 Prozent und schliesst weitere Zinssenkungen vorerst aus. Die Börsen zeigen sich unbeeindruckt von diesem Schritt. Der Swiss Market Index notiert wie kurz vor der Bekanntgabe des EZB-Entscheids 0,3 Prozent tiefer. Adecco bleibt die beste SMI-Aktie mit einem Plus von 1 Prozent.

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13:30

Die Aussicht auf eine mögliche baldige Rettung angeschlagener Banken in Italien hat am Donnerstag den Anlegern Lust auf italienische Staatsanleihen und Finanzwerte gemacht. Die Kurse einiger Bankenwerte wie Unicredit und Intesa San Paolo legten um je mehr als zwei Prozent zu. Auch auf den Mailänder Gesamtmarkt hatten die Spekulationen eine positive Auswirkung: Der Leitindex stieg um 1,4 Prozent, während der EuroStoxx50 lediglich 0,6 Prozent höher lag. 

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12:45

Vor den möglicherweise marktbewegenden Ereignissen scheuten die Anleger wie schon zur Wochenmitte eine klare Positionierung, heisst es. Den Anfang macht demnächst EZB-Chef Draghi und die Frage, ob die Währungshüter heute erste vorsichtige Signale in Richtung Ende der ultralockeren Geldpolitik aussenden werden.

Der SMI notiert am Mittag bei 8879 Punkten praktisch unverändert. Der 30 Aktien umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt um 0,1% auf 1403 und der breite SPI steht bei 10'128 Zählern ebenfalls auf Vortagesniveau. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 11 im Minus, 16 im Plus und 3 unverändert.

Deutlich höher notieren Adecco mit einem Aufschlag von 1,3%. Der Personaldienstleister profitiert laut Marktbeobachtern von neuen Konjunkturdaten: Die Wirtschaft der Euro-Zone hat überraschend stark an Fahrt gewonnen. Auch andere Zykliker wie Aryzta (+0,4%), Lafarge-Holcim (+0,6%) oder ABB (+0,7%) legen bis zum Mittag zu.

Roche notieren 0,4% fester und erholen sich damit nur wenig von den jüngsten Rückschlägen. Novartis (+0,2%) profitieren derweil kaum von positiven Studiendaten zu seinem Produktkandidaten CTL019 in der Behandlung von Blutkrebs.

Nach oben geht es auch mit verschiedenen Finanzwerten wie Julius Bär (+0,8%), Partners Group (+0,6%) oder Swiss Life (+0,6%). Am anderen Ende des Spektrums stehen Swatch (-1,1%), Lindt&Sprüngli (-1,0%) und vor allem die schwergewichtigen Nestlé (-0,5%), die den SMI erheblich zurückbinden.

Im breiten Markt steht der Batterienhersteller Leclanché (+8,0%) im Fokus. Dieser verschiebt die ordentliche Generalversammlung auf ein noch unbestimmtes Datum im Juli. Als wichtigsten Grund nannte das Unternehmen das prall gefüllte Auftragsbuch, das eine Wachstumsfinanzierung bzw. eine Kapitalerhöhung erfordere. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht zum Mittag.)

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10:50

An der Schweizer Börse halten sich die Kursbewegungen am Donnerstagmorgen in engen Grenzen. Die Anleger wagen sich Händlern zufolge vor der Ratssitzung der EZB, der Anhörung des geschassten FBI-Chefs und den Unterhauswahlen in Grossbritannien nicht aus der Deckung. Der SMI steht bei 8868 Zählern praktisch unverändert. Am Mittwoch hatte sich der Leitindex um 0,4 Prozent abgeschwächt.

Nach Ansicht vieler Ökonomen könnte die EZB einen vorsichtigen Schritt in Richtung geldpolitischer Normalisierung wagen und ihre Konjunkturprognose anheben. An den Zinsen und den billionenschweren Anleihekäufen dürften die Währungshüter aber nicht rütteln. Die Entscheidung wird um 13.45 Uhr MESZ bekanntgegeben, die Medienkonferenz mit EZB-Chef Mario Draghi soll um 14.30 Uhr beginnen.

Die Standardwerte ziehen mehrheitlich leicht an. Belastet wird der Markt vor allem von Index-Schwergewicht Nestlé, wo die Anleger nach dem jüngsten Anstieg auf ein Rekordhoch ihre Gewinne einstreichen. Der Lebensmittelwert sinkt um 0,4 Prozent. Die Aktien des Uhrenherstellers Swatch büssen 0,9 Prozent ein und die des Pharmazulieferers Lonza werden um 0,2 Prozent tiefer bewertet.

Die grössten Gewinnern sind der Stellenvermittler Adecco mit einem Kursplus von 0,8 Prozent und die Privatbank Julius Bär, deren Aktien um 0,7 Prozent höher gehandelt werden. Die Aktien der Banken Credit Suisse schwächen sich um 0,4 Prozent ab, diejenigen der UBS sind gehalten. Die beiden anderen SMI-Schwergewichte gehen unterschiedliche Wege: Novartis verlieren 0,1 Prozent, Roche legen 0,3 Prozent zu.

Am breiten Markt sind die Aktien von Leclanché um 3 Prozent höher. Der Batteriehersteller verschiebt nach dem Brand am Sitz in Yverdon die Generalversammlung. Ausserdem will der Verwaltungsrat mehrere Optionen zur Kapitalbeschaffung prüfen. Gewinnmitnahmen drücken die Aktien von Meyer Burger 2,4 Prozent ins Minus. Der Solarzulieferer hatte in den vergangenen Wochen nach der Bekanntgabe von Grossaufträgen stark an Wert gewonnen. 

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09:15

Der Swiss Market Index (SMI) legt zum Börsenstart um 0,1 Prozent auf 8885 Punkte zu. Anleger halten sich vor der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Wahl in Grossbritannien überwiegend zurück. Ebenfalls auf der Agenda notiert die Anhörung des gefeuerten FBI-Chefs James Comey sowie die Krise in Nahost.

 

 

Die Vorgaben an sich sind freundlich, haben doch die US-Aktien am Mittwoch zwar nur moderate Gewinne verzeichnet, aber klar über dem Stand zur Zeit des Börsenschlusses in Europa geschlossen. Bedeckt hielten sich die Anleger in Fernost, wo gute Konjunkturdaten aus China verpufften. Der Aussenhandel Chinas hat im Mai stärker zugenommen als erwartet und auch die Binnennachfrage stieg kräftiger als gedacht.

Roche legen 0,4 Prozent zu, nachdem die "Bons" jüngst Rückschlag hinnehmen mussten. Im Nachgang enttäuschender Studiendaten zu einer Kombinationstherapie der Brustkrebsmedikamente Perjeta und Herceptin hatten die Papiere innert zweier Tage um mehr als 6 Prozent eingebüsst.

Ein positives Votum gibt es von Goldman Sachs für die Aktien der Zurich Insurance Group. Nach einer hauseigenen Branchenkonferenz werden die Titel auf der "Conviction Buy List" mit einem Kursziel von 335 Franken belassen. Die Aktie legt 0,2 Prozent zu.

Die Credit Suisse (-0,1 Prozent) hat derweil ihre zweite milliardenschwere Kapitalerhöhung in nur eineinhalb Jahren unter Dach und Fach gebracht. 99,2 Prozent der Bezugsrechte seien ausgeübt worden, teilte die Grossbank am Vorabend mit. Die restlichen Aktien verkauft die Credit Suisse voraussichtlich über die Börse.

Im breiten Markt steht der Batterienhersteller Leclanché (+3,0 Prozent) im Fokus. Dieser verschiebt die ordentliche Generalversammlung auf ein noch unbestimmtes Datum im Juli. Als wichtigsten Grund nannte das Unternehmen das prall gefüllte Auftragsbuch, das eine Wachstumsfinanzierung bzw. eine Kapitalerhöhung erfordere.

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08:40

Asiens Aktienmärkte haben angesichts der britischen Wahl, der Senatsanhörung von Ex-FBI-Chef James Comey und der bevorstehenden EZB-Tagung mit uneinheitlichen Kursen reagiert. In Tokio büsste der Nikkei-Index 0,38 Prozent auf 19.909 Punkte ein. Der breiter gefasste Topix-Index schloss 0,42 Prozent im Minus bei 1590 Punkten. Die Börsen in China zeigten sich leicht im Plus. Der MSCI-Index für Aktien im Asien-Pazifik-Raum ohne Japan notierte 0,15 Prozent höher.

Im fernöstlichen Devisenhandel tendierte der Euro mit 1,1267 Dollar nahe an seinem Sieben-Monats-Hoch, dass er mit 1,1285 Anfang des Monats erreicht hatte. In japanischer Währung wurde der Dollar mit 109,50 Yen gehandelt.

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08:10

Der Swiss Market Index (SMI) legt in der von Julius Bär berechneten Vorbörse um 0,2 Prozent zu. Am Mittwoch hatte der Leitindex in Erwartung der drei Gross-Ereignisse - EZB-Ratssitzung, Anhörung des geschassten FBI-Chefs James Comey und die Unterhauswahlen in Grossbritannien - um 0,4 Prozent tiefer bei 8877 Punkten geschlossen.

Sämtliche SMI-Titel notieren vorbörslich im Plus. Am stärksten Novartis, mit plus 0,6 Prozent. Eine experimentelle Immuntherapie des Pharmakonzerns verspricht Hoffnung für Patienten mit einer aggressiven Form von Blutkrebs. Die restlichen Titel bewegen sich in der Spanne von plus 0,1 bis 0,2 Prozent.

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07:30

Die Ölpreise haben sich am Donnerstag etwas von den starken Vortagesverlusten erholen können. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent stand am Morgen bei 48,40 Dollar. Das waren 34 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 27 Cent auf 45,99 Dollar.

Marktbeobachter sprachen von einer leichten Gegenbewegung am Ölmarkt. Am Mittwoch hatte noch ein überraschender Anstieg der US-Reserven an Rohöl und Benzin die Ölpreise stark belastet. Die Preise für US-Öl und Brent-Öl waren nach Veröffentlichung der Lagerdaten aus den USA um jeweils etwa zwei Dollar eingebrochen.

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06:35

Der Aktienmarkt in Tokio tendiert am Donnerstag etwas fester. Allerdings blieben die Investoren angesichts der Wahl in Grossbritannien, der Zinssitzung der EZB und der Befragung des Ex-FBI-Chefs James Comey im US-Senat zu möglichen Verstrickungen von US-Präsident Donald Trump zu einer etwaigen Einflussnahme Russlands auf den US-Wahlkampf im Jahr 2016 zurückhaltend.

Der Tokioter Leitindex Nikkei der 225 führenden Werte legte im Vormittagshandel 0,1 Prozent auf 19.997 Punkte zu. Auch der breiter gefasste Topix stieg um 0,1 Prozent auf 1597 Zähler. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans tendierte ebenfalls 0,1 Prozent höher.

Im Mittelpunkt standen die Papiere von Toshiba, die 4,5 Prozent zulegten. Insider hatten Reuters gesagt, der Konzern werde in der kommenden Woche den Namen des Käufers für seine Chipsparte nennen.

Der Euro tendierte zum Dollar unverändert bei 1,1254 Dollar. Der Schweizer Franken notierte zum Euro mit 1,0857 und zum Dollar mit 0,9645.

(cash/AWP/Reuters)