+++Börsen-Ticker+++US-Börsen gehen mit leichtem Plus ins Wochenende

Starke Konjunkturdaten haben der Wall Street zum Wochenschluss leichten Auftrieb gegeben.
13.10.2017 22:25
Blick auf das figurengeschmückte Tympanon des New Yorker Börsengebäudes an der Wall Street.
Blick auf das figurengeschmückte Tympanon des New Yorker Börsengebäudes an der Wall Street.
Bild: Pixabay

22:25

Die US-Detailhändler verbuchten im September mit einem Plus von 1,6 Prozent den grössten Umsatzanstieg seit zweieinhalb Jahren. Im August hatte es noch einen Rückgang von 0,1 Prozent gegeben. Damit ebbten Sorgen vor einer Schwäche der US-Wirtschaft ab.

Unbeeindruckt zeigt sich der Markt von Äusserungen von US-Präsident Donald Trump zum Iran. Er kündigte einen härtern Kurs gegenüber dem Land an und schloss eine Aufkündigung des internationalen Atomabkommens mit dem Land nicht aus. Grund sei unter anderem, dass die Islamische Republik mehrfach gegen das Abkommen verstossen und ihre aggressive Politik seit der Unterzeichnung der Vereinbarung 2015 weiter verschärft habe.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schliesst 0,1 Prozent höher auf 22'871 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 rückt ebenfalls um 0,1 Prozent auf 2553 Zähler vor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verbessert sich um 0,2 Prozent auf 6605 Punkte. Im Wochenvergleich steigt der Dow um 0,4 Prozent, der S&P um 0,1 Prozent und der Nasdaq um 0,2 Prozent.

Im Fokus stand die Bank of America, deren Aktien um 1,5 Prozent zulegt. Das Institut steigerte seinen Gewinn im dritten Quartal um 15 Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar, vor allem wegen höherer US-Zinsen und Kostensenkungen. Wells Fargo machten indes Rechtskosten und ein schwächelndes Hypothekengeschäft zu schaffen. Der Nettogewinn sank im Quartal um knapp ein Fünftel auf 4,6 Milliarden Dollar. Wells-Fargo-Aktien geben 2,7 Prozent nach.

Unter Druck standen auch Krankenversicherer wie Centene und Klinik-Betreiber wie Tenet Healthcare, die 3,3 beziehungsweise 5,1 Prozent verlieren. Sie leiden unter Trumps Ankündigung, milliardenschwere Zahlungen an Versicherer einzustellen. Das dürfte für die Mittelschicht und Arbeiterfamilien in den USA eine deutliche Verteuerung der Krankenversicherung zur Folge haben.

Ford-Aktien geben 0,6 Prozent nach. Die Bank Barclays hat die Titel herabgestuft. Zu den Gewinnern gehört Nvidia, mit einem Kursplus von 1,9 Prozent auf knapp 195 Dollar. Das Brokerhaus Needham hat das Kursziel für den Chiphersteller um 50 Dollar auf 250 Dollar angehoben.

Die Konsumentenpreise in den USA legten im September wegen höherer Ölpreise zwar um 2,2 Prozent zum Vorjahresmonat zu. Die Kerninflationsrate, also bereinigt um die schwankungsanfälligen Energie- und Nahrungsmittelpreise, verharrte allerdings bei 1,7 Prozent. Analysten hatten hier mit einem leichten Anstieg gerechnet. Dies dämpfte die Hoffnungen von Investoren auf einen schnellen Zinserhöhungskurs der US-Notenbank Fed. "Die Erwartungen an eine straffere Geldpolitik dürften kaum zunehmen", erklären die Analysten der Landesbank Helaba.

Ökonom Thomas Gitzel geht dennoch davon aus, dass die US-Notenbank im Dezember die Zinsen erhöht. "Es geht letztlich auch um die Glaubwürdigkeit der Fed, denn in den Projektionen der Währungshüter ist noch eine weitere Zinserhöhung im laufenden Jahr vorgesehen." Es sei aber nicht sicher, ob die Fed das Zinserhöhungstempo 2018 halten könne. "Im kommenden Jahr wird das Motto dann einmal mehr lauten: wait and see."

+++

17:45

Die Schweizer Börse hat am Freitag neue Rekordmarken gesetzt. Der breite SPI markiert mit 10'643 Zählern ein neues Allzeithoch. Der Bluechips-Index SMI zog kurz vor Handelschluss auf 9313 Punkte an - der höchste Stand seit mehr als zwei Jahren. Bei Börsenschluss notiert der Leitindex bei 9312 Zählern nur einen Punkt darunter. Damit schliesst der SMI die fünfte Woche mit einem Gewinn.

Das Geschäft verlief laut Händlern bei eher dünnen Umsätzen relativ ruhig. Der Markt sei stolz bewertet und für weitere Gewinne bräuchte es positive Impulse. Diese blieben aber aus. Die US-Konjunkturdaten seien unterschiedlich ausgefallen. Weder die US-Teuerung, noch die US-Detailhandelsumsätze oder die Quartalsergebnisse hätten die Anleger zu weiteren Käufen animieren können. "Die Zahlen wurden im Markt als einfach nicht gut genug taxiert", sagt ein Börsianer.

Im Fokus standen die US-Grossbanken Bank of America und Wells Fargo, die beide von den höheren Zinsen in den USA profitierten. Unter dem Strich steigerte die Bank of America den Gewinn, während er bei Wells Fargo um einen Fünftel zurückging. Die Aktien gerieten unter Druck. Am Donnerstag hatten die Aktien von J.P. Morgan und Citigroup trotz höherer Gewinne Terrain eingebüsst.

Händler wollten die Ergebnisse aber nicht eins zu eins auf die Schweizer Rivalen ummünzen. Die Anteile der UBS, deren Zwischenbericht am 27. Oktober erwartet wird, legen 0,5 Prozent zu und Credit Suisse sind um 0,3 Prozent höher. Der Vermögensverwalter Julius Bär gewinnt 0,9 Prozent.

Kommende Woche geht die Ergebnissaison auch in der Schweiz los. Erwartet werden unter anderen der Logistikkonzern Kühne+Nagel, die Softwarefirma Temenos, der Pharmariese Roche und der Nahrungsmittelhersteller Nestlé.

Bei den Standardwerten sind leicht mehr Gewinner als Verlierer zu finden. Gewinnmitnahmen drücken die Aktien von Sika und Swatch um rund 1 Prozent, Lonza und Richemont geben ebenfalls leicht nach. Die Titel zählen zu den im laufenden Jahr am stärksten gestiegenen Bluechips.

Als Stütze des Marktes erweisen sich die Anteile von Nestlé, die um 0,7 Prozent höher bewertet werden. Die Titel der beiden Pharmariesen Novartis und Roche schwächen sich dagegen leicht ab.

Am breiten Markt gewinnen die Aktien von Ascom 3,4 Prozent. Der Telekom-Ausrüster hat mit GE Healthcare ein Vertriebsabkommen für ein Überwachungssystem für Intensivstationen in Europa abgeschlossen.

Gewinnmitnahmen belasten die Anteile des Zweiradherstellers KTM und der Derivatboutique Leonteq, die zuletzt kräftig gestiegen waren. "Nach dem jüngsten Managementwechsel und dem Einstieg des Hedgefonds-Managers Rainer-Marc Frey bei Leonteq muss man von einem Wendepunkt sprechen", sagt ein Händler. Die Aktie dürfte ihren Aufwärtstrend fortsetzen.

Meyer Burger legen 5,3 Prozent zu. Die Beteiligung der Credit Suisse an der Solartechnikfirma ist gemäss Angaben der Schweizer Börse kräftig gestiegen. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenkommentar zum Freitag.)

+++

15:45

Starke Konjunkturdaten geben der Wall Street zum Wochenschluss Auftrieb. Die US-Detailhändler verbuchten im September mit einem Plus von 1,6 Prozent den grössten Umsatzanstieg seit zweieinhalb Jahren. Im August hatte es noch einen Rückgang von 0,1 Prozent gegeben. Damit ebbten Sorgen vor einer Schwäche der US-Wirtschaft ab. Die US-Konsumentenpreise stiegen im September um 2,2 Prozent zum Vorjahresmonat. Vor allem Kraftstoffe verteuerten sich im Zuge des Hurrikans Harvey, der viele Raffinerien zur zeitweisen Schliessung zwang.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte eröffnet mit einem Aufschlag von 0,2 Prozent auf 22'880 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 legt 0,2 Prozent auf 2555 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq steigt um 0,3 Prozent auf 6612 Stellen.

Im Fokus stehen die Bank of America, deren Aktien um 1 Prozent nachgeben. Das Institut steigerte seinen Gewinn im dritten Quartal um 15 Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar, vor allem aufgrund höherer US-Zinsen und Kostensenkungen. Wells Fargo machten indes Rechtskosten und ein schwächelndes Hypothekengeschäft zu schaffen. Der Nettogewinn sank im Quartal um knapp ein Fünftel auf 4,6 Milliarden Dollar. Wells-Fargo-Aktien geben 3,5 Prozent nach. Die Rivalen J.P. Morgan und Citi hatten schon am Donnerstag Zuwächse im Quartal ausgewiesen.

Unter Druck stehen auch Krankenversicherer wie Centene und Klinik-Betreiber wie Tenet Healthcare, die jeweils rund 9 Prozent verlieren. Sie leiden unter der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, milliardenschwere Zahlungen an Versicherer einzustellen. Das dürfte für die Mittelschicht und Arbeiterfamilien in den USA eine deutliche Verteuerung der Krankenversicherung zur Folge haben.

Ford geben 1,3 Prozent nach. Die Bank Barclays hat die Titel herabgestuft.

Zu den Gewinnern gehören Nvidia, die um 1 Prozent auf 193 Dollar steigen. Das Brokerhaus Needham hat das Kursziel für den Chiphersteller um 50 Dollar auf 250 Dollar angehoben.

+++

13:00

Der Schweizer Aktienmarkt tritt am Freitagmittag bei geringen Handelsvolumen praktisch auf der Stelle. Der Leitindex SMI hat kurz nach Eröffnung noch ein neues Jahreshoch über der Marke von 9300 Punkten markiert und ist darauf leicht zurückgefallen. Der Markt sei sich derzeit unschlüssig über die weitere Richtung, meint ein Händler in Zürich. Einen gewissen Impuls könne allenfalls der deutsche Aktienmarkt liefern, sofern der DAX die Marke von 13'000 Punkten klar nehmen würde.

Im Blickfeld bleibt die Europäische Zentralbank (EZB), die laut Insidern beim nächsten Treffen Ende Oktober ihr Anleihekaufprogramm zwar verlängern, den Umfang aber deutlich reduzieren dürfte. Gleichzeitig kämen in den USA Zweifel auf, ob die Notenbank Fed den Zinsschritt nach oben im Dezember wirklich durchführen möchte, so ein Marktbeobachter. Auf Beachtung stossen dürften am Nachmittag neue Daten zur Entwicklung der US-Konsumentenpreise. Eine anziehende Inflationsrate könnte den "Falken" im Fed Auftrieb geben.

Der SMI notiert gegen Mittag bei 9299 Punkten praktisch unverändert, nachdem er im frühen Handel noch ein Mehr-Jahre-Hoch bei 9310 Punkten erreicht hatte. Im Wochenvergleich resultiert bisher ein kleines Plus von 0,5%. Der 30 Aktien umfassende SLI liegt dagegen bei 1496 Punkten leicht im Minus, während der breite SPI unverändert bei 10'626 Zählern steht. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren je 14 im Minus und im Plus und die 2 weiteren unverändert.

Gestützt werden die Indizes vor allem von Kursavancen der schwergewichtigen Nestlé (+0,7%). Die Titel des Nahrungsmittelkonzerns befinden sich seit einem positiv aufgenommenen Investorentag von Ende September im Aufwärtstrend. Zu den Gewinnern gehören auch Vifor Pharma (+0,6%) sowie zyklische Titel wie Lafarge-Holcim (+0,4%) und Clariant (+0,3%). Für die Aktien des Warenprüfers SGS (+0,2%) erhöht die Bank Vontobel ihr Kursziel, bleibt aber bei der Einstufung "Hold".

Leichte Abgaben erleiden dagegen die Pharma-Schwergewichte Novartis (-0,2%) und Roche (-0,3%). Insgesamt sei das Sentiment für die europäische Pharmabranche im Vorfeld der anlaufenden Drittquartals-Saison durchzogen, schreiben die Barclays-Analysten in einer Sektorstudie. Sie verweisen nicht zuletzt auf die Ungewissheit um allfällige US-Gesetzesreformen, aber auch um die Preismodelle für innovative Medikamente.

Erneute Abschläge gibt es auch für die Luxusgüterwerte Richemont (-0,3%) und Swatch (-0,7%). Lonza (-0,8%) fallen zurück, nachdem sie am Vortag noch auf Rekordstände gestiegen waren. Die Aktien des Bauchemieproduzenten Sika (-1,0%) haben die Gewinne des Vortages wieder fast vollständig eingebüsst. Als Grund für die gestiegene Volatilität wird in Marktkreisen der nahende Entscheid des Zuger Obergerichts zum Streit mit der Gründerfamilie gesehen.

Lesen Sie dazu auch: Der nahende Gerichtsentscheid erhöht die Volatilität der Sika-Aktie

Am breiten Markt legen die Aktien des Solarunternehmens Meyer Burger (+3,8%) deutlich zu. Nach dem am Donnerstag bekannt gewordenen Einstieg der britischen HSBC würden die Titel von aggressiven Deckungskäufen erfasst, heisst es im Handel. Beobachter schlössen einen weiteren Ausbau der Beteiligung durch die Grossbank nicht aus. Die Titel des Flughafens Zürich (+0,5%) notieren nach der Publikation guter Passagierzahlen für den September leicht im Plus.

Deutlichere Kursavancen verzeichnen zudem Ascom (+2,3%). Das Technologie-Unternehmen hat eine Vertriebspartnerschaft mit dem US-Konzern GE im Bereich der Intensiv-Spitalpflege bekanntgegeben. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht zum Mittag.)

+++

10:30

Die Schweizer Börse ist am Freitag im frühen Geschäft zunächst auf ein neues Jahreshoch gestiegen. Mangels Anschlusskäufen bröckeln die Kurse aber wieder leicht ab. Die Anleger hielten sich zurück, sagen Händler. Sie wollten zunächst abwarten, wie sich die Bilanzsaison entwickle. Der SMI notiert mit 9294 Zählern minim leichter. Am Donnerstag hat der Leitindex nach einem neuen Jahreshoch um 0,4 Prozent höher geschlossen.

Die Kursentwicklung dürfte auch stark davon abhängen, wie die Marktteilnehmer auf die am Nachmittag erwarteten US-Konjunkturzahlen reagierten, heisst es am Markt. Veröffentlicht werden die Konsumentenpreise. Sie könnten Aufschluss darüber geben, wie schnell die US-Notenbank Fed die Leitzinsen erhöht. Die Produzentenpreise waren am Donnerstag in der Kernrate höher als erwartet ausgefallen und haben damit die Spekulationen über Zinserhöhungen angeheizt.

In der Schweiz stiegen die Import- und Produzentenpreise im September um 0,8 Prozent. Massgeblich dazu beigetragen haben dürfte der zum Euro deutlich schwächere Franken.

Zudem geht die US-Bilanzsaison in eine weitere Runde. Veröffentlicht werden die Quartalzahlen der beiden Banken Wells Fargo und Bank of America. Am Donnerstag haben die Aktien von J.P. Morgan und Citigroup trotz höherer Gewinne Terrain eingebüsst.

Die Analysten der Credit Suisse erwarten positive Überraschungen bei den Firmenergebnissen. "Die Erwartungen sind dieses Mal recht niedrig. Wir erwarten, dass die meisten Unternehmen die Erwartungen übertreffen und für positive Überraschungen beim Gewinn pro Aktie sorgen werden", schreibt die Bank in ihrem täglichen Kommentar.

In der Schweiz werden kommende Woche unter anderem der Logistikkonzern Kühne+Nagel, der Pharmariese Roche und der Nahrungsmittelhersteller Nestlé die Zwischenberichte vorlegen.

Die Kursausschläge bei den Standardwerten halten sich einmal mehr in engen Grenzen. Grösster Gewinner sind die Titel des Zementkonzerns Lafarge-Holcim mit plus 0,6 Prozent. Die Aktien von Lonza geben mit minus 0,8 Prozent am meisten nach. Als Stütze des Marktes erweisen sich die Anteile von Nestlé, die um 0,4 Prozent höher bewertet wurden.

Die Titel der beiden Pharmariesen Novartis und Roche schwächen sich dagegen leicht ab.

Die Aktien der Banken tendieren mehrheitlich freundlich: Credit Suisse, UBS und Julius Bär legen zu, Vontobel verliert dagegen leicht. Die Versicherer neigen meist zur Schwäche.

Uneinheitlich bei mehrheitlich nur geringen Kursausschlägen zeigen sich die Aktien zyklischer Firmen. ABB, Adecco und Clariant  rücken leicht vor. Swatch, Richemont und Sika schwächen sich ab.

Am breiten Markt gewinnen die Aktien von Ascom 3,2 Prozent. Der Telekom-Ausrüster hat mit GE Healthcare ein Vertriebsabkommen für ein Überwachungssystem für Intensivstationen in Europa abgeschlossen.

Gewinnmitnahmen belasten die Anteile von Bossard und Leonteq, die zuletzt kräftig gestiegen waren. Die Orascom-Aktie nimmt dagegen ihren Rekordlauf wieder auf.

+++

09:15

Der SMI legt nach Handelsbeginn um 0,12 Prozent auf 9309 Punkte zu. Die US-Vorgaben präsentieren sich verhalten: Die wichtigen Indizes erreichten am Vorabend noch neue Rekordstände, fielen aber im späten Geschäft wieder zurück. An den asiatischen Märkten hat dagegen der japanische Nikkei-Index weitere Mehrjahres-Höchststände erreicht.

An den Finanzmärkten bleibt die US-Notenbankpolitik im Zentrum, wobei am Vorabend Kommentare von Fed-Vertretern etwas auf dem Dollar lasteten. Auf Beachtung stossen werden am Nachmittag vor allem neue Daten zur Entwicklung der US-Konsumentenpreise, nachdem die US-Produzentenpreise stärker gestiegen sind als erwartet. Eine deutlich steigende Inflationsrate könnte den "Falken" im Fed Auftrieb geben, so ein Marktbeobachter.

Von Seiten der Unternehmen gibt es am Freitag hierzulande nur wenige Neuigkeiten. Die Nestlé-Titel (+0,4 Prozent), die am Vortag noch deutlich zugelegt haben, entwickeln sich etwas stärker als der Markt, Novartis (unv.) und Roche (-0,1 Prozent) hingegen nicht. Insgesamt sei das Sentiment für die europäischen Pharmabranche im Vorfeld der Drittquartalssaison durchzogen, schreiben die Barclays-Analysten in einer Sektorstudie. Sie verweisen nicht zuletzt auf die Ungewissheit um allfällige US-Gesetzesreformen wie auch in Bezug auf Preismodelle innovativer Medikamente.

Auch die Grossbanken UBS (+0,2 Prozent) und CS (-0,2 Prozent) bewegen sich unterschiedlich. Am Vortag hatten mit J.P. Morgan und der Citigroup erste US-Grossbanken ihre Quartalsbilanzen vorgelegt, wobei eine gute Gewinnentwicklung von einem schwachen Kapitalmarktgeschäft etwas überschattet wurde. Am Nachmittag publizieren mit der Bank of America und Wells Fargo weitere US-Institute ihren Quartalsausweis.

Zurich verkauft GB-Pensionskassengeschäft an Lloyds

Etwas stärker präsentieren sich Clariant (+0,3 Prozent), die seit längerem wegen der bei einigen Aktionärsgruppen umstrittenen Fusion mit dem US-Unternehmen Huntsman im Blickfeld stehen. Die Aktie Versicherers Zurich (-0,2 Prozent) geht zurück, nachdem am Donnerstagnachmittag den Verkauf des Pensionskassengeschäfts in Grossbritannien angekündigt wurde.

Bei den Titeln des breiten Markts legen unter anderem Ascom (+0,5 Prozent) zu. Das Unternehmen hat am Vorabend eine Vertriebspartnerschaft mit GE Healthcare im Bereich der Intensiv-Spitalpflege bekanntgegeben.

Die SHL Telemedicine hat zudem den Einstieg des chinesischen Investors Kun Shen mitgeteilt, der insgesamt Stimmrechte von knapp 24 Prozent übernommen hat. Dagegen hat der Grossaktionär Himalaya Asset Management seinen Anteil unter 3 Prozent gesenkt. Die Immobiliengesellschaft Varia gab zudem den Abschluss ihrer im September angekündigte Kapitalerhöhung bekannt.

+++

08:40

Inzwischen sind auch die Märkte in Asien geschlossen. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss ein Prozent höher bei 21'155 Punkten, das war der höchste Schlusskurs seit 21 Jahren. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans legte im Handelsverlauf bis zu 0,3 Prozent auf ein Zehn-Jahres-Hoch von 549 Punkten zu. Der südkoreanische Index markierte mit 2479 Zählern ein Rekordhoch. Auch die Börsen in China verzeichneten Kursgewinne.

Bei den Einzelwerten stach erneut der Stahlkonzern Kobe Steel hervor mit einem Kursverlust von 8,7 Prozent. Die "Nikkei"-Zeitung berichtete, dass über 30 Unternehmen ausserhalb Japans Produkte von Kobe Steel mit gefälschten Spezifikationen erhalten haben.

+++

08:20

Die Schweizer Börse wird am Freitag etwas höher gesehen. Allzu starke Kursgewinne seien aber nicht zu erwarten. Die Bank Julius Bär berechnete den SMI mit 9306 Zählern um 0,1 Prozent fester. Der SMI Future notierte mit 9295 Punkten um 0,1 Prozent höher. Am Donnerstag hatte der Leitindex nach einem neuen Jahreshoch um 0,35 Prozent höher geschlossen.

Am stärksten legen Zykliker und Banken zu: Credit Suisse und ABB steigen um je 0,13 Prozent, UBS und Adecco um je 0,12 Prozent und Lafarge-Holcim um 0,11 Prozent (zu den vorbörslichen Kursen auf cash.ch).

Wie stark die Gewinne ausfallen, dürfte davon beeinflusst werden, wie die Marktteilnehmer auf die am Nachmittag erwarteten US-Konjunkturzahlen reagierten, sagte ein Händler. Veröffentlicht werden die Konsumentenpreise. Sie könnten Aufschluss darüber geben, wie schnell die US-Notenbank Fed die Leitzinsen erhöht. Die Erzeugerpreise waren am Donnerstag in der Kernrate höher als erwartet ausgefallen und hatten damit die Spekulationen über Zinserhöhungen angeheizt.

Zudem geht die US-Bilanzsaison in eine weitere Runde. "Der Auftakt in die US-Bilanzsaison ist bisher enttäuschend ausgefallen", sagte ein Händler. Die Aktien der Grossbanken J.P. Morgan und Citigroup hatten trotz höherer Gewinne Terrain eingebüsst. Heute Freitag gewähren die Bank of America and Wells Fargo Einblick in ihre Bücher.

Kommende Woche legen unter anderem der Logistikkonzern Kühne+Nagel, der Pharmariese Roche und der Nahrungsmittelhersteller Nestlé die Zwischenberichte vor.

In der Schweiz sind firmenspezifische und kursbewegende Impulse bisher eher dünn gesät. Im vorbörslichen Handel wurden die Aktien von Ascom um knapp ein Prozent höher indiziert. Der Telekom-Ausrüster hat mit GE Healthcare ein Vertriebsabkommen für ein Überwachungssystem für Intensivstationen in Europa abgeschlossen.

+++

06:40

Die asiatischen Börsen haben am Freitag ihre Rekordjagd fortgesetzt. Der japanische Nikkei-Index kletterte zwischenzeitlich um bis zu 0,3 Prozent auf 21'013 Punkte. Das ist der höchste Stand seit Dezember 1996. Händler schrieben die Aufschläge vor allem der Wahrscheinlichkeit zu, dass die Regierungspartei die noch in diesem Monat anstehenden Wahlen für sich entscheidet.

Bei den Einzelwerten stach ein weiteres Mal der Stahlkonzern Kobe Steel hervor. Die Aktie fiel mehr als acht Prozent. Zuvor hatte die "Nikkei"-Zeitung berichtet, dass mehr als 30 Unternehmen ausserhalb Japans Produkte von Kobe Steel mit gefälschten Spezifikationen erhalten haben. Eine wichtige Rolle spielte im Handel auch das Schwergewicht Fast Retailing. Der Einzelhändler überraschte für das abgelaufene Geschäftsjahr mit einem Rekordgewinn. Das Papier legte um 3,7 Prozent zu.

Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans stieg um fast 0,2 Prozent und markierte damit einen Rekord. Der Euro lag am Morgen bei 1,1848 Dollar zu. Auf Wochensicht hat die Gemeinschaftswährung rund ein Prozent zugelegt. Zum Yen notierte die US-Währung bei 112,0,7 Yen. Der Schweizer Franken wurde mit 0,9742 Franken je Dollar und 1,1547 Franken je Euro gehandelt.

(cash/AWP/Reuters)