+++Börsen-Ticker+++ - US-Börsen grenzen Verluste ein

Der chinesisch-amerikanische Handelsstreit hat die Wall Street verunsichert. Nach versöhnlicheren Tönen von US-Präsident Donald Trump verringerten die New Yorker Börsen allerdings ihre Kursabschläge.
09.05.2019 22:35
Vielleicht können sich die USA und China im Handelsstreit doch noch einigen: verunsicherter Händler an der Wall Street.
Vielleicht können sich die USA und China im Handelsstreit doch noch einigen: verunsicherter Händler an der Wall Street.
Bild: Bloomberg

22:35

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schliesst 0,5 Prozent tiefer auf 25'828 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 sinkt 0,3 Prozent auf 2870 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringert sich um 0,4 Prozent auf 7910 Punkte.

US-Präsident Donald Trump zeigte sich zuversichtlich zu den Handelsgesprächen mit China. Es sei möglich, noch diese Woche eine Vereinbarung zu erzielen, sagte Trump. Er habe einen "schönen Brief" von Chinas Präsident Xi Jinping erhalten.

Bei den Einzelwerten standen Intel-Aktien unter Druck, nachdem der Chiphersteller für die nächsten drei Jahre ein gebremstes Gewinnwachstum prognostiziert hatte. Die Papiere geben mehr als 5 Prozent ab.

Der Verzicht auf eine milliardenschwere Übernahme gefällt Anlegern von Chevron. Der US-Ölkonzern hat sich aus dem Rennen um den Konkurrenten Anadarko Petroleum zurückgezogen. Zuvor hatte Occidental Petroleum seine Offerte angehoben. Chevron-Aktien legen 3,1 Prozent zu. Die Titel von Anadarko geben mehr als 3 Prozent nach. Occidental-Aktien fallen mehr als 6 Prozent.

Zudem zählen Aktien von Unternehmen zu den Verlierern, die als Leidtragende der Handelsstreitigkeiten gelten. So büssen etwa Caterpillar, Boeing und 3M zwischen 0,6 Prozent und 1,9 Prozent ein.

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17:35

Die Furcht vor einer Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China hat die Schweizer Börse am Donnerstag in die Tiefe gezogen. Der SMI verliert 2,0 Prozent auf 9430 Punkte. Das ist der stärkste Einbruch seit Ende Dezember. US-Präsident Donald Trump hatte kurz vor dem Besuch der Delegation um den chinesischen Vize-Ministerpräsidenten Liu He in Washington den Ton verschärft.

Das Angstbarometer der Schweizer Börse, der Volatilitätsindex, klettert 14,4 Prozent hoch. Als Reaktion auf die gestiegene Verunsicherung flohen die Investoren in als sicher geltende Anlagehäfen wie Gold oder den Franken.

Die stärksten Einbussen unter den Standardwerten verzeichnen die Banken, bei denen sich die Risikoscheu der Kunden oft in geringeren Erträgen niederschlägt. UBS verlieren 3,0 Prozent, Credit Suisse 3,4 Prozent. Auch die stark vom Geschäft mit chinesischen Kunden abhängigen Luxusgüterwerte wurden abgestraft. Richemont geben 2,8 Prozent nach, Swatch 1,9 Prozent.

Einziger Gewinner unter den 20 SMI-Werten sind die Aktien des kürzlich von Novartis abgespaltenen Augenheilunternehmens Alcon mit einem Plus von 0,8 Prozent.

Im breiten Markt sackt der Stahlkonzern Schmolz+Bickenbach nach einem Gewinneinbruch 5,7 Prozent ab.

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15:55

Der eskalierende Handelsstreit zwischen den USA und China belastet am Donnerstag die Aktienmärkte weltweit.  Der Dow-Jones-Index der Standardwerte fällt zu Handelsbeginn um 1 Prozent auf 25'700 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 gibt 1,1 Prozent auf 2849 Zähler nach, der Index der Technologiebörse Nasdaq sinkt um 1,3 Prozent auf 7842 Punkte.

Intel-Aktien stehen unter Druck, nachdem der Chiphersteller für die nächsten drei Jahre ein gebremstes Gewinnwachstum erwartet. Die Papiere geben knapp 3 Prozent ab.

Der Verzicht auf eine milliardenschwere Übernahme gefällt Anlegern von Chevron. Der US-Ölkonzern hat sich aus dem Rennen um den Konkurrenten Anadarko Petroleum zurückgezogen. Zuvor hatte Occidental Petroleum seine Offerte angehoben. Chevron-Aktien legen 3,6 Prozent zu. Die Titel von Anadarko geben rund 3 Prozent nach. Occidental-Aktien fallen um mehr als 6 Prozent.

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13:00

Mit dem Champions-League-Aus hat Ajax Amsterdam seine Anleger vergrault. An der Börse laufen sie dem Club in Scharen davon - die Aktien brachen um bis zu 21,3 Prozent auf 18,50 Euro ein. Beim Halbfinal-Rückspiel am Mittwochabend verloren die Niederländer in der Nachspielzeit 2:3 gegen den britischen Verein Tottenham Hotspur.  Wegen der unerwarteten Erfolgserie des holländischen Fussballclubs in der diesjährigen Champions League bleibt aber noch immer eine Performance von 52 Prozent in den letzten zwölf Monaten.

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11:55

Der Schweizer Aktienmarkt tendiert am Donnerstagmittag auf breiter Front schwächer. Die Unsicherheit über den Zollstreit der USA mit China und die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten verunsicherten die Anleger, heisst es am Markt. "Die Anleger schalten daher in den Risk-off-mode und nehmen Gewinne mit", sagt ein Händler.

Der SMI steht um 11.30 Uhr 0,7 Prozent tiefer bei 9556 Punkten, aber klar über dem Tagestief von 9509 Zählern. Der 30 Aktien umfassende SLI gibt 0,9 Prozent auf 1484 Punkte nach und der breite SPI verliert 0,6 Prozent auf 11'574 Punkte.

Die stärksten Einbussen verzeichnet Kühne + Nagel (-4,1%), was aber auf die Dividendenzahlung zurückzuführen ist. Dahinter folgt der Vermögensverwalter Julius Bär (-2,5%) und die Luxusgüterhersteller Richemont (-2,5%) und Swatch (-1,8%), denen die mit dem Zollstreit befürchtete Nachfrageabschwächung in China zu schaffen machen.

Unter Druck stehen ausserdem die Bankaktien Credit Suisse (-1,8%) und UBS (-1,6%), bei denen die schwachen Märkte und Konjunktursorgen als Verkaufsgründe angeführt werden.

Am breiten Markt machen Probleme mit einem Produktkandidaten den Aktien der Biotechnologiefirma Molecular Partners (-3,0%) zu schaffen. In ihrem Sog verlieren die Titel von Addex (-3,1%) und Basilea (-2,7%) an Wert. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht am Mittag.)

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11:05

Bitcoin schafft den Sprung über die Marke von 6000 Dollar. Die Cyberwährung steigt um 2,5 Prozent auf den höchsten Stand seit letztem November. Für Zuversicht bei Anlegern sorgten bessere Nachrichten rund um Bitcoin und Co., sagt Timo Emden vom Analysehaus Emden Research. Derzeit seien dies Hoffnungen auf einen Einstieg institutioneller Vermögensverwalter in Bitcoin.

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09:10

Nach wie vor belastet die Unsicherheit über den Zollstreit der USA mit China die Börsen. US-Präsident Donald Trump hatte jüngst für Freitag deutlich höhere Sonderzölle auf chinesische Waren angekündigt, China drohte nun mit Vergeltung. Ab heute Donnerstag sollen die Handelsgespräche in Washington fortgesetzt werden. Händler hoffen weiter auf einen konstruktiven Dialog. Derweil büssen die Märkte in Fernost Terrain ein.

Zudem zeichne sich im Nahen Osten ein weiteres Spannungsfeld am Horizont ab, heisst es am Markt. Die USA verhängten am Mittwoch neue Wirtschaftssanktionen gegen den Iran, die vor allem die Metallbranche des Landes treffen sollen. Die bisherigen US-Sanktionen treffen vor allem den Finanz- und Energiesektor des Iran.

Ob der Markt im Verlauf den Aufwärtstrend wieder aufnehmen kann, sei von der Politik abhängig. "Die US-Konjunkturzahlen stehen klar im Hintergrund", sagt ein Händler.

Der SMI steht kurz nach dem Handelbeginn tiefer, wie schon an allen bisherigen Tagen dieser Woche. Der Leitindex fällt um 0,4 Prozent relativ deutlich auf 9580 Punkte. Zykliker und Banken sowie Firmen mit grossem Chinageschäft wie ABB (-1,5 Prozent), Richemont (-1,8 Prozent), Credit Suisse (-1,8 Prozent), Swatch (-1,5 Prozent) und UBS (-1,5 Prozent) trifft die Unsicherheit am stärksten. 

Am Schweizer Markt sind die Augen vor allem auch auf Swiss Life (unv.) und Zurich Insurance (-0,4 Prozent) gerichtet. Die beiden Versicherer haben ihren Quartalsreport veröffentlicht. Dabei gelang dem Lebensversicherer Swiss Life im ersten Quartal 2019 ein Sprung bei den Prämieneinnahmen um 42 Prozent auf 9,9 Milliarden Franken. Dagegen startete Zurich verhalten ins laufende Jahr. Zurich sieht sich mit den angestrebten Zielen auf Kurs, dieses Jahr alle Finanzziele zu erreichen oder gar zu übertreffen.

Analysten zu Zürich: Versicherer enttäsucht beim Quartalsbericht

Bei den Schwergewichten schwächten sich Novartis (-0,3 Prozent) leicht ab. Der Pharmariese übernimmt von Takeda das Augenmittel Xiidra für 3,4 Milliarden Dollar. Dazu könnten noch Meilensteinzahlungen von bis zu 1,9 Milliarden hinzukommen.

Schwächer indiziert werden AMS (-0,8 Prozent). Der Technologiesektor könnte darunter leiden, dass die Mitbewerber Dialog und Microchip mit den Ergebnissen enttäuscht hätten. Zudem erwartet der Halbleiter-Riese Intel für die nächsten drei Jahre ein Umsatzwachstum im unteren einstelligen Prozentbereich. Intel hatte erst Ende April seine Prognosen für das laufende Jahr gesenkt.

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08:10

Der Swiss Market Index steht vorbörslich 0,3 Prozent tiefer. Alle Aktien ausser Adecco (+0,12 Prozent) und Swiss Life (+0,5 Prozent) liegen im Minus. Der Schweizer Lebensversicherer veröffentlichte die Prämieneinnahmen fürs erste Quartal. 

Vor Beginn der neuerlichen Gesprächsrunde im Handelsstreit zwischen den USA und China werden am Donnerstag Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge auch andere europäische Börsen niedriger starten. US-Präsident Donald Trump verschärfte kurz vor neuen Gesprächen den Ton. Am Donnerstag und Freitag ist die nächste Gesprächsrunde zur Lösung des Streits in Washington geplant. 

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07:55

Die Ölpreise sind am Donnerstag im frühen Handel gefallen. Händler nannten die schärfere Rhetorik zwischen den USA und China als Grund. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 69,89 Dollar. Das waren 48 Cent weniger als am Mittwoch. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 39 Cent auf 61,73 Dollar.

Die Investoren am Rohölmarkt sind verunsichert wegen der erneuten Verschärfung des US-chinesischen Handelsstreits. Vor dem Beginn einer neuen Gesprächsrunde ab diesem Donnerstag warf US-Präsident Donald Trump China vor, sich nicht an getroffene Vereinbarungen gehalten zu haben. China drohte seinerseits mit Vergeltung, sollten die USA ihre Ankündigung wahr machen und höhere Zölle auf chinesische Importwaren verlangen.

Der Handelsstreit zwischen den beiden Wirtschaftsmächten belastet die Ölpreise, weil er Ängste vor einer konjunkturellen Abkühlung und einer schwächeren Erdölnachfrage schürt. Dem stehen jedoch Risiken auf der Angebotsseite gegenüber, die die Ölpreise in der Tendenz stützen. Hierzu zählen Förderkürzungen durch das Ölkartell Opec, Förderausfälle in Krisenländern wie Venezuela und politische Risiken, darunter der Atomstreit zwischen den USA und Iran.

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06:15

Der MSCI-Index für die asiatischen Aktienmärkte außerhalb Japans gab ein Prozent nach. In Japan fiel der Nikkei-Index um 1,2 Prozent auf 21'334 Punkte, nachdem er zuvor ein Sechs-Wochen-Tief von 21.315 Zählern markiert hatte.

Für Nervosität sorgte weiterhin der Zollstreit zwischen den USA und China. Für Donnerstag und Freitag ist eine neue Gesprächsrunde zur Lösung des Zollstreits in Washington geplant. US-Präsident Donald Trump hat damit gedroht, am Freitag Importzölle auf chinesische Produkte im Volumen von 200 Milliarden Dollar auf 25 Prozent zu erhöhen und damit die Aktienmärkte weltweit auf Talfahrt geschickt.

"Wenn die Trump-Drohung wahr wird, wird dies eine Wende für die Weltwirtschaft sein", sagte der Ökonom Steve Cochrane von Moody's Analytics. Es könnte das schlimmstmögliche Szenario sein, das möglicherweise eine Rezession in den USA und einen Wachstumseinbruch in China auslöse.

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06:10

An den Devisenmärkten gab es keine grösseren Ausschläge. Der Euro notierte im asiatischen Handel kaum verändert bei 1,1424 Franken. Der Dollar kostete 1,0207 Franken

(cash/AWP/Reuters)