+++Börsen-Ticker+++ - US-Börsen: Handelsdeal hilft Dow - Facebook zwingt Nasdaq in die Knie

Gemischte Tendenz an der Wall Street: Während ein Rekord-Kurseinbruch von Facebook die Technologiewerte in die Tiefe riss, gab die Entspannung im Handelskonflikt zwischen USA und EU den Standardwerten Auftrieb.
26.07.2018 22:20
Der Nasdaq gab am Donnerstag nach: Facebook allein verlor fast 20 Prozent an Wert - und zog andere Tech-Werte mit in die Tiefe.
Der Nasdaq gab am Donnerstag nach: Facebook allein verlor fast 20 Prozent an Wert - und zog andere Tech-Werte mit in die Tiefe.
Bild: Bloomberg

22:20

Auslöser dafür war die überraschende Einigung von US-Präsident Donald Trump und Kommissionschef Jean-Claude Juncker in Zollfragen. Sie sorgte für Erleichterung, warf aber auch viele Fragen auf.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schliesst 0,4 Prozent höher auf 25'527 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 sinkt um 0,3 Prozent auf 2837 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fällt um rund 1 Prozent auf 7852 Punkte.

Im Rampenlicht stand insbesondere Facebook. Der Internetkonzern stiess die Anleger mit dem Quartalsbericht und Ausblick vor den Kopf. Weil verunsicherte Nutzer sich von dem weltgrössten Internetnetzwerk abwenden und es für das US-Unternehmen teurer wird, alle Gesetze einzuhalten, steigen Umsatz und Gewinn nicht mehr so stark wie früher. Facebook-Aktien brechen fast 19 Prozent ein.

Auch andere Technologiewerte liessen Federn. Amazon büssen vor Veröffentlichung der Quartalszahlen nach Börsenschluss rund 3 Prozent ein. Twitter geben 2,9 Prozent nach. Der Kurznachrichtendienst legt seine Bilanz am Freitag vor.

Auf der Verliererseite stehen auch McDonald's, die 1,7 Prozent absacken. Die Schnellrestaurantkette profitierte zwar von einem starken Auslandsgeschäft. Für Enttäuschung sorgte aber die Umsatzentwicklung auf dem Heimatmarkt.

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18:00

Unerwartet gute Ergebnisse von Grosskonzernen und die Hoffnung auf eine Beilegung des Handelsstreits der USA mit Europa haben am Donnerstag die Stimmung an der Schweizer Börse deutlich aufgehellt. "Kurzfristig dürfte das Thema Handelskrieg vom Tisch sein und es zu einer Entspannung an den Finanzmärkten kommen", heisst es in einem Kommentar der Valiant Bank. Der SMI schliesst 1,3 Prozent höher auf 9139 Punkten. Mit 9155 Zählern erreichte der Leitindex den höchsten Stand seit Anfang Februar.

Gestiegene Verkäufe neuer Medikamente bescherten dem Pharmakonzern Roche ein überraschend gutes erstes Halbjahr 2018. Der Genussschein stieg kurzzeitig um 3,7 Prozent, bevor er abbröckelte und noch mit 1,5 Prozent im Plus notiert.

Der Halbjahresbericht von Nestlé kam sehr gut an. Die Aktie legt 1,9 Prozent zu, nachdem der Nahrungsmittelriese eine Wachstumsbeschleunigung für das zweite Halbjahr angekündigt hatte.

Die Aktie von Sika gewinnt 1,9 Prozent. Der Bauchemiekonzern verbuchte im ersten Halbjahr ein Umsatzplus von 15,9 Prozent auf den Rekordwert von 3,47 Milliarden Franken.

Die Aktien von Inficon fallen 4 Prozent. Das Halbjahresergebnis sei leicht tiefer als erwartet ausgefallen. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenkommentar zum Donnerstag.)

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15:55

Enttäuschung über den Zwischenbericht von Facebook überschattet an der Wall Street die Entspannung im europäisch-amerikanischen Handelsstreit. Der Dow Jones zieht im frühen Handel um 0,5 Prozent an, während der S&P 500 leicht nachgibt. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verliert 1,0 Prozent auf 7846 Punkte.

Die Aktien von Facebook stürzen um 19,6 Prozent ab. Das weltgrösste soziale Netzwerk hatte die Anleger mit seinem Zwischenbericht enttäuscht. Hoffnung auf Besserung machte das Management nicht. Das Ausmass der Kursverluste erwischt viele Anleger auf dem falschen Fuss. Auch die Papiere der anderen grossen US-Technologie-Konzerne wie Apple, der Google-Mutter Alphabet, Netflix und Amazon stehen etwas unter Druck und büssen je etwa 1 Prozent ein.

Mit dem Deal zwischen US-Präsident Donald Trump und EU-Kommissions-Chef Jean Claude Juncker sind Autozölle erst einmal vom Tisch. Trotzdem machen Autowerte kaum Boden gut: GM-Papiere rutschen erneut um rund 1 Prozent ab, nachdem sie am Mittwoch im Sog einer Gewinnwarnung schon um 4,6 Prozent gefallen waren. Fiat-Chrysler-Titel erholen sich von dem 12-prozentigen Kurssturz um minimale 0,6 Prozent. Die Aktien von Ford brechen um mehr als 4 Prozent ein. Der zweitgrösste US-Autobauer hatte am Mittwoch nach Handelsschluss seine Prognose gesenkt.

Die Papiere von Qualcomm heben um 5 Prozent ab. Händler sind erleichtert, dass der US-Chipkonzern die rund 44 Milliarden Dollar schwere Übernahme für das niederländische Halbleiter-Unternehmen NXP abgeblasen hat. Die in New York gelisteten NXP-Titel verlieren mehr als 5 Prozent.

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12:05

Der Schweizer Aktienmarkt ist bis Donnerstagmittag von den anfänglichen Gewinnen etwas zurückgefallen, der SMI steht aber immer noch über 9100 Punkten. Für gute Stimmung sorgen einerseits mehrere gute Halbjahresabschlüsse einheimischer Unternehmen, darunter Nestlé und Roche, und anderseits der Umstand, dass US-Präsident Donald Trump und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker eine Einigung im Streit um Strafzölle erzielt haben.

Der SMI steht am Mittag 1,0 Prozent höher bei 9107 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI gewinnt 0,9 Prozent auf 1493 Punkte und der breite SPI 1,0 Prozent auf 10'854.

Von den anfänglichen Gewinnen etwas zurückgefallen sind Nestlé mit noch +1,8 Prozent. Der traditionsreiche Nahrungsmittelkonzern aus Vevey weiss die Markterwartungen an die erste Jahreshälfte einigermassen zu erfüllen.

Ebenfalls etwas von ihren morgendlichen Zugewinnen abgegeben haben Roche mit +1,8 Prozent. Die Analysten zeigen sich in ihren ersten Reaktionen durchs Band äusserst angetan von den Roche-Zahlen.

Als einer von drei Verlierern im SLI stehen Swiss Life (-0,7%) am Ende der Tabelle. Der Titel wird von einer Rückstufung auf "Underweight" durch J.P. Morgan gebremst.

Im breiten Markt stehen nach Resultaten Autoneum (+0,6%) im Fokus. Der Zulieferer für die Automobilindustrie konnte zwar mehr Umsatz erzielen, doch musste das Unternehmen bei den Gewinnzahlen eine leicht rückgängige Entwicklung hinnehmen. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht zum Mittag.)

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10:35

Die Schweizer Börse legt am Donnerstagmorgen auf breiter Front zu. Die Entschärfung des Handelsstreits der USA mit Europa und gute Firmenergebnisse stimmten die Anleger kauffreudig, sagen Händler. Der SMI steigt um 1,3 Prozent auf 9138 Punkte - der höchsten Stand seit Anfang Februar. Am Mittwoch hatte der Leitindex 0,15 Prozent zugelegt.

Im Blick haben Anleger die Index-Schwergewichte Roche und Nestlé. Sie locken Investoren mit erfreulichen Halbjahresabschlüssen an.

Gestiegene Verkäufe neuer Medikamente bescherten dem Pharmakonzern Roche ein überraschend gutes erstes Halbjahr 2018. Trotz zunehmender Konkurrenz durch billigere Nachahmer-Medikamente stieg der Umsatz um 7 Prozent auf 28,1 Milliarden Franken. Der Gewinn kletterte um 35 Prozent auf 7,5 Milliarden Franken. Der Genussschein steigt um 2,4 Prozent auf 244,05 Franken. Das Ergebnis sei besser als erwartet, heisst es bei Analysten.

Auch der Halbjahresbericht von Nestlé kommt gut an. Die Aktie legt 2,8 Prozent zu, nachdem der Nahrungsmittelriese eine Wachstumsbeschleunigung für das zweite Halbjahr angekündigt hatte. Die Verbesserungsmassnahmen zeigten Wirkung - sowohl im Bereich Wachstum als auch bei der Renditeentwicklung. "Uns gefällt, dass Nestlé die Produktinnovation beschleunigt hat, um das Wachstum anzukurbeln", kommentiert die Bank Vontobel.

Die Aktie von Sika gewinnt 1,7 Prozent. Der Bauchemiekonzern verbuchte im ersten Halbjahr ein Umsatzplus von 15,9 Prozent auf den Rekordwert von 3,47 Milliarden Franken. Der Gewinn stieg um 11,4 Prozent auf 318 Millionen Franken. Kosten von 23 Millionen Franken in Zusammenhang mit dem abgewehrten Übernahmeversuch des französischen Baustoffherstellers Saint-Gobain lasteten auf dem Ergebnis. "Die Zahlen sind etwas besser als erwartet - wie üblich", sagt ein Händler.

Die Anteile von Adecco steigen um 1,2 Prozent. Der Personalvermittler hat die verbleibende Beteiligung an Beeline an den Finanzinvestor New Mountain Capital verkauft. Daraus werde ein Barertrag von 172 Millionen Euro nach Steuern erwartet. "Diese Portfoliobereinigung werten wir als positiv, insbesondere, da sie zu einem erfreulichen Mittelzufluss führt", kommentiert Marco Strittmatter von der Zürcher Kantonalbank.

Um 0,8 Prozent schwächer sind die Aktien von Swiss Life. J.P. Morgan hat den Titel auf "Underweight" von "Neutral" zurückgestuft.

Die Aktien von Autoneum verlieren 1,4 Prozent. Der Autozulieferer hat im ersten Halbjahr mit 60,1 Millionen Franken leicht weniger Gewinn als im Vorjahr verbucht. Die Ebit-Marge sank auf 7,5 von 8,4 Prozent. Für 2018 erwartet die Firma eine Ebit-Marge von 7 Prozent.

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09:10

Der SMI geht mit einem Plus von 1,1 Prozent bei 9119 Punkten in den Handel. Das grösste verzeichnen Roche (+2,8 Prozent). Der Pharmakonzern überraschte nach einem starken ersten Halbjahr mit einem erneut erhöhten Ausblick für das Gesamtjahr. Nestlé notieren 0,7 Prozent höher. Der Nahrungsmittelkonzern ist im ersten Halbjahr 2018 etwas schneller gewachsen als von Analysten erwartet. 

Die sich abzeichnende Entspannung zwischen der EU und den USA im Handelsstreit sorgt ebenfalls für Unterstützung an den Märkten. Die beiden Parteien wollen Gespräche über die Abschaffung von Zöllen auf Industriegüter beginnen. 

Mit neuen Rekordwerten im ersten Halbjahr wartete der Bauchemiekonzern Sika auf, die Aktien legen darauf 1,7 Prozent zu. Daneben steigen auch UBS (+1,6 Prozent), ABB (+1,4 Prozent) und Adecco (+1,4 Prozent) überdurchschnittlich an. Einzig Swiss Life (-0,5 Prozent) fallen nach einer Herunterstufung.

Im breiten Markt stehen nach Resultaten Autoneum (-0,9 Prozent) im Fokus. Der Zulieferer für die Automobilindustrie konnte zwar mehr Umsatz erzielt, doch musste das Unternehmen bei den Gewinnzahlen eine leicht rückgängige Entwicklung hinnehmen. Inficon gewinnen 2,4 Prozent. Das Messtechnikunternehmen Inficon hat im zweiten Quartal 2018 den Umsatz gesteigert und dabei auch die Gewinnziffern deutlich verbessert.

Daneben standen auch Unternehmenszahlen von Also (+0,7 Prozent), KTM (+0,8 Prozent), Cosmo (-0,2 Prozent), Graubündner Kantonalbank (+0,4 Prozent) und Basler Kantonalbank (+1,3 Prozent) auf dem Programm.

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08:46

Wegen den anhaltenden Handelsstreits zwischen den USA und China haben sich Anleger mit Engagements an den asiatischen Aktienmärkten zurückgehalten. Der japanische Nikkei-Index lag am Donnerstag knapp im Minus bei 22'586,87 Punkten und die Börse Shanghai gab 0,7 Prozent nach. US-Präsident Donald Trump habe zwar den Zollkonflikt mit der EU entschärft, gegenüber China zeige er sich aber unnachgiebig, sagten Börsianer. Offenbar wolle er die EU und China gegeneinander ausspielen.

Gegen den Trend legten die Aktien von Advantest 6,3 Prozent zu. Der Chipindustrie-Ausrüster steigerte seinen Quartalsumsatz um knapp 75 Prozent auf umgerechnet 546 Millionen Euro. Der Reingewinn vervielfachte sich auf 107 Millionen Euro. 

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08:06

Der Swiss Market Index (SMI) wird von der Bank Julius Bär vorbörslich mit 9096 Punkten (+0,9 Prozent) berechnet. Haupttreiber sind die Titel von Nestlé (+1,6 Prozent) und Roche (+2,6 Prozent). Beide Schwergewichte haben überzeugende Halbjahreszahlen vorgelegt. Die restlichen SMI-Valoren steigen vorbörsliche im Bereich von +0,2 Prozent. Am breiten Schweizer Aktienmarkt stehen zudem Autoneum (-1,9 Prozent) nach Zahlen im Fokus.

Der Markt dürfte auch von der Entschärfung des Handelsstreits mit den USA profitieren. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und US-Präsident Donald Trump hatten sich bei ihrem Treffen überraschend darauf geeinigt, Verhandlungen zum Abbau von Handelshemmnissen aufzunehmen. Damit sind US-Strafzölle auf europäische Autos vorerst vom Tisch.

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07:50

Ein Blick auf die Rohstoffmärkte. Die Preise für Rohöl sinken leicht. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet derzeit 74,23 Dollar (-0,2 Prozent), die US-Sorte WTI notiert bei 69,31 Dollar (-0,1 Prozent). Nach Angriffen jemenitischer Rebellen hat Saudi-Arabien mit sofortiger Wirkung alle Fahrten von Öltankern durch den Bab al-Mandab in Richtung Rotes Meer vorerst gestoppt (mehr dazu hier). 

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06:45

Die Sorge über eine Reduzierung der Käufe börsennotierter Fonds (ETFs) durch die Bank von Japan zog den Nikkei im Vormittagshandel leicht mit 0,10 Prozent ins Minus auf 22.592 Punkte. Der weiter gefasste Topix-Index legte dagegen um 0,96 Prozent auf 1765 Punkte zu. "Der Markt ist in seiner Breite betrachtet sehr stark. Die veröffentlichten neuen Geschäftszahlen der Unternehmen sehen sehr gut aus", sagte Hiroki Takashi, Chefstratege von Monex Securities. Gewinner an der Börse war der Hersteller von Chipfabrikationsgeräten Advantest mit einem Plus von mehr als neun Prozent.

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06:36

Im Devisenhandel legte der Euro nach der Entschärfung im Handelsstreit zwischen den USA und der Europäischen Union auf 1,1738 Dollar zu, nachdem er bereits am Vortag 0,4 Prozent hinzugewonnen hatte. Der Dollar gab zum Yen um 0,15 Prozent auf 110.805 Yen nach.

(cash/Reuters/AWP)

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