+++Börsen-Ticker+++ - US-Börsen legen weiter zu - Boeing lastet auf Dow

Nach der Erholungsrally zum Wochenauftakt haben die US-Börsen am Dienstag überwiegend weiter zugelegt. Als Kursstütze erwiesen sich amerikanische Inflationsdaten.
12.03.2019 22:35
Auch am Dienstag lasten die Verluste bei den Boeing-Aktien schwer auf dem Dow-Jones-Index (im Bild die innerhalb kurzer Zeit zweimal verunfallte Boeing 737 MAX 8).
Auch am Dienstag lasten die Verluste bei den Boeing-Aktien schwer auf dem Dow-Jones-Index (im Bild die innerhalb kurzer Zeit zweimal verunfallte Boeing 737 MAX 8).
Bild: ZVG

21:35

Die Inflationsrate in den USA ist im Februar auf den tiefsten Stand seit September 2016 gefallen. Der Dow Jones wurde allerdings - wie schon am Montag in den ersten Handelsstunden - von der Kursschwäche von Boeing ausgebremst. Er schliesst 0,4 Prozent im Minus bei 25'555 Punkten.

Dass das Londoner Parlament das Brexit-Abkommen der britischen Premierministerin Theresa May mit der Europäischen Union erneut ablehnte, kam nicht überraschend und liess die Aktiennotierungen in New York kalt.

Für den marktbreiten S&P 500 gings um weitere 0,3 Prozent auf 2792 Punkte hoch. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 gewinnt 0,5 Prozent auf 7201 Zähler - bei 7219 Zählern hatte er im Tagesverlauf den höchsten Stand seit fast fünf Monaten erreicht.

Bei den Einzelwerten stand erneut Boeing im Fokus. Die Aktien des Flugzeugbauers knüpfen mit über 6 Prozent Minus als Dow-Schlusslicht an ihre schwache Vortagsentwicklung an, nachdem nun immer mehr Länder ihren Luftraum für die Unglücksmaschine Boeing 737 Max 8 sperren.

Unter den Nachrichten von Boeing leiden auch die Titel von US-Fluggesellschaften: Für United Continental und American Airlines gehts um 3,0 beziehungsweise 3,5 Prozent bergab.

Beim Elektroautobauer Tesla müssen die Anleger nach der jüngsten Erholung wieder einen Rückschlag verkraften: Die Papiere gehören mit einem Minus von rund 2,5 Prozent zu den grössten Verlierern im Nasdaq 100.

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17:35

Die Schweizer Börse hat am Dienstag nachgegeben. Gedämpft wurde die Stimmung vor allem vom anhaltenden Tauziehen um das geplante Ausscheiden Grossbritanniens aus der EU. Der Leitindex SMI steht zum Börsenschluss 0,1 Prozent tiefer bei 9332 Punkten.

Bei den SMI-Werten sind die Gewinner leicht in der Überzahl. Ein Branchentrend ist nicht erkennbar. Die rote Laterne hält Geberit mit einem Kursverlust von 1,7 Prozent. Zwar verdiente der Sanitärtechnikkonzern im vergangenen Jahr dank Volumensteigerungen und Preiserhöhungen 13,2 Prozent mehr und hebt die Dividende an. Im laufenden Jahr rechnet Geberit aber mit Gegenwind durch den Brexit und die ab dem zweiten Quartal wieder steigenden Rohmaterialpreise.

Auch von Credit Suisse und Richemont trennten sich Anleger im grösseren Stil, kauften dagegen Anteile von Lonza und Swisscom.

Am breiten Markt schickten weitere Kosten für die Entwicklung des Kontrastmittels Methylenblau MMX und die Ungewissheit über dessen Marktstart in den USA die Cosmo-Aktien auf Talfahrt: Der Pharmawert fiel zeitweise um gut 13 Prozent auf den tiefsten Stand seit einem Jahr, bei Handelsschluss ist er noch 6,6 Prozent im Minus.

Dagegen steigen die Anteile von Galenica um 6,2 Prozent. Der Apothekenbetreiber schnitt im vergangenen Jahr besser ab als im Markt erwartet, hebt die Dividende an und will die Ausschüttung im kommenden Jahr zumindest stabil halten.

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15:00

Gestützt auf ermutigende Konjunkturdaten setzen die US-Aktienindizes ihre Erholung mehrheitlich fort. Ein erneuter Kursrutsch bei Boeing drückte jedoch den Dow Jones zur Eröffnung leicht ins Minus. Die Aktien des Flugzeugherstellers Boeing fallen um 4,3 Prozent, nachdem weitere Staaten Maschinen des Typs 737 MAX Flugverbot erteilt hatten. Grund hierfür ist der zweite Absturz dieses Modells binnen weniger Monate. In beiden Fällen ist die Unglücksursache unklar. Seit Wochenbeginn ist der Börsenwert von Boeing um 21 Milliarden Dollar geschrumpft. Das entspricht etwa der Marktkapitalisierung von ABB.

Erleichtert reagieren Anleger dagegen auf den im Rahmen der Erwartungen ausgefallenen Anstieg der US-Inflation. Die Teuerung lag im Februar bei 0,2 Prozent. "Das erfordert keine Zinserhöhung der Notenbank Fed", sagt Rick Meckler, Manager beim Vermögensverwalter Cherry Lane.

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11:50

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Dienstagmittag leicht im Minus, nachdem er noch moderat im Plus eröffnet hatte. Die anfängliche Euphorie, wonach in Sachen Brexit eine späte Einigung gefunden worden sei, habe nicht lange gehalten, meinen Händler. Der SMI notiert um 11.10 Uhr 0,2 Prozent tiefer bei 9328 Punkten, nachdem er im frühen Handel noch auf bis knapp 9367 Zähler gestiegen war. Der 30 Aktien umfassende SLI sinkt um 0,1 Prozent auf 1439 Zähler und der breite SPI um 0,1 Prozent auf 11'048 Stellen.

Grösste Verlierer sind aktuell Temenos (-2,3%) vor Geberit (-2,1%). Zu letzteren gab es vorbörslich Zahlen. In Analystenkreisen werden die Aussagen zum Ausblick mit einem Stirnrunzeln zur Kenntnis genommen. Eine leise Enttäuschung sei auch die Dividende.

Stark im Minus sind ausserdem die Aktien der Grossbank Credit Suisse (-1,7%), wobei Händler auf Gerüchte um eine Verkaufsempfehlung verweisen.

Bei den Gewinnern legen ClariantDufryKühne+Nagel und LafargeHolcim etwas mehr als 1 Prozent zu.

Am breiten Markt ziehen SHL (+10%) nach Zahlen stark an. Auch Aryzta (+8,1%) sind gefragt, nachdem das Unternehmen laut Händlern einen ersten Schritt im mehrjährigen Turnaround-Plan gemacht hat. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht am Mittag.)

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09:10

Weltweit performen die Märkte gut Händler begründen die aufgehellte Stimmung mit Hoffnungen auf einen geordneten Brexit. Der SMI schafft nach dem Handelsstart allerdings nur ein ganz leichtes Plus von 0,02 Prozent auf 9443 Punkte. 

Kurz vor der Abstimmung über den Brexit-Vertrag im britischen Parlament (voraussichtlich 20.00 Uhr mitteleuropäische Zeit) hat Premierministerin Theresa May der EU doch noch Zugeständnisse abgerungen. Es geht um die umstrittene irisch-nordirische Grenzfrage, die als wesentliches Hindernis für eine Zustimmung des Unterhauses gilt. Es ist allerdings nach wie vor unklar, ob der Formelkompromiss ausreicht, um May eine Mehrheit zu sichern.

Am Schweizer Aktienmarkt ist das Bild gemischt: Deutlich sind die Avancen bei Geberit (+0,6 Prozent). Der Sanitärkonzern hat am Morgen ein Jahresergebnis am oberen Rand der Erwartungen vorgelegt. Zudem soll die Dividende zum achten Mal in Folge erhöht werden.

Ausgeprägt dagegen sind die Verluste bei den Papieren der CS (-0,8 Prozent), UBS (+0,5 Prozent) steigen hingegen. Bei Zyklikern wie ABB (+0,5 Prozent), Adecco (+0,6 Prozent) und LafargeHolcim (+0,7 Prozent) zeichnen sich überdurchschnittlich positive Bewegungen ab. Bei LafargeHolcim dürfte ausserdem eine bestätigte "Overweight"-Empfehlung von J.P. Morgan stützend wirken. Im Minus sind die defensiven Titel von Nestlé (-0,5 Prozent). Die anderen Schwergewichte Roche und Novartis sind mehr oder weniger neutral.

Am breiten Markt zeichnen sich bei Aryzta (+12,1 Prozent) enorm steigende Kurse ab, nachdem der Backwarenkonzern im ersten Halbjahr 2018/19 organisch deutlich über den Erwartungen gewachsen ist. Applaus erhält nach Zahlen auch Galenica (+3,2 Prozent). Gut werden hingegen die Zahlen des Flughafens Zürich (+2,2 Prozent) aufgenommen.

Bergab dürfte es hingegen mit den Papieren des Pharmaunternehmens Cosmo Pharmaceuticals (-9,6 Prozent) gehen. Das Unternehmen war mit einem weiteren Rekurs gegen einen Entscheid der US-Gesundheitsbehörde FDA erfolglos.

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08:25

Eine Rally bei Technologietiteln und die Hoffnung auf eine Brexit-Einigung haben die Börsen in Asien am Dienstag in die Höhe getrieben. In Tokio stieg der Leitindex Nikkei der 225 führenden japanischen Werte um 1,8 Prozent auf 21.503 Punkte. Chinas Standardwerte-Barometer CSI300 legte um ein halbes Prozent auf 3.747 Zähler zu.

"Wenn das Thema Brexit jetzt tatsächlich erst einmal vom Tisch verschwindet, dürfte einiges an Geld wieder in die Aktienmärkte zurückfliessen", sagte Greg McKenna, Anlagestratege beim Researchhaus McKenna Macro. Die britische Premierministerin Theresa May rang sich von der EU im Streit über den Brexit-Vertrag unmittelbar vor einer entscheidenden Parlamentsabstimmung am Dienstag Zusicherungen ab. So soll die Frist für eine Grenzregelung in Irland - der sogenannte Backstop - bis Ende 2020 verlängert werden.

"Das Happy End ist zum Greifen nahe, denn die Chancen für ein 'Ja' auf der heutigen Abstimmung sind sicherlich gestiegen", sagte Commerzbank-Analystin Antje Praefcke. "Aber wenn wir eins in den letzten Monaten gelernt haben, dann, dass in der britischen Politik leider nichts sicher ist." Rückenwind für die asiatischen Märkte kam auch von der Wall Street. Dort hatten Technologiewerte wie Apple und Nvidia deutliche Kursgewinne verzeichnet. In Tokio rückten die Titel des Chipkonzerns Tokyo Electron um 2,1 Prozent vor, TDK gewannen 4,5 Prozent und Sumco 2,2 Prozent. 

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08:10

Der SMI legt vorbörslich um 0,4 Prozent auf 9374 Punkte zu. Die Stimmung an den asiatischen Börsen ist gut, nachdem es offenbar Verhandungsfortschritte zur Lösung der Brexit-Impasse gibt. Im Lauf des Tages stimmt das britische Parlament über den EU-Austrittsvertrag ab (zu den vorbörslichen SMI-Kursen). 

Zykliker wie Adecco und ABB sowie die Banken UBS und Credit Suisse (je +0,5 Prozent) steigen etwas stärker als der übrige Markt - ein typisches Bild, das sich bei guten Nachrichten für den Finanzmarkt bei den Vorbörsenberechnungen von Julius Bär zeigt. Am stärksten höher gestellt ist allerdings nach den Jahreszahlen Geberit (+1,3 Prozent).

Am breiten Markt punktet Aryzta (+5,5 Prozent), nachdem das Krisenunternehmen wieder organisches Wachstum vermeldet hat. Das Biopharmaunternehmen Cosmo (-6,1 Prozent) akzeptiert einen negativen Bescheid der US-Zulassungsbehörden und muss neue Studien anfertigen. 

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07:55

Die Ölpreise haben am Dienstag an ihre Tendenz vom Wochenauftakt angeknüpft und sind leicht gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 66,67 Dollar. Das waren neun Cent mehr als am Montag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 13 Cent auf 56,92 Dollar.

Marktteilnehmer erklären die zuletzt steigenden Rohölpreise vor allem mit zwei Entwicklungen: Zum einen wurde auf die Absicht Saudi-Arabiens verwiesen, weiterhin deutlich weniger Erdöl zu fördern, als es im Rahmen des Ölkartells Opec eigentlich möglich wäre. Damit will das Land das Angebot knapp und die Preise hoch halten.

Hinzu kommt die Energiekrise in Venezuela. Laut Medienberichten wird die Rohölförderung stark durch die ständigen Stromausfälle beeinträchtigt. Wegen der schweren Wirtschaftskrise, die Venezuela durchläuft, hat sich die Förderung des ölreichen Landes in den vergangenen Jahren bereits mehr als halbiert.

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07:45

Der Euro und das britische Pfund haben am Dienstag im frühen Handel zugelegt. Am Markt wurde die Hoffnung genannt, dass ein ungeordneter Brexit Ende März doch noch verhindert werden könnte. Am Morgen kostete ein Euro 1,1258 Dollar und damit etwas mehr als am Vorabend. Gegenüber dem Schweizer Franken notiert die europäische Gemeinschaftswährung zu 1,1380 Franken und damit etwas höher als am Vorabend. Gegenüber dem Dollar tendiert der Franken stabil bei 1,0110.

Das britische Pfund stieg stärker als der Euro. Am Morgen lag es gegenüber dem Dollar knapp ein halbes Prozent höher als am Vorabend. Zum Franken zieht das Pfund ebenfalls an auf 1,3352 Franken nach 1,3098 noch am Montagmorgen. Die britische Premierministerin Theresa May hat im Gespräch mit EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker Zugeständnisse im Brexit-Prozess erhalten. Es geht um die umstrittene irisch-nordirische Grenzfrage, die als wesentliches Hindernis für eine Zustimmung des britischen Parlaments zu Mays Brexit-Plan gilt. An diesem Dienstag soll das Unterhaus darüber abstimmen.

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06:40

Neue Hoffnung auf eine Brexit-Einigung hat am Dienstag Asiens Aktienmärkte beflügelt und das britische Pfund steigen lassen. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans notierte gut ein Prozent höher. In Tokio stieg der Leitindex Nikkei der 225 führenden japanischen Werte um knapp zwei Prozent auf 21'534 Punkte. Chinas Standardwerte-Barometer CSI300 legte um 1,6 Prozent weiter zu.

An den Devisenmärkten in Fernost setzte das britische Pfund zum Höhenflug an. Es stieg um 0,5 Prozent auf 1,3215 Dollar.

Am Abend vor der Unterhaus-Abstimmung über den Brexit-Vertrag hatte Premierministerin Theresa May in Gesprächen mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker einen neuen Lösungsvorschlag für das Problem der irischen Grenze ausgehandelt. Der Euro stieg um 0,13 Prozent auf 1,1262 Dollar. Der Dollar stieg zur japanischen Währung ebenfalls geringfügig auf 111,37 Yen

(Reuters/AWP/cash)