+++Börsen-Ticker+++ - US-Börsen profitieren von Entspannung im Handelsstreit

Der Burgfrieden im Handelsstreit zwischen den USA und China hat auch die US-Börsen beflügelt.
03.12.2018 22:45
An der Wall Street kam die Nachricht von der Pause im Zollstreit der USA mit China am Montag positiv an.
An der Wall Street kam die Nachricht von der Pause im Zollstreit der USA mit China am Montag positiv an.
Bild: freeimages.com

22:45

Der Dow Jones der Standardwerte schliesst 1,1 Prozent höher auf 25'826 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 verbessert sich um 1,1 Prozent auf 2790 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq erhöht sich um 1,5 Prozent auf 7441 Punkte.

Der Preis für die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee stieg zeitweise um bis zu 5,3 Prozent auf 62,60 Dollar je Barrel (159 Liter). Das ist der grösste Kurssprung seit zwei Jahren. Rohöl profitierte von der Aussicht auf eine Kürzung der Fördermengen durch das Exportkartell Opec und seiner Verbündeten.

Bei den Einzelwerten gehören die Autobauer zu den Favoriten. Sie profitieren von der Ankündigung Trumps, dass China die Zölle auf US-Importfahrzeuge von derzeit 40 Prozent abbauen werde. General Motors, Ford und Tesla legen bis zu 2,3 Prozent zu.

Investoren griffen auch bei Chip-Werten zu, die stark vom China-Geschäft abhängen. Die Aktien von AMD, Intel, Micron und Texas Instruments gewinnen bis zu 11,3 Prozent.

Gefragt waren zudem konjunkturabhängige Unternehmen wie der Baumaschinenanbieter Caterpillar oder der Flugzeugbauer Boeing. Deren Papiere verteuern sich um bis zu 3,8 Prozent.

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18:20

Die Entspannungssignale im US-chinesischen Handelsstreit haben der Schweizer Börse am Montag Auftrieb gegeben. Der SMI schliesst um 0,8 Prozent fester bei 9107 Punkten. Höher notierte das Bluechip-Barometer zuletzt vor drei Wochen.

Die Schweizer Bluechips zogen mit wenigen Ausnahmen an. An die Spitze setzen sich Werte, die jüngst unter die Räder gekommen waren. Die Aktien von Swatch und Richemont schnellen 4,5 beziehungsweise 3,6 Prozent hoch.

Die Anteile von LafargeHolcim klettern um 2,6 Prozent. Der Zementkonzern hält weiterhin Ausschau nach Zukäufen, wie Firmenchef Jan Jenisch der "SonntagsZeitung" sagte.

Zu den wenigen Verlierern gehören als defensive Anlagen geltende Titel. Die Aktien des Aromenherstellers Givaudan sinken 0,9 Prozent. Der Telekom-Konzern Swisscom büsst 0,8 Prozent ein.

Am breiten Markt stürzen die Aktien des Baukonzerns Implenia nach einer Gewinnwarnung 27 Prozent ab. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenkommentar zum Montag.)

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16:00

Mit Erleichterung reagieren die Anleger auch an den US-Börsen auf die Entspannung im Handelskonflikt zwischen den USA und China. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 steigen zur Eröffnung am Montag um bis zu 1,6 Prozent. Die USA und China einigten sich am Wochenende darauf, die geplante Anhebung von Strafzöllen vorerst auf Eis zu legen. Dies könnte den Startschuss für eine Jahresendrally liefern, sagt Peter Cardillo, Chefökonom des Vermögensberaters Spartan.

Investoren greifen vor allem bei Chip-Werten zu, die stark vom China-Geschäft abhängen. Die Aktien von AMD, Intel, Micron und Texas Instruments gewinnen bis zu 7,3 Prozent. Gefragt sind auch konjunkturabhängige Unternehmen wie der Baumaschinenanbieter Caterpillar oder der Flugzeughersteller Boeing. Deren Papiere verteuern sich um bis zu 6,1 Prozent.

Die Aktien der Autobauer General Motors (GM), Ford und Tesla notieren bis zu 4,2 Prozent im Plus. Sie profitieren zusätzlich von der geplanten Senkung chinesischer Zölle auf Fahrzeuge aus US-Produktion.

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12:10

Der Schweizer Aktienmarkt verzeichnet am Montag klare Gewinne auf breiter Front und knüpft damit an die starke Vorwoche an. Das am G20-Gipfel in Argentinien getroffene Abkommen zwischen den USA und China, vorläufig auf verschärfte Zollmassnahmen zu verzichten, stützt die Aktienmärkte weltweit.

Der SMI steht am Mittag 1,3 Prozent höher bei 9152 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI zieht um 1,7 Prozent auf 1416 Punkte an und der breite SPI um 1,2 Prozent auf 10'671 Punkte.

Am stärksten gesucht sind in der aktuellen Zwischeneuphorie Techtitel wie Logitech (+6,3%), AMS (+5,1%) und Temenos (+5,0%).

Daneben profitieren von der vorläufigen Erleichterung im Zusammenhang mit China Firmen, die stark auf diesen Markt ausgerichtet sind, so etwa Swatch (+5,7%) und Richemont (+3,8%) oder aus dem Bausektor Sika (+2,6%) und LafargeHolcim (+3,8%).

Wie oft in eher euphorischen Phasen rangieren Defensive wie Roche (+0,2%), Nestlé (unver.) oder Swisscom (-0,6%) am Ende der Tabelle. Zu den wenigen Verlierern gehören noch die ebenfalls als defensiv eingeschätzten Givaudan (-0,3%).

Im breiten Markt brechen Implenia nach einer Gewinnwarnung um 28 Prozent ein. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht am Mittag.)

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11:20

Die Annäherung zwischen den USA und China im Handelsstreit sorgt für vorweihnachtliche Hochstimmung an der Schweizer Börse. Der Leitindex SMI geht am Montagmorgen mit einem kräftigen Kursplus von 1,3 Prozent auf 9155 Punkte in die neue Handelswoche - das ist der höchste Stand seit zwei Monaten. "Es ist so gekommen, wie man hoffen konnte", sagt ein Aktienstratege. "Die Stunde der Wahrheit ist um zwei Monate nach hinten verschoben worden."

Die Schweizer Bluechips ziehen mit wenigen Ausnahmen an. An die Spitze setzen sich Werte, die jüngst unter die Räder gekommen waren. Die Aktien von Swatch und Richemont schnellen 6,4 beziehungsweise 4,0 Prozent hoch. Die beiden Luxusgüterhersteller, für die Hongkong und China bedeutende Märkte sind, reagieren besonders sensibel auf Entwicklungen im Handelsdisput.

Die Anteile von LafargeHolcim klettern um 4,4 Prozent. Der Zementkonzern hält weiterhin Ausschau nach Zukäufen, wie Firmenchef Jan Jenisch der "SonntagsZeitung" sagte.

Generell in der Gunst der Anleger stehen Banken und konjunkturzyklische Werte. Credit Suisse, Julius Bär und die Bauchemiefirma Sika gewinnen mehr als 3 Prozent an Wert. Die Titel von Adecco, UBS und SGS ziehen mehr als 2 Prozent an.

Zu den wenigen Verlierern gehören die als defensive Anlagen geltenden Marktschwergewichte: Die Anteile des Pharmariesen Roche geben 0,2 Prozent nach. Die Aktien des Telekomanbieters Swisscom rutschen 0,4 Prozent ab.

Am breiten Markt stürzen die Implenia-Aktien 27,4 Prozent ab. Der Baukonzern gab eine Gewinnwarnung ab und rechnet wegen Problemen im internationalen Geschäft 2018 nur mehr einen Betriebsgewinn (Ebit) von rund 130 Millionen Franken.

Von Roll gewinnt 12,3 Prozent an Wert. Das Industrieunternehmen stehe in Abschlussverhandlungen für verschiedene Grossaufträge mit internationalen Fahrzeugherstellern.

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09:10

Der Swiss Market Index (SMI) legt unmittelbar nach Börseneröffnung 1,3 Prozent auf 9153 Punkte zu. Beflügelt wird die Börsenstimmung zum Wochenstart insbesondere vom zwischen den USA und China am G20-Gipfel in Argentinien ausgehandelten "Waffenstillstand" in Sachen Strafzölle. Damit gibt es zumindest für die Eröffnungsphase eine Fortsetzung des Aufwärtstrends der Vorwoche.

Am meisten profitieren derzeit Titel mit einem starken Geschäft in China, wie Richemont (+4,1 Prozent) und Swatch (+6,3 Prozent) oder auch die Grossbanken UBS (+2,9 Prozent) und CS (+3,1 Prozent). LafargeHolcim (+3,5 Prozent) werden zusätzlich von einer Aufstufung durch die Deutsche Bank auf "Buy" gestützt.

Novartis (+1,1 Prozent) ragen zwar nicht obenaus, fallen gegenüber dem Gesamtmarkt aber auch nicht gross ab. Der Pharmakonzern hat am Wochenende verschiedene Studiendaten veröffentlicht, dies im Rahmen des Kongresses der American Society of Hematology (ASH) in San Diego. Ausserdem verbucht Novartis einen Erfolg bei der US-Zulassungsbehörde FDA, welche den Zulassungsantrag für eine Genersatztherapie gegen erblich bedingten Muskelschwund (SMA) genehmigt und der Therapie gleichzeitig eine beschleunigte Überprüfung zugesagt hat.

Im breiten Markt stehen unter anderem Implenia (noch kein Kurs) nach einer Gewinnwarnung im Fokus. Ebenfalls noch ohne Kurs ist U-Blox, welche von einer Heraufstuftung der Zürcher Kantonalbank auf Übergewichten profitieren könnten.

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08:55

Der japanische Nikkei-Index schloss den Handel am Montag ein Prozent höher bei 22.574 Punkten. Die Börsen in Shanghai und Shenzen sowie in Hongkong legten zwischen zwei und drei Prozent zu. "Der Risikoappetit bei Investoren ist wieder da, aber die Zeit muss zeigen, wie nachhaltig der Optimismus ist", sagte Volkswirtin Jo Masters von der Bank ANZ.

Analyst Robert Rennie von der Bank Westpac bezeichnete die Vereinbarung zwischen China und den USA als einen "Mini-Durchbruch". "Wir sehen im Moment erst einmal eine Pause im Handelsstreit, ein umfassender Handelsdeal sieht anders aus." Nach dem Treffen von US-Präsident Donald Trump und seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping am Rande des G20-Gipfels in Argentinien gaben die USA bekannt, dass die für Anfang Januar angedrohte nächste Runde von Strafzöllen erst einmal verschoben wird. Binnen 90 Tagen wollen die beiden ihre Streitigkeiten beilegen.

Gefragt waren in Japan vor allem Aktien von Autobauern wie Toyota, die 3,4 Prozent zulegten. Die Aktien von Hitachi und TDK - beide sind stark im chinesischen Markt engagiert - rückten um je gut vier Prozent vor. An der Börse in China schossen die Titel von Grand Automotive um zeitweise rund zehn Prozent in die Höhe.

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08:10

Der Swiss Market Index (SMI) legt in der von Julius Bär berechneten Vorbörse um 1,5 Prozent zu. In der alten Woche schloss der Leitindex um 2,2 Prozent höher bei  9038 Punkten.

Sämtliche SMI-Werte sind deutlich im Plus. Am stärksten ist die Zunahme bei LafargeHolcim (+3,4 Prozent) sowie ABB und UBS (beide je + 2,6 Prozent).

Dass Donald Trump und der chinesische Staatschef Xi Jinping miteinander geredet hätten, sei bereits die zentrale Botschaft, hiess es am Markt. Ansonsten sei man so schlau wie zuvor, denn die grosse Lösung im Handelsstreit sei dies nicht. An anderer Stelle wurde das Ultimatum von 90 Tagen zumindest als "Haar in der Suppe" bezeichnet.

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06:50

Die Ölpreise sind am Montag deutlich gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 62,33 Dollar. Das sind 2,87 Dollar oder rund fünf Prozent mehr als zum Wochenausklang am Freitagabend. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) verteuerte sich um 2,70 Dollar auf 53,63 Dollar. Damit stoppten beiden Ölsorten erst einmal die seit Anfang Oktober anhaltende Talfahrt.

Experten führten die Kursgewinne zum Wochenstart vor allem darauf zurück, dass Russland und Saudi-Arabien ihren Pakt zur stärkeren Kontrolle des Ölmarkts verlängert hatten. Damit dürfte der Weg für eine Senkung der Produktion der wichtigsten Ölförderstaaten der Welt frei sein, um das Überangebot zu reduzieren. Die Staaten der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) kommen Ende der Woche mit anderen wichtigen Förderländern zusammen, um über die Reaktion auf den Ölpreisverfall der vergangenen Wochen zu beraten.

Experten gehen von einer Drosselung der Produktion aus - die Frage ist dabei aber vor allem wie stark die Fördermenge gesenkt werden soll und wie einig sich die Staaten sind. In dem nordamerikanischen Land Kanada, das nicht zur Opec gehört, hatte die Provinz Alberta bereits am Wochenende reagiert. Die wichtigste Ölförderregion des Landes will ab Januar die Produktion um deutlich reduzieren, um die hohen Lagerbestände abzubauen.

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06:35

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index notierte am Mittag 1,4 Prozent fester bei 22.666 Punkten und erreichte den höchsten Stand seit sieben Wochen. Zu den Gewinnern gehörten die Aktien von den Unternehmen, die besonders stark auf dem chinesischen Markt aktiv sind. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 1,5 Prozent auf 1693 Zähler. In China schnellte der Index der Börsen Shanghai und Shenzhen um 2,75 Prozent nach oben. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans legte 1,8 Prozent zu.

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06:30

Die Entschärfung des Handelsstreits beflügelte den Dollar, der mit 113,57 Yen 0,1 Prozent mehr kostete. Westpac-Devisenexperte Robert Rennie warnte vor allzugrossem Optimismus nach der Einigung zwischen den USA und China. So blieben strittige Themen wie der Technologietransfer noch ungeklärt. "Diese Vereinbarung zwischen den USA und China kann besser als 'Mini-Durchbruch' gewertet werden, der eine Pause in dem Konflikt bietet, denn als umfangreiches Abkommen." Der Euro legte 0,3 Prozent auf 1,1349 Dollar zu. Der Schweizer Franken wurde mit 0,9979 Franken je Dollar und 1,1326 Franken je Euro gehandelt.

(cash/AWP/Reuters)