+++Börsen-Ticker+++ - US-Börsen: Rekordjagd pausiert - Übernahmen im Fokus

Die Wall Street hat am Montag erst einmal ihrer jüngsten Rekordjagd Tribut gezollt. Die Anleger sicherten die jüngsten Gewinne.
24.09.2018 22:39
Trader in der Börse von New York.
Trader in der Börse von New York.
Bild: Bloomberg

22:30

Der Leitindex Dow Jones Industrial schloss mit einem Minus von 0,68 Prozent bei 26 562,05 Punkten. Zuvor hatte er sich zwei Wochen lang fast stetig nach oben gearbeitet und am vergangenen Freitag den zweiten Tag in Folge ein Rekordhoch erreicht. Ähnliches galt für den marktbreiten S&P 500 , der am Montag um 0,35 Prozent auf 2929,37 Punkte nachgab. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 drehte indes im Handelsverlauf ins Plus und verabschiedete sich 0,23 Prozent höher bei 7548,75 Zählern.

Nachdem die USA Strafzölle auf chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden US-Dollar in Kraft gesetzt haben, sind nunmehr die Hälfte aller Wareneinfuhren von dort mit Sonderabgaben belegt. Als Vergeltung verhängte China umgehend eigene Extrazölle auf Einfuhren aus den USA im Wert von 60 Milliarden Dollar. Ihr Umfang ist geringer, weil die USA gar nicht so viel nach China exportieren. Zudem legte Peking die Handelsgespräche mit Washington auf Eis.

In der Medienbranche fiel im langen Übernahmekampf um den britischen Bezahlsender Sky eine Entscheidung: Der US-Kabelgigant Comcast stach mit seiner knapp 30 Milliarden Pfund schweren Offerte den Medienkonzern 21st Century Fox von Rupert Murdoch aus. Die Comcast-Titel verloren daraufhin knapp 6 Prozent, wogegen es für Fox um gut anderthalb Prozent nach oben ging. In London schlossen die Sky-Papiere knapp 9 Prozent höher.

Die Disney-Titel waren mit über 2 Prozent Plus Spitzenreiter im Dow.

Bewegung kam auch in die Goldminen-Branche: Das kanadische Unternehmen Barrick Gold will den in Afrika engagierten Konzern Randgold schlucken. Die an der Wall Street notierten Anteilscheine von Barrick Gold stiegen um knapp fünfeinhalb Prozent und die Randgold-Aktien verabschiedeten sich in London rund 6 Prozent fester aus dem Handel.

Indes entsteht im amerikanischen Musikradio-Markt durch einen Milliardendeal ein neues Schwergewicht: Der vor allem auf Satelliten-Übertragungen spezialisierte Konzern Sirius XM will das Internet-Radio Pandora kaufen. Hier hielt sich die Freude der Anleger letztlich aber in Grenzen: Die Anteilsscheine von Pandora verloren letztlich über 1 Prozent und Sirius sackten gar um mehr als 10 Prozent ab.

Ähnlich skeptisch wurde das mögliche Interesse des US-Modekonzerns Michael Kors am italienischen Konkurrenten Versace aufgenommen: Die Aktien der Amerikaner fielen um über 8 Prozent.

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18:05

Die Schweizer Börse ist mit Kursverlusten in die neue Handelswoche gestartet. Händler erklärten, die Hoffnungen auf eine einvernehmliche Beilegung des Handelsstreit zwischen den USA und China hätten sich verflüchtigt.

Nach einem Bericht des Internetportals Axios über einen angeblichen Rücktritt des stellvertretenden US-Justizministers Rod Rosenstein, der für die Ermittlungen zur russischen Einflussnahme auf die US-Präsidentenwahl 2016 verantwortlich ist, hätten sich die Kursverluste zudem noch ausgeweitet.

Der SMI ermässigte sich um 0,6 Prozent auf 8946 Punkte, nachdem der Leitindex am Freitag wieder unter die psychologisch wichtige 9000er-Marke gerutscht war. Am Montag traten die von den USA erhobenen Zölle auf einen großen Teil der chinesischen Importe in Kraft. Zudem erhob die Regierung in Peking schwere Vorwürfe gegen den Kontrahenten. Die USA verfolgten eine Strategie der "Handels-Tyrannei", zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Montag aus einem Weißbuch der Pekinger Führung.

Für die Marktteilnehmer gab es weitere Gründe, sich nicht zu weit aus dem Fenster zu lehnen. Am Mittwoch folgt die Zinsentscheidung der US-Notenbank. Eine Anhebung des Schlüsselzinses um einen Viertel Prozentpunkt gilt als ausgemachte Sache, wichtiger dürften die Erläuterungen von Fed-Chef Jerome Powell sein.

Die Schweizer Standardwerte gingen grossmehrheitlich schwächer aus dem Handel. Die rote Laterne hielt der Prüfkonzern SGS mit einem Minus von 1,12 Prozent. Die Aktien des Uhrenkonzerns Swatch büssten 1,09 Prozent ein. Trotz guter Nachrichten ermässigten sich die ABB-Aktien um 0,8 Prozent. Der Elektrotechnikkonzern informierte über einen Grossauftrag für Stromrichterstationen. Auch die Sanitärtechnikfirma Geberit und das Bauchemieunternehmen Sika gingen tiefer aus dem Handel.

Die Adecco-Titel rutschten 0,6 Prozent ab auf 52,52 Franken. Konzernchef Alain Dehaze sagte in der "Finanz und Wirtschaft", dass der Personalvermittler wegen Investitionen kurzfristig tiefere Margen in Kauf nimmt. Und HSBC senkte das Kursziel auf 82 von 92 Franken, blieb aber bei der Empfehlung "Buy".

Merklich auf dem SMI lasteten auch defensive Schwergewichte. Nestle verloren ein Prozent. Die Roche-Anteile sanken um 0,9 Prozent. Novartis hielten sich mit einem Abschlag von 0,1 Prozent besser. Der Pharmakonzern will das Augenmedikament Lucentis ausserhalb der USA künftig breiter einsetzen und die Zulassung zur Behandlung einer seltenen Netzhauterkrankung bei Frühgeborenen, die oft zur Erblindung führt, beantragen. Zudem untermauerte eine neue Auswertung von spätklinischen Daten die Wirksamkeit des in der Entwicklung steckenden Medikaments Brolucizumab/RTH258 gegen die Augenerkrankung AMD.

Der einzige Schweizer Standardwert mit Kursgewinnen war Swiss Re. Die Titel wurden um 0,1 Prozent höher bewertet. Der Rückversicherer hat Andreas Berger zum Chef der Sparte Corporate Solutions ernannt. Die Zurich-Anteile verzeichneten minimale Abgaben. Der Versicherer könnte die für 2017 bis 2019 ausgegebenen Finanzziele übertreffen, wie Konzernchef Mario Greco der italienischen Zeitung "La Repubblica" sagte.

Am breiten Mark sackten die Autoneum-Aktien 7,7 Prozent ab. Die ZKB nahm die Empfehlung für den Autoteile-Hersteller auf "Marktgewichten" von "Übergewichten" zurück. Die Titel von Arbonia fielen um 7,8 Prozent, nachdem die Bank Vontobel die Einstufung für den Bauzulieferer auf "Reduce" von "Hold" zurückgenommen hatte.

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16:51

Nach einem Bericht des Internetportals Axios über einen angeblichen Rücktritt des stellvertretenden US-Justizministers Rod Rosenstein - er ist für die Ermittlungen zur russischen Einflussnahme auf die US-Präsidentenwahl 2016 verantwortlich - weitet die Wall Street ihre Verluste aus: Der Dow Jones verliert 0,6 Prozent auf 26'587 Zähler.

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16:30

Ermutigende Aussagen von EZB-Chef Mario Draghi haben dem Euro am Montagnachmittag Aufwind verliehen und im Gegenzug für eine Abschwächung des Frankens gesorgt. Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) sprach vor den Abgeordneten des Europäischen Parlaments von einem "relativ lebhaften Anstieg der Kerninflation" und einem "anhaltend breit aufgestellten Wirtschaftswachstum".

Die Risiken für den Wirtschaftsausblick sei weiter ausbalanciert, sagte Draghi weiter. Der Euro gewann nach diesen Aussagen deutlich an Wert. Zum Franken kletterte die europäische Gemeinschaftswährung über 1,13 Franken, aktuell notiert er bei 1,1315 Franken. Am Morgen kostete ein Euro noch 1,1272 Franken. Zum Dollar stieg der Euro auf über 1,18 Dollar.

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15:50

Der Dow Jones und der S&P 500 gaben je etwa 0,2 Prozent auf 26'683 beziehungsweise 2923 Punkte nach. Der Nasdaq-Composite-Index verlor 0,6 Prozent. Am Freitag hatten Dow Jones und S&P 500 noch zeitweise neue Bestmarken erreicht.

Am Montag traten die von den USA erhobenen Zölle auf einen grossen Teil der chinesischen Importe in Kraft. Zudem erhob die Regierung in Peking schwere Vorwürfe gegen den Kontrahenten. Die USA verfolgten eine Strategie der "Handels-Tyrannei", zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Montag aus einem Weissbuch der Pekinger Führung. Unter den Einzelwerten standen Comcast mit einem Abschlag von sechs Prozent unter Druck. Der US-Kabelkonzern hat bei der Versteigerung des britischen Senders Sky den US-Rivalen Fox ausgestochen. Analysten zeigten sich aber wenig begeistert. Schliesslich biete Sky Satelliten-Fernsehen an, das seinen Zenit angesichts von Streaming-Diensten längst überschritten habe, sagte ein Experte.

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15:35

Während der Anhörung von EZB-Chef Mario Draghi vor dem Wirtschaftsausschuss des EU-Parlaments steigt der Euro auf 1,1815 Dollar von zuvor 1,1770 Dollar. Er notiert damit so hoch wie zuletzt Mitte Juni. Analysten verweisen auf Aussagen des EZB-Chefs, wonach die Löhne weiter steigen dürften.

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13:45

Die Schweizer Börse hat zum Wochenauftakt nachgegeben. Angesichts einer Reihe von Unsicherheitsfaktoren und bei dünner Nachrichtenlage von Firmenseite trennten sich die Anleger von den Beteiligungspapieren.  Der SMI ermässigte sich um 0,3 Prozent auf 8969 Punkte, nachdem der Leitindex am Freitag wieder unter die psychologisch wichtige 9000er-Marke gerutscht war.

Die Chartexperten der Zürcher Kantonalbank rechnen mittelfristig mit leicht höheren Kursen und einem Anstieg des SMI in Richtung 9150 Punkte. Doch es gibt auch warnende Stimmen. "Die politischen Risiken, welche im Frühjahr noch ein zentraler Unsicherheitsfaktor waren, werden ausgeblendet", erklärte etwa Thomas Stucki, Anlagechef der St. Galler Kantonalbank.

Die Standardwerte rutschten mehrheitlich ins Minus. Die rote Laterne hielt Swatch: Die Aktien des Uhrenkonzerns büssten 1,4 Prozent ein. Mit der Sanitärtechnikfirma Geberit, dem Prüfkonzern SGS und dem Bauchemieunternehmen Sika gehörten weitere konjunkturzyklische Werte zu den Verlierern. Vergleichsweise gut hielten sich die ABB-Aktien, die praktisch auf dem Niveau vom Freitag notierten. Der Elektrotechnikkonzern informierte über einen Grossauftrag für Stromrichterstationen.

Die Adecco-Titel rutschten leicht ab auf 52,78 Franken. Konzernchef Alain Dehaze sagte in der "Finanz und Wirtschaft", dass der Personalvermittler wegen Investitionen kurzfristig tiefere Margen in Kauf nimmt. Und HSBC senkte das Kursziel auf 82 von 92 Franken, blieb aber bei der Empfehlung "Buy".

Merklich auf dem SMI lasteten die Pharmaschwergewichte. Die Roche-Anteile sanken um 0,6 Prozent. Auch die Novartis-Aktien verloren trotz guter Nachrichten zu 0,3 Prozent.

Der dritte SMI-Riese Nestle notierte geringfügig höher. Gefragt waren auch Finanzwerte. Die Aktien der Grossbank UBS zogen 0,2 Prozent an. Die Zurich-Anteile stiegen um 0,2 Prozent. Der Versicherer könnte die für 2017 bis 2019 ausgegebenen Finanzziele übertreffen, wie Konzernchef Mario Greco der italienischen Zeitung "La Repubblica" sagte. Die Titel von Swiss Re stiegen um 0,4 Prozent. Der Rückversicherer hat Andreas Berger zum Chef der Sparte Corporate Solutions ernannt.

Am breiten Mark sackten die Autoneum-Aktien 8,3 Prozent ab. Die ZKB nahm die Empfehlung für den Autoteile-Hersteller auf "Marktgewichten" von "Übergewichten" zurück. Die Titel von Arbonia fielen um 8,6 Prozent, nachdem die Bank Vontobel die Einstufung für den Bauzulieferer auf "Reduce" von "Hold" zurückgenommen hatte.

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11:38

Der Euro ist am Montag leicht gestiegen. Aktuell notiert die Gemeinschaftswährung auf ihrem bisherigen Tageshoch bei 1,1769 US-Dollar. Am Morgen wurde der Euro noch etwas tiefer bei 1,1730 Dollar gehandelt. Auch zum Franken gewinnt der Euro bei einem Stand von 1,1283 weiter hinzu. Der US-Dollar ist im Gegenzug auf 0,9586 Franken wieder etwas zurückgekommen.

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11:25

Aus Angst vor Liefer-Engpässen decken sich Anleger mit Rohöl ein. Der Preis für die Sorte Brent aus der Nordsee stieg am Montag um bis zu 2,7 Prozent auf ein Vier-Jahres-Hoch von 80,94 Dollar je Barrel.  Den Experten der Rohstoff-Händler Trafigura und Mercuria zufolge könnte Brent Anfang 2019 die Marke von 100 Dollar antesten. Ihre Kollegen von der Bank JPMorgan halten einen Anstieg auf 90 Dollar für möglich.

Grund für die Rally seien die neuen US-Sanktionen gegen das wichtige Exportland Iran, sagte Mercuria-Chef Daniel Jaeggi. Dem Weltmarkt würden dadurch zwei Millionen Barrel pro Tag entzogen. Diesen Ausfall könnten andere Förderländer nicht abfedern. Die Opec-Staaten und ihre Partner denken Insidern zufolge über eine Steigerung ihrer Fördermengen um 500'000 Barrel pro Tag nach. Bei einem Opec-Treffen am Wochenende fiel aber noch keine Entscheidung. Damit stellte sich das Kartell auch gegen US-Präsident Donald Trump, der eine Senkungen der Ölpreise fordert.

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11:05

Unmittelbar vor der Präsentation des Haushalts für 2019 steigt die Anspannung unter Italien-Anlegern. Einige trennten sich von den Staatsanleihen des Landes und trieben die Rendite der zehnjährigen Titel am Montag auf 2,891 von 2,840 Prozent. Anlagestratege Jaime Costero Denche von der Bank BBVA bezeichnete die aktuellen Verkäufe als Gewinnmitnahmen. Da Italien voraussichtlich einen EU-konformen Haushalt verabschieden werde, dürften die Bond-Renditen bald wieder zurückgehen.

Im Laufe der Woche will die Regierung in Rom ihre Etatpläne dem Parlament vorlegen. Nach Aussagen von Claudio Borghi, dem Chef-Haushälter im Unterhaus, wäre ein Defizit von 2,5 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung gepaart mit einem Konjunkturprogramm für die Finanzmärkte akzeptabel.

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10:54

Ein überraschend geringer Rückgang des Ifo-Index ermuntert Anleger zum Kauf von Euro. Die Gemeinschaftswährung verteuert sich binnen Minuten auf 1,1757 von zuvor 1,1735 Dollar.

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10:30

Die Schweizer Börse ist mit leicht tieferen Kursen in die neue Handelswoche gestartet. Der SMI steht 0,3 Prozent im Minus auf 8972 Punkte. Am Freitag war der Leitindex wieder unter die psychologisch wichtige 9000er-Marke gerutscht.

Für die Anleger gibt es eine Reihe von Gründen, sich nicht zu weit aus dem Fenster zu lehnen. Am Nachmittag etwa steht EZB-Präsident Mario Draghi den Abgeordneten des Europäischen Parlaments Rede und Antwort. Seine Äusserungen dürften auf Hinweise auf die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) abgeklopft werden. Höhepunkt der Woche dürfte die Zinsentscheidung der US-Notenbank am Mittwoch sein. Eine Anhebung des Schlüsselzinses um einen Viertel Prozentpunkt auf 2,0 bis 2,25 Prozent gilt als ausgemachte Sache. Wichtiger dürften die Erläuterungen von Fed-Chef Jerome Powell sein.

Die Chartexperten der Zürcher Kantonalbank halten die jüngste Konsolidierungsphase für beendet und rechnen mittelfristig mit leicht höheren Kursen. Doch es gibt auch warnende Stimmen. "Die politischen Risiken, welche im Frühjahr noch ein zentraler Unsicherheitsfaktor waren, werden ausgeblendet", erklärte etwa Thomas Stucki, Anlagechef der St. Galler Kantonalbank. Für ihn steht dabei weniger das Dauerthema globaler Handelsdisput im Zentrum als viel mehr die Unsicherheiten im Zusammenhang mit den Haushaltsentwürfen in Italien und den USA, die andauernde Debatte um ein kontrolliertes Ausscheiden Grossbritanniens aus der EU und die Kongresswahlen in den USA im November.

Die Standardwerte rutschten überwiegend ins Minus. Die rote Laterne hielt Swatch: Die Aktien des Uhrenkonzerns büssten 1,3 Prozent ein.

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09:15

Der Swiss Market Index notiert im frühen Handel am Montag 0,13 Prozent tiefer bei 8983 Punkten. Die Händler sind verunsichert. Der Handelsstreit zwischen den USA und China hat eine weitere Eskalationsstufe erreicht. Am Morgen traten weitere Zölle in Kraft. Damit belegen die USA insgesamt die Hälfte aller Wareneinfuhren aus China mit Sonderzöllen. Angesichts der neuen US-Strafzölle hatte China laut Medienberichten weitere Gespräche mit der Regierung in Washington vorerst auf Eis gelegt. 

Unter den grösseren Verlierern, die um 0,3 Prozent tiefer notieren, sind Zykliker wie ABB (-0,3 Prozent) und Adecco (-0,7 Prozent) zu finden. Beim Personaldienstleister Adecco hat CEO Alain Dehaze in einem Interview mit der "Finanz und Wirtschaft" vom Wochenende deutlich gemacht, dass er kurzfristig tiefere Margen in Kauf nehme, um in Zukunftsbereiche und digitale Infrastruktur zu investieren. Die Titel haben in der vergangenen Woche knapp 9 Prozent an Wert eingebüsst, nachdem der Konzern sich über den Geschäftsverlauf im dritten Quartal vorsichtig geäussert hatte.

Etwas besser als der Markt halten sich mit einem Aufschlag von 0,1 bis 0,4 Prozent defensive Titel wie die Swiss Re, Swiss Life und die Swisscom. Die Schwergewichte Novartis und Roche sind leicht im Minus. Die beiden Pharmaunternehmen hatten am Wochenende zu einzelnen Wirkstoffen Nachrichten. Bei Roche richten sich die Augen auf den morgigen Tag, wenn der Konzern detaillierte Daten zu seinem Krebstherapeutikum Tecentriq am Fachkongress "World Conference on Lung Cancer" vorstellen wird.

Am breiten Markt steigen Aryzta 3 Prozent, Autoneum fallen 3,4 Prozent.

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08:15

Der SMI wird gemäss vorbörslichen Berechungen um 0,2 Prozent auf 8980 Punkte zurückgehen. Der SMI-Future gab 0,1 Prozent auf 8966 Zähler nach. Am Freitag war der Leitindex wieder unter die psychologisch wichtige 9000er-Marke gerutscht. 

Wie so häufig sind in der Vorbörse die Zykliker und die Banken etwas tiefer gestellt als die übrigen Titel. ABB und UBS verlieren je 0,25 Prozent (zu den vorbörslichen Kursen auf cash.ch). Nachrichten gibt es wenige: Roche (-0,15 Prozent) hat vermeldet, dass der Turmortest FoudationOne weltweit erhältlich sei. Auch bei den Midcaps sieht es trübe aus. Alle von Julius Bär erfassten Titeln stehen im Minus, wobei der Kursrückgang bei den meisten der kleiner kapitalisierten Unternehmen rund 0,2 Prozent beträgt.

Nachrichten von Unternehmens- oder Konjunkturseite sind dünn gesät. Zudem mangelt es an Vorgaben von anderen Börsen: In den USA hatten sich die Indizes am Freitag nach Börsenschluss in Europa kaum noch bewegt und in Tokio und Shanghai blieben die Börsen am Montag wegen eines Feiertages geschlossen. China erhebt in seinem Handelsstreit mit den USA schwere Vorwürfe gegen die Regierung in Washington, was die Handelsaktivitäten etwas trüben könnte.

Grundsätzlich sind Marktbeobachtern zufolge die Voraussetzungen für weitere Kursgewinne nach den jüngsten Kursrekorden an der Wall Street aber gegeben. Für die Anleger gibt es aber eine Reihe von Gründen, sich nicht zu weit aus dem Fenster zu lehnen. Am Nachmittag etwa steht EZB-Präsident Mario Draghi den Abgeordneten des Europäischen Parlaments Rede und Antwort. Seine Äusserungen dürften auf Hinweise auf die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) abgeklopft werden. Höhepunkt der Woche dürfte die Zinsentscheidung der US-Notenbank am Mittwoch sein.

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07:50

Die Ölpreise haben am Montag kräftig zugelegt. Marktbeobachter erklärten den Anstieg mit der jüngsten Entscheidung von Opec-Staaten und anderen wichtigen Förderländern, die Produktion vorerst nicht zu erhöhen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November 80,06 US-Dollar. Das waren 1,26 Dollar mehr als am Freitag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Oktober-Lieferung stieg um 1,08 Dollar auf 71,86 Dollar.

Trotz der Forderung von US-Präsident Donald Trump nach einer Senkung des Ölpreises haben sich Mitgliedsstaaten der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) gemeinsam mit anderen wichtigen Föderländern wie Russland am Sonntag gegen entsprechende Massnahmen entschieden. Nach einem Treffen in der algerischen Hauptstadt Algier sprachen die Opec- und Nicht-Opec-Mitglieder in einer gemeinsamen Erklärung von einem "insgesamt gesunden Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage".

Am Donnerstag hatte eine Twitter-Nachricht des US-Präsidenten am Markt für Aufregung gesorgt. Zum wiederholten Male hatte er das Erdölkartell Opec aufgefordert, die Rohölpreise zu senken. Trump vertritt seit längerem die Position, die Opec treibe mit ihrer Angebotspolitik die Erdölpreise nach oben.

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06:30

Die Aktienanleger in Asien sind defensiv in die neue Woche gestartet. Dass China einem Medienbericht zufolge neue Handelsgespräche mit den USA vorerst abgesagt habe, schüre die Furcht vor einer Eskalation des Zollkonflikts zwischen den beiden führenden Wirtschaftsmächten, sagte Händler am Montag. Da die Börsen in Japan, China und Südkorea wegen Feiertagen geschlossen blieben, war das Handelsaufkommen allerdings gering und es fehlten Impulse. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans gab 0,3 Prozent nach. Auch die australische Börse lag leicht im Minus.

Die neuen US-Zöllen auf Waren aus China in einem Wert von 200 Milliarden Dollar sollten ebenso am Montag in Kraft treten wie auch die chinesischen Gegenzölle im Volumen von 60 Milliarden Dollar. Ein Kompromiss war nicht in Sicht. "Das Problem ist, dass die Gefahr einer weiteren Eskalation besteht, da sich beide Seiten in den Kernfragen noch weit auseinander befinden", sagte Chefvolkswirt Shane Oliver vom Investmenthaus AMP Capital.

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06:25

Am Devisenmarkt in Fernost gab es wenig Bewegung. Der Euro notierte kaum verändert bei 1,1739 Dollar. Der Dollar trat zur japanischen Währung bei 112,59 Yen auf der Stelle. Der Franken stand zuletzt bei 1,1270 zum Euro, zum Dollar bei 95,95 Rappen.

(cash/AWP/Reuters)