+++Börsen-Ticker+++ - US-Börsen treten auf der Stelle

Hin- und hergerissen zwischen der Furcht vor einer Abkühlung der Weltwirtschaft und der Hoffnung auf ein Ende des Zollstreits haben sich Anleger am Dienstag mit Engagements an der Wall Street zurückgehalten.
05.03.2019 22:40
Abkühlung der Weltwirtschaft oder Ende des Zollstreits: Händler an der Wall Street wissen nicht, wohin die Reise geht.
Abkühlung der Weltwirtschaft oder Ende des Zollstreits: Händler an der Wall Street wissen nicht, wohin die Reise geht.
Bild: Bloomberg

22:40

"Je stärker sich die Hinweise auf die Beeinträchtigung des Wachstums durch den Handelskonflikt verdichten, desto mehr sehnen sich Anleger nach belastbaren Hinweisen, dass der Deal bald kommt", sagt Jasper Lawler, Chef-Analyst des Online-Brokers LCG. Einem Insider zufolge ist eine Einigung in dem Konflikt zwischen China und den USA in greifbarer Nähe.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schliesst 0,1 Prozent tiefer auf 25'806 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 sinkt ebenfalls 0,1 Prozent auf 2789 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq tritt bei 7576 Punkten auf der Stelle.

Zu den Favoriten zählen die Anteilsscheine von Target mit einem Kursplus von 4,6 Prozent. Der Detailhändler legte ein Quartalsergebnis und einen Ausblick über Markterwartungen vor. Die Dividendenpapiere von Konkurrent Kohl's springen gut 7 Prozent in die Höhe, nachdem das Unternehmen die Märkte ebenfalls mit einem unerwartet guten Ausblick überrascht hatte.

Die Titel von Hertz rutschen dagegen um knapp 10 Prozent ab. Der aktivistische Investor und grösste Eigner Carl Icahn reduzierte seine Beteiligung an dem Autovermieter auf knapp 29 von gut 35 Prozent.

Die Aktien von General Electric (GE) gingen auf Talfahrt. Die Anteilsscheine des Mischkonzerns fallen fast 5 Prozent. GE hatte zuvor mitgeteilt, dass der Cashflow aus seinem Industriegeschäft in diesem Jahr negativ ausfallen dürfte. Grund sei die anhaltende Schwäche in der Kraftwerksparte.

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17:40

Die Schweizer Börse hat am Dienstag leicht zugelegt. Zwar trieben die Anleger neu aufgeflammten Konjunktursorgen um. Doch Kursgewinne bei den Indexschwergewichten verhinderten grössere Abgaben: Der SMI legt 0,1 Prozent zu auf 9400 Zähler.

Vor dem Hintergrund des Handelsdisputs mit den USA rechnet China für 2019 nur noch mit einem Wachstum von 6 bis 6,5 Prozent, nach 6,6 Prozent im Vorjahr. Darum kamen vor allem Aktien jener Firmen unter Druck, deren Geschäftsmodell stark von der Wirtschaftsentwicklung abhängig ist. Gefragt waren hingegen Pharma- und Nahrungsmittelaktien, die als weniger schwankungsanfällig gelten.

Die Novartis-Aktie legt 1,0 Prozent zu. Der Pharmakonzern will an der Generikasparte Sandoz festhalten. Die Titel der Konkurrentin Roche sind 0,5 Prozent höher. Die Aktien des dritten Indexschwergewichts Nestlé gewinnen ebenfalls 0,5 Prozent an Wert.

Unter die Räder kam Richemont mit einem Kursabschlag von 4,0 Prozent. Bank of America Merrill Lynch nahm die Empfehlung für den Luxusgüterkonzern auf "Underperform" zurück. Der strukturelle Gegenwind für die Uhrensparte des Unternehmens nehme zu, erklären die Analysten der Bank. Die Anteile von Rivalin Swatch sinken um 1,2 Prozent.

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15:55

In Erwartung weiterer Entwicklungen bei den Handelsgesprächen zwischen den USA und China halten sich Anleger mit Engagements an der Wall Street zurück. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 verlieren zur Eröffnung am Dienstag bis zu 0,3 Prozent.

Investoren rechneten mit einem Abkommen zur Beilegung des Zollstreits und hätten sich entsprechend positioniert, sagt Hussein Sayed, Chef-Anlagestratege des Brokerhauses FXTM.

Zu den Favoriten am US-Aktienmarkt zählt Target mit einem Kursplus von 4,3 Prozent. Der Detailhändler legte ein Quartalsergebnis und einen Ausblick über Markterwartungen vor.

Gefragt sind auch die Papiere von L Brands, die sich um 3 Prozent verteuern. Der aktivistische Investor und L-Brands-Aktionär Barington dringt darauf, die Unterwäschemarke "Victoria's Secret" sowie das Geschäft mit Badezusätzen und Duschgels unter dem Namen "Bath & Body Works" zu trennen.

Die Titel von Hertz rutschen dagegen um 7,6 Prozent ab. Der aktivistische Investor und grösste Eigner Carl Icahn reduzierte seine Beteiligung an dem Autovermieter auf knapp 29 von gut 35 Prozent.

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14:10

Wieder aufkeimende Furcht vor einem Chaos-Brexit setzen dem Pfund Sterling zu. Die britische Währung weitet ihre Verluste aus und fällt um 0,7 Prozent auf ein Drei-Wochen-Tief von 1,3099 Dollar.

Händler verweisen auf Aussagen des Finanzexperten der Labour-Partei, John McDonnell, wonach nur wenige Labour-Abgeordnete die Brexit-Pläne von Premierministerin Theresa May unterstützen wollen. Am 12. März soll erneut im Unterhaus abgestimmt werden.

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11:55

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Dienstagmittag wenig verändert mit leicht tieferer Tendenz. Der Markt konsolidiere auf hohem Niveau, sagen Händler. Die Investoren scheuten vor neuen Investitionen zurück. "Die Anleger befürchten, dass sich die Weltwirtschaft wegen des Durchhängers von China stärker als bisher befürchtet abkühlen könnte", sagt ein Börsianer. In diesem Umfeld nähmen Investoren nach dem zuletzt starken Lauf der Märkte erst einmal ihre Gewinne mit.

Der SMI notiert um 11.30 Uhr mit 9382 Punkten um 0,1 Prozent niedriger. Der SLI fällt um 0,3 Prozent auf 1451 Zähler. Der breite SPI sinkt um 0,1 Prozent auf 11'035 Stellen.

Den stärksten Rückschlag verbucht Richemont (-3,2%). Der Schmuckhersteller leidet laut Händlern stark unter den neu angefachten China-Sorgen. Zudem sei der Titel sehr gut gelaufen und leide nun unter Gewinnmitnahmen.

Auch bei den Bankaktien Credit Suisse (-0,6%), Julius Bär (-0,7%) der UBS (-0,9%) schreiten die Anleger zu Abgaben. Zyklische Werte wie ABBGeberit und Adecco geben rund ein halbes Prozent nach. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenkommentar am Mittag.)

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09:10

Der Swiss Market Index verliert unmittelbar nach Börseneröffnung 0,4 Prozent auf 9355 Punkte. Die jüngsten Wachstumsprognose Chinas haben die Sorgen vor einer Abkühlung der Weltwirtschaft erneut entfacht. Zudem sind die Vorgaben aus Übersee schwächer. An der Wall Street hatte der Optimismus über die Fortschritte im Handelsstreit mit China nicht mehr gereicht, so dass die Indizes nachgaben. In Asien machen sich die Wachstumsprognosen Chinas bemerkbar.

Richemont (-3,3 Prozent) und Swatch (-1,6 Prozent) weisen unter den 20 SMI-Werten die stärksten Kursreaktionen auf. Bei Richemont belasten die Wachstumsziele Chinas. Gleichzeitig heisst es von Händlern, dass Merrill Lynch die Papiere auf Underperfom abgestuft habe. 

Auch Lonza (-1,2 Prozent) gibt relativ deutlich nach. Der Pharmazulieferer und Feinchemikalienhersteller hatte am Montagabend seine mittelfristigen Ziele angepasst. Damit trägt das Unternehmen dem Verkauf der Sparte mit Produkten zur Wasserbehandlung Rechnung.

Unter den Blue Chips fallen sonst noch Novartis auf, die gegen den Trend 0,1 Prozent zulegen. Der Konzern hat am Morgen Daten zu seinem Schuppenflechtemittel Cosentyx vorgelegt, in dem es sich gegenüber Janssens Stelara als überlegen erwies.

Erneut findet das Hauptgeschehen im breiten Markt statt. Hier legen Forbo (+1,0 Prozent) und Oerlikon (+1,9 Prozent) nach Zahlen deutlich zu. Lindt&Sprüngli geben dagegen nach Zahlen um 0,5 Prozent nach.

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08:50

Der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Werten vom chinesischen Festland gewann am Dienstag weitere 0,58 Prozent auf 3816,01 Punkte. In Hongkong verlor der Hang-Seng-Index zuletzt 0,05 Prozent auf 28 944,87 Punkte zu. Der japanische Leitindex Nikkei 225 schloss 0,44 Prozent schwächer bei 21 726,28 Punkten.

Analyst David Madden von CMC Markets verwies darauf, dass der vom Wirtschaftsmagazin Caixin ermittelte Index zur Stimmung im chinesischen Dienstleistungssektor im Februar schwächer als erwartet ausgefallen ist. Zudem bleibe das für 2019 angekündigte Wirtschaftswachstum mit 6,0 bis 6,5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Um der sich abkühlenden Konjunktur unter die Arme zu greifen, habe die Regierung in Peking die genannten Massnahmen angekündigt.

Die Senkung des chinesischen Wachstumsziels sei zwar bereits erwartet worden, ergänzte Portfolio-Managers Thomas Altmann von QC Partners. "Es zeigt dennoch eindrucksvoll, wie kritisch es aktuell um die Weltwirtschaft bestellt ist." Die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt werde zwar weiter wachsen, "als Lokomotive der Weltwirtschaft wird China künftig aber deutlich weniger Waggons ziehen können".

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08:06

Der Swiss Market Index (SMI) wird von der Bank Julius Bär vorbörslich bei 9384 Punkten (-0,11 Prozent) berechnet. Aus Furcht vor einer Abkühlung der Weltwirtschaft halten sich Anleger am Dienstag zurück. Wegen des Handelsstreits mit den USA rechnet Chinas Führung in diesem Jahr wieder mit einem langsameren Wirtschaftswachstum. Vorbörslich zeigen sich unter anderem bei Richemont (-1,7 Prozent) Bremsspuren. Auch Lonza (-2,0 Prozent) verlieren deutlich, nachdem der Konzern die Mittelfristziele angepasst hat. Die drei Schwergewichte Nestlé, Novartis und Roche werden praktisch unverändert berechnet.

Am breiten Markt zeigen sich etwas grössere Verschiebungen: Forbo (+2,0 Prozent), Inficon (+1,0 Prozent), Lindt&Sprüngli (+0,01 Prozent) und OC Oerlikon (+1,6 Prozent) haben Zahlen vorgelegt.

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07:45

Die Ölpreise sind am Dienstag leicht gesunken. Die Aussicht auf ein schwächeres Wirtschaftswachstum in China habe am Morgen etwas belastet, hiess es von Marktbeobachtern. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 65,41 Dollar. Das waren 26 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 23 Cent auf 56,36 Dollar.

Chinas politische Führung rechnet in diesem Jahr mit einem Wirtschaftswachstum in einer Spanne zwischen 6,0 und 6,5 Prozent. Mit dieser Prognose wird in der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt das schwächste Wachstum seit fast drei Jahrzehnten erwartet. Im vergangenen Jahr war die Wirtschaftsleistung noch um 6,6 Prozent gewachsen. Am Ölmarkt wird mit dem Abflauen der Konjunktur in China auch ein Rückgang der Nachfrage nach Rohöl befürchtet. Dagegen werden die Ölpreise aber weiterhin durch die Kürzung der Fördermenge durch die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) gestützt.

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06:45

Chinas Ministerpräsident Li Keqiang stellte zum Auftakt der Jahrestagung des Volkskongresses für 2019 ein langsameres Wirtschaftswachstum von 6,0 bis 6,5 Prozent in Aussicht. Zudem bremste auch das Wachstum in der chinesischen Dienstleistungsbranche einer Umfrage zufolge im Februar weiter ab. Daneben drückten enttäuschende Bausausgaben in den USA auf die Stimmung und sorgten für negative Vorgaben von der Wall Street. Der Leitindex Nikkei der 225 führenden Werte verlor im Vormittagshandel 0,6 Prozent auf 21'690 Punkte. Der breiter gefasste Topix gab 0,8 Prozent auf 1614 Zähler nach.

Die Hoffnungen auf einen Einigung im US-Handelsstreit mit China, die noch zuletzt die Kurse angetrieben hatten, traten in den Hintergrund. Diese Gemengelage sorgte für Gewinnmitnahmen, wie Händler erläuterten. So büssten in Tokio die Aktien des japanischen Automatisierungsspezialisten Yaskawa Electric 2,3 Prozent ein. Die Papiere des Roboter-Herstellers Fanuc fielen um 2,3 Prozent. Auch der Index der wichtigsten Unternehmen an den chinesischen Börsen in Shanghai und Shenzen gab nach.

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06:36

Am Devisenmarkt in Fernost gab es wenig Bewegung. Der Euro trat bei 1,1335 Dollar auf der Stelle. Der Dollar notierte auch zur japanischen Währung mit 111,84 Yen kaum verändert.

(cash/Reuters/AWP)