+++Börsen-Ticker+++ - US-Börsen treten an Ort

An der Wall Street hat die Furcht vor einem bewaffneten Konflikt zwischen den USA und Nordkorea weiter nachgelassen. Dies stützte am Dienstag die Kurse der wichtigen US-Börsenbarometer.
15.08.2017 22:30
Die politische Spannung ist etwas gewichen, ganz trauen mögen die Händler an der Wall Street der Ruhe aber nicht.
Die politische Spannung ist etwas gewichen, ganz trauen mögen die Händler an der Wall Street der Ruhe aber nicht.
Bild: Bloomberg

22:30

"Zumindest aktuell sieht es so aus, als ob der Weg in Richtung einer bewaffneten Konfrontation für keine der beiden Seiten das bevorzugte Szenario ist", sagte Aktienhändler Markus Huber vom Brokerhaus City of London.

Von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un gingen zuletzt Entspannungssignale aus. Er will der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA zufolge warten mit seiner Entscheidung über einen Raketenangriff auf die Pazifikinsel Guam, auf der die USA einen Militär-Stützpunkt betreiben. Vergangene Woche hatten Sorgen vor einer Zuspitzung des Streits die Kurse gedrückt.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte geht unverändert bei 21'998 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P 500 schliesst unverändert auf 2464 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringert sich um 0,1 Prozent auf 6333 Punkte.

Ausgebremst wurden die drei Barometer von der Aufwertung der US-Währung, die Waren der amerikanischen Unternehmen auf dem Weltmarkt weniger wettbewerbsfähig macht. Wegen Spekulationen auf eine baldige weitere Zinserhöhung der Notenbank (Fed) steigt der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, um 0,4 Prozent. Getrieben wurde die Rally von entsprechenden Signalen eines einflussreichen US-Notenbankers sowie von überraschend starken US-Konjunkturdaten.

Bei den Einzelwerten rauschen Advance Auto Parts rund 20 Prozent in die Tiefe - so viel wie noch nie. Der Autoteilehändler kürzte nach einem schlechter als erwartet ausgefallenen Quartalsergebnis seine Gesamtjahresziele.

Zu den Favoriten der Wall Street gehörte Synchrony Financial. Die Aktien des Kreditkarten-Anbieters stewigen um gut 4 Prozent. Star-Investor Warren Buffett, dessen Beteiligungsfirma Berkshire Hathaway bereits etwa ein Sechstel am Konkurrenten American Express hält, sicherte sich 17,5 Millionen von insgesamt rund 795 Millionen Papieren der ehemaligen Sparte von General Electric (GE).

Fast 3 Prozent abwärts gehts für Home Depot, obwohl anhaltende Investitionen von Bauherren der US-Baumarktkette die Kassen füllen. Von Mai bis Juli stiegen Umsatz wie Gewinn auf Rekordwerte. Daraufhin schraubte der Konzern seine Erwartungen fürs Gesamtjahr nach oben.

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17:45

Die Schweizer Börse hat am Dienstag nachgegeben. Geschuldet war das hauptsächlich einem Kursrutsch von Index-Schwergewicht Nestlé. Die Nervosität der Anleger wegen des Nordkorea-Konflikts habe nachgelassen, sagen Händler. Der als Angstbarometer geltende Volatilitätsindex fällt um 16 Prozent. Die Marktteilnehmer seien aber weiterhin auf der Hut. "Es kann nicht schaden, einen Teil der Gewinne einzustreichen", sagt ein Händler. Der SMI gibt bis Börsenschluss 0,2 Prozent auf 9013 Punkte nach. Am Montag war der Leitindex um 1,7 Prozent gestiegen.

Im Zentrum des Interesses standen Unternehmen, die mit Neuigkeiten aufwarteten. Die Partizipationsscheine von Schindler sind unverändert. Händler bezeichnen den Halbjahresbericht des Lift- und Rolltreppenkonzerns als durchzogen. "Umsatz tiefer, operativ besser als erwartet", sagt ein Börsianer.

Die Aktien von Tornos ziehen 5,3 Prozent an. Der Drehautomatenhersteller arbeitete Marktteilnehmern zufolge in den ersten sechs Monaten besser als erwartet, was hoffen lasse, dass die Firma den Turnaround geschafft habe.

Am Aufwind sind auch die Anteile von Orascom mit einem Plus von 1,6 Prozent. Das Bau- und Hotelunternehmen habe ein gutes Halbjahresergebnis und einen zuversichtlichen Ausblick geliefert, heisst es.

Die Dufry-Aktien sinken um 1,6 Prozent. Die Übernahmefantasie habe sich verflüchtigt, sagen Händler. Zwar baute die chinesische Beteiligungsgesellschaft HNA ihre Beteiligung an dem Duty-free-Shop-Betreiber durch die Übernahme weiterer 16,2 Prozent der Aktien von Temasek und GIC auf mehr als ein Fünftel aus. Dass der Paketkauf durch eine Optionen-Transaktion und die beschleunigte Platzierung von Dufry-Titeln finanziert werde, lässt der Bank Vontobel zufolge aber darauf schliessen, dass eine vollständige Übernahme kurz- bis mittelfristig kein Thema sein dürfte.

Die Anteile von Wisekey gewinnen 5,8 Prozent an Wert. Das Softwareunternehmen hat die Integration der im September übernommenen Firma VaultIC abgeschlossen. Für den Geschäftsbereich IoT stellte Wisekey einen Jahresumsatz von 30 bis 32 Millionen Dollar in Aussicht. Die im April gekaufte Firma QuoVadis soll zudem 20 Millionen Dollar Umsatzbeitrag liefern.

Bei den Standardwerten dominierten schwächere Kurse. Index-Schwergewicht Nestlé verliert 0,9 Prozent an Wert, nachdem die Titel am Vortag um 1,9 Prozent gestiegen waren. Die "New York Post" hatte unter Berufung auf Insider berichtet, Konkurrent Danone sei ins Visier von Kraft Heinz oder Coca-Cola geraten. Die Anleger spekulierten nun, dass auch Nestlé den Hut in den Ring werfen könnte, heisst es am Markt. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenkommentar zum Dienstag.)

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15:50

Das vorläufige Ende der Eskalation im Streit zwischen den USA und Nordkorea gibt der Wall Street am Dienstag Auftrieb. Starke US-Konjunkturdaten schürten allerdings Spekulationen auf eine baldige weitere Zinserhöhung der Notenbank Fed und bremsten den Kuranstieg der Aktienbörsen. Die Indizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 liegen zur Eröffnung jeweils knapp im Plus.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un will der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA zufolge warten mit der Entscheidung über einen Raketenangriff auf die Pazifikinsel Guam, auf der die USA einen Militär-Stützpunkt betreiben. In der vergangenen Woche hatten Sorgen vor einer Zuspitzung des Korea-Streits die Kurse gedrückt. US-Präsident Donald Trump hatte Nordkorea für den Fall weiterer Provokationen mit "Feuer und Zorn" gedroht. Pjöngjang drohte daraufhin mit einem Präventivschlag und einem Raketenangriff auf Guam.

"Nordkorea hat einen Rückzieher gemacht und die Dinge sind wieder einigermassen normal", sagt Portfolio-Manager Mark Spellman vom Vermögensverwalter Alpine. Ausserdem laufe die Konjunktur weltweit rund. "Zum ersten Mal seit vielen Jahren wachsen die Volkswirtschaften in vielen Teilen der Welt." So nahmen in den USA die Detailhändler im Juli 0,6 Prozent mehr ein. Von Reuters befragte Analysten hatten mit nur 0,4 Prozent gerechnet. Der private Konsum gilt als Hauptstütze der weltgrössten Volkswirtschaft.

Zu den Favoriten der Wall Street gehört Synchrony Financial. Die Aktien des Kreditkartenanbieters steigen um 5 Prozent. Star-Investor Warren Buffett, dessen Beteiligungsfirma Berkshire Hathaway bereits etwa ein Sechstel am Konkurrenten American Express hält, sicherte sich 17,5 Millionen von insgesamt rund 795 Millionen Papieren der ehemaligen Sparte von General Electric (GE).

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12:45

Der Schweizer Aktienmarkt tendiert am Dienstag zur Mittagszeit leicht tiefer. Der SMI hatte die Sitzung zunächst etwas fester eröffnet, fiel aber im Verlauf des Vormittags zwischenzeitlich gar wieder auf unter 9000 Punkte zurück. In den vergangenen Tagen sei im Nordkorea-Konflikt zwar von beiden Parteien - den USA und Nordkorea selbst - kein weiteres Öl ins Feuer gegossen worden, kommentiert ein Marktbeobachter. Aber: "Nordkorea ist und bleibt unberechenbar, und die Sorgen über eine weitere Eskalation könnten jederzeit wieder zurückkehren."

Ohnehin sei nach der Erholung vom Vortag die Frage, ob es neben technischen Käufern inmitten der weiterhin schwelenden politischen Krise neue langfristige Käufer gibt, die ebenfalls auf den Zug aufspringen, so ein Analyst. Andere europäische Börsenplätze verbuchen anders als der hiesige Markt am Dienstag noch leichte Gewinne.

Der SMI notiert gegen Mittag 0,1% tiefer bei 9019 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert ebenfalls 0,1% auf 1437 und der breite SPI 0,1% auf 10'262 Stellen. Von den 30 SMI/SLI-Titel notieren 15 im Minus, 9 im Plus sowie 6 unverändert.

Schindler PS (-0,2%) gehören nach dem Bericht zum zweiten Quartal vom Morgen zu den Verlierern, haben die anfänglich stärkeren Einbussen aber mittlerweile etwas eingedämmt. Händler erklären sich die Verluste in erster Linie mit Gewinnmitnahmen, nachdem die Valoren Anfang vergangener Woche bei 216,00 Franken intraday ein neues Allzeithoch markiert haben. Denn im Zwischenbericht hielten sich die positiven und negativen Fakten die Waage, heisst es.

Die mit Abstand grössten Einbussen erleiden Dufry (-2,0%). Neben der allgemeinen negativen Börsenstimmung wird am Markt auf schwindende Übernahmefantasien durch HNA verwiesen. Die im Mai angekündigte Transaktion von 9 Millionen Dufry-Aktien von Temasek und GIC zum chinesischen Konzern ist gemäss einer Beteiligungsmeldung über die Bühne gegangen. Nach dem Vollzug hält HNA nun rund 20% am Reisedetailhändler. Die Details zur finanziellen Strukturierung des Deals liessen jedoch darauf schliessen, dass eine vollständige Übernahme von Dufry durch HNA kurz- und mittelfristig kein Thema sei, heisst es bei Vontobel.

Weitere Verlierer sind unter anderem Finanztitel wie Julius Bär (-0,7%) oder Swiss Re (-0,7%). Auch die Luxusgütertitel Richemont (-0,8%) und Swatch (-0,7%) sind klare Verlierer.

Etwas Unterstützung für den SMI liefern hingegen die schwergewichtigen Novartis (+0,2%), während besonders Nestlé (-0,4%) den Index belasten. Für Roche, die aktuell unverändert tendieren, senkte Berenberg derweil zwar das Kursziel, bestätigte aber die Kaufempfehlung.

Am breiten Markt liessen sich zudem noch mehrere Unternehmen in die Bücher schauen: Tornos (+3,3%) und Orascom (+2,1%) legen nach dem jeweiligen Halbjahresrapport zu, während mit Phoenix Mecano (-1,4%) nicht alle Analysten zufrieden sind. (lesen Sie den auführlichen Börsenbericht zum Mittag.)

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10:35

Die Schweizer Börse verliert am Dienstag nach einer festeren Eröffnung an Schwung und gibt leicht nach. Der Nordkorea-Konflikt sei etwas in den Hintergrund getreten, sagen Händler. Die Marktteilnehmer hofften auf eine weitere Beruhigung, heisst es. Dennoch verhielten sie sich vorsichtig, die Anschlusskäufe versiegen und die Kurse bröckeln ab.

Der SMI sinkt um 0,3 Prozent auf 9007 Zähler. Am Montag war der Leitindex um 1,7 Prozent gestiegen.

Das Risiko, dass sich der Konflikt zuspitzen könne, sei angesichts der Unberechenbarkeit von US-Präsident Donald Trump und auch von Koreas Machthaber Kim Jong-un unbestreitbar. Gleichwohl bestehe Hoffnung, dass die Situation nicht eskaliere. "Zu viel hätten letztlich beide Parteien bei einer militärischen Auseinandersetzung zu verlieren", kommentiert die Zuger Bantleon Bank.

Das Geschäft verläuft laut Händlern in recht ruhigen Bahnen. Nach dem kräftigen Kursgewinn vom Montag seien Gewinnmitnahmen nichts Aussergewöhnliches. Die Anleger konzentrierten sich daher auf Aktien von Firmen, die mit ihren Ergebnisse aufwarteten.

Die Partizipationsscheine von Schindler sinken um 1 Prozent. Händler sagen, der Halbjahresbericht sei gemischt ausgefallen. "Umsatz tiefer, operativ besser als erwartet", sagt ein Börsianer.

Gefragt sind die Aktien von Tornos. Der Drehautomatenhersteller habe besser als erwartet gearbeitet und die Verbesserungen weckten die Hoffnung, dass die Firma den Turnaround geschafft habe.

Ebenfalls stark im Aufwind sind die Aktien von Orascom mit plus 6,3 Prozent. Der Bau- und Hotelkonzern habe ein gutes Zwischenergebnis für das erste Halbjahr und einen zuversichtlichen Ausblick abgeliefert.

Schwächer sind die Aktien von Phoenix Mecano. Der Komponentenhersteller hat im ersten Semester 2017 den Umsatz um 10 Prozent auf 319 Millionen Euro und den Gewinn um 4,7 Prozent auf 14,3 Millionen Euro gesteigert. Für das zweite Halbjahr erwartet die Firma ein weniger starkes Umsatzwachstum als in den ersten sechs Monaten.

Bei den Standardwerten dominieren schwächere Kurse. Die Verluste sind aber auf weniger als ein Prozent limitiert. Die Gewinner des Vortages, die Banken Julius Bär und Credit Suisse sowie die Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch sinken um 0,6 bis 0,9 Prozent.

Zu den wenigen Gewinnern zählen die Titel des Pharmazulieferers Lonza und des Pharmakonzerns Novartis sowie der Inspektionsfirma SGS und der Versicherung Zurich.

Die Aktien von Swiss Life sinken am Tag vor der Bilanzveröffentlichung um 0,4 Prozent. Der Lebensversicherer will sich im Rahmen seiner Strategieplanung für die Zeit nach 2018 Gedanken zur Weiterentwicklung des Kommissionsgeschäfts machen, wie Firmenchef Patrick Frost der NZZ sagte. "Thematisieren werden wir auch Akquisitionen, wobei wir zurückhaltend bleiben werden", sagt er.

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09:25

Nach Handelseröffnung steht der SMI bei 9030 Punkten, das bedeutet ein Plus von 0,2 Prozent. Am Schweizer Aktienmarkt scheinen die Anleger auch am Dienstag auf eine Entspannung im Nordkorea-Konflikt zu setzen. Die Risiken eines möglichen militärischen Konflikts würden allerdings ein gutes Stück weit ignoriert, so ein Marktanalyst.

So hielten zwar Südkorea und die EU an einem Kurs zu einer friedlichen Lösung fest, Nordkorea und die USA blieben zuletzt aber eher auf Konfrontationskurs. "Der Risikoappetit an den Märkten kehrt allmählich wieder zurück", heisst es im Handel. Sollten die Spannungen zwischen den beiden Staaten nicht von neuem aufflackern, dann könnten sich Investoren wieder Aktien zuwenden.

Hoffnungen auf eine Abkühlung des aufgeheizten Konflikts zwischen den USA und Nordkorea hatten bereits am Montag die Aktienmärkte beflügelt. Nach den Verlusten in der vergangenen Woche konnte der SMI ordentlich Boden gutmachen. Auch die US-Indizes erholten sich, und die asiatischen Börsen legten ebenfalls zu. Am Nachmittag stehen in den USA mehrere wichtige Konjunkturdaten an, die noch grössere Impulse liefern könnten. Zudem legten hierzulande einige Unternehmen am Morgen Zahlen vor.

Schindler (-0,3 Prozent) übertraf mit den vorgelegten Zahlen übertraf der Lifthersteller die Erwartungen der Analysten beim Gewinn leicht. Beim EBIT und Auftragseingang erfüllte Schindler diese und beim Umsatz verfehlte er sie. Für das Gesamtjahr wird neu eine Guidance für den Jahresgewinn genannt: Dieser soll 2 bis 7 Prozent über dem Vorjahreswert zu liegen kommen, während weiterhin ein Umsatzwachstum in Lokalwährungen von 3 Prozent bis 5 Prozent angepeilt wird.

Schindler wächst langsamer als gedacht - Rekordjagd vertagt

In der weiteren Woche werden mit Swiss Life (Mittwoch), Geberit und Swisscom (Donnerstag) noch drei SMI-Titel Zahlen vorlegen. Swiss-Life-CEO Patrick Frost ist derweil nach einer Krebserkrankung zurück auf seinem Posten. Er werde bis Mitte September ein Pensum von 60 bis 70 Prozent absolvieren, und Mitte Oktober wieder voll einsteigen, sagte er in einem Interview mit der NZZ. CFO Thomas Buess hatte ihn bislang im Tagesgeschäft vertreten. Weit stärker als der Markt steigt allerdings die Aktie von Lonza (+1,7 Prozent).

Roche (+0,1 Prozent), Novartis (+0,25 Prozent) und Nestlé (+0,1 Prozent) stehen im Plus. Für Roche senkte Berenberg zwar das Kursziel, bestätigte aber die Kaufempfehlung. Der Pharmakonzern habe mit seinen zuletzt vorgelegten Halbjahreszahlen gezeigt, dass er solide weiter wachsen könne, heisst es. Roche dürfte die Umsätze auch weiterhin kontinuierlich steigern können - auch wenn die Belastung durch Biosimilars zunehmen dürfte.

Am breiten Markt liessen sich zudem noch Elma Electronic, Orascom DH, Phoenix Mecano und Tornos in die Bücher schauen. Insgesamt liefern in der Berichtswoche, die am Donnerstag ihren Höhepunkt erreicht, rund 30 an der Schweizer Börse kotierte Unternehmen ihr Halbjahresergebnis ab. Ein gutes Zwischenergebnis und ein zuversichtlicher Ausblick haben den Aktien von Orascom kräftig Auftrieb verliehen. Der Titel der schwergewichtig in Nordafrika tätigen Bau- und Hotelgruppe legte am Dienstag in einem freundlichen Markt um 8,4 Prozent auf 7,59 Franken zu. Damit setzte die Aktie, die sich im Vorjahr halbiert hatte, die Erholung fort. Seit Jahresanfang beträgt das Kursplus mehr als 40 Prozent.

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08:20

Nachdem die Schweizer Börse schon gestern kräfig mit einem Plus von 1,7 Prozent gestiegen ist, dürfte der Handel auch heute unter positiven Vorzeichen verlaufen. Das vorbörsliche Plus im SMI liegt bei 0,1 Prozent, womit der Index 9038 Punkte erreicht. Die Anleger, die sich vergangene Woche von den Wortgefechten zwischen Nordkorea und den USA erschrecken liessen, scheinen nun wieder Optimismus gefunden zu haben.

Am deutlichsten steigen die Aktien der Grossbanken UBS (+0,12 Prozent) und Credit Suisse (+0,14 Prozent) sowie der Zykliker ABB (+0,14 Prozent) sowie Adecco (+0,13 Prozent). Der SLI-Titel Schindler hat Zahlen vorgelegt. Der Titel legt um 0,1 Prozent zu. Zwar fielen Teile des Resultats enttäuschend aus, aber der Lift- und Rolltreppenkonzern erwartet für dieses Jahr eine Gewinnsteigerung.

Der Lebensversicherer Swiss Life (+0,06 Prozent) will sich im Rahmen seiner Strategieplanung für die Zeit nach 2018 Gedanken zur Weiterentwicklung des Kommissionsgeschäfts machen, wie Firmenchef Patrick Frost der NZZ sagte. "Thematisieren werden wir auch Akquisitionen, wobei wir zurückhaltend bleiben werden", sagte er. Die Zahlen vorgelegt haben auch die Komponentenhersteller Phoenix Mecano und Elma, der Bau- und Hotelkonzern Orascom und der Maschinenbauer Tornos.

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08:10

In Asien setzen die Anleger auf eine weitere Entspannung der Krise zwischen Nordkorea und den Vereinigten Staaten. Nachdem beide Länder zuletzt zumindest ihre Auseinandersetzung nicht noch weiter eskalieren liessen, notierten die Börsen an fast allen Handelsplätzen am Dienstag im Plus. Bereits am Vortag hatten Hoffnungen auf eine Abkühlung des aufgeheizten Konflikts an den US-Aktienmärkten zum Wochenstart eine Erholung eingeleitet. Der Risikoappetit kehre zurück, so Marktbeobachter.

Besonders deutlich ging es in Japan für den Nikkei aufwärts. Der dortige Leitindex profitiert von einem schwächeren Yen und lag zum Handelsschluss 1,1 Prozent im Plus bei 19753,31 Punkten. Die japanische Währung ist als sicherer Hafen anders als auf dem Höhepunkt des Konflikts zwischen Nordoreas Machthaber Kim Jong-un und US-Präsident Donald Trump nun nicht mehr gefragt. In China legte der CSI 300 mit den wichtigsten Aktien der Börsen in Shanghai und Shenzhen noch um 0,17 Prozent zu.

Russland sichert sich Öl von klammem Venezuela

Der auch als "Angstindikator" bekannte Volatilitätsindex Vix sackte deutlich um mehr als 21 Prozent ab. Auf dem Höhepunkt der politischen Spannungen zwischen beiden Ländern war der Indikator, der erwartete Kursschwankungen am amerikanischen Aktienmarkt misst, in der vergangenen Woche auf das höchste Niveau seit der Wahl von Trump zum US-Präsidenten am 8. November gestiegen. In Korea wird heute wegen eines Feiertags nicht gehandelt.

Doch die Lage bleibt fragil: Am Aktienmarkt würden die Risiken eines mögliches militärischen Konflikts ein gutes Stück weit ignoriert, erklärte Analyst Ric Spooner vom Broker CMC Markets. So halten zwar Südkorea und die EU an einem Kurs zu einer friedlichen Lösung fest, Nordkorea und die USA blieben zuletzt aber eher auf Konfrontationskurs. Dirk Gony von der National-Bank gibt zu bedenken, dass zwar zahlreiche Länder auf eine diplomatische Lösung hinarbeiteten. Doch es sei völlig offen, ob diese Bemühungen zum Erfolg führten. Von einer Entspannung der Lage könne seiner Meinung nach keine Rede sein.

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06:45

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index steht um 1,3 Prozent im Plus bei 19'799 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 1,3 Prozent auf 1619 Zähler. Hier machte sich auch der schwächere Yen bemerkbar, von dem zum Beispiel Auto- und Elektronikwerte profitierten.

Vorsichtiger Optimismus in der Nordkorea-Krise hatte bereits die US-Börsen zum Wochenstart angeschoben. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss am Montag 0,6 Prozent höher bei 21.993 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 erhöhte sich um ein Prozent auf 2465 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verbesserte sich um 1,3 Prozent auf 6340 Punkte.

"Wir haben Nordkorea, das erklärt hat, sie würde abwarten, und wir haben (US-Präsident Donald) Trump, der überhaupt nichts gesagt hat - verglichen mit seiner früheren Drohung mit 'Feuer und Zorn'", sagte Mitsuo Imaizumi, Chef-Währungsstratege von Daiwa Securities. "Das sind gute Nachrichten für den Dollar, schlechte Nachrichten für den Yen."

Der Euro zeigte sich im fernöstlichen Devisenhandel wenig verändert. Ein Euro wurde mit 1,1784 Dollar bewertet. Der Dollar legte gegenüber der japanischen Währung zu und wurde mit 110,16 Yen gehandelt.

(cash/AWP/Reuters)