+++Börsen-Ticker+++ - USA: Freude über mögliche Handelsgespräche verpufft

Die anfängliche Freude an der Wall Street über eine mögliche Entspannung im amerikanisch-chinesischen Handelsstreit war am Mittwoch nur von kurzer Dauer.
12.09.2018 22:32
Trader an der Börse in New York.
Trader an der Börse in New York.
Bild: Bloomberg

22:30

Zum Schluss behauptete der US-Leitindex Dow Jones Industrial einen mickrigen Gewinn von 0,11 Prozent auf 25 998,92 Punkte.

Damit notierte er ungefähr wieder auf dem Niveau vor dem Bericht des "Wall Street Journal", wonach die USA eine neue Gesprächsrunde zum Handel mit China vorschlagen. Der Konjunkturbericht der US-Notenbank Fed (Beige Book) liess das Börsenbarometer kalt.

Ähnlich sah es bei den anderen US-Indizes aus: Der marktbreite S&P 500 ging 0,04 Prozent höher bei 2888,92 Punkten aus dem Handel, während der technologielastige Nasdaq 100 0,26 Prozent auf 7488,07 Zähler verlor.

Unternehmensseitig stand der Tech-Gigant Apple mit der Vorstellung neuer, grosser iPhones im Fokus. In die Computer-Uhr Apple Watch baute der Konzern erstmals auch ein EKG-Messgerät ein. Die Funktion wird aber zunächst nur in den USA verfügbar sein, wo sie von der Gesundheitsaufsicht FDA freigegeben wurde. Nachdem sich die Aktie zuletzt von tagelangen Verlusten infolge der Diskussionen um mögliche Strafzölle auf in China hergestellte Produkte erholt hatte, ging es nun um 1,24 Prozent bergab, was einen der hinteren Plätze im Dow bedeutete.

Härter traf es die Papiere von Chipherstellern, zu denen sich Goldman Sachs skeptisch geäussert hatte. Für Micron Technology und Lam Research strich die US-Investmentbank sogar ihre bisherigen Kaufempfehlungen, was zu Kursverlusten von 4,27 beziehungsweise 3,24 Prozent führte. Goldman sieht erste Anzeichen eines Überangebotes von Speicherchips und schraubte daher die Erwartungen für die Branche zurück.

Sein Börsendebüt in New York gab an diesem Mittwoch der chinesische Elektroauto-Hersteller Nio. Nach einem schwachen Auftakt notierten die Aktien des Tesla -Konkurrenten zum Schluss bei 6,60 US-Dollar. Der erste Kurs hatte mit 6,00 Dollar noch unter dem Ausgabepreis von 6,26 Dollar gelegen, der ohnehin schon fast das untere Ende der ursprünglichen Preisspanne markiert hatte.

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17:30

Der SMI hat am Mittwoch angezogen. Allerdings blieben die Anleger wegen des Handelsstreits zwischen den USA und anderen Ländern sowie der bevorstehenden Veröffentlichung des Konjunkturberichts der Fed vorsichtig. Der SMI stieg um 0,5 Prozent auf 8960 Punkte. Das Kursplus war zu einem Gutteil den Kursgewinnen der Index-Schwergewichte geschuldet. Bei 9000 Zählern stösst der Leitindex Händlern zufolge charttechnisch auf Widerstand.

Bei den Standardwerten waren die als krisensicher geltenden Schwergewichte aus dem Lebensmittel- und Pharmasektor gefragt. Die Nestle-Aktien stiegen um 0,8 Prozent. Die Anteile von Novartis und Roche legten 0,6 beziehungsweise ein Prozent zu. Novartis hat seit Montag rund vier Prozent an Wert gewonnen. Die Aktien des Pharmazulieferers Lonza stiegen um 1 Prozent.

Unter Abgabedruck stand Julius Bär mit einem Kursminus von 2,1 Prozent.

Am breiten Markt büssten die Aktien von Swiss Prime Site 0,5 Prozent ein. Die Anteile von Barry Callebaut kletterten um 6,9 Prozent, nachdem UBS die Empfehlung auf "Neutral" von "Sell" angehoben hat.

Die Titel des Landmaschinen- und Kommunalfahrzeug-Herstellers Bucher fielen um 8,4 Prozent. Berenberg hat die Empfehlung auf "Sell" von "Hold" herabgesetzt.

Gewinnmitnahmen nach dem vortägigen Kurssprung drückten die Aryzta-Aktien 2,8 Prozent ins Minus.

Den ausführlichen SMI-Schlussbericht lesen Sie hier.

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16:16

Apple fallen um 1,3 Prozent, Twitter verlieren über drei Prozent. Insgesamt steht der Tech-Sektor unter Druck: Der Nasdaq-Composite fällt um 0,7 Prozent, der Philadelphia Halbleiter-Index SOX um 2,7 Prozent.

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15:45

An der Wall Street haben sich die Anleger am Mittwoch zu Handelsbeginn bedeckt gehalten. Der Dow Jones lag bei 26.000 Punkten 0,2 Prozent im Plus. Der S&P 500 und der Nasdaq-Composite kamen ebenfalls kaum vom Fleck.

Weiterhin dämpfte der schwelende amerikanisch-chinesische Handelsstreit die Kauflaune der Anleger. US-Präsident Donald Trump will praktisch alle chinesischen Importe mit Sonderzöllen belegen. Gegen diese Politik wollten am Mittwoch mehr als 60 Lobby-Gruppen eine Kampagne starten, mit der sie auf die Folgen für Industrie und Handel aufmerksam machen.

Hinter der Aktion stehen einige der grössten Konzerne des Landes, darunter auch die beiden an der Wall Street am höchsten bewerteten Unternehmen Apple und Amazon.

Der iPhone-Hersteller dürfte auf einer Veranstaltung an seinem Hauptsitz im kalifornischen Cupertino neue Produkte vorstellen. Zwar erwarten Analysten keine grossen Neuerungen. Doch dürfte Apple Smartphone-Modelle vorstellen, für die Kunden auch gerne tiefer in die Tasche griffen, sagte ein Börsianer. Dabei sind Preise von über 1000 Dollar im Gespräch. Die Aktien von Apple notierten im Anfangsgeschäft kaum verändert bei 224 Dollar. Am Dienstag hatten sie 2,5 Prozent zugelegt.

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13:57

Das Votum des EU-Parlaments für eine Einleitung von Strafverfahren gegen Ungarn wegen Rechtsstaatsverstößen schlägt Anleger in die Flucht. Der Budapester Aktienindex dreht ins Minus und verliert in der Spitze 0,6 Prozent. Die Landeswährung Forint gerät ebenfalls unter Druck. Ein Dollar verteuert sich um 0,9 Prozent auf 281 Forint.

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12:50

Der chinesische Elektro-Autohersteller Nio wird bei seinem Börsendebüt am Mittwoch in New York weniger Geld einsammeln als erwartet. Der Ausgabepreis der Aktie wurde bei 6,26 US-Dollar festgelegt, wie Nio am Mittwoch mitteilte. Der Wert liegt damit am unteren Ende der Preisspanne der ursprünglich angebotenen 6,25 bis 8,25 Dollar. Die Marktkapitalisierung entspricht damit rund 6,4 Milliarden Dollar.

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12:00

Nach dem leichten Rückgang am Vortag ist die Schweizer Börse am Mittwochvormittag wieder auf den Erholungskurs eingeschwenkt. Für Kauflaune sorgten die amerikanischen Börsen. Der Swiss Market Index (SMI) steht um 12 Uhr um 0,3 Prozent höher bei 8'942 Punkten. Zeitweise nahm der SMI wieder Anlauf auf die psychologisch wichtige Marke von 9'000 Punkten, knickte dann aber bei 8'983 Zählern wieder ab.

Die grössten Gewinner unter den Blue Chips sind Vifor (+1,3%) sowie die konjunktursensitiven Titel ABB (+1,2%), Clariant (+0,8%) und Sika (+0,8%). Der Computer- und Handyzubehörhersteller Logitech wird im Kielwasser von Apple nach oben gezogen (+1%).

ls Stütze des Marktes erweisen sich auch die beiden Schwergewichte Novartis (+0,5%) und Roche (+0,6%). Das dritte Schwergewicht, Nestlé (+0,1%), kann da nicht mithalten.

Die Grossbanken UBS und CS  gaben derweil die leichten Kursgewinne wieder ab, nachdem sie bereits am Dienstag unter Abgabedruck gestanden hatten. Auch die beiden Luxusgüterhersteller Richemont  und Swatch konnten ihre anfänglichen Gewinne aus dem frühen Handeln nicht halten.

Bei den Verlierern im SMI/SLI stehen Aryzta mit 4,8 Prozent im Minus, nachdem sie am Vortag einen Kurssprung von 16 Prozent gemacht hatten.

Auch Julius Bär (-1,2%) befinden sich im Krebsgang.

Den ausführlichen SMI-Mittagsbericht lesen Sie hier.

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11:19

In der Hoffnung auf eine Zinserhöhung in der Türkei steigen einige Anleger in die Währung des Landes ein. Im Gegenzug verbilligt sich der Dollar um 0,6 Prozent auf 6,3808 Lira. Analysten bezweifeln allerdings, dass die Zentralbank den Schlüsselsatz am Donnerstag wie in einer Reuters-Umfrage erwartet auf 22 von 17,75 Prozent anhebt.

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10:45

Der Franken hat sich am Mittwoch zum Euro leicht abgeschwächt und kurzzeitig die Grenze von 1,13 überschritten. Unter diese war er am Vortag gefallen. Zunächst hatte der Franken sich allerdings deutlich aufgewertet und die Grenze von 1,12 Franken zum Euro ins Visier genommen.

Danach verlor der Franken allerdings stetig an Terrain und knackte die Grenze von 1,13 Franken, bevor er wieder erstarkte. Um 10.26 Uhr kostet der Euro 1,1298 Franken. Der Dollar war 0,9738 Franken wert. Das ist leicht weniger als am Morgen, aber gleich viel wie am Vorabend.

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09:15

Der Swiss Market Index nimmt zu Wochenmitte wieder die Marke von 9000 Punkten ins Visier. Der Swiss Market Index steigt nach Handelseröffnung um 0,45 Prozent. Rückenwind kam aus den USA. Die amerikanischen Börsen wurden von den Technologie-Schwergewichten Apple und Microsoft sowie von den Ölkonzernen nach oben gezogen, die vom höheren Erdölpreis profitierten. Dennoch liessen die Handelsstreitigkeiten der USA mit anderen grossen Wirtschaftsmächten wie China und der EU keine grosse Euphorie aufkommen. Diese Auseinandersetzungen bremsten auch die asiatischen Aktienmärkte.

Fast alle SMI-Titel sind im Plus, wobei die konjunktursensitiven Aktien tendenziell fester notieren als die defensiven. Die grössten Anstiege zeigen die Uhrenhersteller Richemont (plus 1 Prozent) und Swatch (+0,7 Prozent). ABB rücken um 0,5 Prozent vor, die UBS 0,2 Prozent.

Die Pharmawerte Roche und Novartis legen 0,5 bzw. 0,6 Prozent zu. Lonza-Aktien steigen 0,4 Prozent. Die Titel von Julius Bär, Credit Suisse und Swisscom tendieren leicht negativ.

Im breiten Markt setzen sich die Titel von Barry Callebaut (+3,4 Prozent) an die Spitze der Gewinner. Die UBS hat das Rating auf "Neutral" von "Sell" hochgestuft und das Kursziel auf 1'790 von 1'340 Franken erhöht. Sonova, Partners Group und Dätwyler legen nach Kurszielerhöhungen diverser Banken zu. 

Als Verlierer stehen VAT da (-1,2 Prozent). Die Credit Suisse hat das Kursziel für den Vakuumventilherstellerauf auf 120 von 140 Franken gesenkt. Die Aktien von Bucher tauchen 6 Prozent nach einer Herunterstufung von Berenberg:

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08:10

Der Swiss Market Index wird vorbörslich 0,19 Prozent höher geschätzt. Der SMI Future legt 0,3 Prozent auf 8922 Zähler zu. Am Dienstag war der Leitindex um 0,2 Prozent gefallen.

Wie stark die Gewinne ausfallen, hänge einmal mehr davon ab, ob sich die Anleger aus der Reserve locken liessen, sagte ein Händler. Nach wie vor hänge der Handelsstreit der USA mit anderen Ländern über den Märkten. "Die Anleger werden wohl mit gedrosselter Geschwindigkeit unterwegs sein." Die Anleger dürften sich wohl auch vorsichtig verhalten, weil die US-Notenbank Fed am Abend (MESZ) ihren Konjunkturbericht, das Beige Book, veröffentlicht. Davon erhoffen sich die Marktteilnehmer auch Aufschluss, wie sich der Handelsstreit auf die Konjunktur ausgewirkt haben könnte.

Auffallend ist das Plus bei den Aktien von UBS (0,27 Prozent) und ABB (0,26 Prozent). Bei den Mid Caps tendiert einzig die Aktie von VAT negativ (0,3 Prozent).

Schwächer erwartet werden die Aktien von Swiss Prime Site. Die Immobiliengesellschaft plant eine Bezugsrechtskapitalerhöhung über 330 Millionen Franken. Der Bezugspreis liegt bei 74 Franken je Namenaktie, das Angebot läuft bis 26. September. 

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07:57

Die Furcht vor einem ausgewachsenen Handelskrieg zwischen den USA und China setzt den asiatischen Börsen erneut zu. Der Leitindex der Börse Shanghai fiel am Mittwoch um bis zu 0,7 Prozent auf ein Zweieinhalb-Jahres-Tief auf 2647,17 Punkte. Der Hang Seng aus Hongkong notierte mit 26'219,56 Zählern so niedrig wie zuletzt vor gut einem Jahr. China beantragte bei der Welthandelsorganisation WTO die Genehmigung von Sanktionen gegen die USA wegen angeblich missachteter WTO-Regeln aus dem Jahr 2013. Anleger werteten dies als Möglichkeit für die Regierung in Peking, US-Präsident Donald Trump die Quittung für dessen Drohungen mit zusätzlichen Strafzöllen zu geben, sagte Analyst David Madden vom Online-Broker CMC Markets.

Vor diesem Hintergrund gab auch die japanische Börse nach. Der Nikkei-Index büßte 0,3 Prozent auf 22'592,57 Stellen ein. Zu den größten Verlierern am japanischen Aktienmarkt zählten Maschinenbauer wie DMG Mori, Tsugami, Okuma und Makino Milling. Deren Titel verbilligten sich um bis zu 6,4 Prozent, nachdem der Branchenverband für August einen Rückgang des Auftragseingangs um 4,4 Prozent bekannt gegeben hatte. 

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07:55

Die Ölpreise sind am Mittwoch gestiegen. Marktbeobachter erklärten den Anstieg mit Meldungen über einem Rückgang der Ölreserven in den USA. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November 79,36 US-Dollar. Das waren 30 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Oktober-Lieferung stieg um 61 Cent auf 69,86 Dollar.

Am Vorabend war bekannt geworden, dass der Interessenverband American Petroleum Institute (API) davon ausgeht, dass die US-Lagerbestände an Rohöl in der vergangenen Woche um 8,64 Millionen Barrel gefallen sind. Die Entwicklung der amerikanischen Ölreserven spielte zuletzt mehrfach eine wichtige Rolle für die Entwicklung der Ölpreise. Ein Rückgang der Lagerbestände kann auf eine höhere Nachfrage oder ein geringeres Angebot hindeuten und stützt in der Regel die Preise.

Am Nachmittag stehen die offiziellen Daten der US-Regierung zu den Ölreserven auf dem Programm, die den Ölpreisen neue Impulse geben dürften. Rohstoffexperten rechnen auch bei den offiziellen Zahlen mit einem Rückgang der Reserven, allerdings nur um 2,0 Millionen Barrel.

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06:30

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index sank um 0,4 Prozent auf 22'572 Punkte. "Es gibt so viel Unsicherheit in den weltweiten Handelsbeziehungen", sagte Anlagestratege Kazuhiko Suzuki vom Vermögensverwalter Shinkin Asset Management. Das gelte auch für die Gespräche zwischen Japan und den USA. Unterdessen bekräftigte US-Präsident Donald Trump, dass er im Zollstreit mit China eine harte Haltung vertrete. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans fiel 0,5 Prozent.

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06:25

Der Schweizer Franken notierte bei rund 0,9735 Franken je Dollar und bei etwa 1,1286 Franken je Euro. Der Euro 0,1 sank Prozent auf 1,1592 Dollar. Zur japanischen Währung gab der Dollar dagegen 0,1 Prozent nach auf 111,47 Yen. 

(cash/AWP/Reuters)