+++Börsen-Ticker+++ - USA: Wirtschaftdaten bremsen Erholung etwas ab

Der US-Leitindex Dow Jones Industrial hat am Dienstag einen weiteren Teil seiner Verluste vom Freitag ausgebügelt. Allerdings bröckelten die Gewinne im Handelsverlauf ab.
26.03.2019 21:44
Blick auf ein Schriftzug der Nasdaq in New York.
Blick auf ein Schriftzug der Nasdaq in New York.
Bild: Bloomberg

21:40

Schwächer als erwartet ausgefallene Stimmungs- und Baudaten aus den Vereinigten Staaten drückten auf die Stimmung. Charttechnisch orientierte Analysten zeigten sich zudem nicht überrascht, da im Dow bereits "subtile Hinweise auf eine weiter nachlassende Kaufbereitschaft" sichtbar geworden seien.

Letztlich ging der wichtigste Index an der Wall Street mit einem Plus von 0,55 Prozent auf 25 657,73 Punkten aus dem Tag. Zum Handelsstart hatte er noch um rund ein Prozent zugelegt. Der marktbreite S&P 500 beendete den Handel mit plus 0,72 Prozent auf 2818,46 Punkte. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 rückte zugleich um 0,47 Prozent auf 7351,15 Zähler vor.

Im März hatte sich die vom privaten Marktforschungsinstitut Conference Board ermittelte Stimmung der US-Verbraucher überraschend stark eingetrübt. Auch die Baubeginne im Februar waren deutlicher als erwartet zurückgegangen, "allerdings müssen diese Zahlen im Kontext der starken Januarwerte relativiert werden", kommentierte dazu Analyst Ralf Umlauf von der Helaba.

Im Dow richteten sich die Blick erneut auf die Aktien von Apple , die ihre anfänglichen Gewinne abgaben und mit minus 1,0 Prozent schliesslich zu den schwächsten Werten im Index zählten. Die vom iPhone-Hersteller am Montag vorgestellten und nun von Analysten kommentierten neuen Angebote und Dienste, darunter der erwartete Videodienst, rückten in den Hintergrund. Stattdessen fand der festgefahrene Patentstreit mit dem Chipkonzern Qualcomm wieder Beachtung. Eine Richterin der US-Handelsbehörde ITC kam zu dem Schluss, dass einige iPhone-Modelle ein Qualcomm-Patent verletzen und will daher Einfuhreinschränkungen empfehlen. Darüber muss nun aber zunächst noch die insgesamt sechsköpfige Kommission abstimmen.

An der technologielastigen Nasdaq-Börse zogen Tesla Aufmerksamkeit auf sich. Das Model 3 des Elektroauto-Herstellers verkauft sich besser als erwartet. Nur wenige Wochen nach der Markteinführung dieses Wagens in Europa hat Tesla im wichtigen Kernmarkt Norwegen den monatlichen Absatzrekord gebrochen. Die Aktie legte daraufhin um 2,9 Prozent zu.

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17:30

Die Schweizer Börse hat am Dienstag die jüngste Abwärtsbewegung gestoppt. Die jüngst dominierenden Konjunkturängste rückten etwas in den Hintergrund. Für Schub sorgte die festeren US-Börsen.

Der Leitindex SMI stieg um 0,9 Prozent auf 9389 Punkte, nachdem er in den vergangenen vier Handelstagen insgesamt 2,3 Prozent verloren hatte.

In Zürich standen die als vergleichsweise krisensicher geltenden Schwergewichte Nestle, Novartis und Roche mit Kursgewinnen von 1,2 bis 2 Prozent an der Spitze. Die jüngst geschmähten Bankwerten Credit Suisse und UBS gaben erneut nach.

Die grössten Verlierer unter den Standardwerten waren Julius Bär und SGS mit Kurseinbussen von mehr als einem Prozent. Die Privatbank und der Warenprüfkonzern gelten als Kandidaten für ein Ausscheiden aus dem SMI, wenn der von Novartis abgespaltene Augenheil-Konzern Alcon in das Bluechip-Barometer vorrückt. Der Handelsstart mit den Alcon-Aktien ist für 9. April geplant.

Am breiten Markt sackten die Anteile von Huber+Suhner um 12,9 Prozent auf 73.60 Franken ab. Die Familienholding Abegg hat ihre zehnprozentige Beteiligung am Kabelhersteller über ein beschleunigtes Platzierungsverfahren zu 75 Franken je Aktie verkauft.

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16:54

Mit geldpolitischen Eingriffen gibt die türkische Notenbank der Landeswährung Auftrieb. Der Dollar verbilligte sich im Gegenzug am Dienstag um 1,2 Prozent auf 5,4879 Lira.

Am Montag hatte die Notenbank ihre standardmässigen wöchentlichen Refinanzierungsgeschäfte für Geschäftsbanken vorläufig gestoppt. Kredite vergibt sie nur über andere, höher verzinste Instrumente. Experten bezeichnen dieses Vorgehen als Straffung der Geldpolitik durch die Hintertür, da der Leitzins unverändert bei 24 Prozent bleibt.

Ende vergangener Woche war die Lira unter die Räder gekommen. Börsianer erklärten den Ausverkauf mit der wieder aufgeflammten Furcht, dass sich die diplomatischen Spannungen zwischen der Türkei und den USA verschärfen und die türkische Wirtschaft dadurch in Mitleidenschaft gezogen wird.

Als Reaktion auf den Lira-Absturz leitete die türkische Bankenaufsicht Ermittlungen gegen mehrere Banken wie das US-Institut JPMorgan wegen möglicher Kursmanipulationen ein. Ausserdem drohte Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, all jene, die auf einen Verfall der Lira wetteten, müssten dafür einen "sehr hohen Preis" zahlen.

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15:00

Börsianer in den USA haben ihre Rezessionsängste am Dienstag hinten angestellt und sich wieder mit Aktien eingedeckt.  Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 stiegen zur Eröffnung jeweils etwa ein Prozent. "Die Panik hat sich wieder gelegt", sagte Scott Brown, Chefvolkswirt vom Handelshaus Raymond James. "Die Rezessionsängste von vergangener Woche waren sicher etwas übertrieben aber sie werden wohl noch eine Weile lang in den Hinterköpfen der Anleger schlummern."

In diese Richtung wiesen auch die Renditen dreimonatiger US-Bonds, die erneut über denen zehnjähriger Anleihen lagen. Allerdings rechnen immer mehr Börsianer mit einer Zinssenkung der US-Notenbank Fed in den kommenden Monaten, um die schwächelnde Konjunktur anzukurbeln.

Zu den Favoriten an der New Yorker Börse gehörten Apple mit einem Kursplus von 1,9 Prozent. Der Konzern hatte am Montag den Einstieg in den von Netflix dominierten Videostreaming-Markt angekündigt, um vom iPhone unabhängiger zu werden. Dessen Verkäufe hatten zuletzt vor allem in China geschwächelt. Anleger hatten zunächst verhalten auf die Apple-Pläne reagiert, am Montag verloren die Aktien noch 1,2 Prozent.

Boeing setzten ihre Erholung vom Vortag fort und stiegen um weitere 1,1 Prozent. Der Flugzeugbauer stellt eine Software-Update für den nach zwei Abstürzen in die Kritik geratenen Typ 737 MAX zur Verfügung.

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12:00

Der SMI tendiert am Dienstag mit Gewinnen auf breiter Front. Er reagiert damit - angeführt von den defensiven Schwergewichten - mit einer Gegenbewegung auf den zuletzt fünf Tage andauernden Abwärtstrend. Der Swiss Market Index (SMI) steigt bis 12 Uhr um 0,7 Prozent auf 9'367 Punkte.

Gesucht sind Papiere, die zu Wochenauftakt deutlicher an Terrain eingebüsst hatten. Klar im Plus stehen etwa Partners Group (+1,7%), Lonza (+1,5%) oder Temenos (+0,7%). Massgeblich zum SMI-Plus tragen aber vor allem die defensiven Schwergewichte Nestlé (+0,9%), Novartis (+1,1%) und Roche (+1,1%) bei. Nächster wichtiger Termin ist der geplante Spinn-Off der Augenheilsparte Alcon von Novartis.

Weit hinten finden sich derweil Finanzwerte wie Credit Suisse (-0,2%), Julius Bär (-1,1%), während sich UBS (+0,9%) etwas erholen. Experten verweisen auf die noch länger andauernde Niedrigzinspolitik und die Sorge vor einem schwachen Wirtschaftswachstum, zudem komme es zu Positionsbereinigungen vor dem Quartalsende. Nach Einschätzung von Berenberg etwa bleibt der europäische Bankensektor im "Fegefeuer".

Huber+Suhner fallen um deutliche 10,9 Prozent. Ein Grossaktionär hatte am Vorabend gemeldet, er habe sein gesamtes Aktienpaket von 10 Prozent abgestossen. Die Aktien notieren nun leicht über dem Platzierungspreis von 75 Franken. Die hinter dem Aktionär stehende Familie hatte den Komponentenhersteller davor mehr als 50 Jahre mitfinanziert und begleitet.

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11:46

Nach der Ankündigung eines Streaming-Dienstes unter anderem für selbst produzierte Filme und Serien nimmt Apple an der Börse wieder Fahrt auf. Die Aktien legen im vorbörslichen Handel an der Wall Street gut ein halbes Prozent auf 189,60 Dollar zu. Nach der Verkündung der Pläne am Montag hatten die Apple-Aktien noch nachgegeben.

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09:41

Der Schwenk von Apple hin zu einem Unterhaltungskonzern macht Anleger der deutschen TV-Medienkonzerne nervös. Die Aktien von ProSiebenSat.1 verloren am Dienstag 1,6 Prozent auf 13,18 Euro und waren einer der schwächsten Werte im Nebenwerteindex MDax. Auch RTL und Axel Springer gaben mehr als ein Prozent nach. "Das klassische Fernsehen, das ProSieben und RTL anbieten ist schon länger 'out' und Apple verstärkt den Druck mit seinem Streaming-Dienst jetzt noch mehr", sagte ein Händler. "Die deutschen Anbieter können da nicht mithalten." Axel Springer bekomme auch durch Apples Pläne für einen Nachrichten-Plattform, bei dem die Inhalte von 300 Zeitschriften und Zeitungen zusammen geführt werden sollen, mehr Konkurrenz.

Apple hatte am Montag angekündigt, künftig Serien und Filme selbst produzieren zu wollen, um sich vom iPhone unabhängiger zu machen. Hinzu kommt ein erweitertes Spiele- und Nachrichtenangebot.

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09:15

Der Schweizer Aktienmarkt startet am Dienstag im positiven Bereich. Ob sich der jüngste Abwärtstrend stoppen lässt, muss aber abgewartet werden.  Der SMI startet bei 9319 Punkten (+0,14 Prozent). Ob sich der jüngste Abwärtstrend stoppen lässt, muss aber abgewartet werden. Denn die Sorge vor einer Abschwächung der globalen Konjunktur drückt weiter auf die Stimmung. Dazu kommen ausbleibende Fortschritte bei den Handelsgesprächen zwischen den USA und China, sowie die undurchsichtige Lage um den Brexit.

Grösstes Plus im frühen Handel verzeichnen Nestlé und Roche (je +0,6 Prozent). Das dritte Schwergewicht Novartis (+0,1 Prozent) bleibt etwas zurück. Auf der Negativseite stehen Julius Bär, CS und ABB (je -0,1 Prozent). Zudem fallen die Aktien des Warenprüfers SGS (-2,6%), die am Berichtstag mit Dividendenabschlag gehandelt werden.

Mit den Papieren des Halbleiterproduzenten AMS (-1,8 Prozent) geht es ebenfalls nach unten nach der Gewinnwarnung von Samsung.

Ebenfalls im Sog von Samsung sinken im breiten Markt VAT (-0,3 Prozent) und U-Blox um 1,2 Prozent. Am breiten Markt sind Huber+Suhner (-11,4 Prozent) einen Blick wert. Beim Komponentenhersteller hat ein Grossaktionär sein gesamtes Paket von gut 10 Prozent verkauft. Comet (-1,0 Prozent) kommt nicht zur Ruhe. Der Röntgenspezialist lehnt den von einem Grossaktionär eingebrachten Wahlvorschlag für das VR-Präsidium unverändert ab.

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08:30

Nach dem jüngsten Kursrutsch haben sich Börsianer in Japan wieder mit Aktien eingedeckt. Der Leitindex Nikkei schloss den Handel am Dienstag 2,2 Prozent höher bei 21'428 Punkten, der breiter gefasste Topix-Index rückte um 2,6 Prozent vor. Der vorläufig gestoppte Abwärtsstrend an der Wall Street habe die Stimmung bei japanischen Anlegern zwar verbessert, sagte ein Händler. Die Furcht vor einer weltweiten Abkühlung der Konjunktur bestehe aber weiterhin.

In China hielten sich Investoren daher zurück. Der Bluechip-Index CSI300 verlor 1,4 Prozent. Einer der grossen Gewinner an der Börse in Japan waren die Papiere von Nintendo mit einem Kursplus von 4,8 Prozent. Wie das "Wall Street Journal" unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtete, will der Konzern im Sommer zwei neue Versionen seiner Spielekonsole Switch auf den Markt bringen. Gefragt waren auch Aktien von exportorientierten Unternehmen. So stiegen die Titel von Panasonic um 4,1 Prozent, Yaskawa Electric um 2,4 Prozent und Advantest um 1,9 Prozent.

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08:10

Der Swiss Market Index (SMI) wird von der Bank Julius Bär vorbörslich praktisch unverändert bei 9310 Punkten berechnet. Der SMI schloss die letzten vier Handelstage im Minus. Das grösste Plus verzeichnen vorbörslich die UBS-Aktien (0,2 Prozent). Die drei Schwergewichte Nestlé, Novartis und Roche werden bei +0,1 Prozent erwartet. Die SGS-Aktie (-2,8 Prozent) wird mit Dividendenabschlag gehandelt. Am breiten Markt fallen AMS (-0,4 Prozent) auf. Der südkoreanische Technologiekonzern Samsung hat eine Gewinnwarnung ausgesprochen. Auch Inficon, u-blox und VAT werden tiefer berechnet. Bei Comet (-0,4 Prozent) geht der Knatsch mit Grossaktionär Veraison weiter.

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07:45

Der Euro hat am Dienstag weiter knapp über der Marke von 1,13 US-Dollar notiert. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1311 Dollar und damit etwas weniger als am Vorabend. Zum Schweizer Franken legte der Euro leicht zu. Die Gemeinschaftswährung geht am frühen Dienstagmorgen bei 1,1228 Franken um. Der US-Dollar kostet zum Montagabend ebenfalls praktisch unverändert 0,9927 Franken. Am Dienstag stehen im Euroraum nur wenige Konjunkturdaten zur Veröffentlichung an.

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06:45

Der japanische Leitindex Nikkei tendierte am frühen Dienstagnachmittag in Tokio 2 Prozent im Plus bei 21'396 Punkten. Der breiter gefasste Topix legte 2,5 Prozent auf 1616 Zähler zu. Am Montag hatten Rezessionsängste die Börse noch auf Talfahrt geschickt.

Besonders gefragt waren die Papiere von Nintendo. Sie verteuerten sich um fünf Prozent. Das "Wall Street Journal" berichtete, der Konzern plane zwei neue Versionen seiner Spielekonsole Switch womöglich im Sommer auf den Markt zu bringen.

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05:10

Der Euro notierte im fernöstlichen Devisenhandel etwas höher bei 1,1315 Dollar. Zur japanischen Währung lag die US-Devise bei 110,10 Yen.

(cash/Reuters/AWP)