+++Börsen-Ticker+++ - Verluste bei den Technologieaktien bremsen US-Börsen

An der Wall Street haben die Anleger ihre Rekordjagd am Mittwoch mit angezogener Handbremse fortgesetzt.
29.11.2017 22:25
Verluste bei Tech-Aktien belasten am Mittwoch in New York den Nasdaq.
Verluste bei Tech-Aktien belasten am Mittwoch in New York den Nasdaq.
Bild: Bloomberg

22:25

Das Börsenbarometer Dow Jones stieg zwar auf eine neue Bestmarke. Zugleich aber präsentierten sich viele Marktteilnehmer vorsichtiger und trennten sich von Technologieaktien, was den Nasdaq-Index deutlich unter Druck setzte. Manche Investoren schichteten Geld aus den Überfliegern der vergangenen Monate in Finanzwerte um, sagt Anlagestratege Jonathan Mackay vom Vermögensverwalter Schroders.

Auftrieb erhielten die Finanztitel von Spekulationen auf Zinserhöhungen und eine Deregulierung der Branche. Genährt wurden sie von Äusserungen führender Notenbanker. Die scheidende Fed-Chefin Janet Yellen sagte in einem ihrer letzten grossen öffentlichen Auftritte, weitere Zinsanhebungen seien angesichts des anhaltenden Konjunkturaufschwungs "angemessen". Ähnlich hatte sich bereits am Dienstag Yellens designierter Nachfolger Jerome Powell geäussert. Er signalisierte zugleich eine weniger strenge Bankenregulierung.

Zusätzlich befeuert wurden die Zinsspekulationen durch neue Wachstumsdaten. So legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der weltgrössten Volkswirtschaft im dritten Quartal mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 3,3 Prozent zu - der stärkste Anstieg seit drei Jahren. Eine sehr wichtige Frage am Markt ist derzeit ferner, ob US-Präsident Donald Trump seine Steuerreformpläne durch den Kongress bringen kann. Börsianer erhoffen sich deutliche Steuererleichterungen für Firmen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte geht 0,4 Prozent höher aus dem Handel mit knapp 23'941 Punkten, nachdem er zuvor auf ein Rekordhoch geklettert war. Der breiter gefasste S&P 500 notiert kaum verändert mit 2626 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verliert 1,3 Prozent auf 6824 Stellen.

Zu den grossen Verlierern an der Wall Street gehören insbesondere Technologiewerte. Hier setzten auf breiter Front Gewinnmitnahmen ein. Facebook geben 4 Prozent nach, Amazon 2,7 Prozent und Apple 2,1 Prozent. Die Aktien von Netflix sacken 5,5 Prozent ab und die der Google-Mutter Alphabet 2,4 Prozent.

Nutzniesser sind vor allem Bankenwerte, die im Schnitt 1,8 Prozent zulegen. J.P. Morgan und Bank of America rücken jeweils 2,3 Prozent vor.

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20:55

Am Mittwochabend hat der Bitcoin inmitten seiner Rekordjagd einen deutlichen Dämpfer erhalten. Nachdem der Kurs für eine Einheit der Digitalwährung im Tagesverlauf an grossen Handelsbörsen wie Bitstamp oder Coinbase zwischenzeitlich über die Marke von 11'000 US-Dollar gestiegen war, fiel sie am Abend wieder deutlich unter 10'000 Dollar zurück. Der Wertverlust gegenüber dem Tageshoch lag bei rund einem Fünftel.

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17:45

Die Schweizer Börse gibt am Mittwoch im späten Geschäft die Tagesgewinne wieder ab. Um 16 Uhr hatte der Leitindex SMI bei 9363 Punkten noch ein Jahreshoch erreicht. Der SMI geht 0,2 Prozent tiefer als am Vortag mit 9304 Zählern aus dem Handel. Nach Ansicht der St. Galler Kantonalbank ist ein Ende der Hausse an den Aktienmärkten absehbar. "Wir gehen nicht davon aus, dass wir im nächsten Jahr einen grossen Crash sehen", sagt Anlagestratege Thomas Stucki. Die wirtschaftlichen Aussichten seien gut. "Das wird auch dazu führen, dass die Aktienmärkte noch halten."

Gefragt waren die Finanzwerte. Die Äusserungen des designierten US-Notenbankchefs Jerome Powell bei einer Anhörung vor dem Senat kamen am Markt gut an. Auf die Frage, ob es immer noch US-Banken gebe, die zu gross seien, um scheitern zu können (too big to fail), entgegnete Powell: "Das würde ich verneinen." Er signalisierte zudem, einer geringeren Regulierung bei Banken positiv gegenüberzustehen.

Die Anteile der Credit Suisse steigen um 1,4 Prozent auf 16,34 Franken. Baader Helvea empfiehlt CS mit einem Kursziel von 20 Franken zum Kauf. Am Donnerstag hält die Bank zudem den mit Spannung erwarteten Investorentag ab. Die Titel der UBS gewinnen 1,1 Prozent. Die Vermögensverwalter Julius Bär und Vontobel rücken leicht vor.

Auch Versicherungen waren gefragt: Swiss Re und Swiss Life wurden um 1,1 und 0,8 Prozent höher gehandelt.

Die als krisenresistent geltenden Schwergewichte, die den Markt zuletzt unterstützt hatten, drücken den SMI etwas nach unten. Nestlé ermässigt sich um 1,2 Prozent. Der Lebensmittelskandal um Maggi-Fertignudeln in Indien hat für den Nahrungsmittelriesen ein rechtliches Nachspiel. Ein Gericht verurteilte die indische Tochter zu einer Strafe von umgerechnet 70'000 Dollar. Nestlé wolle dagegen Berufung einlegen, kündigte ein Sprecher an. Die Behörden hatten zwischen 2015 und 2016 in Proben der beliebten Maggi-Fertignudeln erhöhte Mengen von Blei, Asche und einem Geschmacksverstärker gefunden. Nestlé musste den Snack daraufhin für sechs Monate aus den Regalen nehmen.

Bei den Pharmariesen sind die Aktien von Novartis um 0,1 Prozent höher, Roche geben ebenso viel nach.

Uneinheitlich sind die Aktien konjunkturzyklischer Firmen: Die Papiere des Personalvermittlers Adecco, der Inspektionsfirma SGS und des Luxusgüterherstellers Richemont geben nach. Der Uhrenproduzent Swatch und der Bauchemeikonzern Sika rücken vor.

Am breiten Markt büssen die Aktien der Hörgerätefirma Sonova 4,6 Prozent ein. Morgan Stanley hat die Empfehlung auf "Underweight" von "Equal-Weight" zurückgenommen.

Der Anstieg auf ein neues Rekordhoch der US-Technologiebörse Nasdaq lockte Käufer bei den hiesigen Technologiewerten an. Kudelski gewinnen 1,7 Prozent und Lem steigen 4,2 Prozent. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenkommentar zum Mittwoch.)

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16:45

Die Rekordjagd des Bitcoin setzt sich ungebremst fort. Am Mittwochnachmittag stieg der Kurs für eine Einheit der Digitalwährung an grossen Handelsbörsen wie Bitstamp oder Coinbase über die Marke von 11'000 Dollar. Bei Bitstamp wurden im Hoch 11'395 Dollar erreicht. An einzelnen, kleineren Handelsplätzen lag der Kurs noch höher bei bis zu 11'800 Dollar.

Der Bitcoin-Hype ruft die grossen Börsenbetreiber auf den Plan: Neben der weltgrössten Terminbörse CME will Insidern zufolge auch der Konkurrent Nasdaq einen Future auf die Cyber-Devise auflegen. Die Einführung sei für 2018 geplant. Die CME will mit ihrem Kontrakt bereits im Dezember starten. Ihre Rivalin CBOE arbeitet an ähnlichen Plänen. Die US-Börsenaufsicht muss die Einführung neuer Futures genehmigen. Im Frühjahr hatte sie den Antrag auf einen börsennotierten Bitcoin-Fonds (ETF) noch abgeschmettert.

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15:40

In der Hoffnung auf baldige Steuersenkungen haben sich am Mittwoch weitere Anleger mit US-Aktien eingedeckt. Der Standardwerte-Index Dow Jones steigt zur Eröffnung um 0,3 Prozent und markierte mit 23'905 Punkten den dritten Tag in Folge ein Rekordhoch.

Genährt werden die Spekulationen von Versuchen der Republikaner, Abweichler in den eigenen Reihen auf Kurs zu bringen. Am Donnerstag soll der Senat über die Steuerreform, eines der zentralen Wahlkampfversprechen von US-Präsident Donald Trump, abstimmen. Martin Moryson, Chefökonom des Bankhauses Sal. Oppenheim, warnt aber vor überzogenen Erwartungen: "Die Republikaner wollen unbedingt einen ersten gesetzgeberischen Erfolg und sind offensichtlich entschlossen, lieber eine übers Knie gebrochene schlechte Steuerreform zu verabschieden als gar keine."

Gegen den Trend brechen die Aktien von Autodesk um gut 13 Prozent ein und steuern auf den grössten Tagesverlust seit mehr als fünf Jahren zu. Der Anbieter von AutoCAD, einer Software für technische Zeichnungen, legte zwar ein Quartalsergebnis über Markterwartungen vor. Eine gesenkte Prognose für den Kundenzuwachs und das Ziel für den Gesamtjahresumsatz enttäuschten jedoch.

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12:30

Der Schweizer Aktienmarkt profitiert zur Wochenmitte von einer guten Grundstimmung an den Märkten. Nachdem der Leitindex SMI gleich im frühen Handel auf ein neues Jahreshoch gestiegen war, gab er die Gewinne bis hin zum Mittag aber teilweise wieder ab. Dabei belasten vor allem die drei defensiven Schwergewichte etwas. Vor allem Nestlé können dabei nicht mehr an ihren erfolgreichen Vortag anknüpfen.

Wie es aus Händlerkreisen heisst, steht der Börsentag nach der Rede des designierten Fed-Chefs Jerome Powell dafür ganz im Zeichen der Finanztitel. "Die Rahmenbedingungen sprechen für eine Anhebung der Zinsen", hatte dieser vor dem Bankenausschuss des US-Senats gesagt. Profitieren können die Märkte auch von der Euphorie um die Fortschritte bei der Steuerreform von US-Präsident Donald Trump sowie von guten Konjunkturdaten aus der Eurozone. Gemäss dem Economic Sentiment Indicator erreicht die Wirtschaftsstimmung hier ein 17-Jahre-Hoch. Am Nachmittag stehen noch US-Immobilienmarktdaten auf der Agenda. Am Abend folgt der Konjunkturbericht der Fed.

Der SMI notiert kurz vor Mittagr 0,2% höher bei 9335 Punkten. Das neue Jahreshoch von 9362 Punkten hatte er kurz nach Handelsstart markiert. Der 30 Aktien umfassende SLI legt 0,2% auf 1496 Punkte zu und der breite SPI 0,1% auf 10'701 Stellen. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 19 im Plus und 11 im Minus.

Klar an der Spitze des SMI stehen gegen Mittag die Bankentitel. Dabei liegen Credit Suisse (+2,1% auf 16,45 Franken) vor UBS (+1,1%). Die CS führt am Donnerstag ihren mit Spannung erwarteten Investorentag durch. Im Vorgang hat Baader Helvea die Bewertung für Credit Suisse mit "Buy" und einem Kursziel von 20 Franken wieder aufgenommen. Aus dem Handel heisst es derweil, dass die Erwartungen überladen sein könnten und morgen doch vieles beim Alten bleiben könnte.

Nebst den Banken profitieren Versicherungstitel wie Swiss Re, Swiss Life (je +1,0%), Zurich (+0,2%) sowie Bâloise (+0,1%) von der guten Stimmung. Zu den Gewinnern gehören auch Zykliker wie Sika (+1,3%) oder Givaudan und Adecco (je +0,3%). Auch Lafarge-Holcim (+0,1%) tendieren nach Vortagesverlusten wieder etwas höher, nachdem Bernstein die Einstufung "Outperform" bestätigt hat.

Auf der anderen Seite sind Sonova (-3,0% auf 156,90 Franken) die grössten Verlierer. Morgan Stanley hat das Rating für die Papiere auf "Underweight" und das Kursziel auf 144 von 160 Franken gesenkt.

ABB (-0,8%) tendieren zum Mittag ebenfalls unter roten Vorzeichen. Laut Sales-Tradern sind dafür die berüchtigten Londoner und New Yorker Leerverkäufer verantwortlich.

Keine positiven Impulse auch von den defensiven Schwergewichten aus. Während Novartis stagnieren, liegen sowohl Nestlé (-0,1%) als auch Roche (-0,2%) im Minus. Nestlé waren am Vortag noch das klare Zugpferd des SMI gewesen und hatten sogar kurzzeitig ein neues Allzeithoch erreicht.

Im breiten Markt sorgen VAT (+1,5%) für Gesprächsstoff. Der CEO des Vakuumventilherstellers aus dem St. Galler Rheintal bestätigte in einem Interview die aktuellen Ziele. Stark positiv tendieren derzeit auch die Valoren von Wisekey (+10%).

Auf der anderen Seite geben Arbonia (-2,4%) nach einer Kurszielsenkung durch Vontobel klar nach. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht zum Mittag.)

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10:30

Die Kurse an der Schweizer Börse haben am Mittwoch zum Start auf breiter Front angezogen, sind dann aber wieder zurückgefallen. Positive Vorgaben von der Wall Street, an der die Kursgewinne nach Börsenschluss in Europa noch stark gestiegen waren, ermutigten die Anleger zu Käufen. Der SMI stieg zu Handelsbeginn bist auf 9362 Zähler - den höchsten Stand seit August 2015 - und notiert zurzeit bei 9319 Punkten praktisch wieder auf Vortagesniveau.

Die Anleger liessen sich vom jüngsten Raketentest Nordkoreas nicht aus der Ruhe bringen. "Die Aussicht auf deutliche Steuersenkungen für US-Unternehmen dürfte stärker gewichtet werden", sagt ein Händler. Am Dienstagabend nahm die von Präsident Donald Trump angekündigte Reform im Haushaltsausschuss des Senats eine wichtige Hürde und kann nun noch in dieser Woche im Senat beraten werden.

Gefragt sind vor allem Bankaktien. Die Äusserungen des designierten US-Notenbankchefs Jerome Powell bei einer Anhörung vor dem Senat kamen am Markt gut an. Auf die Frage bei der Senatsanhörung, ob es immer noch US-Banken gebe, die zu gross seien, um scheitern zu können (too big to fail), entgegnete Powell: "Das würde ich verneinen." Die Anteile der Credit Suisse steigen um 1,7 Prozent auf 16,40 Franken. Baader Helvea empfiehlt CS mit einem Kursziel von 20 Franken zum Kauf. Die Titel der UBS rücken 1,0 Prozent vor. Auch Versicherungswerte rücken meist vor, allerdings weniger stark als die Bankaktien.

Die Anteile der als krisensicher geltenden Indexschwergewichte Nestlé, Novartis und Roche geben nach. Aktien konjunkturzyklischer Firmen legen mehrheitlich zu.

Am breiten Markt büssen die Aktien der Hörgerätefirma Sonova 2,7 Prozent ein. Morgan Stanley hat die Empfehlung auf "Underweight" von "Equal-Weight" zurückgenommen.

Die Aktien von AMS sinken 0,3 Prozent auf 103,40 Franken. Dies obwohl Natixis das Kursziel für den Sensorenhersteller auf 133 von 90 Franken erhöhte und die Kaufempfehlung bekräftigte.

Die Anteile von VAT steigen um 1,1 Prozent. Der Chef des Vakuumventile-Herstellers, Heinz Kundert, bekräftigte in der "Finanz und Wirtschaft" die Zielvorgaben.

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09:15

Der Swiss Market Index (SMI) legt nach Handelseröffnung um 0,4 Prozent auf 9354 Punkte zu. Sowohl aus Asien als auch aus den USA sind die Vorgaben positiv. In New York sorgte der neuste nordkoreanischer Raketentest nur vorübergehend für einen kleinen Dämpfer, dann ging die Rekordjagd weiter. Marktbeobachter erklären sich die Euphorie am Aktienmarkt mit jüngsten Fortschritten bei der von US-Präsident Donald Trump geplanten Steuerreform.

An einem grundsätzlich an Schweizer Unternehmensnews nachrichtenarmen Morgen legen die drei defensiven Schwergewichte Novartis (+0,3 Prozent), Roche und Nestlé (je +0,1 Prozent) zu. Nestlé waren noch am Vortag das klare Zugpferd des SMI gewesen und hatten sogar kurzzeitig ein neues Allzeithoch erreicht.

Die beiden Grossbanken  UBS (+1,2 Prozent) und Credit Suisse (+2,0 Prozent) fallen mit einem deutlichen Plus auf. Letztere führen am Donnerstag ihren von den Analysten mit Spannung erwarteten Investorentag in London durch. Im Vorgang zu diesem Event hat Baader Helvea die Bewertung für Credit Suisse mit "Buy" und einem Kursziel von 20 CHF wieder aufgenommen. Im Jahr 2018 werde die Restrukturierung der Bank erste Früchte tragen, hiess es.

Mit klaren Abschlägen gehandelt wird Sonova (-3,2 Prozent). Morgan Stanley hat das Rating für die Papiere auf 'Underweight' gesenkt, das Kursziel liegt nur noch bei 144 CHF nach 160 CHF. Aktuell stehen die Valoren bei 156,60 CHF.

Lesen Sie dazu auch: Aktienumstufungen an der Schweizer Börse

Im breiten Markt sorgen VAT (+0,8 Prozent) für etwas Gesprächsstoff. Der CEO des Vakuumventilherstellers aus dem St. Galler Rheintal bestätigte in einem Interview die aktuellen Ziele. Er möchte dieses Jahr 30% mehr Umsatz erzielen und eine EBITDA-Marge auf Vorjahreshöhe (31,1%) erreichen.

Weiter lohnt sich ein Blick auf die Aktien von Ascom (+0,2 Przent). Der Technologiekonzern hat in Norwegen einen Grossauftrag erhalten.

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09:03

Die Anleger an Asiens Börsen haben den erneuten nordkoreanischen Raketentest am Mittwoch weitgehend ausgeblendet. Während es in Japan unter anderem dank des schwachen Yen leicht nach oben ging, verzeichneten die chinesischen Aktienbörsen moderate Verluste. Dort setzt sich die Korrektur nach dem vor einer Woche erreichten Mehrjahreshoch fort.

Nordkorea hatte nach eigenen Angaben eine neuartige Interkontinentalrakete getestet, die das gesamte Festland der USA erreichen kann. Doch selbst in Südkorea reagierten Anleger auf die neuerliche Provokation aus dem Norden kaum - der Leitindex Kospi pendelte um den Schlusskurs. Anleger würden sich auf die US-Steuerreform, guten Unternehmensnachrichten und positive Wirtschaftsdaten konzentrieren, sagte ein Marktbeobachter

Der Nikkei 225 legte am Ende um 0,49 Prozent zu auf 22 597,20 Punkte. Die Aussicht, dass die Reform von US-Präsident Donald Trump den Senat aufgrund der Mehrheit der Republikaner passieren wird, verlieh Auftrieb. Bei den Einzelwerten stach der Instrumentenhersteller Yamaha hervor. Der Konzern hatte zuvor einen Aktien-Rückkauf angekündigt und stellt wegen eines Anteilsverkauf am Motorradhersteller Yamaha einen höheren Gewinn als bislang erwartet in Aussicht. Der Kurs stieg um mehr als 5 Prozent.

Der CSI 300 , der die 300 wichtigsten Werte aus Festland-China umfasst, ging mit einem Verlust von 0,05 Prozent auf 4053,75 Punkten aus dem Handel. In Hongkong lag der Hang Seng bis kurz vor Handelsschluss ebenfalls leicht im Minus. Der australische Leitindex ASX 200 verbuchte ein Plus von 0,45 Prozent.

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08:10

Der Swiss Market Index (SMI) in der von Julius Bär berechneten Vorbörse um 0,3 Prozent zu. Gestern schloss der Leitindex 0,6 Prozent höher bei 9320 Punkten. 

Alle Einzeltitel aus dem SMI notieren im Plus. Am stärksten legen die beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse zu (je +1,0 Prozent). Die höheren Kurse dürften mit Aussagen des designierten Fed-Chefs Jerome Powell zusammenhängen. Auf die Frage bei der Senatsanhörung, ob es immer noch US-Banken gebe, die zu gross seien, um scheitern zu können (too big to fail), entgegnete Powell: "Das würde ich verneinen."

Auch die Schwergewichte Nestlé, Roche (beide je +0,3 Prozent) und Novartis (+0,4 Prozent) präsentieren sich freundlich. Nestlé hat in Kuba den Grundstein für eine Kaffee- und Keksfabrik gelegt. Zudem will die Konzerngesellschaft Nespresso künftig erheblich mehr Kaffee aus der vom jahrzehntelangen Krieg gezeichneten Region Kolumbiens beziehen.

Aus dem SPI fällt Ascom mit einem Plus von 1,6 Prozent auf: Der Telekomausrüster hat vom Krankenhaus Olavs in der norwegischen Stadt Trondheim einen Grossauftrag im Wert von 4,8 Millionen Dollar erhalten.

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07:46

Der Kurs des Euro ist am Mittwoch leicht gestiegen und hat damit einen Teil der Verluste vom Vortag wieder wettgemacht. Am Morgen wird die Gemeinschaftswährung bei 1,1857 US-Dollar gehandelt und damit etwas höher im Kurs als am Vorabend. Am Vortag hatten überraschend starke Konjunkturdaten aus den USA dem US-Dollar noch Auftrieb verliehen und der Euro war im Gegenzug zeitweise bis auf 1,1827 Dollar gefallen.

Zum Franken präsentiert sich der Euro am Mittwochmorgen bei 1,1672 CHF gegenüber seinen Kursen aus dem späten Handel von Dienstagabend auch wieder etwas behaupteter. Der US-Dollar tritt dagegen zum Franken mit 0,9844 CHF mehr oder weniger auf der Stelle.

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06:35

Der Nikkei der 225 führenden Werte stieg bis zum späten Nachmittag um 0,4 Prozent auf 22.573 Punkte. Der breiter gefasste Topix gewann 0,7 Prozent auf 1784 Zähler. Nordkorea hatte zuvor erneut eine ballistische Rakete getestet und weltweit scharfe Proteste ausgelöst. Nach Angaben Japans flog sie 50 Minuten lang und landete nach etwa 1000 Kilometern in der sogenannten Ausschliesslichen Wirtschaftszone des Landes im Japanischen Meer.

Auftrieb erhielt die Tokioter Börse von der Wall Street. Der designierte US-Notenbankchef Jerome Powell hatte am Dienstag die Rekordjagd an den New Yorker Börsen befeuert. Äusserungen Powells bei einer Senatsanhörung kamen bei den Anlegern gut an.

Bei den japanischen Einzelwerten verteuerten sich die Aktien von Yamaha um mehr als vier Prozent. Der Klavierbauer will bis zu sieben Millionen Aktien zurückkaufen.

Der Euro bewegte sich kaum im fernöstlichen Handel zum Dollar. Die europäische Einheitswährung kostete zuletzt 1,1843 Dollar. Zum Yen legte die US-Währung leicht auf 111,59 Yen zu. Der Schweizer Franken notierte bei rund 0,9847 Franken je Dollar und bei etwa 1,1661 Franken je Euro.

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04:30

Die Internetwährung Bitcoin hat am Mittwoch an der führenden Krypto-Börse Bitstamp zum ersten Mal die Marke von 10'000 Dollar geknackt. Der Kurs kletterte auf 10'069,12 Dollar. An mehreren kleineren Handelsplätzen wie Coingecko und Gatecoin hatte die Digitalwährung zuvor die Marke von 10'000 Dollar bereits übersprungen. Der Preis für das von Computern geschaffene Geld hat sich seit Jahresbeginn verzehnfacht.

Hintergrund für den enormen Kursanstieg sind Spekulationen, dass die renommierte US-Börse CME noch dieses Jahr einen Future auf Bitcoin auflegt. Mit einem solchen Finanzprodukt würden Invesotren leichteren Zugang zu der virtuellen Währung haben und sie könnten auf steigende oder fallende Kurse wetten.

Zahlreiche Banker warnen allerdings vor Geldanlagen in die virtuelle Währung, für die keine Zentralbank einsteht und die nicht reguliert ist. Kursschwankungen im zweistelligen Prozentbereich sind keine Seltenheit. 

(cash/Reuters/AWP)