+++Börsen-Ticker+++ - Wall Street gibt nach gutem Start noch nach

Die New Yorker Börsen haben nach einem freundlichen Auftakt am Donnerstag leicht im Minus geschlossen.
14.12.2017 22:35
Nach anfänglichem Hoch trübte sich das Wetter an der Wall Street am Donnerstag noch ein.
Nach anfänglichem Hoch trübte sich das Wetter an der Wall Street am Donnerstag noch ein.
Bild: Bloomberg

22:35

Händler verweisen auf Sorgen von Anlegern, dass die Verabschiedung der grössten Steuerreform seit drei Jahrzehnten noch scheitern könnte. Zwei Senatoren forderten Änderungen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte geht 0,3 Prozent tiefer auf 24'508 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P 500 sinkt 0,4 Prozent auf 2652 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringert sich um 0,3 Prozent auf 6856 Punkte.

Im frühen Handel hatte noch die Aussicht auf eine bevorstehende Billigung der Steuerreform die Wall Street gestützt. Schliesslich kam US-Präsident Donald Trump mit seinen Plänen einen weiteren Schritt voran: Die beiden von Trumps Republikanern dominierten Kongresskammern einigten sich auf einen Gesetzentwurf für das Vorhaben. Er sieht unter anderem eine Senkung der Unternehmenssteuer von 35 auf 21 Prozent und geringere Steuern für Wohlhabende vor. Endgültig soll in der kommenden Woche im Senat und Repräsentantenhaus über die Reform abgestimmt werden.

Bei den Einzelwerten waren die Aktien von Walt Disney und Twenty-First Century Fox gefragt. Der traditionsreiche Unterhaltungskonzern Walt Disney sagt mit der milliardenschweren Übernahme des Film- und TV-Geschäfts des Medienriesen den jüngeren Konkurrenten Netflix und Amazon den Kampf an. Disney legt 52,4 Milliarden Dollar in Aktien für Grossteile des Imperiums von Medienmogul Rupert Murdoch auf den Tisch. Damit kann das Unternehmen, das von den Mickey-Mouse-Erfindern 1923 gegründet wurde, künftig auch Kinofilme wie "Avatar", "Titanic" oder "X-Men" sowie Fernsehserien wie "Die Simpsons" zeigen. Die Aktien von Disney ziehen 2,8 Prozent an, die Anteilsscheine von Fox sogar mehr als 6 Prozent.

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17:50

Die Schweizer Börse hat sich am Donnerstag kaum verändert. Trotz einer wahren Flut an Zinsentscheidungen bewegten sich die Kurse nur wenig. Die Anleger hätten sich vor der Veröffentlichung der Zinsbeschlüsse zurückgehalten und danach habe sich kein stärkerer Handlungsbedarf ergeben. "Die Notenbanken haben wie erwartet entschieden", sagt ein Händler. Der SMI notiert zum Handelsschluss mit 9383 Zählern 0,1 Prozent über dem Vortagesniveau.

Nun rücke der Quartalsverfall an der Eurex, der sogenannte Hexensabbat, vom Freitag ins Blickfeld der Anleger, heisst es am Markt. Dabei kann es zu grösseren Kursausschlägen kommen, wenn Anleger versuchen, die Kurse in die von ihnen gewünschte Richtung zu bringen.

Bei den Standardwerten halten sich Gewinner und Verlierer die Waage. Im Zentrum des Interesses stand die UBS. Die Aktien rücken 0,4 Prozent vor. Bei der Grossbank kommt es zu einem Wechsel an der Spitze. Der langjährige Leiter des Vermögensverwaltungsgeschäfts, Jürg Zeltner, tritt zum Jahresende zurück und verlässt das Institut im kommenden Jahr. Zu seinem Nachfolger wurde Martin Blessing ernannt. Der ehemalige Chef der Commerzbank leitet derzeit das Schweizer Geschäft der UBS.

Die Aktien von UBS-Rivalin Credit Suisse verlieren 0,4 Prozent. Versicherungsaktien tendierten uneinheitlich. Die Anteile der Swiss Re steigen um 0,7 Prozent und die von Swiss Life um 1,1 Prozent.

Den stärksten Gewinn verbuchen die Aktien von Swatch mit plus 2,6 Prozent. Kaufempfehlungen von Barclays und der Zürcher Kantonalbank (ZKB) gaben den Aktien des Uhrenkonzerns Schub. In einem Interview mit dem Fachmagazin "Watch-around" sagte Walter von Känel, der Präsident der zu Swatch gehörenden Uhrenmarke Longines, das Jahresendgeschäft laufe ausserordentlich gut. "Wir stehen unmittelbar vor unserem historischen Rekord." Der wichtige Markt Hongkong sei zurück. "2017 ist ein exzellentes Jahr in Hongkong."

Die als wenig konjunktursensitiv geltenden Pharmawerte Novartis und Roche sind beide unverändert. Die ebenfalls schwergewichtigen Nestlé-Aktien verlieren 0,9 Prozent. Händler erklären die Kursschwäche unter anderem damit, dass bei der vierteljährlichen Index-Revision die Gewichtung von Nestlé reduziert werde. "Das zwingt indexorientierte Anleger dazu, diese Aktie zu verkaufen", erklärt ein Händler. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenkommentar zum Donnerstag.)

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15:45

Kursgewinne bei Bankaktien und die Aussicht auf eine Verabschiedung der Steuerreform noch in diesem Jahr treibt die Wall Street am Donnerstag an. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte steigt zu Handelsbeginn um 0,3 Prozent auf 24'664 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 liegt 0,2 Prozent höher bei 2667 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewinnt 0,2 Prozent auf 6886 Stellen.

Am Vortag waren Senat und Repräsentantenhaus über den Entwurf der Steuerreform übereingekommen, so dass ein abschliessendes Votum in der kommenden Woche möglich ist. Damit würde sich die Unternehmenssteuer in den USA auf 21 Prozent verringern.

Händler konzentrieren sich zudem auf den Zusammenschluss der Medienriesen Walt Disney und 21st Century Fox. Disney-Aktien legen 1,4 Prozent zu, die Papiere von 21st Century Fox gewinnen 0,3 Prozent. Seit der Verkündung der 52 Milliarden Dollar schweren Übernahme hatten Fox-Aktien bereits gut 31 Prozent zugelegt, Walt Disney-Papiere rund 9 Prozent.

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12:45

Der Schweizer Aktienmarkt hat sich am Donnerstagmittag von seinem negativen Start in den Handelstag teilweise erholt und tritt nun auf der Stelle. Der Entscheid der SNB unverändert an den Negativzinsen festzuhalten hatte somit "höchstens homöopathische Wirkungen" auf den Schweizer Leitindex SMI, kommentiert ein Händler das Ausbleiben grösserer Kursschwankungen. Der Schweizer Franken schwächte sich derweil gegenüber dem Euro im Anschluss etwas ab.

Da die eidgenössischen Währungshüter bei ihrer Geldpolitik bekanntlich stark von der EZB abhängen, werden sie am frühen Nachmittag wohl einen genauen Blick nach Frankfurt werfen. Dort wird die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Beschlüsse bekanntgeben und erläutern. Überraschungen und somit grössere Impulse für die Märkte werden ebenfalls nicht erwartet, heisst es aus dem Handel. Und da die Aussichten für die Wirtschaft in Grossbritannien in jüngster Zeit stabil geblieben sind, werde schliesslich auch die britische Notenbank am heutigen Tag ihre Leitzinsen wohl unverändert lassen.

Der SMI notiert am Mittag bei 9394 Punkten praktisch unverändert zum Vortag. Der 30 Aktien umfassende SLI steht 0,1 Prozent höher bei 1514 Punkten. Der breite SPI steht leicht schwächer bei 10'753 Punkten. Von den 30 wichtigsten Titeln verzeichnen neun ein Minus, 18 ein Plus und 3 sind unverändert.

Klarer Überflieger des Tages sind nach wie vor Swatch (+2,3% auf 391,20 Franken). Sie profitieren deutlich von einem besseren Rating durch Barclays. Im Rahmen einer Branchenstudie erhöhen die Analysten auf "Overweight" von "Underweight", das Kursziel steigt auf 450 von 305 Franken. Das organische Uhrenwachstum werde im ersten Halbjahr 2018 stark ausfallen, heisst es. Händlern zufolge wurden ausserdem einige bekannte Leerverkäufer bei Swatch Inhabern durch die Heraufstufung auf dem falschen Fuss erwischt, weshalb sich nun Deckungskäufe als trendverstärkend auswirkten.

Im Gegensatz zum frühen Handel wieder gefangen haben sich UBS (+0,2%). Sie sorgen am heutigen Handelstag aufgrund von Veränderungen in der Konzernleitung für Gesprächsstoff. So tritt Jürg Zeltner, Chef der wichtigen Sparte Wealth Management, von seinem Posten zurück. Sein Nachfolger wird Martin Blessing, zurzeit Präsident Personal & Corporate Banking (PCB) und Präsident UBS Switzerland. Blessing wiederum wird von Group Chief Operating Officer Axel P. Lehmann ersetzt. Der abgetretene Zeltner wird nun gerüchteweise bereits als möglicher neuer CEO für den Vermögensverwalter Julius Bär (+0,8%) genannt.

Klar im Plus befinden sich kurz vor Mittag schliesslich auch die Titel von Versicherern wie Swiss Life (+1,1%) oder Swiss Re (+0,8%) - im Gegensatz zu UBS-Konkurrentin Credit Suisse (-0,7%), deren Anteilsscheine ihre Verluste ausweiten.

Im breiten Markt verzeichnen Santhera (+5,4%) und Kuros (+3,0%) ein klares Plus. Leicht im Minus stehen hingegen Dormakaba (-0,3% auf 886,50 Franken). Sie tendieren negativ, obwohl Berenberg das Kursziel auf 1020 von 905 Franken erhöht (Rating "Buy"). (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht zum Mittag.)

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09:20

Der SMI fällt nach Handelsbeginn um 0,4 Prozent auf 9356 Punkte. Für den Schweizer Aktienmarkt zeichnet sich damit ein schwächerer Start ab. Am Vorabend hatte die US-Notenbank Fed hat ihren Leitzins wie erwartet zum dritten Mal im laufenden Jahr angehoben und fürs kommende Jahr drei Zinserhöhungen in Aussicht gestellt. Die Vorgaben aus Übersee sind nach dem Entscheid uneinheitlich. Während der US-Leitindex Dow Jones mit einem leichten Plus aus dem Handel ging, waren die Vorzeichen an wichtigen asiatischen Börsen negativ. Eine Rolle spielte hier auch eine etwas überraschende Zinserhöhung in China.

In Europa erhalten die Märkte am Donnerstag nicht nur die Möglichkeit, die Aussagen der scheidenden Fed-Präsidentin Janet Yellen zu verarbeiten. Vielmehr könnten auch die EZB, die Bank of England sowie die SNB mit ihren letzten Zinsentscheidungen in diesem Jahr für Impulse sorgen. Von der SNB wird erwartet, dass sie ihre expansive Geldpolitik bestätigt. Für den SMI stellt sich dabei die Frage, ob er allenfalls doch noch etwas Rückenwind erhält, um das am Vortag zwischenzeitlich erreichte Jahreshoch von 9'406 Punkten noch einmal zu übertreffen.

Wechselt der UBS-Vermögensverwaltungschef zu Julius Bär?

Von den Finanztiteln sorgen UBS (-0,7 Prozent) aufgrund von Veränderungen in der Konzernleitung für Gesprächsstoff. So tritt Jürg Zeltner, Chef der wichtigen Sparte Wealth Management, von seinem Posten zurück. Sein Nachfolger wird Martin Blessing, zurzeit Präsident Personal & Corporate Banking (PCB) und Präsident UBS Switzerland. Blessing wiederum wird von Group Chief Operating Officer Axel P. Lehmann ersetzt. Der abgetretene Zeltner wird nun gerüchteweise bereits als möglicher neuer CEO für den Vermögensverwalter Julius Bär (+0,1 Prozent) genannt. Die Aktie der Credit Suisse (-0,9 Prozent) fällt deutlicher als jene der UBS.

Bei den drei defensiven Schwergewichten gibt es am Donnerstagmorgen Neuigkeiten zu Novartis (-0,4 Prozent). Das Unternehmen ist laut der "The Economic Times of India" ins Visier der indischen Wettbewerbsbehörde CCI gerückt. Diese habe Nachforschungen wegen möglicher Preisabsprachen bei dem Diabetes-Mittel Vildagliptin eingeleitet. Roche (unv.) und Nestlé (-0,6 Prozent) bewegen sich ebenfalls nicht im Plus.

Derweil profitieren Swatch (+1,7 Prozent) deutlich von einem besseren Rating durch Barclays. Im Rahmen einer Branchenstudie erhöhen die Analysten auf "Overweight" von "Underweight", das Kursziel steigt auf 450 von 305 Franken. Das organische Uhrenwachstum werde im ersten Halbjahr 2018 stark ausfallen, hiess es. Swatch Inhaber waren am Mittwoch auf 382,50 Franken aus dem Handel gegangen. Branchennachbar Richemont (-0,5 Prozent) kann nicht mitprofitieren.

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08:35

Die asiatischen Börsen haben am Donnerstag nach der US-Zinserhöhung überwiegend schwächer geschlossen. In Tokio verlor der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,3 Prozent auf 22.694 Punkte. Auch der breiter gefasste Topix-Index gab 0,2 Prozent nach. In China schlossen die Börsen um bis zu 0,3 Prozent tiefer. Auch dort hatte die Zentralbank die Zinsen marginal gestrafft.

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08:30

Vorbörslich steht der Schweizer Aktienmarkt unter Druck. Der SMI fällt um 0,13 Prozent auf 9382 Punkte. Die US-Notenbank Federal Reserve hat gestern abend den Leitzins ein weiteres Mal erhöht, damit die Börsenstimmung aber nicht wesentlich beeinflusst. Der Schritt war erwartet worden.

Am Vormittag um 9.30 Uhr informiert die Schweizerische Nationalbank über ihre Geldpolitik. Eine Veränderung des Negativzinses bei -0,75 Prozent wird nicht erwartet. Dennoch dürften die Anleger sich etwas zurückhalten. Am Nachmittag fallen auch Zinsentscheide der Europäischen Zentralbank und der Bank von England.

(Zu den vorbörslichen SMI-Kursen.)

Die Grossbankenaktien UBS und Credit Suisse fallen um je 0,6 Prozent. Die UBS hat am morgen eine Reihe von Wechseln im Top-Management mitgeteilt: So verlässt der bisherige Chef der Vermögensverwaltung, Jürg Zeltner, die Bank und wird durch den bisherigen Schweiz-Chef Martin Blessing ersetzt. Die Aktie von Julius Bär (+0,3 Prozent) steigt hingegen. Es machen Gerüchte die Runde, Zeltner könnte neuer Chef der Bank werden.

Novartis (-0,1 Prozent) steht offenbar im Visier der indischen Wettbewerbsbehörden. Die einzige SMI-Aktie, die vorbörslich im Plus steht, ist Swatch (+0,9 Prozent). Die Barclays Bank hat die Aktie auf "Overweight" heraufgestuft und setzt ein Kursziel bei 450 Franken (vorher: 305 Franken). Dies zieht auch die Richemont-Aktie (+0,5 Prozent) etwas hoch.

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06:45

Die Aktienmärkte in Tokio haben am Donnerstag mit Abgaben tendiert. Im Mittelpunkt standen Telekom-Unternehmen, nachdem der Einzelhändler Rakuten angekündigt hatte, in das Mobilfunkgeschäft einsteigen zu wollen. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index liegt um 0,47 Prozent bei 22'752 Punkten tiefer.

Die Börse in Shanghai lag 0,2 Prozent im Minus, der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 0,35 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans stieg indes um 0,55 Prozent.

Rakuten-Aktien verloren 3,2 Prozent. Der Konzern will an der Auktion einer Mobilfunk-Lizenz im Januar teilnehmen. Rakuten könnte dadurch der vierte grosse Mobilfunk-Anbieter des Landes werden. Der Markt in Japan wird derzeit von NTT Docomo, KDDI und Softbank dominiert. Deren Papiere gaben zwischen zwei und drei Prozent nach.

Ein Euro wurde mit 1,1833 Dollar bewertet, kaum verändert zum späten New Yorker Handel. Der Dollar wurde mit 112,60 Yen gehandelt.

(cash/AWP/Reuters)