+++Börsen-Ticker+++ - Wall Street im Minus - Energiewerte legen zu

Die Wall Street hat am Donnerstag nachgegeben. Zwar legten Energietitel angesichts des höheren Ölpreises zum Teil deutlich zu. Allerdings behielten Anleger die weiter steigenden Renditen der US-Staatsanleihen im Blick.
17.05.2018 22:30
Der Ölpreis steigt und steigt und beeinflusst damit auch die Börsenkurse an der Wall Street.
Der Ölpreis steigt und steigt und beeinflusst damit auch die Börsenkurse an der Wall Street.
Bild: Sergio Russo

Flickr, Lizenz CC BY-SA 2.0

22:30

"Das alles geht auf den selben Hintergrund zurück", sagte Walter Todd vom Investmenthaus Greenwood Capital. "Die US-Wirtschaft gibt Vollgas." Viele Experten erwarten deswegen weiter steigende Zinsen in den USA, die Anleihen attraktiver machen, was wiederum Gift für den Aktienmarkt ist. Im späten Handel kamen noch Sorgen über die laufenden Handelsgespräche mit China hinzu. US-Präsident Donald Trump erklärte, das asiatische Land sei "beim Handel sehr verwöhnt".

Der Dow-Jones-Index fiel um 0,2 Prozent auf 24'714 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 gab um 0,1 Prozent auf 2720 Stellen nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,2 Prozent auf 7382 Zähler.

Der Ölpreis steigt insbesondere wegen der Furcht vor den Auswirkungen der neuen US-Sanktionen auf die iranische Produktion. Die Nordsee-Sorte Brent gewann bis zu 1,5 Prozent und lag zwischenzeitlich zum ersten Mal seit November 2014 über der Marke von 80 Dollar je Barrel. Der S&P-Branchenindex legte um 1,1 Prozent zu. Bei den Einzelwerten stach Valero Energy mit einem Plus von 4,1 Prozent heraus.

Abwärts ging es dagegen für Cisco Systems, dessen Ausblick die Anleger enttäuschte. Die Titel des Netzwerkausrüsters fielen um fast 3,8 Prozent.

Auch die Papiere von Spotify gaben 1,6 Prozent nach. Die Google-Tochter Youtube will in der kommenden Woche einen konkurrierenden Musikstreaming-Dienst starten. Google-Titel lagen fast 0,3 Prozent im Minus.

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17:45

Die Schweizer Börse hat sich am Donnerstag wenig verändert. Kurseinbussen bei den Pharmaschwergewichten verhinderten eine festere Tendenz. Der SMI notiert zum Handelsschluss mit 8988 Punkten 0,2 Prozent höher zum Vortag. "Es fehlen Impulse, die dem Markt eine klare Richtung weisen könnten", sagt ein Börsianer. Nach wie vor dämpfen die Krisenherde Korea und Naher Osten sowie die Regierungsbildung in Italien die Stimmung.

Bei den Standardwerten stand Richemont im Fokus. Der Kurs des Luxusgüterkonzerns steigt am Tag vor der Bilanzveröffentlichung um 1,1 Prozent auf ein Rekordhoch von 99,02 Franken. Analysten prognostizieren für das Geschäftsjahr 2017/18 einen Gewinnsprung von mehr als 40 Prozent.

Auf den Verkaufszetteln standen die als krisenresistent geltenden Arzneimittelhersteller: Die Anteile von Novartis sinken um 0,2 Prozent und die von Roche um 1,0 Prozent. Roche veröffentlichte gute Studienresultate zu den Krebsmedikamenten Herceptin, Alecensa und Tecentriq. "Die Nachrichten wurden erwartet und stellten daher keine Überraschung dar", sagt ein Händler.

Die Aktien der forschenden Biotechfirma Idorsia sinken um 6,6 Prozent auf 20,60 Franken. J.P. Morgan stutzte das Kursziel auf 6 von 7 Franken.

Die Banken holen einen Teil der Vortagesverluste auf: Die Titel der Credit Suisse rücken 0,9 Prozent vor, die von Julius Bär und UBS um 0,6 Prozent. Auch Versicherungswerte waren gefragt. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenkommentar zum Donnerstag.)

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15:50

Aus Furcht vor einer anziehenden Inflation und steigenden Zinsen ziehen sich einige Anleger aus dem US-Aktienmarkt zurück. Die wichtigsten Indizes verlieren zur Eröffnung bis zu 0,2 Prozent.

Genährt wurden die Inflationsängste vom anhaltenden Anstieg des Ölpreises. Die Nordsee-Sorte Brent war mit 80,18 Dollar je Barrel (159 Liter) zeitweise so teuer wie seit dreieinhalb Jahren nicht mehr. Einige Investoren befürchteten einen sprunghaften Anstieg der US-Anleiherenditen, an denen sich die Zinsen für Verbraucher- und Unternehmenskredite orientieren, warnt Portfolio-Managerin Kim Forrest vom Vermögensverwalter Fort Pitt. Die zehnjährigen Treasury Bonds rentieren auf einem Sieben-Jahre-Hoch von 3,122 Prozent.

Bei den Aktienwerten kommt unter anderem JC Penney unter die Räder. Die US-Kaufhauskette schliesst nach einem überraschend schwachen Umsatzwachstum im ersten Quartal einen Gesamtjahresverlust nicht mehr aus. Die Aktie fällt daraufhin um gut 12 Prozent und steuert auf den grössten Tagesverlust seit einem halben Jahr zu.

Bei Cisco überschattet ein Gewinnziel unter den Markterwartungen das überraschend starke Quartalsergebnis. Die Papiere des Netzwerk-Ausrüsters büssen 3,9 Prozent ein.

Die Titel von Loxo steigen dagegen um 19 Prozent auf ein Rekordhoch von 165,81 Dollar. Ein Krebsmedikament der Pharmafirma hatte bei Tests ermutigende Ergebnisse geliefert.

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12:35

Die Schweizer Börse gibt bis Donnerstagmittag nach. Kurseinbussen bei den Marktschwergewichten aus dem Pharmabereich drücken den Markt in die Verlustzone. Das Geschäft verlaufe insgesamt in ruhigen Bahnen, sagen Händler. Die Krisenherde in Korea und im Nahen Osten sowie die Regierungsbildung in Italien liessen die Anleger an den Seitenlinien verharren.

Der SMI ermässigt sich um 0,1 Prozent auf 8962 Punkte. Am Mittwoch war der Leitindex um 0,2 Prozent gesunken.

Impulse waren dünn gesät. "Die Bilanzsaison ist praktisch abgeschlossen." Am Freitag wird der Luxusgüterkonzern Richemont als letztes der Grossunternehmen sein Jahresergebnis 2017/18 veröffentlichen. Analysten erwarten einen Gewinnzuwachs von mehr als 40 Prozent. Die Aktie des zweitgrössten Branchenvertreters steigt um 0,2 Prozent. Die Aktien von Rivale Swatch legten um 0,5 Prozent zu.

Auf den Verkaufszetteln stehen die Papiere der als krisenresistent geltenden Arzneimittelhersteller: Novartis sinkt um 0,4 Prozent. Der Genussschein von Roche fällt trotz guter Produktnachrichten um 0,9 Prozent. Roche hat positive Studienergebnisse zu den Krebsmedikamenten Herceptin, Alecensa und Tecentriq veröffentlicht. "Die Nachrichten wurden erwartet und stellen daher keine Überraschung dar", sagt ein Händler.

Die Papiere der Biotechfirma Idorsia sinken um 2,3 Prozent auf 21,56 Franken. J.P. Morgan stutzte das Kursziel auf sechs von sieben Franken.

Die Aktien der Banken geben zum Teil frühe Gewinne wieder ab: Credit Suisse und Julius Bär steigen um 0,2 Prozent, UBS verlieren 0,1 Prozent. Die Versicherer tendieren positiv.

Die Aktien zyklischer Firmen drehen klar nach oben. Adecco steigen um 0,3 Prozent und Lafarge-Holcim rücken um 0,5 Prozent vor. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht zum Mittag.)

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11:55

Der Preis für Brent-Öl steigt um bis zu 1,1 Prozent auf 80,18 Dollar je Fass. Damit ist die Nordseesorte so teuer wie seit November 2014 nicht mehr. An den Finanzmärkte spekulieren Anleger seit einiger Zeit auf Versorgungsengpässe im Zuge der steigenden Spannungen zwischen den USA und dem Öl-Exporteur Iran. 

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10:25

Die Schweizer Börse tendiert am Donnerstagmorgen leichter. Trotz positiver Vorgaben aus den USA und aus Japan wagen sich die Anleger nicht aus der Deckung. Nach wie vor seien sie wegen der Krisenherde in Korea und im Nahen Osten sowie im Zusammenhang mit der Regierungsbildung in Italien beunruhigt, sagen Händler. Der SMI notiert mit 8946 Zählern um 0,3 Prozent leichter. Am Mittwoch war der Leitindex um 0,2 Prozent gesunken.

Händler sagen, allmählich dürfte sich auch der kleine Options-Verfallstermin an der Eurex vom Freitag in den Kursen der Aktien niederschlagen. Am Nachmittag könnten Konjunkturzahlen aus den USA frischen Wind bringen. Veröffentlicht werden die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und der Index der Notenbank von Philadelphia.

Die Aktien der Banken holen einen Teil der Vortagesverluste auf: Credit Suisse und UBS steigen um 0,4 und 0,3 Prozent, Julius Bär um 0,2 Prozent. Auch die Versicherer tendieren freundlich.

Nicht gefragt sind die Papiere der als krisenresistent geltenden Schwergewichte: Der Lebensmitteltitel Nestlé sinkt um 0,3 Prozent. Der Pharmawert Novartis fällt um 1,0 Prozent. Der Genussschein von Roche fällt trotz guter Produktnachrichten um 1,2 Prozent. Roche hat positive Studienergebnisse zu den Krebsmedikamenten Herceptin, Alecensa und Tecentriq veröffentlicht.

Die Aktien zyklischer Firmen tendieren höher. Die Kursänderungen sind aber gering. ABB sind knapp gehalten, Lafarge-Holcim steigen um 0,5 Prozent.

Am breiten Markt gewinnen die Aktien von Gurit 5,0 Prozent. "Gurit zählt zu den Aktien, die im laufenden Jahr viel an Wert verloren haben und denen man eine Aufholjagd zutraut", sagt ein Händler.

Die Aktien von Ceva Logistics werden um 0,1 Prozent höher gehandelt. Die Bewertungsagentur Moody's hat das Rating um vier Stufen auf "B1" erhöht.

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09:20

Der SMI startet im Minus: Der Leitindex fällt um 0,1 Prozent auf 9860 Punkte, nachdem der Handel eröffnet worden ist. Vorfreude auf eine Erholung zeigten sich als verfrüht.

Unsicherheiten um Italien und Nordkorea sowie steigende Zinserwartungen in Amerika sorgen offenbar für Zurückhaltung bei den Anlegern. Gerade der Koalitionsentwurf in Italien von der rechtspopulistischen Lega und der Fünf-Sterne-Bewegung hatte die Märkte zuletzt in Aufruhr gebracht; entsprechend legte der Schweizer Franken wieder zum Euro zu. In der zweiten Tageshälfte könnten Daten zum Arbeitsmarkt oder zu den Frühindikatoren in den USA das Geschäft noch bewegen.

Ins Minus fallen Roche (-0,7 Prozent). Der Pharmakonzern hat neue Studiendaten zu seinem Hoffnungsträger Tecentriq publiziert, einem Immuntherapeutikum. Der getestete Medikamentencocktail für Patienten mit einer bestimmten Form von Lungenkrebs ist aber nicht in allen Bereichen besser als das Konkurrenzprodukt von Merck, erklären Analysten von J.P. Morgan. Damit seien frühere Erwartungen bestätigt worden.

Richemont (-0,2 Prozent) fallen ebenfalls. Der Luxusgüterkonzern kommt mit der Übernahme des Onlineverkäufers Yoox Net-a-Porter voran und will die Italiener in einem Monat von der Börse in Mailand dekotieren lassen. Vifor notieren vorbörslich um 1,4 Prozent tiefer, die Titel werden heute allerdings mit einem Dividendenabschlag von 2 Franken je Anteil gehandelt.

Sika (-0,2 Prozent) will in rund drei Wochen einen endgültigen Schlussstrich unter die langjährige Auseinandersetzung mit der Eignerfamilie Burkard ziehen. An einer ausserordentlichen Generalversammlung am 11. Juni soll die Einheitsnamenaktie eingeführt werden. Arbonia (-0,3 Prozent) notieren vorbörslich wenig auffällig. Der Bauausrüster expandiert in Belgien und übernimmt den dortigen Heizungshersteller Vasco.

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09:05

Die wichtigsten Börsen Asiens haben am Donnerstag uneinheitlich tendiert. Der japanische Leitindex Nikkei 225 schloss 0,53 Prozent höher auf 22 838,37 Punkte. Dass im April die Industrieproduktion in der weltgrössten Volkswirtschaft den dritten Monat in Folge zugelegt hatte, sorge für Vertrauen, sagte ein Marktstratege in Tokio. Auch wenn die Renditen am US-Anleihemarkt stiegen, legten Aktien weiter zu. "Für Japan wird die wachsende Zinsdifferenz wahrscheinlich einen schwächeren Yen zur Folge haben und das wäre ein Plus für japanische Aktien", ergänzte er.

Hongkongs Leitindex Hang Seng sank hingegen zuletzt um 0,3 Prozent auf 31 008,16 Punkte. Der CSI 300 mit den 300 wichtigsten Werten vom chinesischen Festland büsste 0,8 Prozent auf 3860,29 Punkte ein. Vor allem Aktien von Banken und Versicherern gaben nach. Im Fokus blieben dort weiter die Renditen am US-Anleihemarkt, da sie eine Investition in Aktien unattraktiver machen können. Zudem bremsten auch der Handelsstreit zwischen den USA und China sowie der Iran- und Koreakonflikt.

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08:25

Der SMI folgt freundlichen US-Vorgaben und wird vorbörslich mit einem Plus von 0,2 Prozent bei 8988 berechnet. Am besten gestellt ist der Genussschein von Roche (+0,4) Prozent, nachdem der Pharmakonzern neue Daten aus der Studie zum Wirkstoff Alecensa vorgestellt hat. Auch die Aktie der UBS (+0,3 Prozent) übertrifft dank einer Branchenstudie den Markt (zu den vorbörslichen Kursen).

Händler vermissten kursbewegende Impulse. "Die Bilanzsaison ist praktisch abgeschlossen." Am Freitag wird der Luxusgüterkonzern Richemont als letztes der Grossunternehmen sein Jahresergebnis 2017/18 veröffentlichen. Analysten erwarten einen Gewinnzuwachs von mehr als 40 Prozent.

Am Nachmittag könnten Konjunkturzahlen aus den USA frischen Wind bringen. Veröffentlicht werden die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und der Index der Notenbank von Philadelphia.

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08:05

Die Ölpreise haben am Donnerstag im frühen Handel wieder zugelegt. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juli kletterte am frühen Morgen auf einen neuen höchsten Stand seit 2014 bei 79,45 US-Dollar. Zuletzt lag der Kurs bei 79,37 Dollar. Das waren 9 US-Cent mehr als am Mittwoch. Preistreibend am Ölmarkt wirkt derzeit aber die Sorge vor einer Angebotsverknappung aufgrund der US-Sanktionen gegen den Iran. Analysten der Bank Goldman Sachs warnen, dass selbst die steigende US-Ölförderung nicht ausreiche, um die möglichen Rückgänge der Lieferungen aus dem Iran auszugleichen.

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08:00

Der Euro hat am Donnerstag im frühen Handel zunächst nicht an die Vortagesverluste angeknüpft. Am Morgen lag der Kurs der Gemeinschaftswährung bei 1,1824 US-Dollar und damit etwas höher als am Vorabend. Auch gegenüber dem Franken zog der Euro leicht an, er kostete im frühen Handel 1,1825 Franken. Noch zu Wochenbeginn lag der Kurs allerdings bei 1,19 Franken.

Koalition in Italien scheint zustande zu kommen

Händler sprachen von einer leichten Gegenbewegung. Am Vortag hatte die laut Medienberichten wahrscheinlicher werdende Bildung einer eurokritischen neuen italienischen Regierung den Euro unter Druck gesetzt und auf den tiefsten Stand in diesem Jahr bei 1,1764 Dollar getrieben. Die mögliche Regierung zwischen Fünf Sterne und Lega plant enorme Ausgabensteigerungen und Steuerkürzungen. Vor allem ein sehr eurofeindlicher Entwurf des Koalitionsvertrages zwischen den beiden Parteien sorgte für Turbulenzen.

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06:40

Der japanische Aktienmarkt hat am Donnerstag zugelegt. Vor allem die positiven Vorgaben der Wall Street veranlassten Anleger zu Aktienkäufen, wie Marktteilnehmer sagten.

Der japanische Leitindex Nikkei gewann 0,7 Prozent auf 22'875 Punkte. In New York war der Dow-Jones-Index mit einem Plus von 0,3 Prozent aus dem Handel gegangen. In Japan waren vor allem Finanzwerte gefragt. So legten die Papiere von Mitsubishi UFJ Financial Group 1,5 Prozent und die von Sumitomo Mitsui Financial Group zwei Prozent zu. Der schwächere Yen stützte Exportwerte wie Technologieunternehmen.

Im fernöstlichen Devisenhandel lag der Dollar zum Yen bei 110,15 Yen. Der Euro war für 1,1826 Dollar zu haben. Der Schweizer Franken wurde mit 9,9989 Franken je Dollar und 1,1819 Franken je Euro gehandelt.

(cash/AWP/Reuters)