+++Börsen-Ticker+++ - Wall Street kommt nicht vom Fleck

Hoffnungen auf eine Beilegung des Handelsstreits zwischen den USA und China haben am Dienstag die US-Börsen gestützt.
19.02.2019 22:40
Der offene Ausgang der Verhandlungen um den Handelsstreit der USA mit China blockiert am Dienstag den Handel an den US-Börsen.
Der offene Ausgang der Verhandlungen um den Handelsstreit der USA mit China blockiert am Dienstag den Handel an den US-Börsen.
Bild: Bloomberg

22:40

"Eine Lösung beim Handel würde einen erheblichen Gegenwind für den Markt beseitigen", sagt J.J. Kinahan, Chef-Anlagestratege des Brokerhauses TD Ameritrade. Die Handelsgespräche sollen in dieser Woche in Washington fortgesetzt werden.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte tritt zum Handelsende mit 25'891 Punkten auf der Stelle. Der breiter gefasste S&P 500 gewinnt 0,1 Prozent auf knapp 2780 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq klettert 0,2 Prozent auf rund 7487 Stellen.

Einen Lichtblick in New York lieferte das Quartalsergebnis von Walmart. Der weltgrösste Detailhändler übertraf mit Umsatz und Gewinn die Markterwartungen. Walmart-Aktien steigen um 2,2 Prozent. In ihrem Windschatten gewinnen die Titel des Konkurrenten Target 1,5 Prozent.

Die Papiere von Mattel setzten zunächst ihre Talfahrt der Vorwoche fort, drehten dann aber ins Plus und schliessen 1,4 Prozent höher. Wegen einer schwächelenden Nachfrage nach "Barbie"-Puppen hatte sich der Spielwaren-Hersteller zurückhaltend zu den Aussichten für 2019 geäussert.

Unter Druck standen Bankaktien. Die Aktien von J.P. Morgan Chase etwa büssen 0,4 Prozent ein. Anleger warten auf weitere Hinweise auf die Geldpolitik der US-Notenbank (Fed). Diese legt am Mittwoch die Protokolle ihrer jüngsten Zinssitzung vor.

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17:45

Der Schweizer Börse ist nach dem Anstieg auf ein Jahreshoch die Luft ausgegangen. Der SMI gibt bis Börsenschluss um 0,1 Prozent auf 9256 Punkte nach. Am Montag hatte der Leitindex mit 9295 Zählern noch den höchsten Stand seit gut zwölf Monaten erklommen. Getrübt wurde die Stimmung von enttäuschenden Unternehmensbilanzen und den drohenden US-Strafzöllen auf europäische Autos - die deutsche Automobilbranche zählt zu den wichtigsten Kunden der Schweizer Industrie. Stärkere Kurseinbussen verhinderte die Hoffnung auf eine Einigung im US-chinesischen Handelsdisput.

Ganz oben auf der Verliererliste zu finden sind die jüngst noch gefragten Banken: Die Aktien der Grossbanken Credit Suisse und UBS verlieren 0,9 beziehungsweise 0,8 Prozent, die der Privatbank Julius Bär 1,4 Prozent. Hintergrund war, dass das britische Geldhaus HSBC nach einem Milliardengewinn im vergangenen Jahr wegen des nahenden Brexit und der wirtschaftlichen Abkühlung in China vorsichtigere Töne anschlug.

Zu den wenigen festeren Standardwerten gehört Roche mit einem Kursplus von 0,5 Prozent. Die US-Arzneimittelbehörde FDA will die Zulassung von zwei Krebsmedikamenten des Pharmariesen in einem beschleunigten Verfahren prüfen.

Am breiten Markt schnellen die Anteile von Straumann 5,5 Prozent hoch. Der Zahnimplantatehersteller wies für das vergangene Jahr einen Umsatz- und Gewinnsprung aus. Firmenchef Marco Gadola schloss im Gespräch mit Reuters eine Anhebung der von Analysten als konservativ eingestuften Prognose für das laufende Jahr nicht aus.

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16:00

In Erwartung einer neuen Runde von Handelsgesprächen zwischen den USA und China halten sich die Anleger an der Wall Street zurück. Die US-Leitindizes bröckeln zur Eröffnung am Dienstag um jeweils etwa 0,1 Prozent ab.

Nach dem wegen des Feiertags am Montag verlängerten Wochenende nähmen einige Anleger erst einmal Gewinne mit, sagt Peter Cardillo, Chefökonom des Vermögensberaters Spartan. Die Anleger blieben zwar vorsichtig, aber die Hoffnung auf eine Einigung im Zollstreit sei da.

Einen Lichtblick liefert ausserdem das Quartalsergebnis von Walmart. Der weltgrösste Detailhändler übertraf mit Umsatz und Gewinn die Markterwartungen. Walmart-Aktien steigen daraufhin um 2,9 Prozent. In ihrem Windschatten gewinnen die Titel des Konkurrenten Target 1 Prozent.

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13:50

Der Goldpreis hat auch am Dienstag von politischen Unsicherheiten profitiert und den Höhenflug der vergangenen Handelstage fortgesetzt. Im Mittagshandel stieg der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) bis auf 1330 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit vergangenen April. Bereits zum Wochenauftakt hatte der Goldpreis ein Zehn-Monate-Hoch erreicht.

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11:45

Der Schweizer Aktienmarkt gibt am Dienstag leicht nach. Die Stimmung sei nach wie vor recht gut, aber es fehlten die Impulse, die den Markt weiter nach oben tragen könnten, meint ein Händler. Der SMI verliert um 11 Uhr um 0,1 Prozent auf 9260 Punkte. Der 30 Aktien umfassende SLI sinkt um 0,2 Prozent auf 1429 und der breite SPI um 0,2 Prozent auf 10'830 Punkte. Zwei Drittel der 30 Bluechips büssen Terrain ein.

Die stärksten Einbussen verbuchen die Banken Julius Bär (-1,2%), Credit Suisse (-1,2%) und UBS (-0,6%). Die Anteile der Versicherer Zürich (+0,4%) und Swiss Life (+0,3%) tendieren dagegen freundlich.

Eine Rating-Senkung belastet Nestlé (-0,5%). RBC hat das Rating der Aktien des Lebensmittelherstellers auf "Sector perform" von "Outperform" gesenkt.

Am breiten Markt büssen Basilea nach der Bilanzvorlage 4 Prozent ein. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht am Mittag.)

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09:15

Der Swiss Market Index (SMI) gibt unmittelbar nach Börseneröffnung 0,2 Prozent auf 9247 Punkte nach.

Unter den Einzeltiteln fallen Roche (+0,1 Prozent) leicht positiv auf. Der Pharmakonzern hat von der US-Arzneimittelbehörde FDA für die zwei Produktkandidaten Polatuzumab Vedotin und Entrectinib gegen Krebs die Zusage für eine beschleunigte Bearbeitung der Zulassungsanträge bekommen. Novartis notiert unverändert.

Deutlicher im Plus sind nur Geberit (+0,6 Prozent) und Swisscom (+0,3 Prozent).

Um 0,7 Prozent tiefer werden Nestlé gehandelt. RBC hat das Rating auf "Sector perform" von "Outperform" gesenkt. Der französische Konkurrent Danone hat zudem 2018 den Umsatz um 2,9 Prozent auf 24,65 Milliarden Euro gesteigert. Die operative Gewinnmarge legte auf 14,45 Prozent zu.

Die Aktien von LafargeHolcim notiert unverändert und reagieren damit kaum auf den Gewinnrückgang, den der deutsche Konkurrent HeidelbergCement 2018 verzeichnet hat.

Die Aktien der Luxusgüterhersteller Richemont (-0,4 Prozent) und Swatch (-0,3 Prozent) zeigen sich vom Rückgang der Uhrenexporte im Januar um 5,7 Prozent ebenfalls wenig beeindruckt.

Am breiten Markt liegen unter anderem Zahlen von Basilea (-1,3 Prozent) und Straumann (+2,3 Prozent) vor.

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08:30

Hoffnungen von Anlegern auf eine nahende Einigung im Zollstreit zwischen China und den USA haben am Dienstag die Börsen in Asien gestützt. Der 225 Aktienwerte umfassende japanische Leitindex Nikkei schloss 0,1 Prozent fester bei 21.302 Punkten und erreichte damit den höchsten Schlusskurs seit Mitte Dezember. Der breiter gefasste Topix-Index rückte um 0,3 Prozent vor.

Anleger in China sicherten sich dagegen nach den deutlichen Gewinnen am Montag Gewinne. Der Bluechip-Index CSI300 und der Index an der Börse in Shanghai notierten beide etwas schwächer. Die Verhandlungen im Handelsstreit zwischen China und den USA wurden noch am Dienstag in Washington fortgesetzt.  US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt signalisiert, den bis zum 1. März geltenden Burgfrieden zu verlängern, wodurch höhere Zölle auf chinesische Einfuhrwaren im Wert von 200 Milliarden Dollar zunächst vom Tisch wären. "Anleger nehmen allein die Tatsache, dass derzeit verhandelt wird, als positiv wahr", sagte Analyst David Madden vom Broker CMC Markets.

An der Börse in Japan waren vor allem konjunkturunabhängige Werte wie East Japan Railway und Central Japan Railway gefragt, ihre Aktien stiegen um 2,0 und 1,6 Prozent. Auch die Titel von Energiekonzernen wie Chubu Electric und Tokyo Gas legten zu. Weniger beliebt waren dagegen Aktien von Firmen, die am Tropf der chinesischen Wirtschaft hängen. So fielen die Papiere des Roboterherstellers Fanuc um 0,3 Prozent, die von Panasonic gaben 0,7 Prozent nach. 

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08:10

Der Swiss Market Index (SMI) gibt in der von Julius Bär berechneten Vorbörse 0,1 Prozent nach. Gestern schloss der Leitindex 0,3 Prozent höher bei 9267 Punkten, vorübergehend stieg er sogar bis auf ein Jahreshoch von 9295 Zählern. 

Einzig positiver Wert aus dem SMI ist Roche (+0,4 Prozent). Die US-Behörde FDA hat ein beschleunigtes Prüfverfahren für zwei Produktkandidaten gegeben.

Im breiteren Markt fallen Basilea mit plus 0,8 Prozent auf. Die Pharmafirma hat ihren Verlust im Vorjahr auf 31,4 Millionen ausgeweitet - nach einem Minus von 19,4 Millionen Franken im Jahr davor. Der Barbestand zum Jahresende lag bei 223 Millionen Franken. 

Nach Zahlen kaum verändert hingegen zeigt sich Straumann (-0,2 Prozent). Während die Analystenerwartungen beim Umsatz übertroffen werden konnten, wurden diese beim Gewinn verfehlt. Trotzdem wird die Dividende erhöht.

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07:40

Die Ölpreise haben am Dienstag keine klare Richtung gefunden. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete im frühen Handel 66,39 Dollar. Das waren elf Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg hingegen um 30 Cent auf 55,89 Dollar.

Die Ölpreise können damit ihre kräftigen Gewinne der vergangenen Handelstage vorerst halten. Zum Wochenauftakt hatte der Brent-Preis bei 66,83 Dollar den höchsten Stand seit drei Monaten erreicht. Zu den Preistreibern am Ölmarkt zählen die derzeit laufenden Verhandlungen für ein Ende des Handelsstreits zwischen China und den USA sowie die Förderkürzung der in der sogenannten "Opec+" zusammengefassten Staaten des Ölkartells und anderer Förderländer, darunter Russland.

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06:35

US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt signalisiert, den bis zum 1. März geltenden Burgfrieden zu verlängern, wodurch höhere Zölle auf chinesische Einfuhrwaren im Wert von 200 Milliarden Dollar zunächst vom Tisch wären. Zusätzlich hoffen Investoren auf eine lockerere Geldpolitik. "In der vergangenen Woche scheinen die weltweiten Zentralbanken einen möglichen Prozess der geldpolitischen Lockerung eingeleitet zu haben", schrieb Bank-of-America-Merrill-Lynch-Experte Ajay Singh Kapur. Die US-Notenbank Fed hatte signalisiert, angesichts der schwächeren Wirtschaft auf eine Zinserhöhung zu verzichten.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index notierte am Mittag kaum verändert bei 21.291 Punkten, nachdem er zuvor den höchsten Stand seit zwei Monaten erreicht hatte. Der breiter gefasste Topix-Index legte 0,1 Prozent zu auf 1572 Zähler. Anleger griffen vor allem bei defensiven Werten wie Eisenbahngesellschaften zu. Ausserhalb Japans legten die Kurse zu, der MSCI-Index notierte knapp 0,9 Prozent im Plus.

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06:30

Der Yen legte etwas zu, ein Dollar kostete 110,48 Yen. Der Euro schwächer mit 1,1296 Dollar gehandelt. Die jüngsten Äusserungen von EZB-Ratsmitglied Olli Rehn schürten Spekulationen, die Europäische Zentralbank könnte einen weiteren Langzeitkredit auflegen, um die Kreditvergabe anzukurbeln. Der Schweizer Franken wurde mit 1,0048 Franken je Dollar und 1,1355 Franken je Euro gehandelt.

(cash/AWP/Reuters)