+++Börsen-Ticker+++ - Wall Street: S&P 500 auf Rekordhoch

Die Signale der US-Notenbank für eine Lockerung der Geldpolitik haben dem marktbreiten S&P 500 am Donnerstag ein Rekordhoch beschert.
20.06.2019 22:35
Neuer Rekord im S&P 500: Die Trader an der Wall Street freuen sich.
Neuer Rekord im S&P 500: Die Trader an der Wall Street freuen sich.
Bild: Bloomberg

22:35

Der S&P 500 steigt am Ende um 1,0 Prozent auf 2954 Punkte. Kurz zuvor hatte er bei rund 2958 Punkten den höchsten Stand seiner Geschichte erreicht. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial gewinnt 0,9 Prozent auf 26'753 Punkte und ist damit nur noch knapp 1 Prozent von einem Rekordhoch entfernt. Für den Auswahlindex Nasdaq 100 gehts um 0,9 Prozent auf 7738 Punkte nach oben.

Thema des Tages aber war der fulminante Börsenstart des Bürokommunikationsdienstes Slack. Der Kurs war zum Handelsstart um rund 50 Prozent in die Höhe geschnellt und hatte bei 38,50 Dollar eröffnet. Der Referenzkurs war am Vorabend auf 26 Dollar festgesetzt worden. Am Ende notierten die Anteilscheine bei 38,62 Dollar. Slack wählte beim Börsengang den Weg einer Direktplatzierung, bei der die Papiere ohne Begleitung durch Investmentbanken gelistet werden.

Gleichfalls auf hohe Nachfrage stiessen die Anteilscheine von Grocery Outlet, die ebenso an diesem Donnerstag erstmals gehandelt wurden. Die Papiere stehen zum Handelsschluss rund 30 Prozent über dem Ausgabepreis von 22 Dollar. Der Ultra-Günstig-Discounter hatte sich für einen klassischen Börsengang entschieden.

Mit Blick auf die weiteren Einzelwerte hatten vor allem die Besitzer von Oracle-Aktien Grund zur Freude: Angesichts starker Quartalszahlen des Softwarekonzerns erreichten die Papiere ein Rekordhoch und liegen am Ende an der S&P-500-Spitze noch gut 8 Prozent im Plus.

Auf der anderen Seite des Kursbarometers sacken die Anteilscheine von Carnival um knapp 8 Prozent ab. Das britisch-amerikanische Kreuzfahrtunternehmen hatte zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten seine Gewinnprognose für dieses Jahr zurückgeschraubt.

Die Papiere von Tesla verlieren rund 3 Prozent auf knapp 220 Dollar. Analyst David Tamberrino von der Bank Goldman Sachs ist mit Blick auf den Absatz des Elektroautobauers nun skeptischer als bisher. Daher senkte er sein Kursziel für die Aktien von 200 auf 158 Dollar und rät weiterhin zum Verkauf.

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18:10

Die Aussicht auf noch mehr billiges Notenbankgeld hat den Schweizer Leitindex am Donnerstag auf ein neues Rekordhoch gehievt. Der SMI stieg zeitweise auf 10'062 Punkte und schliesst 0,2 Prozent fester bei 9979 Zählern. Die US-Notenbank Fed stiess am Mittwoch angesichts des andauernden Zollstreits zwischen den USA und China die Tür für eine baldige Zinssenkung auf. Vergangene Woche hatte EZB-Präsident Mario Draghi eine weitere Lockerung der Geldpolitik im Euroraum signalisiert.

Gefragt waren vor allem Anteile von Unternehmen, die von konjunkturstimulierenden Geldspritzen profitieren würden. Der Elektrotechnikkonzern ABB und die Bauchemiefirma Sika gewinnen jeweils rund 1 Prozent an Wert, der Personalvermittler Adecco 0,8 Prozent. An die Spitze des SMI setzten sich dank der im Mai überraschend stark gestiegenen Uhrenexporte der Luxusgüterhersteller Swatch mit Kurszuwächsen von 2,2 Prozent.

Die grössten SMI-Verlierer sind Credit Suisse und UBS. Bei niedrigen Zinsen kommen die Gewinnmargen der Banken unter Druck.

Bei dem für kommende Woche geplante Börsengang des Verpackungsspezialisten Aluflexpack zeichnet sich ein Erfolg ab. Es lägen Angebote für alle verfügbaren Aktien vor, erklärte eine mit der Transaktion betraute Bank.

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17:45

Die Zuspitzung des Konfliktes zwischen den USA und dem Iran schickt die Ölpreise auf Höhenflug. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostet 64,61 Dollar. Das waren 2,79 Dollar mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) steigt um 3,22 Dollar auf 56,98 Dollar.

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15:55

In Erwartung baldiger Zinssenkungen der Notenbank Fed steigen Anleger in die US-Aktienmärkte ein. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 steigen zur Eröffnung am Donnerstag um bis zu 1,3 Prozent. Letzterer markiert mit 2956 Punkten gar ein Rekordhoch.

US-Notenbankchef Jerome Powell habe die Tür zu einer Zinssenkung kraftvoll und weit aufgestossen, sagt Salman Ahmed, Chef-Anlagestratege des Vermögensverwalters Lomard Odier. Er rechne mit einem ersten Schritt im Juli. Sollte sich die wirtschaftliche Lage verschlechtern, werde die Fed die Zinsen aggressiver senken. "Der andauernde Handelskonflikt mit China könnte die US-Wirtschaft in eine Rezession treiben", sagt Robert Johnson, Chef des Anlageberaters Economic Index Associates. "Zinssenkungen können als vorbeugende Massnahme der Fed gesehen werden."

Zu den Favoriten der Wall Street zählen konjunkturabhängige Werte wie der Baumaschinenanbieter Caterpillar oder der Ölkonzern Exxon Mobil, deren Aktien sich um jeweils knapp 2 Prozent verteuern. Letzterer profitiert zusätzlich vom anziehenden Ölpreis.

Die Aktien von Carnival fallen dagegen um fast 12 Prozent. Das ist der grösste Kursrutsch seit siebeneinhalb Jahren. Der Kreuzfahrtveranstalter, zu dessen Flotte die "Aida"-Schiffe gehören, kappte wegen neuer US-Beschränkungen für Kuba-Reisen seine Gewinnziele für 2019. Die Titel der Rivalen Royal Caribbean ("Mein Schiff") und Norwegian Cruise Line büssen jeweils rund 2 Prozent ein. 

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15:45

Der Schweizer Franken steigt am Nachmittag zu Euro und Dollar deutlich. Der Euro kostet aktuell 1,1108 Franken nach 1,1160 am Morgen. Der Dollar steht bei 0,9831 Franken rund einen Rappen tiefer als im frühen Handel.

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11:40

Mit neuen Rekordständen reagiert der Schweizer Aktienmarkt am Donnerstag auf die jüngsten Aussagen der US-Notenbank Fed. Nach der Europäischen Notenbank (EZB) am Dienstag hat nun auch das Fed am Mittwochabend die Tür für Zinssenkungen geöffnet. Damit gewinnen Aktien an Attraktivität und auch die Aussichten für die Wirtschaft hellten sich auf, erklärt ein Händler.

Der SMI gewinnt gegen 11 Uhr 0,8 Prozent hinzu auf 10'039 Punkte. Seinen Rekord hat er zuvor bei 10'052 Zählern gesetzt. Der 30 Aktien umfassende SLI steigt um 0,7 Prozent auf 1535 und der breite SPI um 0,8 Prozent auf 12'125 Punkte.

Die aktuelle Gewinnerliste der Bluechips setzt sich eher mit dem Mittelfeld zusammen. Neben Technologiewerten wie AMS (+4,0%) und Logitech (+1,6%) gewinnen auch die beiden Uhrenhersteller Swatch (+3,8%) und Richemont (+1,7%) überdurchschnittlich hinzu.

Am entgegengesetzten Ende der Kurstafel versammeln sich mit den beiden Grossbanken CS (-0,9%), UBS (-0,6%), Swiss Re (+0,2%) und Swiss Life (+0,4%) Vertreter aus der Finanzbranche. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenkommentar am Mittag.)

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09:10

Der Schweizer Aktienmarkt knackte am Donnerstag zum Handelsstart die Marke von 10'000 Punkten. Erst vor zwei Tagen hatte der Leitindex SMI sie erstmals geknackt. Rückenwind dürfte er dabei von der US-Notenbank Fed bekommen haben.

Den Börsen in Übersee hat die US-Notenbank damit zu einer freundlichen Tendenz verholfen, wobei sich gerade in Asien zudem noch Hoffnung auf eine Annäherung im US-chinesischen Handelsstreit bemerkbar machte. US-Präsident Donald Trump und Chinas Xi Jinping werden sich kommende Woche beim G20-Gipfel zu Gesprächen treffen. 

Zum Start gewinnt der SMI 0,6 Prozent hinzu und steht bei 10'018 Punkten.

Dabei stehen starke Uhrenwerte schwachen Bankaktien gegenüber. Die Papiere von Richemont (+1,7) und Swatch (+3,2%) profitieren von starken Uhrenexport-Daten für den Monat Mai. Das Exportvolumen von Schweizer Uhren hat gegenüber dem Vorjahr sogar zweistellig zugelegt, was zuletzt vor gut einem Jahr der Fall war.

Derweil macht sich bei den Aktien der Credit Suisse (+0,1%), der UBS (+0,2%) die Entwicklung der US-Renditen bemerkbar. So rentieren die wichtigen zehnjährigen US-Treasuries erstmals seit November 2016 mit weniger als 2 Prozent. Diese Schwelle gilt als psychologisch wichtig. Grund dafür ist die US-Notenbank, die erklärt hatte, dass die Unsicherheiten für den wirtschaftlichen Ausblick zugenommen hätten.

Bei der CS verweisen Börsianer zudem auf einen Bericht der "Financial Times", wonach ein Rechtsstreit zwischen einem Pekinger Grosskonzern und einer der renommiertesten Universitäten des Landes die Absicht der Grossbank, wie geplant die Kontrolle über einen chinesischen Wertpapierhändler zu übernehmen, gefährden könnte.

Im breiten Markt ziehen unterdessen Barry Callebaut (+2,3%) nach einem Analystenkommentar überdurchschnittlich an. Die CS nimmt die Abdeckung mit "Outperform" wieder auf.

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08:35

Die Hoffnung auf niedrigere Zinsen in den USA hat die asiatischen Aktienmärkte am Donnerstag beflügelt. Auch Anzeichen, dass die USA und China nach einer sechswöchigen Pause wieder über eine Beilegung des Handelsstreits sprechen könnten, hoben die Stimmung. Der MSCI-Index für die asiatischen Märkte ohne Japan legt 0,9 Prozent zu. In Japan geht der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,6 Prozent fester bei knapp 21'463 Punkten aus dem Handel. 

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08:10

Der Swiss Market Index (SMI) legt in der von Julius Bär berechneten Vorbörse um 0,26 Prozent zu und steht bei 9'987 Punkten. Am Dienstag hatte der Leitindex erstmals die Marke von 10'000 Punkten geknackt. Zum Börsenschluss am gestrigen Mittwoch verlor er 0,3 Prozent und notierte zum Handelsschluss bei 9962 Zählern. 

Sämtlich SMI-Werte – ausser die Geldhäuser UBS und Credit Suisse – sind vorbörslich positiv. Der breite Martk startet mit einem vorbörslichen Plus von 0,37 Prozent ebenfalls positiv. 

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06:35

Das Signal der US-Notenbank für eine baldige Zinssenkung hat den Börsen in Fernost am Donnerstag Auftrieb verliehen. Zwar beließ die japanische Zentralbank ihre Geldpolitik unverändert, doch die Ankündigung der Federal Reserve vom Vortag, bei Bedarf zu handeln, "um das Wachstum zu sichern", ermutigte die Anleger.

Zudem schob erneut die Hoffnung auf eine Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China die Kurse an, nachdem US-Präsident Donald Trump und der chinesische Staatschef Xi Jinping ein Treffen am Rande des G20-Gipfels in der kommenden Woche angekündigt hatten.

An der Tokioter Börse kletterte der japanische Leitindex Nikkei 0,6 Prozent auf 21.464 Punkte zu. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans stieg ebenfalls um 0,6 Prozent. Die chinesische Börse in Shanghai legte mehr als zwei Prozent zu.

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06:30

Der Euro-Franken-Kurs ist praktisch unverändert bei 1,1160. Gleichzeitig verharrt der Dollar-Franken auf Parität (0,9904). 

(cash/AWP/Reuters)