+++Börsen-Ticker+++ - Wall Street von US-Rückzug aus Iran-Atomabkommen unbeeindruckt

Die Wall Street hat am Dienstag kaum auf den US-Rückzug aus dem Atomabkommen mit dem Iran reagiert.
08.05.2018 22:43
Trader in der Börse an der Wallstreet in New York.
Trader in der Börse an der Wallstreet in New York.
Bild: Bloomberg

22:41

US-Präsident Donald Trump kündigte das internationale Atomabkommen mit der Islamischen Republik auf und beschloss neue Sanktionen.

Der Dow Jones der Standardwerte schloss kaum verändert und notierte zuletzt auf 24.360 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 stagnierte bei 2671 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq trat bei 7266 Punkten auf der Stelle.

Die Ölpreise dämmten ihre Verluste ein. Wegen der neuen Sanktionen könnte das Angebot an Öl weltweit fallen und dürfte nach Ansicht von Experten daher die Preise weiter hoch treiben.

Nach dem Einstieg des aktivistischen Investors ValueAct Capital Partners gewannen Citigroup-Papiere mehr als drei Prozent.

+++

18:25

Enttäuschende Firmenergebnisse haben die Schweizer Börse am Dienstag ins Minus gedrückt. Händler verwiesen auf Adecco und LafargeHolcim, die mit ihren Quartalsberichten die Analystenerwartungen verfehlten.  Der SMI sank um 0,4 Prozent auf 8945 Punkte. Am Montag hatte der Standardwerte-Index 0,8 Prozent angezogen. Bei den Schweizer Bluechips hielten sich Gewinner und Verlierer am Dienstag die Waage. Die rote Laterne hielt Adecco mit einem Minus von 5,1 Prozent. Die Anleger regierten enttäuscht auf den Quartalsbericht des Personalvermittlers.

Auch die Zwischenbilanz von LafargeHolcim stiess auf Skepsis. Die Anteile des Zementriesen fielen um 3,1 Prozent. Knapp ein Prozent büssten die Titel des Pharmakonzerns Roche und des Nahrungsmittelriesen Nestle ein. Grösster SMI-Gewinner waren die Aktien des Warenprüfkonzerns SGS mit einem Plus von 1,1 Prozent. Swiss Life rückten 0,8 Prozent vor.

+++

17:44

US-Präsident Donald Trump hat seinen französischen Kollegen Emmanuel Macron einem Medienbericht zufolge über den Rückzug der USA aus dem Iran-Atomabkommen informiert.  Die USA seien bereit, alle gegen den Iran verhängten Sanktionen wieder in Kraft zu setzen, die im Zuge des Abkommens ausgesetzt wurden, berichtete die "New York Times" am Dienstag. Am Abend will Trump seine Entscheidung zu dem 2015 nach langwierigen Verhandlungen geschlossenen Atomabkommen bekanntgeben.

+++

17:29

Brent fällt binnen weniger Minuten um vier Prozent auf 73,10 Dollar je Barrel (159 Liter). US-Leichtöl WTI verbilligt sich um 4,4 Prozent auf 67,63 Dollar.

+++

15:45

Vor der Erklärung von US-Präsident Donald Trump zur Zukunft des Atomabkommens mit dem Iran am Abend haben sich die Anleger an der Wall Street zurückgehalten.  Der Dow Jones trat zu Handelsbeginn am Dienstag auf der Stelle bei 24'300 Zählern. Der S&P 500 und der Nasdaq-Index kamen ebenfalls kaum vom Fleck. Trump wollte am Abend (20.00 Uhr MESZ) seine Entscheidung bekanntgeben.

Der jüngste Anstieg der Ölpreise in Erwartung eines Ausstiegs der USA aus dem Iran-Abkommen hatte zuletzt vor allem die Kurse der Ölkonzerne gestützt. "Die Entwicklung dürfte in den Preisen längst berücksichtigt sein", sagte ein Börsianer. Solange es keine weiteren Details gebe, hielten sich viele Investoren bedeckt.

+++

14:25

Nach dem Einstieg des aktivistischen Investors ValueAct Capital Partners bei der Citigroup steigen die Aktien der US-Bank im vorbörslichen Handel an der Wall Street um gut ein Prozent auf 69,25 Dollar.

+++

13:20

Die schwierige politische Lage in Italien hat den Eurokurs am Dienstag deutlich unter die Marke von 1,19 US-Dollar gedrückt.  Die europäische Gemeinschaftswährung fiel bis zum Mittag auf 1,1870 Dollar und erreichte den tiefsten Stand in diesem Jahr. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zu Wochenbeginn auf 1,1902 Dollar festgesetzt.

Auch zum Schweizer Franken geriet der Euro unter Druck. Er hielt sich kurz nach Mittag mit 1,1907 knapp über der Marke von 1,19 Franken, am frühen Morgen hatte er noch bei 1,1958 notiert. Der Dollar steht bei 1,0026 nach 1,0035 Franken am Morgen vergleichsweise stabil. Händler verwiesen auf die politische Unsicherheit in Italien, was dem Franken im Vergleich zum Euro wieder Auftrieb verleihe.

In der drittgrössten Volkswirtschaft der Eurozone drohen Neuwahlen. Während Staatspräsident Sergio Mattarella eine Übergangsregierung zur Verabschiedung eines Staatshaushalts und eines neuen Wahlgesetzes anstrebt, lehnen die populistische Bewegung Fünf Sterne und die rechte Partei Lega eine Übergangsregierung ab. Sie sprechen sich stattdessen für rasche Neuwahlen aus. Die Risikoaufschläge für italienische Staatsanleihen stiegen deutlich an.

+++

11:30

Der Schweizer Aktienmarkt legt am Dienstag nach zwei starken Tagen eine Verschnaufpause ein und gibt etwas Terrain preis.  Die Tiefststände aus der Startphase hat der SMI zwar überwunden, von der zuletzt angegriffenen Marke bei 9'000 Punkten befindet er sich jedoch wieder in etwas grösserer Distanz. Der Swiss Market Index (SMI) steht um 10.50 Uhr 0,27 Prozent tiefer bei 8'954,25 Punkten.

Mit Abstand grösster Verlierer sind derzeit Adecco (-5,7%). Analysten zeigen sich von den überraschend stark gesunkenen Margen enttäuscht.

Dahinter folgen LafargeHolcim mit einem Minus von 2,9 Prozent. Der Baustoffkonzern hat ein tieferes Betriebsergebnis ausgewiesen als erwartet.

Auf der Gegenseite gehören nach Zahlen Dufry (+2,1%) zu den gesuchten Aktien. Mit einer Beschleunigung des organischen Wachstums und Verbesserungen bei der operativen Marge wurden die Analysten positiv überrascht.

Den ausführlichen SMI-Mittagsbericht lesen Sie hier.

+++

11:25

Die Talfahrt der türkischen Börsen geht weiter. Wegen Zweifeln an einer baldigen Stabilisierung der Inflation zogen sich Anleger aus der Währung des Landes zurück. Dadurch stieg der Kurs des Dollar auf ein Rekordhoch von 4,2973 Lira. Die Verkäufe türkischer Staatsanleihen trieben die Rendite der zehnjährigen Titel auf 13,97 Prozent. Das ist ein Plus von mehr als einem Prozentpunkt innerhalb weniger Tage. Der Leitindex der Istanbuler Börse rutschte erstmals seit sieben Monaten zeitweise unter die Marke von 100'000 Punkten.

Die Türkei leidet unter einem hohen Leistungsbilanzdefizit und einer Inflation von mehr als zehn Prozent.

+++

11:23

Die Sorge vor Neuwahlen in Italien setzt vor allem die Banken des Landes an der Börse unter Druck. Bper Banca, Banco BPM, Finecobank, UBI Banca und Unicredit verlieren zwischen drei und fünf Prozent und sind damit unter den größten Verlierern im Stoxx 600. Der italienische Bankenindex fällt um 2,9 Prozent auf ein Drei-Wochen-Tief von 12'139 Zählern.

+++

10:51

Der SMI sank um 0,3 Prozent auf 8955 Punkte.

Bei den Bluechips hielten sich Gewinner und Verlierer die Waage. Die rote Laterne hielt Adecco mit einem Kurssturz von 5,8 Prozent. Die Anleger regierten enttäuscht auf den Quartalsbericht des Personalvermittlers. "Das Umsatzwachstum betrug im März-April fünf bis sechs Prozent, was auf eine weitere leichte Abschwächung im zweiten Quartal hindeutet", erklärte Vontobel-Analyst Michael Foeth.

Grösster SMI-Gewinner war Swiss Life mit einem Kursplus von 0,7 Prozent. Der Lebensversicherer steigerte die Prämieneinnahmen im ersten Quartal um sieben Prozent auf 6,99 Milliarden Franken und sieht sich auf Kurs, die gesteckten Ziele 2018 zu erreichen oder zu übertreffen.

Am breiten Markt zogen die Dufry-Titel 1,6 Prozent an. Der Duty-free-Shop-Betreiber verringerte den Verlust im ersten Quartal auf 47,5 Millionen Franken und startet am 11. Mai sein Aktienrückkaufprogramm.

US-Präsident Donald Trump will am Abend verkünden, ob er das Iran-Abkommen aufkündigt. Börsianer interessiert dabei vor allem, ob Trump neue Sanktionen gegen das Land verhängt. Dann könnte Iran kaum noch Erdöl auf dem Weltmarkt verkaufen. Der dadurch ausgelöste Energiepreis-Anstieg könnte Inflationsängsten neue Nahrung geben und die Aktienmärkte in Turbulenzen stürzen.

+++

10:15

Rabatte im Winterschlussverkauf, der jüngste Vorstoss in das Kosmetikgeschäft und der Ausbau von IT und Logistik fordern beim Online-Modehändler Zalando ihren Tribut. Im ersten Quartal rutschte das MDax -Unternehmen unter dem Strich in die roten Zahlen. Laut Vorstandschef Rubin Ritter machten dem Konzern zum Jahresauftakt neben dem schwachen Marktumfeld vor allem das Wetter Probleme. Der Aktie tat dies keinen Abbruch. Die Zalando-Aktie gewann am Vormittag gut 4 Prozent. Anleger sind inzwischen gewohnt, dass der Konzern für weiteres Wachstum Abstriche bei der Profitabilität in Kauf nimmt.

+++

09:08

Der Swiss Market Index legt am heutigen Dienstag mit Abschlägen los. Am deutlichsten sind nach Zahlen LafargeHolcim und Adecco im Minus. Der Swiss Market Index (SMI) gibt unmittelbar nach Börseneröffnung 0,3 Prozent auf 8952 Punkte nach. Für eine gewisse Nervosität sorgt die Ankündigung des US-Präsidenten Trump, seinen Entscheid hinsichtlich des Atomabkommens mit Iran bereits am heutigen Dienstagabend zu veröffentlichen. Es ist einer der wohl weitreichenderen Entscheide seiner bisherigen Amtszeit.

Am Berichtstag haben mit LafargeHolcim, Adecco, Dufry und Swiss Life gleich vier Bluechips über das erste Quartal berichtet. An der Börse sind im Anschluss an die Zahlen Swiss Life (+1,2 Prozent) und vor allem Dufry (+4,9 Prozent) gesucht. Der Reise-Detailhändler hat vor allem mit dem organischen Wachstum und dem operativen Gewinn positiv überrascht

LafargeHolcim hat zwar insbesondere mit dem Umsatz die Erwartungen der Analysten übertroffen, die Aktie gibt aber 2,6 Prozent nach. Und Adecco (-3,0 Prozent) hat vor allem auf Gewinnebene leicht enttäuscht.

Grössere Abgaben zeigen noch Lonza (-2,0 Prozent), allerdings wird der Titel Ex-Dividende von 2,75 Franken gehandelt. Auch die PS von Lindt&Sprüngli (-1,0 Prozent) werden heute unter Abzug der Dividende gehandelt.

Gegen den Trend höher stehen Vifor Pharma (+1,6 Prozent), welche von einem erweiterten Zulassungsentscheid aus den USA zum Medikament Veltassa etwas gestützt werden.

Im breiten Markt stehen nach Zahlen allenfalls die Aktien von Schmolz+Bickenbach (-1,0 Prozent) und PSP Swiss Property (+0,6 Prozent) etwas im Fokus.

+++

08:30

Mit Erleichterung reagieren Anleger auf die Fortsetzung der Handelsgespräche zwischen den USA und China. Der Index der Börse Shanghai stieg am Dienstag um 0,7 Prozent. Positiv sei ausserdem der überraschend kräftige Anstieg der chinesischen Exporte, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. "China trägt weiterhin positiv zum globalen Wachstum bei und das ist eine gute Nachricht."

Solide Firmenbilanzen verhalfen dem japanischen Nikkei-Index zu einem Kursanstieg von 0,2 Prozent auf 22.508,69 Punkten. Allerdings seien die Gewinnziele für das gesamte Geschäftsjahr konservativ, sagte Anlagestratege Nobuhiko Kuramochi von der Investmentbank Mizhuo. "Wir müssen das Ende des laufenden Quartals abwarten, um ein besseres Bild davon zu bekommen, wie sich die Firmen den Rest des Jahres entwickeln." Bei den Unternehmen stand Takeda im Rampenlicht. Der Pharmakonzern legte ein offizielles Angebot für die Übernahme des britischen Rivalen Shire über rund 62 Milliarden Dollar. Takeda-Titel stiegen um vier Prozent. 

+++

08:10

Der Swiss Market Index (SMI) gibt in der von Julius Bär berechneten Vorbörse mit minus 0,1 Prozent nur minim nach. Im gestrigen Handel stieg der Leitindex um 0,8 Prozent auf 8978 Punkte.

Nach Zahlen liegen Swiss Life (+1,5 Prozent) als einziger SMI-Wert im Plus. Ebenfalls nach Zahlen geben Adecco (-1,6 Prozent) und LafargeHolcim (-0,6 Prozent) relativ deutlich nach.

Deutlich im Minus sind auch die Titel von Lonza (-1,1 Prozent).

+++

07:50

Die Ölpreise sind am Dienstag vor der mit Spannung erwarteten Entscheidung von US-Präsident Donald Trump zum Atomabkommen mit Iran gefallen. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen, nachdem die Preise in den vergangenen Tagen kräftig gestiegen waren. Am Montag hatten wichtige Rohölsorten einen dreieinhalbjährigen Höchststand erreicht.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juli kostete am Dienstagmorgen 75,40 US-Dollar. Das waren 77 Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Juni fiel um 85 Cent auf 69,88 Dollar.

Am Rohölmarkt dürften die Investoren am Dienstag nahezu ausschliesslich in Richtung USA blicken. US-Präsident Trump hat angekündigt, um 20.00 Uhr seine Entscheidung über das Atomabkommen mit Iran bekanntzugeben. Wie sein Entschluss ausfällt, ist offen. Einige Fachleute vermuten, Trump werde aus dem Abkommen aussteigen. Andere gehen eher nicht davon aus.

Eine Aufkündigung hätte vermutlich weitreichende Folgen für den Ölmarkt. Schon jetzt gilt das Angebot als knapp. Das liegt zum einen an einer seit Anfang 2017 geltenden Fördergrenze der Opec. Zum anderen ist die Förderung in dem ölreichen Krisenstaat Venezuela eingebrochen. Hinzu kommt eine solide wachsende Weltwirtschaft, die für eine steigende Nachfrage nach Erdöl sorgt.

Steigen die USA aus dem Abkommen mit dem Iran aus, hätte das vermutlich Wirtschaftssanktionen gegen den Iran zur Folge. Das ohnehin knappe Rohölangebot drohte damit, weiter zu fallen. Das könnte steigende Rohölpreise nach sich ziehen.

+++

06:40

Ermutigende Quartalsbilanzen aus der Branche hätten die Anleger zugreifen lassen, sagten Händler. Der japanische Leitindex Nikkei stieg bis am Nachmittag 0,3 Prozent auf 22.536 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index kletterte um 0,5 Prozent auf 1781 Zähler. Zu den Gewinnern zählte der Spielkonsolen-Hersteller Nintendo mit einem Aufschlag von 0,7 Prozent.

Die Papiere des Elektronikkonzerns Panasonic verteuerten sich um 0,4 Prozent. Den Aktien des Pharmakonzerns Takeda verhalfen Spekulationen über einen bevorstehenden Durchbruch bei der geplanten mehr als 60 Milliarden Dollar schweren Übernahme des irischen Rivalen Shire zu einem Plus von zwei Prozent.

Auch an den anderen Aktienmärkten in Fernost ging es bergauf. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans notierte 0,6 Prozent höher. Die Börse in Hongkong legte mehr als ein Prozent zu. Die chinesische Börse in Shanghai gewann 0,7 Prozent.

Der Euro trat bei 1,1919 Dollar auf der Stelle. Der Dollar notierte auch zur japanischen Währung kaum verändert bei 108,96 Yen.

(cash/AWP/Reuters)