+++Börsen-Ticker+++ - Wall Street von Zollstreit mit China belastet

Der Handelsstreit zwischen den USA und China hat am Donnerstag auf den US-Börsen gelastet. Ausserdem hielten sich viele Anleger zurück vor dem Auftritt von US-Notenbankchef Jerome Powell am Freitag.
23.08.2018 22:30
Der Zollstreit von US-Präsident Donald Trump mit China lässt die Händler an der Wall Street nicht kalt.
Der Zollstreit von US-Präsident Donald Trump mit China lässt die Händler an der Wall Street nicht kalt.
Bild: Bloomberg

22:30

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schliesst 0,3 Prozent tiefer auf 25'656 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 sinkt 0,2 Prozent auf 2856 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringert sich um 0,1 Prozent auf 7878 Punkte.

Die Zuspitzung im Handelsstreit USA-China belastet insbesondere Industriewerte. Die Aktien des Baumaschinenherstellers Caterpillar geben 2 Prozent nach, die des Flugzeugbauers Boeing 0,7 Prozent.

Die Papiere von L Brands sacken um 11,4 Prozent ab. Die Mutter des Unterwäscheanbieters Victoria's Secret schraubte ihre Ergebniserwartungen zurück.

Gefragt waren dagegen die Aktien von Honeywell, die sich um 1,1 Prozent verteuern. Der Luftfahrtindustriezulieferer hob zum vierten Mal in diesem Jahr seine Gewinnziele an.

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17:40

Die Schweizer Börse hat am Donnerstag im Späthandel noch etwas angezogen, schliesst aber praktisch unverändert zum Vortag. "Die Anleger sind wegen der zahlreichen politischen Baustellen verunsichert", sagt ein Händler. Vor allem der Handelsstreit der USA mit China. Der SMI steht bei 9050 Punkten minimal höher als am Mittwoch.

Die Liste bei den SMI-Werten führt der Elektrotechnikkonzern ABB mit einem Kursplus von 1,7 Prozent an. Händler verweisen auf frisch angefachte Gerüchte über einen möglichen Verkauf des Bereichs "Power Grids".

Auf der Verliererseite ganz oben zu finden sind die Titel der UBS mit einem Abschlag von 0,7 Prozent. Auch vom Pharmazulieferer Lonza und Zementproduzenten LafargeHolcim trennten sich die Investoren.

Grössere Kursausschläge gibts am breiten Markt. Die Sunrise-Aktien klettern um 7,3 Prozent. Die Telekomfirma stellte für das Gesamtjahr mehr Betriebsgewinn und eine höhere Dividende in Aussicht.

Die Anteile von Von Roll schnellten 8,0 Prozent in die Höhe. Die Industriegruppe hat mit dem französischen Autokonzern Renault im Bereich Elektromobilität einen Liefervertrag in zweistelliger Millionenhöhe abgeschlossen. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenkommentar zum Donnerstag.)

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16:00

Der Handelsstreit der USA mit China dämpft die Kauflaune der Wall-Street-Anleger. Der US-Standardwerteindex Dow Jones notiert zur Eröffnung kaum verändert bei 25'681 Punkten.

Das Notenbankertreffen in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming wirft seine Schatten voraus. Anleger warteten gespannt auf die Rede des Fed-Chefs Jerome Powell am Freitag, von der sie sich Hinweise auf Zeitpunkt und Tempo der erwarteten Zinserhöhungen der US-Notenbank erhofften, sagt Michael Antonelli, Manager beim Vermögensverwalter Robert W. Baird.

Zu den Favoriten am US-Aktienmarkt zählt Alibaba mit einem Kursplus von 4 Prozent. Der chinesische Amazon-Rivale steigerte seinen Umsatz überraschend stark um 61 Prozent.

Gefragt sind auch die Aktien von Honeywell, die sich um 1,2 Prozent verteuern. Der Luftfahrtindustriezulieferer hob zum vierten Mal in diesem Jahr seine Gewinnziele an.

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12:10

Der Schweizer Aktienmarkt tritt am Donnerstagmittag praktisch auf der Stelle, tendiert aber nach anfänglichen Gewinnen mittlerweile negativ. Insgesamt bestätigt sich der Eindruck der vergangenen Tage, dass sich der Leitindex bei gut 9000 Punkten etwas festgefahren hat. Gedämpft wird die Risikofreude der Investoren vom politischen Gezerre um den US-Präsidenten Donald Trump einerseits und vom Handelsdisput zwischen den USA und China andererseits.

Der SMI steht am Mittag bei 9043 Punken um 0,1 Prozent tiefer. Der 30 Aktien umfassende SLI verliert 0,1 Prozent auf 1475 Zähler und der breite SPI steht bei 10'794 Punkten unverändert.

Ohne spezifische Unternehmensnachrichten ziehen Aryzta (+1,0) und Vifor Pharma (+0,7%) am meisten an. Daneben werden Richemont (+0,6%), Clariant und Givaudan (je +0,3%) etwas nachgefragt.

Novartis (-0,1%) sind inzwischen zurückgefallen. Der Pharmakonzern hat am Morgen über einen Studienerfolg mit dem Wirkstoffkandidaten Alpelisib bei der Behandlung einer bestimmten Form von Brustkrebs berichtet.

Swiss Re (-0,2%) und Lonza (-0,5%) geben beide nach, der Rückversicherer nach einer Kurszielsenkung durch die deutsche Commerzbank im Rahmen einer Branchenstudie und Lonza nach einer deutlichen Erhöhung des Kursziels durch Baader Helvea.

Im breiten Markt ziehen Sunrise nach Zahlen um 5,1 Prozent markant an. Der Telekomkonzern hat im zweiten Quartal sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn die Erwartungen übertroffen.

Auch Von Roll (+9,7%) schiessen nach oben und setzten damit den starken Trend seit Wochenbeginn fort. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht am Mittag.)

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10:40

Die Schweizer Börse legt am Donnerstagmorgen nach einem verhaltenen Start leicht zu. Vor der Notebanker-Konferenz in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming und den Gesprächen zur Beilegung des amerikanisch-chinesischen Handelsstreit verhielten sich die Anleger vorsichtig, sagen Händler. Der SMI steigt um 0,2 Prozent auf 9069 Punkte. Am Mittwoch war der Leitindex um 0,4 Prozent gesunken.

Die Mehrheit der SMI-Werte zieht an. Mit einem Kursplus von 0,7 Prozent setzt sich Roche an die Spitze. Die beiden anderen Schwergewichte Nestlé und Novartis steigen um 0,3 Prozent.

Die stärksten Einbussen verbuchen mit minus 0,7 Prozent die Papiere der Grossbank UBS. Die Titel von Rivalin Credit Suisse geben 0,2 Prozent nach.

Grössere Kursausschläge gibts am breiten Markt: Die Aktien von Sunrise ziehen um 6,5 Prozent an. Die Telekomfirma hat im zweiten Quartal zwar weniger verdient, aber für das Gesamtjahr mehr Betriebsgewinn und eine höhere Dividende in Aussicht gestellt.

Die Anteilscheine von Von Roll legen 7,2 Prozent zu. Die Industriegruppe hat mit dem französischen Autokonzern Renault im Bereich Elektromobilität einen Liefervertrag im zweistelligen Millionen-Bereich abgeschlossen.

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09:14

Der Swiss Market Index (SMI) startet mit plus 0,2 Prozent bei 9065 Punkten in den heutigen Handel. Die Vorgaben aus den USA sind für einmal wieder negativ. So hat das politische Gezerre um den US-Präsidenten Donald Trump und einstige Weggefährten die Stimmung an der Wall Street belastet. Das Protokoll der jüngsten Sitzung der US-Notenbank Fed wurde von den Investoren dagegen mit Gleichmut aufgenommen. Letztlich bestätigte sich die Erwartung, dass demnächst mit einer weiteren Zinserhöhung durch das Fed zu rechnen ist.

Novartis hat am Morgen über einen Studienerfolg mit dem Wirkstoffkandidaten Alpelisib bei der Behandlung einer bestimmten Form von Brustkrebs berichtet. Als kursrelevant stellt sich diese Meldung allerdings bisher nicht heraus, die Aktie gibt 0,1 Prozent nach.

Zulegen können im Leitindex hingegen Julius Bär (+0,4 Prozent) sowie Richemont, Nestlé und Geberit (alle +0,3 Prozent).

Im breiten Markt ziehen Sunrise nach Zahlen um 4,1 Prozent an. Der Telekomkonzern hat im zweiten Quartal insbesondere beim Umsatz die Erwartungen übertroffen.

Noch deutlicher im Plus zeigen sich Von Roll, die gleich mit 5,1 Prozent zuelgenen können. Der Industriekonzern hat im Bereich Elektromobilprojekte einen fünfjährigen Liefervertrag mit einem Volumen im zweistelligen Millionenbereich mit dem Autokonzern Renault geschlossen. 

Bei Comet (-1,3 Prozent) kommt es nach zwei guten Tagen bereits wieder zu Gewinnmitnahmen. Der Titel wird dabei von einer deutlichen Kurszielsenkung durch die UBS etwas gebremst, welche gleichzeitig die Empfehlung "Neutral" bestätigt hat.

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08:50

Ungeachtet des fortgesetzten Zollstreits zwischen den USA und China haben Asiens Börsen am Donnerstag überwiegend leichte Gewinne verbucht. Zwar sei die nächste Eskalationsstufe erreicht worden, doch "für die ganz grossen Kursverluste reicht das Inkrafttreten neuer Zölle nicht mehr", erklärte Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners. "Wir sehen bei Zöllen und Gegenzöllen mittlerweile einen gewissen Gewöhnungseffekt bei den Anlegern."

Der CSI-300-Index , der die 300 wichtigsten Aktien der Festlandbörsen in Shanghai und Shenzhen beinhaltet, gewann zuletzt 0,80 Prozent auf 3334,38 Punkte. In Hongkong, wo ebenfalls noch gehandelt wurde, sank der Hang-Seng-Index dagegen um 0,27 Prozent auf 27 851,10 Punkte.

Der japanische Nikkei 225 beendete den Handel um 0,22 Prozent fester bei 22 410,82 Punkten.

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08:08

Der Swiss Market Index gibt in der von Julius Bär berechneten Vorbörse um 0,14 Prozent nach. Die Furcht vor einer Eskalation des Handelsstreits zwischen China und den USA könnte dabei eine Rolle spielen. Trotz laufender Verhandlungen zur Lösung des Konflikts setzten die USA wie auch China weitere Sonderzölle auf Waren des jeweils anderen Landes im Volumen von 16 Milliarden Dollar in Kraft. 

Aus dem SMI ist einzig Novartis leicht positiv (+0,06 Prozent). Das experimentelle Brustkrebsmedikament Alpelisib hat in einer klinischen Studie das Hauptziel erreicht. Der Pharmakonzern plant, mit Gesundheitsbehörden weltweit Gespräche aufzunehmen.  

Deutlich positiv sind im Mid-Caps-Bereich nach Quartalszahlen die Titel von Sunrise (+3,3 Prozent).

07:40

Der Kurs des Euro ist am Donnerstag gegenüber dem Dollar und dem Schweizer Franken gesunken. Am Morgen wurde die europäische Gemeinschaftswährung bei 1,1556 Dollar gehandelt und damit etwa einen halben Cent niedriger als am Vorabend. Auch gegenüber dem Schweizer Franken gab der Euro nach und notiert aktuell bei 1,1384 nach 1,1402 Franken am Mittwochabend. Der Dollar kostet 0,9850 (0,9828) Franken.

Die Aussicht auf weiter steigenden Zinsen in den USA gab dem Dollar am Morgen Auftrieb, während der Euro im Gegenzug unter Druck geriet. Am Vorabend war mit der Veröffentlichung des Protokolls der jüngsten Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed bekannt geworden, dass viele Ratsmitglieder eine "baldige" Zinserhöhung für notwendig erachten. Damit gilt eine nächste Zinserhöhung im September als sicher. Die anhaltend robuste Wirtschaftsentwicklung und eine Inflationsrate in der Nähe von zwei Prozent sprächen für weitere "graduelle" Leitzinsanhebungen, hiess es ausserdem im Protokoll.

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06:35

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index stieg aber noch um 0,2 Prozent auf 22.412 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index verlor dagegen 0,1 Prozent auf 1697 Zähler.

Einige Analysten sehen in den Conti-Prognosen Anzeichen für eine Abkühlung der Autokonjunktur. Das zog in Tokio Auto- und Reifen-Hersteller nach unten. Toyota, Nissan und Bridgestone verloren ein bis zwei Prozent.

Marktteilnehmer sagten, viele Investoren hielten sich angesichts der laufenden Handelsgespräche zwischen den USA und China zurück. Ausserdem werde die Notenbank-Konferenz im amerikanischen Jackson Hole sehr genau beobachtet.

(cash/AWP/Reuters)