+++Börsen-Ticker+++Wirbelsturm «Harvey» sorgt für Zurückhaltung an US-Börsen

Der Wirbelsturm "Harvey" hat die Wall Street am Montag vorsichtig gestimmt. Die Unwetter sorgten für eine gewisse Risikoscheu, sagte Anlagestratege Matt Lloyd vom Vermögensverwalter Advisors Asset Management.
28.08.2017 22:41
Der Wirbelsturm «Harvey» hat grosse Gebiete im Süden der USA verwüstet.
Der Wirbelsturm «Harvey» hat grosse Gebiete im Süden der USA verwüstet.
Bild: Bloomberg

22:35

"Aber das ist nichts, was die Märkte wirklich erschüttert." Kursverluste bei Öl- und Versicherungskonzernen standen Gewinne bei Baumarktketten gegenüber. "Harvey" ist der schwerste Wirbelsturm in Texas seit mehr als 50 Jahren. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor 0,02 Prozent auf 21.808 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 legte knapp 0,1 Prozent auf 2444 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg um 0,3 Prozent auf 6283 Stellen.

Zu den Verlierern an der Wall Street gehörten Versicherer. Travelers-Aktien etwa gaben um 2,6 Prozent nach, Progressive um 2,3 und Allstate um 1,5 Prozent. Zudem traf es die vom Sturm gebeutelte Ölindustrie. ExxonMobil büßten 0,3 Prozent an Börsenwert ein, Chevron 0,4 Prozent.

m Blickpunkt stand eine Grossübernahme in der Pharmabranche: Gilead Sciences will den Krebsspezialisten Kite Pharmaceuticals für rund zwölf Milliarden Dollar kaufen. Die Kite-Aktie schoss gut 28 Prozent in die Höhe. Gilead-Titel zogen 1,2 Prozent an.

Den ausführlichen Bericht lesen Sie hier.

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17:30

Die Schweizer Börse hat am Montag nach einem schwächeren Start die Verluste eingrenzen können. Die Erholung wurde allerdings von Kursverlusten des Index-Schwergewichts Novartis gebremst.  Der SMI notierte am Montag zum Schluss mit 8864 Zählern um 0,5 Prozent niedriger. Am Freitag war der Leitindex um 0,4 Prozent gesunken.

Bei den Standardwerten standen Novartis im Fokus. Der schwergewichtige Titel fiel um 1 Prozent und trug massgeblich zum SMI-Minus bei. Neue klinische Studienresultate wecken Zweifel am Potenzial eines neuen Herzmedikaments des Arzneimittelherstellers. Die Anteile von Rivale Roche notierten dagegen nur marginal tiefer. Die Aktien des Lebensmittelriesen Nestle, dem dritten Schweizer Schwergewicht, gaben um 0,3 Prozent nach.

Meist schwächer tendierten die Versicherungswerte. Tiefere Kurse verzeichneten zudem zyklische Werte.

Die Aktien von U-Blox stürzten um 6,2 Prozent ab. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen, nachdem Deckungskäufe am vergangenen Freitag den Kurs um zehn Prozent in die Höhe getrieben hatten.

Den ausführlichen Börsen-Schlussbericht lesen Sie hier.

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17:10

Die Ölpreise beschleunigen ihre Talfahrt. Brent dreht ins Minus und verliert 1,4 Prozent auf 51,69 Dollar je Barrel. WTI weitet seine Verluste aus und fällt um 2,8 Prozent auf 46,55 Dollar. Wegen des Wirbelsturms "Harvey" sind zahlreiche Raffinerien geschlossen, so dass das Öl nicht verarbeitet werden kann.

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15:45

Der Wirbelsturm "Harvey" in Texas hat die US-Börsen zum Wochenstart nur mässig beschäftigt. "Bislang scheint es die Aktien nicht zu treffen", sagte Andre Bakhos, Geschäftsführer des Anlageberaters Janlyn Capital. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte in den ersten Minuten 0,2 Prozent höher bei 21.849 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 stieg 0,2 Prozent auf 2448 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann ebenfalls 0,2 Prozent auf 6278 Stellen.

Im Fokus der Anleger standen die Papiere von Ölraffinerien, Pipeline-Betreibern und Versicherern. Baumarktketten standen hoch im Kurs. Denn Anleger setzen darauf, dass der Wiederaufbau nach den Sturmschäden ihre Geschäfte ankurbeln wird.

Ausserdem machte eine Grossübernahme in der Pharmabranche an der Wall Street Furore. So will Gilead Sciences den Krebsspezialisten Kite Pharmaceuticals für rund zwölf Milliarden Dollar kaufen.

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13:00

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Montagmittag weiterhin im Minus. Der Leitindex SMI verharrte dabei den ganzen Vormittag über unterhalb der 8'900-Punkte-Marke. Anhaltendes Minus im SMI: Händler erklären sich die Abgaben mit dem leicht anziehenden Franken. Zudem wirke noch immer das Notenbanktreffen von Jackson Hole von Ende letzter Woche nach, das unter dem Strich ernüchternd verlaufen sei.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 11.50 Uhr 0,38% tiefer bei 8'872,43 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt um 0,46% auf 1'418,29 nach.

Die Ausschläge bei den Blue Chips halten sich in Grenzen. Nur drei Titel - Novartis, SGS und Clariant - erleiden Verluste von 1% und mehr. Bei Novartis (-1,1%) haben über das Wochenende Studienresultate Zweifel am Potenzial des neuen Herzmedikaments Ilaris geweckt.

Bei SGS (-1,1%) und Clariant (-1,0%) wird der Sturm "Harvey" für die Verluste verantwortlich gemacht. So ist der Genfer Wareninspektionskonzern auch im Öl- und Gasbereich tätig. Der Sturm hat mit Texas ein für diese Branche wichtiges Gebiet getroffen. Bei Clariant fragen sich Investoren offenbar, ob der texanische Fusionspartner Huntsman in Mitleidenschaft gezogen worden sei.

Den ausführlichen Börsenbericht vom Mittag lesen Sie hier.

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11:49

Gewinnmitnahmen haben die Aktien von U-Blox am Montag ins Minus gedrückt. Der Titel des GPS-Chip-Herstellers brachen in einem schwächeren Markt um sechs Prozent auf 177,10 Franken ein. Am Freitag hatten Deckungskäufe nach Veröffentlichung der Halbjahreszahlen und einer zuversichtlichen Prognose zu einem Kurssprung geführt.

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11:13

Der starke Euro belastet: Die europäischen Börsen haben am Montag an ihre Lethargie der Vorwoche angeknüpft. Anlegern mangelte es zu Wochenbeginn weiterhin an Ideen, die dem Markt inmitten des vielzitierten "Sommerlochs" nach oben verhelfen könnten. Der EuroStoxx50 stand am späten Vormittag mit 0,34 Prozent im Minus bei 3'426,79 Punkten.  Mit Blick auf die wichtigsten Länderbörsen gingen die Anleger auch in Paris zögerlich vor. Der französische Leitindex CAC-40 -Index gab um 0,32 Prozent auf 5'087,97 Punkte nach.

Top und Flop im EuroStoxx50 heute Morgen:

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10:30

Aus Enttäuschung über die Auftritte von Janet Yellen und Mario Draghi auf dem Notenbanker-Gipfel in Jackson Hole haben sich Anleger am Montag mit Gold eingedeckt. Das Edelmetall verteuerte sich um 0,5 Prozent auf 1297 Dollar je Feinunze. Die Chefin der US-Notenbank Fed und ihr Kollege von der Europäischen Zentralbank (EZB) hätten keine klaren Signale ausgesandt, sagte Analyst Barnabas Gan von der OCBC Bank. "Das liefert Anlegern den Grund, wegen der Unsicherheit bezüglich der Geldpolitik den Goldpreis in die Höhe zu treiben."

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09:10

Der Swiss Market Index startet negativ in den Handel. Den stärksten Abschlag zeigen nach enttäuschenden Studiendaten die Novartis-Titel. Der Swiss Market Index (SMI) startet mit minus 0,5 Prozent in die neue Woche und kommt derzeit auf 8863 Punkte. Der Leitindex rutscht somit wieder unter die 8'900-Punkte-Marke, nachdem er in der Vorwoche grösstenteils über dieser Schwelle notiert hatte. Händler verweisen auf das Notenbankertreffen in Jackson Hole, das mehr Fragen als Antworten geliefert habe. Zudem belasten die Novartis-Aktien den Gesamtmarkt nach enttäuschenden Studiendaten.

Beim Stelldichein der Notenbanker am Freitag hatten sich weder Fed-Präsidentin Janet Yellen noch EZB-Chef Mario Draghi zur Geldpolitik geäussert und damit die Hoffnungen mancher Experten nicht erfüllt. Von Draghi waren zudem auch keine negativen Kommentare zum derzeit starken Euro-Kurs zu hören, was den Euro-Dollar-Kurs in der Folge auf den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren klettern liess. Auch der Franken schwächte sich in der Folge zum Euro etwas ab.

Am deutlichsten geben im SMI die Titel des Pharmaschwergewichts Novartis nach (-1,3 Prozent). Beim Konzern haben über das Wochenende neue Studienresultate Zweifel am Potenzial eines neuen Herzmedikaments geweckt. So reduzierte die Arznei Ilaris in einer Phase-III-Studie zwar das Risiko einer Herzattacke, gleichzeitig bestand für die Behandelten aber ein erhöhtes Risiko, an einer Infektion zu sterben.

Lesen Sie dazu auch: Ilaris-Studie ein «Inferno» für Novartis?

Im Minus sind auch die Versicherungsaktien Swiss Re und Zurich (je -0,5 Prozent). Der Wirbelsturm "Harvey" hatte am Wochenende in Südtexas starke Verwüstungen angerichtet. Die Experten vom Analysedienst CoreLogic rechnen nun mit versicherten Immobilienschäden in Milliardenhöhe. Das "Wall Street Journal" versuchte die Investoren derweil etwas zu beruhigen: Die Versicherer stünden insgesamt finanziell so gut da, dass sie der Wirbelsturm nicht allzu schwer treffen werde, hiess es.

Am geringsten fällt unter den SMI-Werten der Abschlag bei Roche aus (-0,1 Prozent). Der Konzern hat von der US-Zulassungsbehörde FDA den Status "Priority Review" und damit die Zusicherung für ein beschleunigtes Verfahren für das Mittel Gazyva (Obinutuzumab) zur Behandlung von Lymphdrüsenkrebs erhalten. Der ergänzende Zulassungsantrag basiert laut Roche auf der Gallium-Studie, welche eine Überlegenheit zur Behandlung mit dem Mittel Rituxan gezeigt habe.

Aryzta (+0,3 Prozent) vermeldet derweil einen prominenten Zuzug im Verwaltungsrat. Jürgen Steinemann, hierzulande bekannt vor allem als langjähriger Chef des Schokolade-Herstellers Barry Callebaut, soll ins Gremium gewählt werden.

Am breiten Markt hat Alpiq (noch kein Kurs) vorbörslich Zahlen vorgelegt. Der Stromkonzern hat im ersten Halbjahr 2017 einen überraschend hohen Verlust erlitten. Zudem soll der im März 2016 angekündigte Teil-Verkauf des Wasserkraftportfolios vorerst auf Eis gelegt werden. Ausserdem liegen am breiten Markt definitive Zahlen von Ems Chemie (-1,2 Prozent) und eine US-Zulassung für Kuros (noch kein Kurs) vor.

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08:25

Asiens Börsen haben die neue Woche gemischt begonnen. Während in Festland-China und Hongkong die Kurse am Montag stiegen, fielen sie in Australien und Südkorea. In Japan kamen sie kaum vom Fleck.

Die Anleger warteten auf Nachrichten, wie stark Wirbelsturm "Harvey" die US-Ölproduktion getroffen hat. Heftige Winde und Sturzregen hatten Teile von Texas schwer verwüstet. Die Ölpreise zeigten sich bis zuletzt aber stabil.

Das Notenbank-Treffen im US-amerikanischen Jackson Hole, das Ende letzter Woche stattfand, hinterliess kaum Spuren am Aktienmarkt.

Der Nikkei 225 in Tokio schloss praktisch unverändert bei 19'449,90 Punkten. Der chinesische CSI 300, in dem die wichtigsten Werte des Festlands gelistet sind, legte derweil im späten Handel um 1,71 Prozent auf 3'860,69 Punkte zu.

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08:10

Der Swiss Market Index (SMI) gibt in der von Julius Bär berechneten Vorbörse um 0,4 Prozent nach. Letzte Woche legte der Leitindex um 0,4 Prozent zu.

Als einziger SMI-Titel können Roche zulegen (+0,2 Prozent). Die US-Arzneimittelbehörde FDA prüfte das Roche-Medikament Gazyva in einem beschleunigten Verfahren zum Einsatz gegen bislang unbehandeltes follikuläres Lymphom.

Mit minus 1,7 Prozent hingegen deutlich negativ zeigen sich Novartis. Neue klinische Studienresultate haben Zweifel am Potenzial eines neuen Herzmedikaments des Pharmakonzerns geweckt. 

Die restlichen Titel aus dem Leitindex geben in der Spanne zwischen minus 0,1 bis minus 0,3 Prozent nach.

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07:30

Die Ölpreise haben sich am Montag uneinheitlich gezeigt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober kostete am Morgen 52,56 US-Dollar. Das waren 15 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel hingegen um 17 Cent auf 47,70 Dollar.

Die Auswirkungen eines schweren Wirbelsturms in den Ölfördergebieten an der Südküste der USA hätten die Preise zum Wochenauftakt etwas gestützt, hiess es von Marktbeobachtern. Weite Teile von Südtexas waren am Wochenende durch den tropischen Wirbelsturm "Harvey" unter Wasser gesetzt worden und Präsident Donald Trump erklärte die betroffene Region zu einem Katastrophengebiet.

Nach Einschätzung des Experten Mark Pervan vom australischen Analysehaus AME Group hat der Wirbelsturm aber nicht mehr so starke Auswirkungen auf die Ölpreise wie Hurrikane in den vergangenen Jahren. In den USA habe sich der Schwerpunkt der Ölförderung zuletzt zunehmend auf das Landesinnere verlagert. Die Fördergebiete am Golf von Mexiko haben daher für die Ölproduktion des Landes an Bedeutung verloren.

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07:10

Der Euro hat zum Wochenauftakt seine nach den Rede von US-Notenbankchefin Janet Yellen und EZB-Präsident Mario Draghi am Freitagabend erzielten Gewinne weitestgehend verteidigt. Am Montagmorgen kostet die europäische Gemeinschaftswährung 1,1921 Dollar und ist damit so teuer wie seit Anfang 2015 nicht mehr. Am Sonntagabend hatte der Euro sogar 1,1965 Dollar erreicht, konnte dieses Niveau aber nicht ganz halten. Vor den Reden der beiden Top-Notenbank-Vertreter hatte die Währung noch 1,18 Dollar gekostet.

Zum Franken stieg der Euro am Sonntagabend über die Marke von 1,14 Franken, notiert aber am Morgen wieder knapp darunter. Derzeit kostet ein Euro 1,1399 Franken. Der US-Dollar wird derweil zum Freitagabend wenig verändert mit 0,9561 Franken gehandelt. Gegenüber Freitagmorgen bedeutet dies ein Unterschied von einem Rappen.

Mit den Gewinnen nach den Reden von Yellen und Draghi setzte der Euro seinen jüngsten Höhenflug fort. Vor sechs Monaten hatte sich der Kurs noch in Richtung Parität - also 1 Dollar bewegt. Einige Experten wie die Analysten der Deutschen Bank und Goldman Sachs hatten ihn wegen der Probleme in der Eurozone und der Zinswende in den USA sogar auf Kurs zu Notierungen deutlich unter dieser Marke gesehen. Seit dem Mehrjahrestief von Anfang März von 1,0341 Dollar ging es für den Euro allerdings um rund 15 Prozent nach oben.

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06:45

Der Aktienmarkt in Tokio ist mit Verlusten in die neue Woche gestartet. Ein stärkerer Yen und Unsicherheit über die Auswirkungen des Hurrikan "Harvey" auf die Wirtschaft der USA machten den Anlegern zu schaffen. "Der Fokus der Investoren hat sich über das Wochenende von Jackson Hole zu dem Sturm verlagert", sagte Investmentstratege Norihiro Fujito von Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities. Zu dem Sturm gebe es zwar noch keine Details, aber die Bilder deuteten auf schwerwiegende Folgen hin.

Der Nikkei-Index gab am Montag 0,1 Prozent auf 19.430 Punkte nach. Der breiter gefasste Topix fiel ebenfalls 0,1 Prozent auf 1596 Zähler.

Der Euro legte weiter zu nachdem sich EZB-Präsident Mario Draghi bei dem Notenbanker-Treffen in Jackson Hole nicht gegen die Euro-Stärke stemmte. Mit 1,1925 Dollar war die europäische Gemeinschaftswährung so viel wert wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr. Der Dollar gab auf 109,15 Yen nach.

(cash/AWP/Reuters)