+++Börsen-Ticker+++ - Zinssenkungsfantasie gibt Wall Street Auftrieb

In der Hoffnung auf eine Lockerung der Geldpolitik durch die Fed sind Anleger am Dienstag in den US-Aktienmarkt eingestiegen.
18.06.2019 22:35
Optimismus machte sich am Dienstag an der Wall Street breit.
Optimismus machte sich am Dienstag an der Wall Street breit.
Bild: Bloomberg

22:35

Der Dow-Jones-Index schliesst 1,4 Prozent höher auf 26'465 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 erhöht sich um 1 Prozent auf 2917 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verbessert sich um 1,4 Prozent auf 7953 Punkte.

Bei den Einzelwerten waren die Titel von Boeing gefragt, die sich um 5,4 Prozent verteuern. Der Flugzeugbauer erhielt auf der Pariser Flugshow Aufträge für bis zu 200 Maschinen seines Krisenflugzeugs 737 MAX, das nach zwei Abstürzen derzeit weltweit am Boden bleiben muss. Die British-Airways-Mutter IAG unterzeichnete eine entsprechende Absichtserklärung.

Eine von US-Präsident Donald Trump angekündigte Wiederaufnahme der Handelsgespräche mit China gab den US-Stahlwerten Auftrieb. Die Aktien von AK Steel, Nucor, Steel Dynamics und US Steel gewinnen bis zu 9 Prozent.

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17:35

Die Schweizer Börse hat am Dienstag erstmals die Marke von 10'000 Punkten geknackt. Der Leitindex SMI legt 1,4 Prozent zu und notiert zum Handelsschluss bei 9989 Zählern. Das neue Allzeithoch wurde um 16.45 Uhr bei 10'011 Punkten erreicht.

Grund für das Kursfeuerwerk war die Aussicht auf eine Zinssenkung im Euroraum. EZB-Chef Mario Draghi hatte auf einem Notenbankforum erklärt, wenn die Inflation weiterhin nicht anziehe, werde zusätzlicher geldpolitischer Anschub erforderlich sein. Am Geldmarkt wird nun eine Zinssenkung noch in diesem Jahr erwartet. Der Euro gab daraufhin nach und der Franken legte zur europäischen Gemeinschaftswährung etwas zu.

Unter den Schweizer Standardwerten waren die Schwergewichte Roche und Novartis gefragt. Zudem standen zyklische Aktien in der Gunst der Anleger - wohl auch weil die Aussicht auf weitere Stützungsmassnahmen der EZB die Hoffnung auf eine gute Wirtschaftsentwicklung näherte. Die Titel des Bauchemiekonzerns Sika legen 2,6 Prozent zu, die Luxusgüterhersteller Swatch und Richemont gewinnen ebenfalls mehr als 2 Prozent an Wert.

Vergleichsweise verhalten entwickelten sich Versicherungsaktien und das Schwergewicht Nestlé. Die Aktien des Nahrungsmittelkonzerns gelten bei Investoren als sichere Anlage und sind daher vor allem bei einer absehbar schwierigen Wirtschaftsentwicklung gefragt.

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16:40

Der Schweizer Leitindex SMI hat erstmals die Marke von 10'000 Punkten überschritten. Am Dienstagnachmittag notiert der Index 1,6 Prozent im Plus bei 10'009 Zählern.

Als Grund für den Kurssprung nennen Händler vor allem die Aussicht auf weiterhin geöffnete Geldschleusen der Zentralbanken. "Es gibt schlicht keine Alternative zu Aktien", heisst es bei Händlern. Insbesondere seitdem die Anleiherenditen praktisch auf null Prozent oder gar darunter gefallen sind, wird dies trotz der bestehenden Unsicherheiten als Grund ausgemacht.

Der SMI ist im laufenden Jahr damit bisher um fast 19 Prozent gestiegen und hat andere namhafte Indizes wie den Weltleitindex Dow Jones Industrial oder den deutschen DAX, die um 13 Prozent respektive 17 Prozent höher stehen, hinter sich gelassen.

Der meist beachtete Schweizer Börsenindex startete am 30. Juni 1988 mit einem Anfangsstand von 1500 Punkten und setzte sich zunächst aus 24 Titeln zusammen. Später wurde er auf 30 Titel erweitert und im Jahre 2007 auf 20 Aktien reduziert.

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16:33

Der Leitindex SMI hat um 16.30 Uhr erstmals die 10'000 Punkte geknackt. Das neue Allzeithoch steht bei 10'008,4 Punkten.

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15:55

Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 legen zur Eröffnung bis zu 1,6 Prozent zu.

Die US-Notenbank werde zwar am Mittwoch noch keine Zinssenkung verkünden, prognostiziert Steven Skancke, Chef-Wirtschaftsberater des Vermögensverwalters Keel Point. "Aber alle werden die Ohren spitzen, ob Fed-Chef Jerome Powell etwas zum Ausblick sagt und Hinweise auf die nächsten Schritte liefert."

Mit einem Kursplus von 2,7 Prozent gehört Facebook zu den Favoriten an der Wall Street. Das Online-Netzwerk profitiert Börsianern zufolge zusätzlich von den Plänen zur Einführung einer eigenen Digitalwährung für weltweiten Zahlungsverkehr.

Gefragt sind auch die Titel von Boeing, die sich um 1,1 Prozent verteuern. Der Flugzeugbauer erhielt auf der Pariser Flugshow Aufträge zur Lieferung von Maschinen des Typs 787 mit einem Listenpreis von insgesamt knapp acht Milliarden Dollar.

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11:40

Zinssenkungshoffnungen verleihen der Schweizer Börse Flügel. Der SMI macht frühe Verluste wett und steigt vorübergehend bis auf ein neues Rekordhoch von 9923,8 Punkten. EZB-Chef Mario Draghi hat den Märkten laut Händlern mit seiner Eröffnungsrede auf einer Zentralbankkonferenz in Portugal neue Zinsfantasie eingehaucht. Falls sich die wirtschaftlichen Perspektiven nicht bessern, sei ein zusätzlicher Stimulus erforderlich, kündigte er an.

Der SMI notiert um 11 Uhr um 0,5 Prozent höher bei 9900 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI legt 0,3 Prozent auf 1507 Punkte zu und der breite SPI 0,5 Prozent auf 11'953,61 Punkte.

Die stärksten Gewinne verbuchen Aktien des Luxusgüterkonzerns Richemont (+1,3%) und des Softwareherstellers Temenos (+1,2%). Auch der Uhrenproduzent Swatch (+0,4%) rückt vor.

Neue Sorgen im Zusammenhang mit dem US-chinesischen Handelsstreit machen dagegen den Technologiewerten zu schaffen. AMS (-5,4%) sacken nach einer weiteren Prognosesenkung des deutschen Herstellers von Wafern für Halbleiterunternehmen Siltronic ab. Im Sog von AMS verlieren auch Logitech (-1,4%), Inficon (-0,8%), U-blox (-2,1%) und VAT (-3,5%) an Terrain. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht am Mittag.)

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11:15

Der Euro hat am Dienstag mit Verlusten auf die Aussicht einer noch lockereren Geldpolitik im Währungsraum reagiert. Nach Äusserungen von EZB-Präsident Mario Draghi fiel die europäische Gemeinschaftswährung um rund einen halben Cent bis auf 1,1188 Dollar. Aktuell notiert der Euro bei 1,1186 Dollar.

Auch zum Schweizer Franken büsste der Euro ein und fiel unter die 1,12-Franken-Marke. Derzeit kostet er 1,1186 Franken nach noch knapp über 1,12 Franken am Vorabend und früheren Dienstagmorgen. Der Dollar wird derweil zu 1,0000 nach 0,9973 Franken am Morgen gehandelt.

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10:15

Die älteste und bekannteste Kryptowährung ist weiter im Höhenflug. In der Nacht zum Dienstag stieg der Bitcoin-Kurs in Richtung der Marke von 10'000 Dollar. In der Spitze wurden 9477 Dollar erreicht und damit ein neuer Höchststand seit Mai 2018. Seit etwa zwei Monaten befindet sich die Digitalwährung im Höhenflug und hat seitdem rund 130 Prozent an Wert gewonnen.

Jüngste Preistreiber sind Pläne des Internet-Riesen Facebook, eine eigene Digitalwährung aus der Taufe zu heben, den "Libra". Wegen der hohen Zahl von potenziellen Kunden mit etwa 2,3 Milliarden Nutzerkonten wird dem Projekt Libra hohe Bedeutung zugemessen. Von den Facebook-Plänen konnten bereits existierende Digitalwährungen zuletzt profitieren. Auch der Facebook-Aktienkurs erhielt zuletzt einen Schub.

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09:15

"Es ist Vorsicht angebracht", sagt ein Händler. Im Laufe der Woche stehen mehrere Zentralbank-Ereignisse bevor. "Daher dürften die Kurse wohl eher etwas nachgeben." Der SMI geht nach dem Handelsbeginn um 0,1 Prozent zurück und beginnt den Tag in der Region von 9844 Punkten. 

Dabei dürfte einem Auftritt von EZB-Präsident Mario Draghi im portugiesischen Sintra grosse Aufmerksamkeit zukommen. Draghi wird am Vormittag die Eröffnungsrede auf einer EZB-Konferenz halten und am Nachmittag an einer Diskussionsrunde teilnehmen. Draghi hatte die Konferenz in der Vergangenheit mehrfach für wegweisende Ankündigungen genutzt.

In den USA beginnt die zweitägige Zinssitzung der amerikanischen Notenbank Fed. Resultate werden für Mittwochabend erwartet. Die Erwartungen sind hoch: Wegen der schwächeren Weltkonjunktur und politischer Risiken wird an den Finanzmärkten auf mehrere Zinssenkungen in diesem Jahr spekuliert. Zudem veröffentlichen die Bank von Japan und die Bank von England am Donnerstag ihre Zinsentscheidungen.

Unter Druck stehen die Grossbanken UBS und Credit Suisse, die je knapp um 1 Prozent fallen. Auch Swatch (-1,1 Prozent) steht unter Verkaufsdruck. Leicht im Plus stehen die Pharma-Schwergewichte. Novartis (+0,3 Prozent) steigt. Eine positive Produktmeldung hilft bei Roche (+0,3%) zunächst. Japan hat die personalisierte Medizin Rozlytrek des Pharmakonzern als erstes Land zugelassen. Das dritte Schwergewicht Nestlé ist mehr oder weniger unverändert. 

Einen deutlichen Anstieg zeigt Wisekey (+6,4 Prozent). Das Cybersicherheits-Unternehmen will eigene Aktien im Umfang bis maximal 10 Prozent des Aktienkapitals zurückkaufen.

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08:40

Die Anleger in Asien haben sich vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank (Fed) am Dienstag mit Käufen zurückgehalten. Der Tokioter Nikkei-Index schloss 0,7 Prozent im Minus bei knapp 20.973 Zählern. Die Börse Shanghai notierte 0,1 Prozent tiefer. Die Fed kommt am Abend zusammen, um zwei Tage lang über den künftigen Zinssatz in den USA zu beraten.

Börsianer rechnen dabei nicht mit einer Zinssenkung, hoffen aber auf Signale, dass in den kommenden Monaten die Geldpolitik gelockert wird. "Das Treffen des zinsentscheidenden Offenmarktausschusses ist das wichtigste Ereignis der Woche, und deswegen werden die Märkte vorsichtig bleiben", sagte Masahiro Ichikawa, Stratege beim Vermögensverwalter Sumitomo Mitsui DS. Spekulationen auf fallende Zinsen haben zuletzt die Finanzmärkte gestützt, nachdem sie wegen des eskalierenden Handelskonflikts zwischen den USA und China unter Druck geraten waren.

In Tokio gaben die Aktien von Versicherern nach, deren Geschäfte unter niedrigeren Zinsen leiden dürften. So schlossen die Aktien der Japan Post Insurance 1,2 Prozent im Minus, die Titel von T&D Holdings verloren 1,1 Prozent. 

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08:10

Der SMI fällt vorbörslich um 0,2 Prozent zurück und sinkt damit 9829 Punkte. Den Berechnungen zufolge trifft es vor allem Zykliker wie ABB (-0,5 Prozent). Sika (-0,3 Prozent) profitiert nicht von zwei Rating-Heraufstufungen (zu den vorbörslichen SMI-Kursen bei cash.ch). Am breiten Markt zeigt sich ein ähnliches Bild und auffällige Ausschläge bei einzelnen Aktien. 

Aus dem cash-Beitrag: Wird der US-Zinsentscheid die Aktienmärkte erschüttern?

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08:00

Die Ölpreise sind am Dienstag im frühen Handel leicht gefallen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 60,87 Dollar. Das waren sieben Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um elf Cent auf 51,82 Dollar.

Am Rohölmarkt stehen Nachfragesorgen wieder klar im Vordergrund. Befürchtet wird, dass die von den USA ausgehenden Handelsstreitigkeiten die bereits angeschlagene Weltwirtschaft zusätzlich schwächen und die Ölnachfrage belasten könnten. Angebotsrisiken, insbesondere die Krise wegen eines mutmasslichen Angriffs auf zwei Tanker im Golf von Oman vergangene Woche, treten derzeit in den Hintergrund.

Die Krise belastet jedoch das anstehende Treffen des Ölkartells Opec. Eigentlich soll die Zusammenkunft Ende Juni stattfinden. Iran hat jetzt aber ein Treffen erst im Juli vorgeschlagen. Die Interessenlage in der Opec ist sehr unterschiedlich, insbesondere zwischen den politischen Erzfeinden Saudi-Arabien und Iran. Doch die Zeit drängt: Die Opec muss entscheiden, ob sie ihre Förderung auch in der zweiten Jahreshälfte deckeln will.

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06:40

Einen Tag vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank haben sich die Anleger in Fernost kaum aus der Deckung gewagt. An der Tokioter Börse gibt der japanische Leitindex Nikkei um 0,8 Prozent auf 20'950 Punkte nach. In China notierte die Börse Shanghai 0,3 Prozent tiefer, der Markt in Hongkong legte leicht 0,2 Prozent zu.

Mit einer Zinssenkung der Federal Reserve werde zwar zumeist noch nicht gerechnet, sagten Händler. Die Anleger warteten aber mit Spannung darauf, wie nahe die Fed an einem solchen Schritt nach unten ist, vor allem angesichts des US-Handelstreits mit China, der Konjunkturabkühlung in den Vereinigten Staaten und dem Druck von Präsident Donald Trump, die Zinsen zu senken.

"Die Fed-Sitzung ist die wichtigste Veranstaltung in dieser Woche, daher herrscht an den Märkten eine gewisse Vorsicht vor", sagte Analyst Masahiro Ichikawa vom Vermögensverwalter Sumitomo Mitsui DS Asset Management. "Die Erwartungen an eine Zinssenkung im Juli sind deutlich gestiegen, so dass die Märkte enttäuscht sein könnten, wenn die Fed keine starken Signale für eine bevorstehende Lockerung der Geldpolitik setzt."

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05:05

Der Euro-Franken-Kurs verharrt bei 1,1207. Am Devisenmarkt in Fernost tendierte der Euro bei 1,1230 Dollar wenig verändert. Zur japanischen Währung trat der Dollar bei 108,33 Yen auf der Stelle.

(cash/AWP/Reuters)