+++Börsen-Ticker+++ - Zuversicht bei Zinsen und Handel treibt Wall Street an

US-Anleger hoffen nach überraschend schwachen Arbeitsmarktdaten zunehmend auf sinkende Zinsen und damit auf billiges Notenbankgeld. Diese Zuversicht trieb am Freitag die Kurse an der Wall Street in die Höhe.
07.06.2019 22:45
Hoffnung auf billiges Notenbankgeld beflügelt am Freitag die Händler an der Wall Street.
Hoffnung auf billiges Notenbankgeld beflügelt am Freitag die Händler an der Wall Street.
Bild: Bloomberg

22:45

Zur positiven Stimmung trug Händlern zufolge auch bei, dass die USA die geplante Erhöhung der Importzölle auf bestimmte chinesische Waren um zwei Wochen auf den 15. Juni verschoben haben.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schliesst mit einem Plus von 1 Prozent auf 25'983 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 rückt 1,1 Prozent auf 2873 Zähler vor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq steigt um 1,7 Prozent auf 7742 Stellen. Auf Wochensicht ergibt sich für den Dow ein Plus von 4,7, für den S&P von 4,4 und für die Nasdaq von 3,9 Prozent.

Besonders gefragt waren Aktien von Technologie-Unternehmen wie Apple und Microsoft, die viel Umsatz in China machen und die zuvor unter der Eskalation der Handelskonflikte gelitten hatten. Apple legen 2,7 Prozent zu, Microsoft 2,8 Prozent.

Besonders hervor stechen die Aktien des Veggie-Burger-Herstellers Beyond Meat, die um 39 Prozent nach oben schiessen. Die Firma aus Kalifornien rechnet damit, dass sich der Umsatz mit den fleischlosen Bouletten und Würstchen in diesem Jahr mehr als verdoppelt.

Die US-Buchhandelskette Barnes & Noble gewinnt gut 11 Prozent. Der Hedgefonds Elliott Management kauft den Konzern für knapp 476 Millionen Dollar und nimmt ihn von der Börse.

In der Hoffnung auf eine baldige Fusion stiegen Anleger auch bei Caesars Entertainment ein. Die Aktien des Betreibers von Casinos wie dem Caesars Palace in Las Vegas gewinnen 3,8 Prozent. Dem "Wall Street Journal" zufolge rückt ein Zusammenschluss mit Eldorado näher, zu denen unter anderem das gleichnamige Casino in Reno im US-Bundesstaat Nevada gehört. Eldorado-Papiere legen 4,6 Prozent zu.

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17:40

Die Schweizer Börse hat die Woche mit einem Schlussspurt beendet. Der SMI klettert am Freitag um 0,7 Prozent auf 9749 Punkte. Händler erklären, die Anleger hofften nach überraschend schwachen US-Arbeitsmarktdaten zunehmend auf sinkende Zinsen in der weltweit grössten Volkswirtschaft. Das lockte auch die Anleger in der Schweiz an den Markt. Für die ganze Woche summiert sich das Plus im SMI damit auf 2,4 Prozent.

Ausser Credit Suisse und Novartis legen sämtliche 20 Standardwerte zu. Spitzenreiter sind die Aktien des Bauchemiekonzerns Sika mit einem Plus von 2,1 Prozent. Mit dem Sanitärtechnikunternehmen Geberit und dem Zementriesen LafargeHolcim stehen weitere baunahe Werte in der Gunst der Anleger. Swiss Re klettern 1,8 Prozent. Der Rückversicherer gab den Startschuss für den Börsengang der britischen Lebensversicherungs-Tochter ReAssure in London. Der genaue Zeitpunkt der Transaktion stehe allerdings noch nicht fest.

Bei den Nebenwerten brechen Metall Zug um 13,4 Prozent ein. Kosten und Ertragsausfälle als Folge der Einführung eines neuen Informatiksystems und Rückstellungen für Bodensanierungen belasteten das Betriebsergebnis, warnte die Industriefirma.

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17:30

Der Goldpreis ist am Freitag stark gestiegen und hat den höchsten Stand seit mehr als einem Jahr erreicht. Am Nachmittag wurde die Feinunze (31,1 Gramm) für 1348,31 Dollar gehandelt. So wertvoll war das Edelmetall zuletzt im April 2018. Auslöser für den aktuellen Höhenflug sind Spekulationen auf sinkende Zinsen in den USA.

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16:05

Anleger an den US-Börsen hoffen nach überraschend schwachen US-Arbeitsmarktdaten zunehmend auf sinkende Zinsen. Die Aussicht auf billiges Notenbankgeld treibt die Kurse am Freitag an: Der Dow-Jones-Index der Standardwerte und der breiter gefasste S&P 500 steigen um jeweils 0,7 Prozent auf 25'902 und 2865 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewinnt 1 Prozent auf 7693 Punkte.

Die Regierung in Washington meldete für Mai nur 75'000 neue Stellen. "Die Daten liefern Argumente für Zinssenkungen, unabhängig von Politik und Handelskonflikten", sagt Analyst Mike Loewengart vom Handelshaus E*Trade Financial in New York.

Bei den Einzelwerten stechen unter anderem Barnes & Noble hervor, die um knapp 11 Prozent nach oben schiessen. Der Hedgefonds Elliott Management kauft die US-Buchhandelskette für 475,8 Millionen Dollar und nimmt sie von der Börse.

In der Hoffnung auf eine baldige Fusion steigen Anleger bei Caesars Entertainment ein. Die Aktien des Betreibers von Casinos wie dem Caesars Palace in Las Vegas gewinnen 6 Prozent. Dem "Wall Street Journal" zufolge rückt ein Zusammenschluss mit Eldorado näher, zu denen unter anderem das gleichnamige Casino in Reno im US-Bundesstaat Nevada gehört. Die Papiere legen 2 Prozent zu.

Die Aktien des Veggie-Burger-Herstellers Beyond Meat schnellen um 26 Prozent hoch. Die Firma aus Kalifornien rechnet damit, dass der Umsatz mit den fleischlosen Bouletten und Würstchen sich in diesem Jahr mehr als verdoppelt.

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11:45

Die Hoffnung auf eine baldige Zinssenkung in den USA gibt zum Wochenschluss auch der Schweizer Börse Auftrieb. Das Geschäft verläuft laut Händlern aber in ruhigen Bahnen. Vor dem langen Pfingstwochenende in der Schweiz und Teilen Europas sowie den am Nachmittag erwarteten US-Arbeitmsarktdaten verhielten sich die Anleger vorsichtig.

Der SMI notiert um 11 Uhr um 0,5 Prozent höher auf 9733 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI steigt 0,7 Prozent auf 1489 Zähler und der breite SPI um 0,5 Prozent auf 11'761 Zähler.

Gefragt sind Aktien von Technologiefirmen und aus dem Industriebereich. Angeführt werden die Gewinner von den stets zu volatilen Kursen gehandelten Aktien von AMS (+2,6%). Dahinter folgen mit Logitech (+2,3%) und Temenos (+2,1%) zwei weitere Technologietitel. Im Aufwind sind zudem ABB (+1,0%), Clariant (+1,1%), Sika (+1,5%) sowie Kühne+Nagel (+1,5%).

Weniger stark entwickeln sich die Banken Credit Suisse (-0,4%), Julius Bär (-0,1%) und UBS (unver.). Das für Banken herausfordernde Umfeld mit einer schwächelnden Konjunktur, schwierigen Märkten und negativen Zinsen schrecke Anleger ab, heisst es.

Am breiten Markt stechen Metall Zug hervor. Der Titel bricht nach einer Gewinnwarnung um 9,2 Prozent ein. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht am Mittag.)

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09:10

Der SMI schafft einen freundlichen Auftakt zum Wochenschluss: Der Leitindex steht nach Börsenstart rund 0,3 Prozent höher und erreicht 9717 Punkte. Positive Vorgaben aus den USA und aus Japan dürften für eine gute Stimmung sorgen, sagen Händler.

Vor der Veröffentlichung der mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktdaten um 14.30 Uhr und dem langen Pfingstwochenende sei aber nicht damit zu rechnen, dass sich die Anleger weit aus dem Fenster lehnen. "Wer weiss, wie die Zahlen kommen und welche Tweets man übers Wochenende lesen kann", sagt ein Börsianer.

Von den Arbeitsmarktdaten erhoffen sich die Marktteilnehmer Aufschluss über die US-Wirtschaft. In den vergangenen Sitzungen hatte Fed-Chef Jerome Powell signalisiert, dass die Notenbank eingreifen wird, sollte dies die wirtschaftliche Entwicklung notwendig machen. Er hatte damit Zinssenkungsspekulationen angeheizt, was den Märkten Schub gab. Am Vortag hatte die Europäische Zentralbank wie erwartet ihre Billiggeld-Politik bestätigt und ausserdem den Zeitpunkt für eine mögliche Zinserhöhung auf der Zeitachse nach hinten verschoben.

Das grösste Plus erreicht Lonza (+1,3 Prozent). Auch ABB und LafargeHolcim (je etwa +1,1 Prozent) liegen gut im Rennen. 

Verleiht ReAssure der Swiss-Re-Aktie noch mehr Aufwind?

Swiss Re (+0,5 Prozent) fallen nicht wesentlich auf. Der Rückversicherer macht beim Börsengang der Tochter ReAssure vorwärts. Die Gesellschaft soll in London an die Börse gehen. Das dafür nötige Registrierungsdokument werde heute veröffentlicht, teilte Swiss Re mit. Sollte der Börsengang erfolgen, will Swiss Re - wie bekannt - den Anteil auf unter 50 Prozent von derzeit 75 Prozent senken.

UBS-Aktien steigen um 0,7 Prozent. Die Grossbank hat ihre Pläne für ein Joint Venture mit der japanischen Bank Sumitomo Mitsui Trust in der Vermögensverwaltung bestätigt. An dem Gemeinschaftsunternehmen werde die UBS 51 Prozent halten.

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08:10

Vor den mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktdaten wird der SMI am Freitag höher starten. Der SMI liegt an der Vorbörse 0,25 Prozent im Plus. Alle 20 Aktien verzeichnen Zuwächse. Die deutlichsten Avancen hat die Aktie von Swiss Re (0,7 Prozent). Der Rückversicherungskonzern treibt die Vorbereitungen für einen Börsengang der Tochtergesellschaft ReAssure weiter voran. 

Von den Beschäftigtenzahlen erhoffen sich Börsianer Rückschlüsse auf eventuelle Zinssenkungen der US-Notenbank. Die offiziellen Daten müssten aber nicht zwingend so enttäuschend ausfallen wie diejenigen der privaten Arbeitsagentur ADP, sagte Commerzbank-Analystin Antje Praefcke. "Vermutlich haben Sondereffekte wie das Wetter für den schwachen ADP-Bericht gesorgt." Daneben blicken Investoren aufmerksam nach Großbritannien, wo Premierministerin Theresa May im Tagesverlauf als Vorsitzende der konservativen Partei zurücktreten will. 

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08:00

Die Börsen Asiens - mittlerweile geschlossen - haben am Freitag vor der Veröffentlichung des Arbeitsmarktberichts in den USA überwiegend zugelegt. Der japanische Leitindex Nikkei 225 nahm den Schwung der US-Börsen vom Donnerstag mit und stieg um ein halbes Prozent auf 20'885 Punkte. Auch in Südkorea ging es aufwärts, während Indien etwas schwächelte.

Nach den zuletzt aufgekommenen Hoffnungen vieler Investoren auf baldige Zinssenkungen durch die US-Notenbank Fed, werden sie den Jobbericht besonders aufmerksam lesen, vor allem mit Blick auf die Lohnentwicklung. Der Arbeitsmarkt ist ein wichtiges Kriterium für die Zinspolitik der Fed. Zudem lieferten laut Börsianern Aussagen der chinesischen Zentralbank Rückenwind, die - sollte es notwendig werden - ihre umfangreichen Möglichkeiten zu geldpolitischen Eingriffen betonte.

Die Anleger in China können all das gleichwohl erst nach dem Wochenende verarbeiten, da feiertagsbedingt nicht gehandelt wurde.

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07:50

Die Ölpreise haben sich am Freitag etwas von ihren deutlichen Abschlägen in den vergangenen Wochen erholt. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 62,51 Dollar. Das waren 84 Cent mehr als am Donnerstag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 69 Cent auf 53,28 Dollar.

Am Markt wurden die Preisaufschläge mit sachten Hoffnungen auf etwas weniger Handelsstreit in der Welt begründet. Der Migrationskonflikt zwischen den USA und Mexiko ist zwar noch nicht gelöst. Allerdings gibt es Medienberichte, wonach die USA erwägen, angedrohte Strafzölle zu verschieben, um einer Verhandlungslösung eine Chance zu geben.

In den vergangenen Wochen sind die Rohölpreise stark gefallen. Seit ihrem Jahreshoch vom April ging es um etwa 20 Prozent nach unten. Wichtigster Grund sind Sorgen über die Stabilität der Erdölnachfrage wegen zahlreicher konjunktureller Risiken, darunter Handelsstreitigkeiten zwischen den USA einerseits und Mexiko sowie China andererseits.

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06:15

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index liegt 0,5 Prozent höher bei 20'890 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index steigt um 0,3 Prozent und liegt bei 1529 Punkten.

Die Börse in Shanghai lag dagegen 1,2 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 0,9 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans fiel um 0,1 Prozent.

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06:10

Ein Euro wird mit 1,1176 Franken bewertet und damit faktisch unverändert zum späten New Yorker Handel. Der Dollar wird mit 99,18 Rappen gehandelt.

(cash/AWP/Reuters)