Börsen-Vorschau - Anleger hoffen nun auf einen goldenen Herbst

Die jüngsten Kursrekorde an der Wall Street hellen Experten zufolge die Laune der Aktienanleger weltweit auf. Eine Vorschau auf die neue Börsen-Woche.
24.09.2018 00:07
Im Herbst sollen die Blätter fallen, die Aktienkurse aber nicht.
Im Herbst sollen die Blätter fallen, die Aktienkurse aber nicht.
Bild: pixabay.com

Die abgelaufene Woche war geprägt von Kursgewinnen an den Aktienmärlten. Der Dow Jones in den USA legte 2,3 Prozent zu, der Euro Stoxx 50 und deutsche Dax stiegen 2,5 Prozent. Das war der grösste Wochengewinn für den deutschen Leitindex seit mehr als sechs Monaten. Der Kursanstieg des Swiss Market Index von 0,3 Prozent war vergleichsweise bescheiden.

Experten sind guter Dinge, dass es weiter aufwärts geht. Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader äußert sich verhalten optimistisch, da das Thema Zollstreit derzeit ausgeblendet werde. "Investoren haben die Hoffnung, dass sich die USA und China schlussendlich vernünftig verhalten und eine Eskalation des Konflikts verhindern werden." Da aber kaum anderweitige positive Impulse in Sicht seien, bleibe Vorsicht angesagt.

Höhepunkt der Termine in der neuen Woche ist die Zinsentscheidung der US-Notenbank (Fed) am Mittwoch. Eine Anhebung des Schlüsselzinses um einen Viertel Prozentpunkt auf 2,0 bis 2,25 Prozent gilt als ausgemachte Sache. Umso wichtiger seien die Erläuterungen des Fed-Chefs Jerome Powell, betont Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. Investoren rechneten mehrheitlich mit einem weiteren Zinsschritt im Dezember. "Entscheidend wird deshalb sein, wie klar sich die Fed dazu bekennen wird", erläutert Altmann.

Haushaltsentwurf in Italien

Vor diesem Hintergrund nehmen Börsianer auch die Zahlen zu den US-Konsumausgaben am Freitag genau unter die Lupe. Die Kauflaune der Verbraucher gilt als Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft. Daneben stehen auch die Auftragseingänge für langlebige US-Güter (Donnerstag) auf dem Kalender.

Die Stimmung der deutschen Konsumenten spiegelt der GfK-Index (Donnerstag) wider. Von den deutschen (Donnerstag) und europäischen (Freitag) Inflationszahlen erhoffen sich Investoren Rückschlüsse auf die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Hinweise könnte auch Notenbank-Chef Mario Draghi liefern, der am Montag den Abgeordneten des Europäischen Parlaments Rede und Antwort steht. Commerzbank-Analyst Christoph Weil rechnet damit, dass die Kerninflation - also ohne die stark schwankenden Preise für Lebensmittel und Energie - bei einem Prozent verharrt und damit deutlich unter der EZB-Zielmarke von knapp zwei Prozent liegt.

Mit einem Auge blicken Börsianer zudem nach Italien, wo die Regierung in Rom im Verlauf der Woche ihren Haushaltsentwurf für 2019 vorlegen will. Bislang hofften Anleger offenbar auf eine relativ geringe Neuverschuldung, sagt Martin Lück, Chef-Anlagestratege für Deutschland, Österreich und Osteuropa beim weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock. Damit ließe sich eine offene Konfrontation mit der EU vermeiden. Sollte das Defizit hoch ausfallen, müsse allerdings mit einem erneuten Ausverkauf italienischer Staatsanleihen gerechnet werden.

(Reuters)