Börsen-Vorschau - Trump-Eskapaden bereiten Anlegern Kopfschmerzen

Die politischen Turbulenzen in den USA werden die Aktienmärkte Experten zufolge auch in der neuen Woche in Atem halten.
20.05.2017 12:23
In Washington (im Bild das Kapitol) wird viel über Trumps Zukunft gesprochen.
In Washington (im Bild das Kapitol) wird viel über Trumps Zukunft gesprochen.
Bild: Martin Falbisoner/Wikimedia/CC BY-SA 3.0

"Die Affären um Trumps Russland-Kontakte und in Sachen FBI könnten sich zu einer echten Krise ausweiten, die jegliche Steuerpläne und wachstumsfördernde Ambitionen lähmt", warnt Jochen Stanzl, Analyst des Online-Brokers CMC Markets. Schwindender Rückhalt in der eigenen Partei erschwere es Präsident Donald Trump, seine Pläne durch den Kongress zu bringen.

Die Ernennung eines Sonderermittlers in der Russland-Affäre war auch von den Republikanern gefordert worden. Er soll den Vorwurf geheimer Absprachen zwischen Trumps Team und der russischen Regierung untersuchen. Die Kontakte zwischen dem Wahlkampfteam von Trump und der Regierung in Moskau sind offenbar auch enger gewesen als bislang bekannt. Inzwischen halten sogar republikanische Abgeordnete ein Amtsenthebungsverfahren für denkbar.

In den USA ergab sich für den Dow-Jones-Index der Standardwerte im Wochenvergleich ein Minus von 0,4 Prozent, den breiter gefassten S&P-500 ebenfalls ein Abschlag von 0,4 Prozent und die Technologiebörse Nasdaq ein Rückgang von 0,6 Prozent.

Dollar-Index fällt

Am Devisenmarkt fiel der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, wieder auf das Niveau vor Trumps Wahl im November zurück und stand mit einem Minus von knapp zwei Prozent vor dem grössten Wochenverlust seit einem knappen Jahr. Hoffnungen auf einen US-Wirtschaftsboom hatten den Dollar-Index zu Jahresbeginn auf ein 14-Jahres-Hoch getrieben. Die "Antikrisen-Währung" Gold verteuerte sich in den vergangenen Tagen um insgesamt zwei Prozent auf derzeit etwa 1250 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

Auf Konjunkturseite steht der Ifo-Index für Dienstag auf dem Terminplan. "Die Stimmungsindikatoren im Euroraum sind bis zuletzt gestiegen", sagt Commerzbank-Volkswirt Christoph Weil. "Doch nun dürfte der Hochpunkt erreicht sein. Denn die Impulse seitens der Weltwirtschaft scheinen schwächer zu werden." Von Reuters befragte Analysten rechnen mit einen leichten Anstieg auf 113,1 Punkte von 112,9 Zählern.

In den USA werden am Freitag die Auftragseingänge für langlebige Güter sowie die zweite Schätzung für das Wachstum der weltgrössten Volkswirtschaft zum Jahresauftakt veröffentlicht. Bei ersterem werde zwar unter dem Strich mit einem Minus gerechnet, sagt Experte Weil. Bei den Bestellungen für Investitionsgüter erwarte er aber ein erneutes Plus.

(Reuters)