+++ Börsenticker+++ - Konjunktursorgen bremsen Wall Street aus

Aus Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen des anhaltenden Zollstreits zwischen den USA und China haben Anleger am Dienstag an der Wall Street vorsichtig agiert.
09.07.2019 22:40
An der Wall Street rücken die Folgen des anhaltenden Zollstreits zwischen den USA und China wieder in den Mittelpunkt.
An der Wall Street rücken die Folgen des anhaltenden Zollstreits zwischen den USA und China wieder in den Mittelpunkt.
Bild: Bloomberg

22:40

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schliesst 0,1 Prozent tiefer auf 26'783 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 erhöht sich um 0,1 Prozent auf 2979 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rückt um 0,5 Prozent auf 8141 Punkte vor.

In ihrem Handelskonflikt haben sich die USA und China zwar auf eine Wiederaufnahme der Verhandlungen geeinigt. US-Präsident Donald Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow betonte allerdings, dass es keine Frist für eine Einigung gebe. Unter anderem wegen dieser Unwägbarkeiten äusserten sich die Analysten der Investmentbank RBC Capital Markets zurückhaltender über die Geschäftsaussichten von 3M. Die Aktien des Mischkonzerns verlieren 2,1 Prozent.

Fast ein halbes Prozent aufwärts gehts für Cisco Systems. Der US-Netzwerkausrüster will den Komponentenhersteller Acacia Communications für rund 2,8 Milliarden Dollar übernehmen. Der Kaufpreis werde in bar gezahlt, teilte Cisco mit. Der Abschluss der Übernahme wird in der zweiten Hälfte 2020 erwartet. Die in Maynard, Massachusetts, ansässige Acacia entwickelt und produziert optische Komponenten und zählt Telekommunikationsdienstleister wie auch Betreiber von Rechenzentren zu ihren Kunden. Acacia-Scheine springen 35 Prozent in die Höhe.

Unterstützung erhielt die Nasdaq auch von Netflix mit einem Kursplus von mehr als 1 Prozent. Der Video-Streaming-Dienst hatte zuvor von einem Zuschauerrekord bei der dritten Staffel der Serie "Stranger Things" berichtet.

+++

17:50

Die Schweizer Börse schliesst am Dienstag leicht im Minus. Viele Anleger trennten sich aus Sorgen vor einer Abkühlung der Wirtschaft von Aktien oder hielten sich wegen Unsicherheiten über die weitere Entwicklung der US-Zinspolitik zurück, sagen Börsianer. Der Leitindex SMI schliesst 0,3 Prozent im Minus bei 9961 Punkten.

Auf den Verkaufszetteln standen vor allem Firmen mit einem konjunkturabhängigen Geschäftsmodell: Die Aktien des Personalvermittlers Adecco sinken 5,3 Prozent. Mehrere Banken haben die Titel zuletzt zum Verkauf empfohlen - darunter jüngst Goldman Sachs. Die Aktien von ABB verlieren 2,3 Prozent. Konzernchef Peter Voser rechnet mit einem turbulenten Jahr für den Elektrotechnikkonzern, wie er in einem Interview mit Reuters sagte. Auch andere zyklische Firmen wie der Bauchemiekonzern Sika und die Luxusgüterfirmen Swatch und Richemont verlieren an Wert.

Zu den wenigen Gewinnern zählen die Aktien des Pharmakonzerns Novartis mit einem Plus von 0,7 Prozent. Die Titel der Konkurrentin Roche und des Index-Schwergewichts Nestlé geben nach.

Am breiten Markt büssen die Aktien des Fonds-Hauses GAM nach einem Analystenkommentar 9,2 Prozent ein.

+++

15:55

Aus Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen des anhaltenden Zollstreits zwischen den USA und China ziehen sich Anleger von der Wall Street zurück. Ausserdem drücken Börsianern zufolge schwindende Hoffnungen auf aggressive Zinssenkungen der Notenbank Fed auf die Stimmung. Die US-Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 verlieren zur Eröffnung am Dienstag jeweils 0,4 Prozent.

Sollte Fed-Chef Jerome Powell am Mittwoch bei seiner halbjährlichen Anhörung vor dem US-Kongress eine Zinssenkung ausschliessen oder entsprechende Erwartungen dämpfen, seien Turbulenzen an den Finanzmärkten zu erwarten, sagt Michael Metcalfe, Chef-Anlagestratege des Vermögensverwalters State Street Global Markets. Obwohl führende Notenbanker wiederholt betont hätten, dass eine Zinssenkung im Juli noch nicht ausgemachte Sache sei, und viele Ökonomen ebenfalls keine Notwendigkeit hierfür sähen, rechneten Anleger fest mit einem solchen Schritt.

In ihrem Handelskonflikt haben sich die USA und China zwar auf eine Wiederaufnahme der Verhandlungen geeinigt. US-Präsident Donald Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow betonte allerdings, dass es keine Frist für eine Einigung gebe. Unter anderem wegen dieser Unwägbarkeiten äussern sich die Analysten der Investmentbank RBC Capital Markets zurückhaltender über die Geschäftsaussichten von 3M. Die Aktien des Mischkonzerns verlieren 1,6 Prozent. Die Titel anderer Unternehmen mit einem grossen China-Geschäft wie des Flugzeugbauers Boeing sowie des Chipherstellers Intel geben bis zu 1,2 Prozent nach. 

+++

11:45

Der Schweizer Aktienmarkt baut seine anfänglichen Verluste am Dienstag im Handelsverlauf weiter aus. Konjunktursorgen und die bevorstehende Berichtssaison sorgten dafür, dass Investoren verstärkt ihre Gewinne mitnähmen, heisst es von Händlern.

Der SMI gibt bis 11.10 Uhr um 0,5 Prozent nach auf 9941 Punkte. Für den 30 Aktien umfassenden SLI geht es um 0,9 Prozent auf 1518 Punkte abwärts und der breite SPI fällt um 0,5 Prozent auf 12'027 Punkte.

Angesichts der nicht nachlassenden Sorgen um die weiteren Wirtschaftsaussichten trennen sich Investoren vor allem von jenen Aktien, die stärker von der wirtschaftlichen Entwicklung abhängig sind.

Die Sorge um das Wirtschaftswachstum spiegelt sich denn auch in der Verliererliste wider: Mit Adecco (-5,8%), Clariant (-3,4%), Sika (-2,2%) und ABB (-2,0%) fallen vor allem konjunkturabhängige Werte zurück.

Noch stärker geben die Zykliker aber im breiten Markt nach. Hier stechen Autoneum mit -7,8 Prozent hervor. Die ZKB hat das Rating für die Titel im Vorfeld der Halbjahreszahlen auf "Untergewichten" von "Marktgewichten" gesenkt.

Daneben geht es auch für Technologiewerte wie AMS (-2,9%) und Logitech (-2,8%) klar abwärts. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht am Mittag.)

+++

10:40

In Erwartung einer Verknappung des Bitcoin-Nachschubs decken sich Anleger mit der Cyber-Devise ein. Sie verteuert sich am Dienstag um bis zu 5,1 Prozent auf 12'830 Dollar.

Auslöser der aktuellen Rally ist das 2020 anstehende sogenannte Halving. Damit bezeichnen Experten die Halbierung der Bitcoin-Menge, die in einem bestimmten Zeitraum durch "Schürfen" neu geschaffen werden kann. Diese Angebotsverknappung ist in der Bitcoin-Software angelegt und soll Inflation verhindern. In voraussichtlich 100 Jahren soll der letzte Bitcoin geschürft werden.

+++

09:15

Der SMI fällt gegen 08:15 um 0,25 Prozent auf 9967 Punkte. Die Mehrheit der 20 SMI-Werten fallen alle zurück. In diesem Marktumfeld sind es vor allem Analystenkommentare, die für Bewegungen sorgen. So fallen Adecco mit  minus 4,1 Prozent besonders deutlich zurück, nachdem Goldman Sachs die Papiere neu mit "Sell" einstuft und das Kursziel um ein Drittel gekappt hat. Mit den Anpassungen trage man den sich abschwächenden organischen Wachstumstrends Rechnung, so die Analysten.

ABB (-2,1 Prozent) fallen ebenfalls überdurchschnittlich zurück. Der Industriekonzern trennt sich von seinem Geschäft mit Solarwechselrichtern.

Trotz positive Analystenkommentare sinken ebenfalls die Aktien von LafargeHolcim (-1,0%). Beim Baustoffkonzern haben die Experten von KeplerCheuvreux den Wert neu auf "Buy" hochgestuft.

Im breiten Markt zieht sich das Bild der Analystenstimmen weiter durch.

+++

08:30

Kursverluste der Technologiewerte machen der japanischen Börse zu schaffen. Die Schwäche des Yen hielt den Nikkei-Index am Dienstag allerdings knapp im Plus, der bei 21.548 Punkten notierte.

Die Börse Shanghai litt dagegen Börsianern zufolge erneut unter der schwindenden Hoffnung auf eine aggressive US-Zinssenkung und büßte 0,3 Prozent auf 2924 Zähler ein. Zu den größten Verlierern in Tokio zählten die Apple-Zulieferer Murata, Tayo Yuden und TDK. Ihre Aktien verloren bis zu 3,9 Prozent, nachdem Apple-Titel wegen eines negativen Analystenkommentars an der Wall Street 2,1 Prozent eingebüsst hatten. 

+++

08:10

Nach Erhebungen von Julius Bär startet die Schweizer negativ in den Handelstag. Der SMI notiert vorbörslich bei minus 0,19 Prozent. Sämtliche SMI-Titel ausser Lafarge Holcim (+1,04 Prozent) und Zurich Insurance Group (+ 0,3 Prozent) stehen im Minus. Besondern negativ fällt Adecco (-2,45 Prozent) auf. Goldman Sachs hat den Titel jüngst zum Verkauf empfohlen. 

Der breite Markt startet laut Julius Bär ähnlich bescheiden. Clariant steht bei einem Minus von 1,2 Prozent. 

+++

07:35

Die Ölpreise sind am Dienstag leicht gesunken. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 63,96 Dollar. Das waren 15 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 21 Cent auf 57,45 Dollar.

Nach Einschätzung von Marktbeobachtern überwiegt derzeit wieder etwas die Sorge vor einem Abflauen der Weltwirtschaft über die Furcht vor einer Eskalation im Streit zwischen den USA und dem Ölland Iran. Am Vorabend war von US-Vizepräsident Mike Pence bekräftigt worden, dass die USA weiter Druck auf die Führung in Teheran machen wollen.

+++

06:35

Der Kurs Euro-Franken steht derzeit bei 1 zu 1,1151. Der Ölpreis hat leicht auf 63,93 Dollar nachgelassen (Brent). Bitcoin steht bei genau 12'619 Dollar. 

+++

06:30

Ein schwächerer Yen hat den Aktienmarkt in Tokio am Dienstag Auftrieb gegeben. Die japanische Währung gab zum Dollar knapp ein halbes Prozent auf 108,85 Yen nach. Das begünstigte vor allem Exportwerte, da sich die Waren solcher Firmen bei dieser Entwicklung vergünstigen. Unter Druck standen indes Technologie-Werte und Apple-Zulieferer. Apple hatten an der US-Börse zuvor rund zwei Prozent nachgegeben. Rosenblatt hatte die Titel von "neutral" auf "verkaufen" zurückgestuft.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index beendete den Vormittagshandel mit einem Plus von 0,3 Prozent auf 21'598 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 0,1 Prozent auf 1579 Zähler.

Ein Euro wurde mit 1,1215 Dollar bewertet und lag damit in der Nähe seines Tagestiefs vom Montag.

(cash/Reuters/AWP)