Börsenvorschau - Anlegern bläst Wind weiter ins Gesicht

Zinsen, Italien, Brexit: Diese Risikofaktoren dürften den Börsen in der kommenden Woche Experten zufolge den Weg zu einer Erholung versperren.
21.10.2018 12:07
Am Donnerstag liefert die UBS Zahlen zum dritten Quartal (Bild: Niederlassung der UBS in Altstetten ZH).
Am Donnerstag liefert die UBS Zahlen zum dritten Quartal (Bild: Niederlassung der UBS in Altstetten ZH).
Bild: cash

Unterstützung gab es in der vergangenen Woche allerding durch die Firmenbilanzen: Der Swiss Market Index (SMI) legte in der vergangenen Woche, angetrieben von den drei Schwergewichten Novartis, Nestlé und Roche,  um 2,4 Prozent auf  8872 Punkte zu.

Von den US-Firmen seien verstärkt positive Nachrichten zu erwarten, die den europäischen Aktienmärkten Auftrieb geben könnten, betont Felix Herrmann, Anlagestratege für Deutschland, Österreich und Osteuropa beim weltgrössten Vermögensverwalter Blackrock. "Umgekehrt bedeutet die hohe Bedeutung der Berichtssaison allerdings auch, dass Aktien von Unternehmen, die nicht in der Lage sind, gute Zahlen und auch keine guten Geschäftsprognosen zu liefern, Probleme bekommen dürften."

Aus dem Schweizer Markt legen in der neuen Woche unter anderem AMS (Dienstag), Logitech (Mittwoch), ABB, Sika, Lonza, UBS (alle vier am Donnerstag) und LafargeHolcim (Freitag) Zahlen vor. Aus dem Ausland öffnen die Deutsche Bank (Mittwoch) und Alphabet (Donnerstag) ihre Bücher.

Wie schnell dreht die Fed an der Zinsschraube?

Mit Spannung warten Anleger auch auf den Konjunkturbericht der US-Notenbank Fed am Mittwoch. Sie werden das sogenannte Beige Book auf Hinweise abklopfen, mit denen sich die jüngsten Spekulationen auf raschere US-Zinserhöhungen untermauern lassen. "Die Anleger fürchten, dass eine zu schnelle Straffung der Geldpolitik die US-Wirtschaft ausbremsen könnte", sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader.

Experten zufolge könnten die anstehenden US-Konjunkturdaten diese Spekulationen dämpfen. Sie rechnen mit einem anhaltend robusten Wachstum der weltgrössten Volkswirtschaft. Unter anderem werden am Donnerstag die Auftragseingänge langlebiger US-Güter veröffentlicht. Am selben Tag steht der Ifo-Index auf dem Terminplan, der die Stimmung in den deutschen Chef-Etagen widerspiegelt. Hinzu kommen die Barometer für die Kauflaune der deutschen (Donnerstag) und europäischen Konsumenten (Dienstag).

Streit um Italien-Etat - Stillstand bei Brexit-Verhandlungen

Am Donnerstag tagt die Führung der Europäischen Zentralbank (EZB). Formale Beschlüsse zum geplanten Ende der Anleihenkäufe seien nicht zu erwarten, sagt Commerzbank-Analyst Michael Schubert. Stattdessen werde sicher die Lage in Italien diskutiert.

Die Regierung in Rom steuert wegen ihrer Schuldenpolitik auf einen offenen Haushaltsstreit mit der EU zu. Am Freitagabend senkte Moody's ihre Note für die Kreditwürdigkeit Italiens herab. Diese liegt jetzt nur noch eine Stufe über dem Ramsch-Status. Bis Montag soll die Regierung auf die Bedenken der EU-Kommission an den Haushaltsplänen antworten.

Kopfschmerzen bereiten Investoren auch die festgefahrenen Verhandlungen um die Beziehungen Grossbritanniens zur EU nach dem Brexit im kommenden März. Er rechne weiter mit einer Einigung, betont LBBW-Volkswirt Uwe Burkert. "Der Theaterdonner ist notwendig, um den Wählern zu zeigen, dass man sich angestrengt hat."

(Reuters/cash)