Börsenvorschau - Das erwartet uns nächste Woche an den Märkten

Das Hin und her im Handelsstreit, die Querelen um den Brexit sowie schwache Wirtschaftsdaten deuten kommende Woche auf einen volatilen Börsenverlauf hin. Die Blicke richten sich auch auf Stadler Rail.
31.08.2019 11:00
Trübe Aussichten auf die nächsten Börsenwoche.
Trübe Aussichten auf die nächsten Börsenwoche.
Bild: Pixabay

Anlegern steht in der neuen Woche ein holpriger Start in den September bevor. Zwar haben die Börsianer trotz des immer weiter eskalierenden Zollstreits zwischen den USA und China ihre Hoffnungen auf ein baldiges Ende bislang nicht aufgegeben. Doch die Stimmung bleibt gedrückt. Dazu tragen auch der näher rückende Brexit und trübe Wirtschaftsdaten bei. "Wir erwarten nach einem volatilen August auch einen schwankungsintensiven September", sagt Stratege Mark Dowding vom Vermögensverwalter BlueBay.

Die Aussicht auf weitere Verhandlungen im Handelspoker zwischen den USA und China lockte zuletzt die Anleger an die Aktienmärkte zurück. Der SMI schloss gestern mit einem satten Wochenplus von 1,9 Prozent. Doch das Kräftemessen von US-Präsident Donald Trump mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping bleibt der größte Unsicherheitsfaktor für die Börsen. "Donald Trumps Unbeherrschtheit scheint ständig zuzunehmen", sagt Helaba-Stratege Patrick Franke. "Entsprechend dankbar sind die Marktteilnehmer für jeden Strohhalm einer positiven Nachricht aus Washington oder Peking."

An der Wall Street machte sich vor dem langen Wochenende Nervosität breit. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,2 Prozent höher auf 26.403 Punkten. Der technologielastige Nasdaq gab 0,1 Prozent auf 7962 Punkte nach und der breit gefasste S&P 500 legte 0,1 Prozent auf 2926 Punkte zu. Am Montag bleibt die Wall Street wegen des Feiertages Labour Day geschlossen.

Analysten erwarten robusten US-Arbeitsmarktbericht

Am Sonntag sollen US-Zölle auf weitere chinesische Importgüter in Kraft treten, China will nachziehen. Die wirtschaftlichen Konsequenzen der anhaltenden politischen Unsicherheiten in Folge des Zollstreits zeigen sich nach Ansicht von Carsten Klude, Chefvolkswirt vom Bankhaus M.M. Warburg, immer deutlicher. So phrophezeit er etwa den deutschen Aktienmärkten keine gute Zukunft. 

Er sieht den deutschen Leitindex Dax nun bis Ende 2019 auf 11.000 Punkte fallen. Ursprünglich hatte M.M. Warburg einen Dax-Stand von 12.600 Punkten vorhergesagt. "Dieser drastisch anmutende Schritt ist darauf zurückzuführen, dass von der prognostizierten Konjunkturerholung nichts in Sicht ist und wir deshalb davon ausgehen, dass die Erwartungen für die Unternehmensgewinne deutlich zu hoch sind", erläutert Klude. Das gilt besonders für die exportabhängige Wirtschaft. 

Aus den USA warten Anleger am Donnerstag auf den ISM-Einkaufsmanager-Index als wichtigen Frühindikator. Zum Wochenschluss steht der US-Arbeitsmarktbericht an. Vor der Mitte des Monats anstehenden Zinsentscheidung der US-Notenbank dürften die Daten ein wichtiger Orientierungspunkt für die Fed sein. Mit einem kräftigen Stellenaufbau von prognostizierten 155.000 im August ist am Arbeitsmarkt von Krise nichts zu spüren. Sollten die Zahlen schlechter als erwartet ausfallen, würde dies Anhängern einer Zinssenkung in die Hände spielen.

Erstmals Zahlen von Stadler

In der Schweiz sind nächste Woche alle Augen auf Stadler Rail. Am kommenden Dienstag publiziert der Hersteller von Schienenfahrzeugen zum ersten Mal seit dem Börsengang von Mitte April Zahlen. Dabei deutet vieles auf ein eher mageres erstes Halbjahr hin, gefolgt von einer deutlich besseren zweiten Jahreshälfte.

Wie Analyst William Mackie von Kepler Cheuvreux in seinem Ausblick schreibt, dürfte Stadler Rail zwischen Januar und Juni nur 33 Prozent des für 2019 in Aussicht gestellten Umsatzes und sogar nur 19 Prozent des operativen Gewinns erzielt haben.Mit u.a. Polyphor, SantheraBurkhalterBKW und Medacta publizieren kommende Woche noch eine ganze Reihe von Schweizer Firmen ihre Zahlen. 

Brexit-Drama voraus

In London wird das britische Parlament für nur eine Woche zusammenkommen, bevor es von der Regierung in eine verlängerte Sitzungspause bis zum 14. Oktober geschickt wird. Es bleiben damit kaum Möglichkeiten, einen harten Brexit zu verhindern, meinen die Volkswirte der Commerzbank. Premierminister Boris Johnson wolle mit den jüngsten Maßnahmen die EU an den Verhandlungstisch zurückholen oder die britischen Abgeordneten doch noch dazu zu bringen, das vorliegende Abkommen mit der EU zu ratifizieren. Es sei also noch zu früh, fest von einem No-Deal-Brexit auszugehen. "Doch die Gefahr, dass es zu einem politischen Unfall kommt, ist hoch." 

(Reuters/cash)

 
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SMI10'994.72+0.45%
DOW JONES31'188.38+0.83%
NASDAQ13'457.25+1.97%
S&P 5003'851.85+1.39%
DAX14'005.82+0.61%
Stadler Rail N44.08+0.64%
Polyphor N7.900-1.00%
Santhera Pharm Hl N2.8500.00%
Burkhalter Hldg N65.00+0.93%
BKW N102.00+0.59%
Medacta Group N97.900.00%
Commerzbank I5.850+0.52%