Bond-Bären aufgepasst! - US-Bondrenditen fallen unter technische Schlüsselmarken

Es besteht das Risiko, dass US-Treasury Renditen noch tiefer fallen: Händler fangen nun an, an raschen Zinsschritten der Notenbank Federal Reserve zu zweifeln.
22.04.2017 13:23
Die Zinsspekulationen um die Fed sorgen für Nervosität am Anleihenmarkt.
Die Zinsspekulationen um die Fed sorgen für Nervosität am Anleihenmarkt.
Bild: Bloomberg

Renditen sind quer über alle Laufzeiten auf das niedrigste Niveau seit November gefallen und in einigen Fällen wurden wichtige technische Schlüsselmarken gebrochen. Händler geben die Wetten auf höhere Zinsen auf. Hedgefonds und andere grössere Spekulanten haben in der Woche vom 11. April die Netto-Short-Positionen im fünfjährigen Future um gut 86'000 Kontrakte reduziert, aber es verbleibt noch ein mehr als doppelt so grosser Betrag in Shorts übrig, zeigen die jüngsten Daten der Commodity Futures Trading Commission.

Dieser Trend zeigt, dass selbst die inständigsten Verfechter von höheren Zinsen sich fragen, ob der Treasury-Markt zu schnell, die Perspektiven für Wachstum und Inflation eingepreist haben könnte. In der jüngsten Runde an Short-Eindeckungen reduzierten Investoren die Short-Positionen auf den niedrigsten Stand seit der US-Präsidentschaftswahl im November.

Die Bond-Rally vom Dienstag, welche womöglich vom weiteren Rückzug der Bären angefeuert wurde, unterstreicht die Auswirkungen der Positionen am Markt, nachdem Renditen aus ihrer 2017er Handelsspanne ausgebrochen sind.

Wette später wieder aufnehmen

Strategen der Toronto Dominion Bank schrieben in einer Mitteilung am 17. April, dass sie ihren Short in fünfjährigen Treasuries bei 1,75 Prozent eingedeckt haben. Das Niveau liegt nahe einem wichtigen Fibonacci Retracement Level der Marktbewegung seit der US-Wahl.

Während die Analysten noch immer erwarten, dass die Federal Reserve in diesem Jahr zweimal die Zinsen anheben wird, führen schwächere Daten zur US-Wirtschaft und internationale Spannungen mit Russland und Nord-Korea zur der Ansicht, die Wette zu einem späteren Zeitpunkt in den kommenden Wochen wieder aufzunehmen.

"Dieser grundsätzliche enttäuschende Ton führt dazu, dass Investoren Short-Positionen in Treasuries auf breiter Front zurück fahren und diese Eindeckungen drücken die Renditen scharf nach unten", schreiben die Analysten der Toronto Dominion. "Wir werden uns wieder in Shorts engagieren, sobald das Niveau wieder attraktiv ist und geopolitische Bedenken in den kommenden Wochen abnehmen".

Möglichkeit einer noch dramatischeren Rally

Die wöchentliche Umfrage der US-Bank J.P. Morgan unter allen Managern zeigte per 17. April einen Rückgang der Short-Positionen auf das niedrigste Niveau seit der US-Wahl. Für Bond-Bären scheint es jedoch nach wie vor Raum für Kursabschläge zu geben. Spekulanten erhöhten die Short-Positionen in 10-jährigen Treasuries und ultra-langen Kontrakten per 11. April, zeigen CFTC-Daten.

Am Dienstag fiel die 10-jährige UST-Rendite auf bis zu 2,163 Prozent und brach damit durch das 50 Prozent Fibonacci Retracement Level seit der Wahl bei 2,1769 Prozent. Am Mittwoch morgen notierte die Rendite bei 2,197 Prozent.

"Wir haben bisher noch keine vollständige Kapitulation der Short-Treasury-Trump-Trades gesehen", schreiben die Strategen von BMO Capital Marktes in einer Mitteilung am Dienstag. Einige Händler fügten vergangene Woche neue Shorts hinzu, nur um kurz darauf erneut gesqueezed zu werden, sagen sie. "Das eröffnet die Möglichkeit für eine noch dramatischere Rally, wenn Trumponomics wirklich scheitert und regionale Aktienmärkte signifikater korrigieren", schreiben sie.

(Bloomberg)