«Bonds droht dramatische Underperformance»

Privatanleger mögen Obligationen und sind bei Aktien noch immer vorsichtig. Warum dies ein Risiko ist, sagt Fondsmanager Daniel White im cash-Video-Interview. Und nennt er zwei seiner Favoriten unter den US-Aktien.
30.09.2014 13:57
Von Marc Forster
Rührt die Werbetrommel für US-Aktien: Fondsmanager Daniel White.
Bild: cash

Die Finanzkrise von 2007/2008 stecke noch vielen Privatanlegern in den Knochen, sagt Daniel White, der beim britischen Vermögensverwalter M&G den North American Value Fund bewirtschaftet, im cash-Video-Interview. Die Verluste von damals seien noch nicht vergessen.

Bei den Obligationen, die wegen ihres stabilen Rufs viele Privatanleger angezogen hätten, sieht White aber ein Risiko: "Ich dränge Privatinvestoren dazu nachzudenken, wie sicher diese Obligationen in einem Umfeld steigender Zinsen noch sein werden. Es könnte sein, dass es bei Anleihen zu einer dramatischen Underperformance kommen könnte."

Warum nicht mehr in Aktien gehen? In den USA hat der S&P 500 seinen Stand in den letzten fünf Jahren verdoppelt. Der amerikanische Aktienmarkt sei über die vergangenen Jahre von zwei Kräften angetrieben worden, sagt White. Zum einen sei dies die starke US-Wirtschaft, die sich als robuster erwies als etwa in Europa.

Zum anderen haben natürlich die tiefen Zinsen zu den Kursfeuerwerken beigetragen, worin White auch bei den Aktien ein gewisses, wenn auch partielles, Risiko sieht. Ein Zinsanstieg - in den USA setzt man derzeit darauf, dass die Fed bis zur Jahresmitte 2015 den Leitzins anhebt - könnte ihm zufolge bei teureren US-Aktien zu einem Rückschlag führen.

Tief bewertet und interessant

Der von White geführte M&G-Fonds investiert allerdings in tief bewertete Aktien vor allem aus dem US-Markt, daneben auch aus Kanada. Ein klarer Favorit für den Fondsmanager ist Microsoft. Die Aktie des Computerkonzerns sei wegen Sorgen um dem PC-Markt und wegen des Siegeszugs der Tablets auf eine tiefe Bewertung gefallen, so White. Unter neuer Führung habe Microsoft aber wieder Schwung gefunden, Kosten gespart und das Geschäft vom traditionellen Büro-Markt mehr zum Abonnements-Markt verlagert.

Dazu ist der Öl- und Gaskonzern Chevron für White ein lohnendes Investment. Chevron sei wegen einer laufenden Investitionsoffensive unterbewertet, doch dürfte sich dort der Free Cash Flow längerfristig verdoppeln.

Im cash-Video-Interview sagt Daniel White auch, wo die hohen Bewertungen im US-Aktienmarkt - sie sind noch höher als in der Schweiz - noch zu Problemen führen können.