Boni-Erhöhungen in den USA - Anleihe-Händler werden fürstlich belohnt

Die Anleihe-Händler an der Wall Street, die Jahre an sinkenden Erlösen überlebt haben, befinden sich auf dem besten Wege, für 2017 eine der grössten Boni-Erhöhungen der gesamten Finanzbranche zu erhalten.
14.05.2017 10:43
Anleihe-Händler dürfen sich über mehr Boni freuen.
Anleihe-Händler dürfen sich über mehr Boni freuen.
Bild: iNg

Gleichzeitig setzen Banken den Gesamtwert für die variablen Vergütungen so stark herauf wie noch nie zuvor in diesem Jahrzehnt. Das ist eine erste Prognose des Vergütungsberaters Johnson Associates, nachdem die Erlöse aus dem Festverzinslichen-Handel bei mehreren grossen US-amerikanischen Banken im ersten Quartal dieses Jahres angezogen waren.

Mitarbeiter aus diesen Geschäftsbereichen werden demnach wahrscheinlich eine Erhöhung ihrer Jahres-Boni zwischen 10 Prozent und 15 Prozent verzeichnen. Ihre Kollegen, die sich um das Underwriting von Wertpapier-Angeboten kümmern, stehen vor einer Anhebung zischen 10 Prozent und 20 Prozent.

Die Trendumkehr für Anleihe-Händler in den vergangenen Monaten steht im Gegensatz zur Situation, in der sich einige ihrer grössten Kunden befinden.

Hedgefonds-Manager und Vermögensverwalter werden vom Grundsatz her die Bezahlung in diesem Jahr flach halten, zeigen die Prognosen von Johnson, die in dieser Woche veröffentlicht worden sind. In beiden Gruppen waren die variablen Vergütungen laut der Daten in den vergangenen paar Jahren gesenkt worden.

Festverzinsliche-Geschäfte wieder gefragt

Festverzinsliche-Geschäfte, die über Jahre hinweg unter Druck gestanden hatten, waren in der zweiten Jahreshälfte 2016 wieder zum Leben erwacht. Auslöser dabei: geopolitische Schocks wie etwa die Entscheidung Grossbritanniens, die Europäische Union (EU) zu verlassen, sowie die Wahl von Donald Trump zum neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten.

Der Schwung hatte sich in dieses Jahr übertragen. JPMorgan, Citigroup, Bank of America und Morgan Stanley berichteten allesamt für die ersten drei Monate einen Anstieg der Erlöse in diesem Geschäftsbereich.

„Politische Unsicherheit, Markt-Aktivität, Zinserhöhungen und anhaltende Herausforderungen auf den Weltmärkten sind wichtige Bonus-Treiber 2017“, heisst es in der Studie von Johnson. „Politische Unsicherheit bleibt an vorderster Stelle.“

Nicht alle Banker mit Boni-Erhöhungen

Längst nicht alle Banker dürfen mit höherer variabler Vergütung rechnen. Die Boni für Kollegen, die bei Fusionen und bei Übernahmen beraten, könnten zwischen 5 Prozent und 10 Prozent gesenkt werden, geht aus den Schätzungen hervor.

Die Auszahlungen für Mitarbeiter im Bereich Aktien-Verkauf und –Handel werden wahrscheinlich genauso hoch ausfallen wie im Vorjahr oder sogar um bis zu 5 Prozent sinken. Und Kollegen im Retail- und Commercial-Banking dürften ebenfalls dasselbe bekommen oder einen kleinen Anstieg von bis zu 5 Prozent sehen.

Mitarbeiter von Private-Equity-Firmen könnten in diesem Jahr zwischen 5 Prozent und 15 Prozent mehr an Boni und Aktien-Zuweisungen erhalten, ohne Carried-Interest. Beteiligungs-Gesellschaften wie Carlyle Group und Blackstone Group hatten Quartalszahlen vorgelegt, die oberhalb der Erwartungen lagen.

(Bloomberg)