«Bons Roche» nach Zahlen gefragt

Die starke Umsatzentwicklung veranlasst Roche zu einer Erhöhung des Ausblicks. Damit hatten nur die wenigsten Analysten gerechnet. Der Genussschein kann zulegen und so den SMI stützen.
22.10.2015 11:33
Von Lorenz Burkhalter
Der Roche-Chef hat gute Neuigkeiten für die Aktionäre im Gepäck: Das Wachstum fällt 2015 höher als erwartet aus.
Der Roche-Chef hat gute Neuigkeiten für die Aktionäre im Gepäck: Das Wachstum fällt 2015 höher als erwartet aus.
Bild: Bloomberg

In den letzten Tagen wurde viel spekuliert. Roche werde mit soliden Umsatzzahlen aufwarten, hiess es. Einige wenige Analysten rechneten beim in Basel beheimateten Pharma- und Diagnostikkonzern zudem mit einer Erhöhung des Ausblicks. Komisch nur, dass die Kursentwicklung beim Genussschein und bei der Inhaberaktie nach unten zeigte.

Die Aktionäre dürfen nun aber aufatmen: Der Umsatz liegt nach neun Monaten über den Erwartungen. Ausserdem rechnet Roche auf das Gesamtjahr betrachtet mit einem höheren Wachstum als bisher angenommen.

Im frühen Handel klettert der Genussschein um 1,2 Prozent auf 256,30 Franken. Damit ist er beim Swiss Market Index (SMI) für rund 17 Punkte verantwortlich, und der Grund, weshalb dieser sich im Plus halten kann.

Starke Nachfrage nach Brustkrebsmedikamenten

Gemäss Berechnungen der Zürcher Kantonalbank liegt das organische Umsatzwachstum nach neun Monaten mit 6 Prozent über dem bei 4 Prozent liegenden Marktdurchschnitt. In einem Kommentar führt der Autor die besser als erwartete Entwicklung auf den starken Absatz bei den Brustkrebsmedikamenten zurück.

Die Marktdurchdringung von Perjeta und Kadcyla sei sehr gut ausgefallen. Doch auch das bereits ins Alter gekommene Krebsmedikament Avastin und das neue Esbriet gegen Lungenfibrose würden zu den Wachstumstreibern zählen.

Die Entwicklung in diesem Bereich sei zwar erfreulich, so der Analyst. Allerdings zeige dieser Umstand immer klarer, was für ein Klumpenrisiko das für Roche sei. Denn die Gefahr der Biosimilars zu diesen Produkten mit Patentabläufen frühestens ab 2016 dürfe nicht ignoriert werden.

Tamiflu das Zünglein an der Waage?

Dennoch wird das Umsatzergebnis als positiv bezeichnet und der leicht angehobene Ausblick begrüsst. Das Anlageurteil für die Genussscheine lautet unverändert "Übergewichten".

Auch der für die Bank Vontobel tätige Berufskollege bezeichnet die Umsatzentwicklung bei Roche als stark. Die Erhöhung der Jahresprognosen lege nahe, dass das nötige Vertrauen seitens des Unternehmens im Hinblick auf die Grippesaison vorhanden sei. Er spielt damit auf die hohe Vergleichsbasis mit dem Medikament Tamiflu aus dem Vorjahr an. Dieses verkaufte sich im Schlussquartal des letzten Jahres überdurchschnittlich gut. Allerdings muss gesagt werden, dass das Präparat als eher margenschwach gilt. Der Genussschein von Roche wird bei der Bank Vontobel mit einem Kursziel von 308 Franken zum Kauf empfohlen.

Überzeugen kann Roche neuerdings auch den Analysten von Natixis. Der für das französische Bankinstitut tätige Experte erhöht sein Anlageurteil für das Basler Unternehmen von "Neutral" auf "Buy" und sieht den Genussschein auf 305 Franken steigen.