Börsen fallen nach enttäuschenden US-Zahlen

Die US-Dienstleister haben im August ihr Wachstumstempo überraschend verringert. Das erhöht die Zweifel an einer unmittelbar bevorstehenden Zinserhöhung seitens der US-Notenbank Fed.
06.09.2016 16:56
Flagge der USA weht im Wind.
Flagge der USA weht im Wind.
Bild: cash

Das Barometer für die Service-Branche fiel auf 51,4 Punkte nach 55,5 Zählern im Juli, wie das Institute for Supply Management (ISM) am Dienstag zu seiner Firmen-Umfrage mitteilte. Das ist der niedrigste Wert seit Februar 2010. Experten hatten lediglich mit einem Rückgang auf 55,0 Zähler gerechnet. Der Index signalisiert bei Werten über 50 Punkten Wachstum und bei weniger als 50 Zählern ein Schrumpfen der Geschäftstätigkeit.

"Die Zahl enttäuscht deutlich und so dürften die Zweifel an einer unmittelbar bevorstehenden Zinserhöhung seitens der US-Notenbank Fed untermauert werden", sagte Ökonom Ralf Umlauf von der Helaba. Zuletzt hatte auch der Jobaufbau in den USA an Tempo verloren. Die Fed, die am 21. September erneut über den Leitzins entscheidet, peilt Vollbeschäftigung an und verfolgt für ihre Geldpolitik den Arbeitsmarkt sehr genau. Sie hat den Schlüsselsatz zur Versorgung der Banken mit Geld im Dezember 2015 erstmals seit fast zehn Jahren angezogen und hält ihn seither in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent.

Der Swiss Market index fiel nach der Veröffentlichung der Zahlen ins Minus (-0,2 Prozent). Auch der deutsche Dax gab nach Vorlage der Daten einen Teil seiner Gewinne ab. Der Dow Jones rutschte gar ins Minus. Zudem drückten Spekulationen auf eine weitere Verschiebung der erwarteten US-Zinserhöhung den Dollar. Der Euro verteuerte sich um rund einen halben US-Cent auf 1,1210 Dollar. 

(Reuters)