Börsen-Talk: «Bauen Aktienquote weiter aus»

Im cash-Börsen-Talk sagt Aktienresearchleiter Peter Casanova von der Bank J. Safra Sarasin, wieso Anleger weiter auf Aktien setzen sollten. Zudem nennt er Firmen, die überraschende Halbjahreszahlen präsentieren könnten.
12.07.2013 03:19
Von Frédéric Papp
Peter Casanova, Leiter Aktienresearch Bank J. Safra Sarasin, im cash-Börsen-Talk.
Bild: cash

Der Swiss Market Index (SMI) befindet sich seit dem 24. Juni wieder im Steigflug. Der Leitindex der Schweizer Börse kletterte um über 10 Prozent. Und in den kommenden Monaten liegt noch etwas mehr drin.

"Für den Rest des Jahres sind wir eher konstruktiv. Nach unserer Analyse dürfte der SMI per Ende Jahr auf 8200 Zähler ansteigen", sagt Peter Casanova, Leiter Aktienresearch bei der Bank J. Safra Sarasin, im cash-Börsen-Talk. Am Donnerstag knackte der SMI kurzzeitig die 8000-Punkte-Marke, konnte diese aber nicht bis zum Handelsschluss verteidigen.

Noch im März dieses Jahres war die Bank J. Safra Sarasin in einer Analyse von einem SMI-Stand von unter 7000 Punkten per Ende Jahr ausgegangen (cash berichtete). "Die Korrektur ist auch eingetroffen, aber von einem höheren Kursniveau, als wir erwartet haben", gibt Casanova zu. Am 22. Mai notierte der SMI auf dem vorläufigen Jahreshoch bei gut 8400 Zählern, bevor der Markt um 14 Prozent korrigierte.

Aktienquote auf Übergewichten

"Nach dieser Korrektur sind wir positiver geworden", sagt Casanova. Der Aktienanteil wurde laut dem Aktien-Researchleiter im Juni von Untergewichten auf Neutral angehoben, was einer aktuellen Quote von 45 Prozent entspricht. "Und während den Sommermonaten planen wir, den Aktienanteil in den Portfolios auf Übergewichten anzuheben", so Casanova. Die Bank J. Safra Sarasin nimmt in der Regel 5-Prozent-Schritte vor.

Zuvor könnte es an den Aktienmärkten aber nochmals schütteln: "Wenn die Bullen am Strand liegen, reicht manchmal ein kleines Lüftchen aus, um eine Korrektur einzuleiten", so Casanova.

Für Aktien spreche, so der Aktienprofi, dass die Markterwartungen gegenüber den Halbjahreszahlen relativ bescheiden seien. "Die Zahlen dürften den Markt zufriedenstellen."

Georg Fischer und Novartis  

Positive  Überraschungen sind dennoch möglich, wie zum Beispiel beim Schaffhauser Industriekonzern Georg Fischer. Das Unternehmen habe den Auftragseingang im zweiten Quartal wahrscheinlich nochmals gesteigert und auch die Margen dürften sich gut entwickelt haben, so Casanova.

Der Aktienkurs von Georg Fischer entwickelte sich seit Jahresbeginn zwar besser als der Gesamtmarkt, ist nach den Einschätzungen von Casanova aber nicht teuer bewertet. "Insofern dürfte die mögliche positive Überraschung bei Georg Fischer noch nicht ganz eingepreist sein." Das Unternehmen wird am 17. Juli die Halbjahreszahlen vorlegen.

Am selben Datum präsentiert mit Novartis als erstes SMI-Schwergewicht sein Zahlenset. "Novartis wird ein robustes Ergebnis vorlegen", prognostiziert Casanova. Zwar verfällt beim Novartis-Medikament der Patenschutz für Diovan, ein Medikament gegen Bluthochdruck. Aber die Generika-Hersteller hätten Probleme, ihre Produkte zu lancieren, so Casanova. "Die Verkäufe bei Novartis werden weiterhin gut laufen." Ein anderer positiver Punkt ist, dass Novartis mehrere Medikamente wieder verkaufen darf, die es temporär vom Markt nehmen musste. Diverse Analysten würden deshalb ihre Schätzungen erhöhen.

Komax vor strategischem Entscheid?

Ein weiterer Kandidat für einen Applaus an der Börse sei der Maschinenbauer Komax, sagt Casanova. Das Luzerner Unternehmen betreibt ein lukratives Kabelgeschäft, hat aber Probleme in den Sparten Solar und Medtech. "Hier drängt sich ein strategischer Entscheid auf", sagt Casanova.

Laut Casanova ist ein Verkauf einer Sparte durchaus möglich, während die andere Sparte saniert wird. Das Unternehmen wird am 20. August die Halbjahreszahlen präsentieren.

 

Im cash-Börsen-Talk nennt Casanova weitere Unternehmen, die für eine positive Überraschung gut sind. Zudem sagt er, weshalb die Schweizer Börse in den kommenden zwei Jahren auf gegen 10'000 Punkte ansteigen könnte.