Börsen-Talk: «UBS-Aktie steigt auf 20 Franken»

Die Kursrally der SMI-Schwergewichte ist langsam ausgereizt, sagt Alfred Ritter im cash-Börsen-Talk. Der Anlagechef der Basler Kantonalbank rät Anlegern, Rückschläge abzuwarten und nennt seine Aktien-Favoriten.
01.02.2013 06:56
Von Pascal Meisser
BKB-Anlagechef Alfred Ritter im cash-Börsen-Talk.
Bild: cash

Der SMI-Zug ist weiterhin nicht zu bremsen. Der Schweizer Leitindex beendete den Januar mit einem Plus von knapp 9 Prozent- zugleich der beste Jahresstart seit 16 Jahren. Doch diese Einbahnstrasse nach oben dürfte nach Ansicht von Alfred Ritter bald ein Ende finden – zunmindest vorerst.

"Die Börsen werden in den kommenden Wochen etwas holpriger werden", sagt der Anlagechef der Basler Kantonalbank im cash-Börsen-Talk. Die grosskapitalisierten Firmen wie Nestlé, Roche und Novartis seien allmählich "fully valued" – also bewertungstechnisch ausgereizt. Das könnte kurzfristig zu einem Taucher unter 7000 Punkte im SMI führen. Für den weiteren Jahresverlauf bleibt er indes optimistisch und setzt ein Jahresziel von 7800 Zählern.

Bankentitel werden unterschätzt

Chancen auf Kursgewinne sieht er vor allem bei den Finanztiteln sowie ausgewählten Nebenwerten. Für die beiden Grossbanken, die nächste Woche die Gewinnzahlen präsentieren, erwartet er keine berauschenden Ergebnisse. Vor allem die UBS könnte, so Ritter, negativ überraschen. Analysten erwarten einen Jahresverlust von rund drei Milliarden Franken. Bei der Konkurrentin Credit Suisse liegen die Gewinnschätzungen zwischen 1,5 und 2,4 Milliarden Franken.

"Anleger sollten aber über diese Zahlen hinwegschauen und in die Zukunft blicken", sagt Ritter. Die Bankentitel seien die "toten Hunde" gewesen. Aber sie würden wieder auf die Beine kommen, denn beide Grossbanken seien international gut aufstellt. "Die Kapitalrendite wird künftig tendenziell verbessert, und die Kapitalkosten zurückgehen. Das wird die Aktie weiter nach oben treiben", sagt Ritter. Sein Kursziel der UBS-Aktie für dieses Jahr liegt bei 20 Franken. Gegenüber dem Donnerstags-Schlusskurs von 15,78 Franken ist das ein Kurspotenzial von 26 Prozent.

«Buy the dips»

Neben der UBS-Aktie setzt Ritter 2013 vor allem auf Nebenwerte. Diese haben in den letzten drei Monaten die SMI-Rally nur teilweise mitgemacht, nachdem der Blue-Chips-Index sowie der Small- & Midcap-Index sich praktisch parallel entwickelt hatten. Während der SMI in dieser Zeit über 12 Prozent in die Höhe kletterte, stieg der Nebenwerte-Index nur etwas mehr als 7 Prozent an.

Ritter empfiehlt die "Buy-the-dips"-Methode. Das heisst: Anleger sollten nun bei den Bluechips-Aktien Gewinne mitnehmen und Kursrückschlägen bei Nebenwerten als Kaufgelegenheiten nutzen. Im Fokus hat Ritter vor allem kleinere Werte aus dem Industriesektor. "Wir erwarten eine leichte Aufhellung des Wirtschaftswachstums. Davon werden diese kleineren Firmen besonders profitieren", sagt der Anlagechef aus Basel.

Ausgeprägte Kurschancen sieht Ritter bei den Aktien von Clariant, Lonza und Sulzer. Clariant und Sulzer haben bereits 2012 mit einem Kursplus zwischen 33 und 45 Prozent überdurchschnittlich performt. Die Aktie von Lonza geriet im Vorjahr arg ins Straucheln, bevor sie zu einer deutlichen Erholungsbewegung ansetze. Im Finanzsektor setzt Ritter den Baloise-Titel auf seine Favoriten-Liste. Von OC Oerlikon, einem Top-Performer von 2012, würde er vorerst die Hände lassen. "Hier bietet sich nur ein Anstieg an, wenn die Aktie deutlich zurückkommt", sagt Ritter.
 

Im cash-Börsen-Talk sagt Ritter zudem, wieso er mit seiner SMI-Winterprognose deutlich daneben gelegen war und wieso Pharmatitel ein Muss für Aktiendepots sind.