Börsenschreck Trump lähmt die Wall Street

Das wieder enge Rennen um die US-Präsidentschaft hat der Wall Street am Mittwoch zu schaffen gemacht. Zudem drückte ein starker Ölpreisrückgang auf die Kurse.
02.11.2016 21:45
Die Anleger an der Wall Street fürchten ihn wie der Teufel das Weihwasser: US-Präsidentschaftsanwärter Donald Trump.
Die Anleger an der Wall Street fürchten ihn wie der Teufel das Weihwasser: US-Präsidentschaftsanwärter Donald Trump.
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Auf den Entscheid der US-Notenbank, die Zinsen zunächst unverändert zu belassen, reagierten die Kurse indes kaum. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,4 Prozent tiefer bei 17'959 Punkten. Der S&P 500 gab 0,7 Prozent auf 2097 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,9 Prozent auf 5105 Stellen.

"Die Wiederauferstehung Trumps in den Umfragen so kurz vor der Wahl hat Investoren ernsthaft erschüttert", sagte Marktanalyst Craig Erlam vom Devisenhändler Oanda. Die jüngsten Kursentwicklungen zeigten, dass sie einen Sieg der Trump-Kontrahentin Hillary Clinton bevorzugen würden, weil diese für Kontinuität in der US-Wirtschaftspolitik stehe. Trump dagegen gilt wegen seiner Unberechenbarkeit als Börsenschreck. Gewählt wird am Dienstag.

Die US-Notenbank hielt kurz vor der Wahl den Leitzins konstant. Die Argumente für eine Anhebung hätten sich aber verstärkt, erklärte die Fed. Zuvor wolle man jedoch weitere Hinweise sehen, dass es auf dem Weg zu Vollbeschäftigung und stabilen Preisen vorangehe. Viele Experten rechnen mit einer Zinsanhebung im Dezember.

Ölpreis gibt deutlich nach

Öl verbilligte wegen überraschend hoher US-Lagerbestände um rund 2 Prozent. Binnen zweier Wochen sind die Preise damit um etwa 10 Prozent abgesackt.

Bei den Einzelwerten stiegen Papiere von Office Depot um 15 Prozent. Der zweitgrösste US-Büroartikelhersteller hatte erklärt, angesichts neuer Aufträge gehe er davon aus, dass der Umsatzschwund verringert werden könne.

Electronic Arts legten um 1,6 Prozent zu. Der Videospiele-Entwickler hatte seine Prognose für Umsatz und Gewinn angehoben.

Gesuchte US-Staatsanleihen

An der New York Stock Exchange wechselten rund eine Milliarde Aktien den Besitzer. 702 Werte legten zu, 2266 gaben nach, und 123 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,1 Milliarden Aktien 733 im Plus, 2068 im Minus und 204 unverändert.

US-Staatsanleihen legten zu. Angesichts der unklaren Lage zum Wahlausgang hätten Anleger einen sicheren Hafen gesucht, sagten Händler. Die zehnjährigen Bonds verbesserten sich um 8/32 auf 97-09/32. Sie rentierten mit 1,8 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten um 13/32 auf 93-16/32 und hatten eine Rendite von 2,56 Prozent. (Reuters-Büro New York; geschrieben von Ralf Bode; redigiert von Thomas Seythal. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter den Telefonnummern +49 69 7565 1312 oder +49 30 2888 5168.)

(Reuters)