Brexit-Angst machte diesen Milliardär reicher

Einem mexikanischen Geschäftsmann haben die Turbulenzen um das Brexit-Referendum einen satten Vermögenszuwachs beschert: Alberto Bailleres.
16.07.2016 13:55

Mexikos Peso ist in diesem Jahr eingebrochen. Schuld daran ist die Unruhe am Markt, die von dem wohl bevorstehenden Austritt Grossbritanniens aus der Europäischen Union (EU) und politischer Unsicherheit in den USA - wo eine Präsidenten-Wahl ansteht - ausgelöst wurde. 

Das Nettovermögen des 84 Jahre alten mexikanischen Moguls Alberto Bailleres, der die beiden Silber- und Gold-Unternehmen Industrias Penoles SAB und Fresnillo kontrolliert, ist im Juni um 2,2 Mrd. Dollar nach oben geschossen - auf nun 13,1 Mrd. Dollar. Das geht aus dem Bloomberg Billionaires Index hervor. Kein anderer der Superreichen weltweit, die in dem von Bloomberg erstellten Index erfasst sind, konnte im vergangenen Monat einen derart grossen Anstieg verzeichnen.

Penoles ist Mexikos Aktie mit der besten Entwicklung in diesem Jahr. Und Fresnillo zählt zu den grossen Gewinnern in London, weil Investoren verstärkt in Edelmetalle flüchten.

Gold und Silber als sichere Häfen

Die Leerverkäufe des mexikanischen Peso waren zuletzt angestiegen. Investoren hatten die Währung als Absicherung (Hedge) gegen globale Risiken auserkoren. Dahinter standen wachsende Sorgen, dass der Brexit die Märkte ausserhalb Europas trüben und die US-Wirtschaft auch nicht wirklich in die Gänge kommen wird.

Während Aktien, Bonds und Devisen weltweit auf dem Rückzug waren, profitierten Gold und Silber von der Suche nach sicheren Häfen. Der Preis für Silber ist seit Beginn des Jahres um 46,8 Prozent gestiegen - und das sind eine gute Nachrichten für Penoles, den weltweit grössten Produzenten des Edelmetalls.

"Brexit und die US-Wahlen haben zu Volatilität geführt. Und das sind einige Faktoren, die Investoren dazu veranlasst haben, sich mit sicheren Aktiva zu überladen", sagt Bernardo Trejo, ein Aktien-Analyst bei Invex Casa de Bolsa SA in Mexiko Stadt. "Edelmetall behält seinen Wert in einer Zeit von Unsicherheit."

Nachdem Fresnillo um insgesamt 184 Prozent und Penoles um 168 Prozent in diesem Jahr bis einschliesslich Mittwoch vergangener Woche gestiegen waren, warnten jedoch immer mehr Analysten und Investoren, dass die beiden Aktien inzwischen möglicherweise überkauft sind.  

Am Donnerstag und Freitag verbilligten sich sowohl die Titel von Penoles als auch jene von Fresnillo.

Der Vermögensverwalter BlackRock hatte in den vergangenen sechs Monaten netto 3,4 Mio. Aktien von Penoles und Fresnillo veräussert. Das geht aus Pflichtmitteilungen hervor. Er folgte damit offenbar anderen Investoren, die versuchten, Gewinne nach der jüngsten Kurs-Rally mitzunehmen.

Für den Moment, so scheint ist, zählt Bailleres jedoch nicht zu dieser Gruppe.

"Auf mittlere Sicht sehe ich keinerlei Bedrohung", erklärt Jean-Baptiste Bruny, Aktien-Analyst bei BBVA Research in Mexiko Stadt. "Mit all den Risiken, die wir im Zusammenhang mit dem Brexit beobachten, suchen die Leute nach dieser Art von sicheren Investments."

(Bloomberg)