Brexit: EU-Firmen wollen sich von UK-Banken abwenden

Mehr als ein Viertel der europäischen Unternehmen wollen den Umfang ihres Geschäfts mit britischen Banken nach dem Brexit verringern. Das geht aus einer Umfrage von Greenwich Associates hervor.
25.08.2016 20:01
Die EU und Grossbritannien gehen auseinander.
Die EU und Grossbritannien gehen auseinander.
Bild: Pixabay

So haben 28 Prozent der kontinentaleuropäischen Unternehmen vor, sich von britischen Banken abzuwenden, wobei 20 Prozent ihr Geschäft auf globale Finanzinstitute verlagern wollen, wie die Beratungsgesellschaft am Dienstag mitteilte. Grundlage der Umfrage waren die Antworten von 63 kontinentaleuropäischen und britischen Unternehmen. Rund acht Prozent der britischen Firmen wollen mehr Bankgeschäfte mit heimischen Kreditinstituten abwickeln.

Die grösste Sorge der Unternehmen ist, ob Banken, die aus der City of London heraus operieren, weiterhin in der Lage sein werden, Geschäft in der Europäischen Union zu betreiben, wenn Grossbritannien formell die EU verlassen hat. Mehr als die Hälfte der kontinentaleuropäischen Unternehmen denkt, dass die britischen Banken ihre sogenannten Passporting-Rechte verlieren werden. Von den britischen Unternehmen sind 37 Prozent dieser Ansicht. Bei dieser Frage verweist Greenwich auf 128 Antworten.

"Wenn es sich als zutreffend herausstellt, würde dieses Ergebnis deutliche Auswirkungen auf die Struktur des europäischen Finanzplatzes haben, von dem diese Unternehmen abhängig sind, und bei ihnen weitere Massnahmen auslösen", erklärte Greenwich in der Studie.

Langfristig negative Folgen

Rund 45 Prozent der kontinentaleuropäischen Unternehmen gehen davon aus, dass der Brexit langfristig negative oder sehr negative wirtschaftliche Folgen haben wird. Fast 30 Prozent der britischen Firmen sind derselben Meinung. Etwa die Hälfte der britischen Unternehmen hat ihre Absicherungsstrategien für Zinsen und Währungsbewegungen wieder aufgegriffen.

Die Passporting-Regel sei etwas, das nicht verhandelbar ist, und die EU werde ihre Gesetze nicht ändern, um der City Zugang zum Gemeinsamen Markt zu verschaffen, hatte Michael Fuchs, der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU Bundestagsfraktion, am Dienstag im Interview mit Bloomberg gesagt.

(Bloomberg)