Brexit-Votum verunsichert Fernost-Börsen weiter

Nach dem Absturz der asiatischen Börsen infolge der Brexit-Entscheidung der Briten am Freitag herrscht zu Wochenbeginn in Fernost noch immer Verunsicherung. Das Pfund fällt weiter.
27.06.2016 08:53

Das britische Pfund verlor gegenüber dem US-Dollar mehr als zwei Prozent und näherte sich wieder dem tiefsten Wert seit 1985 an, den es am Freitag mit 1,3228 Dollar erreicht hatte. Am Tag nach der Volksabstimmung hatte das Pfund um elf Prozent nachgegeben.

Die fernöstlichen Aktienbörsen tendierten uneinheitlich. Während sie in Japan und China nach den Verlusten vom Freitag wieder in den grünen Bereich stiegen, setzten sie in anderen asiatischen Ländern ihren Abwärtstrend fort. "Die Dinge sind so ungewiss, dass Anleger noch immer keine klaren Vorstellungen haben, wie viele ihrer Risiko-Positionen sie verkaufen sollen", sagte Hiroko Iwaki von Mizuho Securities.

Man könne aber sicher davon ausgehen, dass die Investoren noch nicht alle notwendigen Verkäufe getätigt hätten. "Ich wäre nicht überrascht, einen weiteren zehnprozentigen Fall der Kurse zu erleben", sagte sie.

Nikkei und Shanghai-Index höher

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 2,4 Prozent höher bei 15.309 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 1,8 Prozent und lag bei 1226 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 1,2 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 1,3 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans fiel um 0,4 Prozent.

Ein Euro wurde mit 1,1026 Dollar bewertet nach 1,1115 Dollar im späten New Yorker Handel. Der Dollar wurde mit 101,86 Yen gehandelt nach 102,19 Yen in den USA.

Zu den Fragen, die sich die Börsianer jetzt stellen, gehört die nach den Auswirkungen des Referendums für die Konjunktur in Grossbritannien und der EU. Ausserdem steht die Zukunft des Finanzhandelsplatzes London infrage. Dies belastet vor allen die Kurse von Bankaktien. "Wir glauben, der Brexit könnte nur die erste Überraschung in einer Neu-Kalibrierung der der Welt sein, weg von der Globalisierung und hin zu einer mehr nach innen gerichteten Politik", erklärte Ajay Singh Kapur von der Bank of America Merrill Lynch in Hongkong.

(Reuters)