Britische Anpassungen belasten - Zurich erzielt im ersten Quartal weniger Gewinn

Die Zurich Insurance Group weist für das erste Quartal 2017 ein gegenüber dem Vorjahresquartal tieferes Ergebnis aus. Vorbörslich legt der Aktienkurs aber zu.
11.05.2017 08:15
Am Hauptsitz von Zurich Insurance Group am Mythenquai in Zürich.
Am Hauptsitz von Zurich Insurance Group am Mythenquai in Zürich.
Bild: cash

In Grossbritannien hat die Regierung im Februar 2017 den Diskontsatz, der zur Berechnung von Personenschäden- und Unfallforderungen herangezogen wird, angepasst. Bei der Zurich hat dies zu einer Belastung des BOP von 289 Mio Dollar geführt. Ohne diesen Effekt, welcher die sogenannte Ogden-Rate hervorgerufen hat, wäre der BOP um 14 Prozent auf 1,22 Mrd angestiegen.

Finanzchef George Quinn schreibt in der Mitteilung denn auch von einem guten Start ins neue Jahr mit "starken Leistungen in allen Geschäftsbereichen". "Der starke Auftakt in diesem Jahr bietet eine solide Ausgangsbasis, um unsere finanziellen Ziele für die Periode 2017-2019 zu erreichen", so Quinn weiter. Vorbörslich steigt der Kurs der Aktie indessen um 1,1 Prozent.

In der Schadensversicherung (General Insurance) lag die Combined Ratio Total bei 100,7 Prozent. Ohne den Ogden-Effekt hätte sich der Satz von 98,1 Prozent auf 97,2 Prozent verbessert. Weiter wird das Eigenkapital mit 29,3 Mrd Dollar angegeben nach 30,7 Mrd Ende Dezember.

Prognosen verfehlt

Mit den vorgelegten Zahlen hat die Zurich die Vorgaben der Analysten verfehlt, wobei diese versucht haben den Ogden-Effekt in ihre Schätzungen mit einzubeziehen. Die von AWP befragten Analysten hatten im Durchschnitt (AWP-Konsens) mit einem BOP in der Höhe von 967 Mio Dollar, einem Reingewinn von 723 Mio und einer Combined Ratio von 99,6 Prozent gerechnet. Das Eigenkapital wurde derweil bei 29,2 Mrd erwartet.

Die Zurich Insurance Group hält weiter an den strategischen Zielen fest. Unter anderem will die Gruppe die Kosten um 1,5 Mrd Dollar senken - ausgehend vom Niveau von 2015. Bis dato seien davon 400 Mio geschafft worden, hiess es. Die Eigenkapitalrendite soll derweil zurück über die Marke von 12 Prozent geführt werden.

Die Zurich-Aktie hat in den letzten 12 Monaten ihren Wert um 30 Prozent gesteigert. Vom einem Höchstwert bei 290 Franken im Januar ist die Aktie nicht zuletzt wegen des Dividendenknicks wieder abgekommen. Der aktuelle Kurs liegt bei knapp 280 Franken.

(cash/AWP/Reuters)