Britische Hauspreise dürften kaum steigen - Brexit belastet

In Großbritannien werden die Immobilienpreise im kommenden Jahr voraussichtlich nur moderat steigen.
28.12.2016 20:15
London: Die Preise für Luxusimmobilien sinken.
London: Die Preise für Luxusimmobilien sinken.
Bild: Pixabay

Das Wirtschaftswachstum schwächt sich ab und die anziehende Inflation belastet die Konsumenten, wie Halifax angibt. Der Hypothekenanbieter erwartet für 2017 eine nachlassende Nachfrage nach Liegenschaften, aufgrund von steuerlichen Änderungen und strengeren Underwriting-Standards, um Immobilienkäufe für die Weitervermietung zu einzudämmen. Halifax weist insbesondere auf den Londoner Markt hin, wo die Möglichkeiten, sich die dortigen Preise leisten zu können abnehmen, was zu einem deutlicheren Einbruch als anderswo führen werde.

Londons Preise für Luxushäuser sinken

In London sind die Preise für Luxushäuser in einigen der teuersten Gegenden 2016 um über zehn Prozent gesunken, und auch die Preise für Grundstücke geben nach. Rightmove, Betreiber einer Immobilien-Website, teilte im Dezember mit, die Blase in erstklassigen Londoner Lagen falle weiter in sich zusammen. Für 2017 erwartet Rightmove einen Preisrückgang in diesen Lagen von fünf Prozent.

Halifax zufolge dürfte die Immobilienpreise dadurch etwas gestützt werden, dass es nur wenige zum Verkauf stehende Objekte gebe, die Bauaktivität gering und die Zinsen niedrig seien. Daher dürften die britischen Immobilienpreise bis Ende kommenden Jahres um ein bis vier Prozent steigen. Die jüngsten offiziellen Daten zeigen für Oktober einen Anstieg von rund sieben Prozent.

Die weite Spanne der Prognosen macht nach Einschätzung von Halifax deutlich, dass die Unsicherheit im Hinblick auf Wirtschaft höher als normal ist. Dies liege im Großen und Ganzen an der fehlenden Klarheit über die neuen Beziehungen Großbritanniens zur Europäischen Union bevor die formellen Brexit-Verhandlungen beginnen.

Risiko steigender Arbeitslosigkeit

"Ein langsameres Wirtschaftswachstum im Jahr 2017 wird voraussichtlich zu Druck auf die Beschäftigung führen, mit dem Risiko steigender Arbeitslosigkeit", sagte Halifax-Experte Martin Ellis. "Diese Verschlechterung am Arbeitsmarkt, zusammen mit der erwarteten Belastung der Kaufkraft der Verbraucher, wird wahrscheinlich die Nachfrage nach Wohnimmobilien beschneiden."

(Bloomberg)