Britische Industrie erholt sich vom Brexit-Schock

Die britische Industrie macht nach dem Brexit-Schock Boden gut und profitiert dabei vom schwächeren Pfund.
01.09.2016 11:55
In der britischen Industrie läufts wieder rund (im Bild ein Sulzer-Werk für Pumpen in Leeds).
In der britischen Industrie läufts wieder rund (im Bild ein Sulzer-Werk für Pumpen in Leeds).
Bild: ZVG

Der Markit-Einkaufsmanagerindex stieg im August überraschend kräftig um fünf Punkte auf 53,3 Zähler, wie das Institut am Donnerstag zur Umfrage unter gut 600 Betrieben mitteilte. Einen grösseren Sprung nach oben gab es in der fast 25-jährigen Geschichte der Datenerhebung nicht. Das Barometer liegt nun auf dem höchsten Stand seit Oktober 2015 und signalisiert mit einem Wert über 50 Punkten wieder Wachstum. Viele Unternehmen hätten Arbeit, die im Juli verschoben worden sei, wieder aufgenommen, sagte Markit-Ökonom Rob Dobson. "Industriefirmen und ihre Kunden kehren langsam wieder zum 'Business as usual' zurück."

Das Anti-EU-Referendum von Juni hatte für grosse Unsicherheit gesorgt und für einen Einbruch der Geschäftstätigkeit der Industrie im Juli. Die Industrie steht für 10 Prozent der britischen Wirtschaftsleistung. Ökonomen blicken nun mit Spannung darauf, ob sich auch der wichtige Dienstleistungssektor erholt hat. Markit-Daten dazu werden am Montag veröffentlicht.

Die Industrie konnte vom niedrigen Wechselkurs profitieren, da das Pfund nach dem Brexit-Votum mehr als 10 Prozent zum Dollar und zum Euro verlor. So zogen die Auslandsaufträge so stark an wie seit gut zwei Jahren nicht mehr. Das Pfund wiederum legte nach den unerwartet guten Daten ebenfalls zu.

(Reuters)