Bürochat-App - Slack will per Direktplatzierung an die Börse

Der Bürokommunikationsdienst Slack macht sich auf den Weg an die Börse. Wie zuvor schon der Musikdienst Spotify will Slack dabei Gebühren der Investmentbanken umgehen.
27.04.2019 12:45
Ein User nutzt Slack auf seinem Smartphone.
Ein User nutzt Slack auf seinem Smartphone.
Bild: Bloomberg

Die Aktien sollen darum direkt an der New Yorker Börse platziert werden. Bei der vergangenen Finanzierungsrunde im August 2018 wurde Slack laut Medienberichten mit gut sieben Milliarden Dollar bewertet. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg sollte die Bewertung bei einem Börsengang über dieser Marke liegen.

Slack steigerte den Umsatz im vergangenen Jahr um 82 Prozent auf gut 400 Millionen Dollar, wie aus dem am Freitag veröffentlichten Börsenprospekt hervorgeht. Dabei schrieb Slack einen Verlust von knapp 139 Millionen Dollar. Ein Jahr zuvor hatte es bereits einen Verlust von 140 Millionen Dollar gegeben.

Slack wurde nach jüngsten Angaben täglich von mehr als zehn Millionen Mitarbeitern verschiedener Firmen benutzt. Mehr als 85'000 Unternehmen sind zahlende Kunden. Zugleich bieten unter anderem Microsoft, Google und Facebook konkurrierende Dienste an. Seit dem Start 2013 hat sich Slack laut Medienberichten rund eine Milliarde Dollar bei Investoren besorgt.

A- und B-Aktien

Wie bei vielen anderen Tech-Unternehmen soll es zwei Arten von Anteilscheinen geben, die ein unterschiedliches Mitspracherecht beim Unternehmen vorsehen. Die A-Aktien sollen über jeweils eine Stimme verfügen, die B-Aktien über zehn Stimmen.

Mehrere Start-up-Finanzierer sind die grössten Slack-Anteilseigner und werden beim Börsengang von ihren Investitionen profitieren. Die Firma Accel kommt auf einen Anteil von 24 Prozent, Andreessen Horowitz auf 13,3 Prozent und Social Capital auf 10,2 Prozent. Beim japanischen Konzern Softbank, der im grossen Stil in Tech-Unternehmen investiert, liegen 7,3 Prozent. Der 45-jährige Mitgründer und Chef Stewart Butterfield hält einen Anteil von 8,6 Prozent an Slack. Sie alle haben B-Aktien mit mehr Stimmrechten.

Die direkte Platzierung an der Börse ermöglicht es den Altaktionären, ihre Aktien sofort zu verkaufen. Für sie gilt dabei keine Haltefrist. Ausserdem werden ihre Anteile nicht dadurch verwässert, dass Slack neue Aktien an der Börse ausgibt.

Eine Direktplatzierung gilt als riskanter, da Banken nicht als Zwischenhändler oder Kursstabilisator auftreten. Andererseits spart das Gebühren.

(AWP)