Call-Optionen - «Kleine Händler fordern ihr Glück nun in grossem Stil heraus»

Der spekulative Überschwang unter US-Optionshändlern ist auf den höchsten Stand seit mindestens 20 Jahren gestiegen - und das ist laut einem Analysten mittelfristig negativ für Aktien.
09.06.2020 14:03
Der S&P 500 stieg vom März-Tief um rund 45 Prozent.
Der S&P 500 stieg vom März-Tief um rund 45 Prozent.
Bild: pixabay.com

Händler bauten letzte Woche neue bullische Positionen auf, indem sie 35,6 Millionen neue Call-Optionen auf Aktien kauften, sagt Jason Goepfert, Gründer von Sundial Capital Research. Das sei ein Anstieg gegenüber einem Höchststand von 28,7 Millionen im Februar, als die spekulative Aktivität grassierte.

Kursverlauf des S&P 500 (schwarze Linie) und die Anzahl US-Call-Optionen auf Aktien (blaue Linie, in Millionen).

"Optionshändler schliessen atemberaubende Wetten auf steigende Kurse ab", schreibt Goepfert in einer Notiz. "Diese Art von Aktivität hat die starke Tendenz, über einen mehrwöchigen bis mehrmonatigen Zeitraum zu negativen Renditen im S&P 500 und anderen Indizes zu führen."

Die Rallye der US-Aktien am Montag hob den S&P 500 zurück in den grünen Bereich für das Gesamtjahr, da die Lockerung der Corona-Beschränkungen den Optimismus hinsichtlich einer wirtschaftlichen Erholung beflügelte. Die Benchmark schloss zu Wochenbeginn auf einem 15-Wochen-Hoch und stieg damit vom März-Tief um fast 45 Prozent, während der Nasdaq 100 auf einen Rekord kletterte - trotz Coronakrise.

"Kleine Händler fordern nun ihr Glück in grossem Stil heraus", sagte Goepfert. "Es erscheint immer riskanter, zu versuchen, dieser Rally gemeinsam mit Händlern hinterherzujagen, die traditionell äusserst zuverlässige Kontraindikatoren sind", so Goepfert.

(Bloomberg/cash)