WEF 2015

cash-WEF-Splitter: Auftritt von SNB-Jordan

SNB-Präsident Thomas Jordan ist definitv kein Nobody mehr +++ Klitschko und die Emotionen +++ Und: Merkel spricht zur gleichen Zeit wie EZB-Präsident Mario Draghi.
21.01.2015 19:19
Von Daniel Hügli, Davos
Thoams Jordan: Ist ihm das Rampenlicht angenehm?
Thoams Jordan: Ist ihm das Rampenlicht angenehm?
Bild: Bloomberg

Am Mittwochabend traf auch SNB-Präsident Thomas Jordan im Kongresshaus in Davos ein. Die Tage, als er noch unbekannt und unerkannt durch die WEF-Hallen streifen konnte, die sind definitiv vorbei. Blitzlichtgewitter und Händeschütteln, wo Jordan auftaucht. Asiaten, die sich erkundigen, wer denn das sei, begreifen beim Stichwort "Swiss National Bank" sehr rasch, dass dies der Mann war, der letzte Woche die globalen Märkte durchschüttelte. Nach der Rede des chinesischen Li Keqiang fand der viel beschäftigte Jordan auch noch kurz Zeit, mit Thomas Aeschi, ad-interim-Präsident der Zuger Kantonal-SVP, einen Schwatz zu halten. Aeschi seinerseits ist derzeit telefonisch viel beschäftigt mit der Causa Hürlimann.

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Manchmal geht es am WEF um Emotionen. Emotionen, die nur das Showbusiness bieten kann. So gesehen beim Popstar Pharrell Williams, der am Mittwoch seine Vision vom Klimaschutz ausbreiten durfte. So auch bei Vitali Klitschko. Der ehemalige Boxweltmeister ist als Bürgermeister von Kiew mittlerweile ein politisches Schwergewicht. Am Open Forum, dem WEF für die breite Masse (freier Eintritt, aber trotzdem Polizeikontrolle) nahm Klitschko an einem Panel zum Thema "Ist die Demokratie am Ende?" teil.

Wenn Klitschko nicht gerade sein Smartphone konsultierte, sagte er in wenig stilsicherem Englisch Sätze wie: "In fünf Jahren wird die Ukraine eine Demokratie sein." Oder: "Wer nicht kämpft, gewinnt nicht."

Auf die Frage, wie sein Land aus den aktuellen Kriegswirren herausfinden will, hatte er allerdings keine schlagfertige Antwort. Stattdessen erzählte er noch eine Episode aus seiner sowjetischen Kindheit, in der sein Vater, der Kommunismus und sein erster Besuch in den USA vorkamen - Emotionen halt.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel ist Stammgast am WEF. Am Donnerstag reist sie mit ihrem halben Kabinett an. Insofern ist das keine bemerkenswerte Mitteilung. Das Spezielle am Donnerstag: Merkel hält ihre Rede um 14:15 Uhr im Kongresszentrum. Sie dauert bis 14:45 Uhr. Genau bei Halbzeit, um 14:30 Uhr, passiert ein paar hundert Kilometer nördlich, in Frankfurt, wohl Historisches: Die Europäische Zentralbank gibt ein umfangreiches Programm für Anleihekäufe bekannt. Oder nur halb umfangreich. Oder gar nicht. Sicher ist: Die Märkte werden verrückt spielen, derweil Merkel in Davos redet.

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Wie man sich als WEF-Teilnehmer einzigartig macht? Die Antwort ist ganz einfach: Als Blackberry-User. Noch vor zwei, drei Jahren war das Gerät des kanadischen Unternehmens noch das vorherrschende Smartphone unter den Mächtigen am WEF. Es war das Manager-Telefon schlechthin. Heute? Massenware wie Apple oder Samsung dominieren, sogar ältere Siemens werden da und dort gesichtet. Nicht mal neue Blackberrys wie das Hoffnungsträger-Modell Passport tauchen auf. In Sachen Telekommunikation ist das WEF insofern etwas weniger elitär geworden.