Cembra-Aktien sind an der Börse heiss begehrt

An der Schweizer Börse reissen sich die Anleger um die neue Cembra-Money-Bank-Aktie. Trotz des hohen Ausgabepreises klettern die Titel zehn Prozent in die Höhe.
30.10.2013 13:21
Von Pascal Meisser
Cembra Money Bank - der neue Auftritt der früheren GE Money Bank.
Cembra Money Bank - der neue Auftritt der früheren GE Money Bank.
Bild: cash

Alles richtig gemacht: So lautet das vorläufige Fazit des Börsengangs der ehemaligen GE Money Bank, die seit heute Cembra Money Bank heisst. Ausgegeben wurden die Aktien zum höchstmöglichen Preis von 51 Franken. An der Börse erhöhte sich der Aktienpreis nochmals um 10 Prozent auf rund 56 Franken.

Die Handelsvolumen sind äusserst hoch, haben doch bis am Mittag fast 5 Millionen Aktien den Besitzer gewechselt. Platziert beim IPO wurden 18 Millionen Aktien; sollte die den Banken vom Verkäufer eingeräumte Mehrzuteilungsoption ausgeübt werden, kommen nochmals bis zu 2,5 Millionen Papiere dazu.

Mit einem bisherigen Handelsvolumen von 275 Millionen Franken ist Cembra zudem eine der umsatzstärksten Aktie an der SIX - noch vor Bluechips-Titeln wie Nestlé und Novartis.

Ausgabepreis bei 51 Franken

Zuvor war am Morgen bekannt gegeben worden, zu welchem Preis die Aktie herausgegeben wird - und zwar zum höchstmöglichen Preis von 51 Franken. Ursprünglich hatte bei der Bookbuildingsphase die Preisspanne zwischen 43 und 51 Franken gelegen. Aus dem nun publizierten Ausgabepreis ergibt sich für Cembra Money Bank eine Marktkapitalisierung von 1,53 Milliarden Franken. Der Börsengang war aufgrund einer starken Nachfrage von institutionellen Anlegern aus dem In- und Ausland mehrfach überzeichnet war.

Ein Bankenkonsortium unter Führung der Credit Suisse platzierte für den verkaufenden Aktionär GE Capital Swiss Fundingkäufer 18 Millionen Aktien mit einem Nennwert von 1,00 Franken, was einem Anteil von 60 Prozent an den Aktien der Gesellschaft entspricht. Ausserdem hat der Verkäufer dem Konsortium eine Mehrzuteilungsoption von bis zu 2,5 Millionen zusätzlichen Aktien gewährt, was einen Anteil von ca. 13,9 Prozent an den im Rahmen des Basisangebots offerierten Aktien darstellt. Diese Option kann bis zum 29. November 2013 ausgeübt werden.

Erster Börsengang im laufenden Jahr

Falls die Mehrzuteilungsoption vollständig ausgeübt wird, erhöht sich der Streubesitz von 60 auf auf 68,3 Prozent, woraus sich ein gesamtes Platzierungsvolumen in Höhe von knapp 1,05 Milliarden Franken nach Ausübung der gesamten Mehrzuteilungsoption ergibt. Der Verkäufer und die Gesellschaft haben sich zur Einhaltung einer Sperrfrist von jeweils zwölf bzw. sechs Monaten nach der Kotierung verpflichtet.

Es handelt sich um den ersten Börsengang in diesem Jahr, nachdem vor wenigen Wochen die Immobilienfirma Ledermann ihren geplanten IPO mangels Nachfrage sistiert hatte.

GE hatte das Schweizer Finanzgeschäft, das Kleinkredite, Fahrzeug-Finanzierungen, Leasing und Kreditkarten umfasst, bereits im Vorjahr zum Verkauf gestellt. Eine Gruppe von Banken, die lange Interesse gezeigt hatte, konnte sich nicht zu einem Kauf durchringen, GE schwenkte auf einen Börsengang um. Der Konzern hat zugesagt, ein Jahr lang keine weiteren Aktien zu verkaufen. Insidern zufolge will sich das Unternehmen danach auch vom Rest trennen.

5 bis 7 Prozent Dividendenrendite

Cembra hat Kredite über netto vier Milliarden Franken ausstehen und kam im vergangenen Jahr auf einen Gewinn von 133 Millionen Franken. Das Geschäft gilt als vergleichsweise resistent gegenüber Finanzkrisen, da die Kreditausfallraten niedrig und die Ergebnisse stabil sind, es hängt aber stark an der Entwicklung der Schweizer Wirtschaft. Anleger halten vor allem die Dividendenausschüttung für attraktiv, die fünf bis sieben Prozent des Aktienkurses betragen dürfte und damit über anderen Branchenvertretern liegt.

Robert Oudmayer, CEO von Cembra Money Bank, zeigt sich gemäss Medienmitteilung erfreut über die hohe Nachfrage. "Wir sind stolz auf die erfolgreiche Platzierung unserer Aktien und sehr erfreut über das lebhafte Anlegerinteresse an unserer Gesellschaft. Wir heissen unsere neuen Aktionäre willkommen und freuen uns darauf, mit ihnen den Weg als selbstständige Gesellschaft weiterzugehen." Er verspricht zudem, nachhaltig und langfristig Unternehmenswert für die Aktionäre zu schaffen.

(mit Material von AWP und Reuters)